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Two Roads Worker’s Comp

two_roads_workers_compEin Saison darf es an diesem lauen Frühlingsabend sein – also nichts wie her mit dem Worker’s Comp, dem Farmhouse Ale von Two Roads Brewing aus Stratfort/USA. Ein Saison waren früher eigentlich das Bier, welches die Farmarbeiter in größeren Mengen während/nach der Arbeit bekamen und musste demnach entsprechend leicht sein (früher lag der Alkoholgehalt bei etwas 3%). Heute verstehe ich Farmhouse Ales als frische, geschmackvolle Biere mit einem Schuss Hefe die einen jetzt nicht gleich aus den Socken hauen…

Nach Steinfrüchten, Getreide und etwas Hefe duftet das beinahe klare, goldfarbene Bier. Der schneeweiße Schaum hat eine etwas merkwürdige Konsistenz – beinahe wie Badeschaum – macht aber eine gute Figur.

Recht frisch und fruchtig fällt daher auch der erste Schluck aus, brotiges Malz mit ordentlichen Anklang von Weizen dient als Bett für ein feines Aprikosen- und Birnenaroma welches von etwas Nelke begleitet wird. Dabei geht das Gebräu durchaus herb zu Werke, wirkt schnell adstringierend auf der Zunge und sorgt somit für einen knackigen Abgang – zusammen mit den floralen, leicht zitrusartigen Hopfenaromen auf jeden Fall eine interessante Mischung.

two_roads_workers_comp_flascheDazu gesellt sich eine verspielte, leicht honigartige Süße die optimal zur Hefe passt und das Bier zeitweise an ein bayerischen Weizen erinnern lässt. Die Trinkbarkeit ist tadellos, außerdem steht das Bier auch nicht an weshalb ich mir gut vorstellen könnte, da gleich noch ein bis zwei Weitere zu genießen.

Eine tolle, runde Sache dieses Saison. Leicht und dennoch voller Geschmack, von mir gibts hierfür vier Sterne.

Alkoholgehalt: 4,8%

(4/5)




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Beer here Kremlin crude

beer_here_kremlin_crudeHeute mal wieder etwas Dunkles – im Test habe ich für euch das Kremlin crude von den Dänen von Beer here. Dabei handelt es sich um einen Imperial Stout was man sich bei dem sprudelnden Ölturm auf dem Etikett schon beinahe denken konnte. Auch wenn ich offiziell noch kein Bier von Beer here vorgestellt habe, so kenne ich bereits einige von diversen Verkostungen und freue mich daher auf das, was gerade in mein Glas fließt…

Ein Traum von Schaum sitzt äußerst beständig auf dem dunkelbraunen bis schwarzen Gebräu. Fest wie Eischnee und cremig wie Sahne präsentiert sich der bräunlich eingefärbte Schaum. Darunter duftet es herrlich schokoladig, etwas Rauch, Lakritze und Kaffee sind auch dabei.

Sehr weich und ölig wirkt das Bier beim ersten Schluck, etwas alkoholisch kommt es allerdings schon rüber bis sich allmählich die Röstaromen über die Zunge schieben. Dort sind unter anderem Zartbitterschokolade, Melasse und Karamell die stärksten Aromaeindrücke die von einer deutlichen Bittere begleitet werden. Etwas Säure ist auch dabei – so recht passen mag sie allerdings zu dem “Gesamtbrauwerk” nicht…

beer_here_kremlin_crude_flascheDie Zunge wird recht schnell pelzig, da ist doch einiges an Bitterstoffen in dem röstmalzigen Bier. Dieses wirkt im Verlauf etwas brotiger, könnte dabei aber durchaus mehr Süße vertragen. So kommt es etwas kratzend rüber, der Körper vermag mit dem Alkoholgehalt geschmacklich nicht mitzuhalten. Darunter leidet auch die Trinkbarkeit und die etwas zu hohe Kohlensäure tut ihr Übriges dazu – daran ändern auch die aufkommenden, leichten Aromen von Vanille und Kokos nichts

Perfekt ist dieses Stout nicht, etwas mehr Restsüße und damit Balance hätte ihm nicht geschadet – wirkt auf mich ein wenig lieblos. Dennoch halbwegs solide Kost – drei Sterne.

Alkoholgehalt: 11%

(3/5)




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BrauKunstKeller/Cerveca Guineu Collabrew

braukunstkeller_cerveca_guineu_collabrewBestes Frühlingswetter, warm ists…da muss was hopfiges her. Auf seinen Test wartet schon ein paar Wochen das Collabrew – eine Kooperations zwischen dem hessischen BrauKunstKeller und den Craftbrewern von Cerveca Guineu aus Barcelona. Dabei handelt es sich um ein Double IPA dessen Facts sich durchaus sehen lassen können. Gehopft wurde unter anderem mit Mosaic und Huell Melon…das könnte interessant sein!

Frisch und hopfig duftet das dunkelorange bis bräunlich gefärbte, trübe Gebräu im Glas. Es duftet herrlich nach Limetten, dunklen Beeren und etwas Mandarine – passt!

Sehr weich wirkt das Bier auf der Zunge, frischer, hopfiger Geschmack von Mandarine, etwas Honigmelone und Blüten kommt auf und geht mit einer moderaten bis spürbaren Herbe einher. Mit etwas Süße, einem Hauch Lakritze und einer soliden Malzigkeit zeigt sich der Körper des Bieres welches mich bisher vom Geruch mehr überzeugen konnte als vom Geschmack. Der Abgang wirkt knackig und flott, lediglich ein Hauch Herbe verbleibt auf der Zunge…

braukunstkeller_cerveca_guineu_collabrew_flascheDie Trinkbarkeit hingegen ist hervorragend – gerade bei den frühlingshaften Temperaturen merkt man dem Double IPA seinen Alkoholgehalt kaum an und dank niedriger Karbonisierung wird es auch flott getrunken. Von der Hopfennase merkt man im Trinkverlauf immer weniger, lediglich etwas von der Mandarine vermag sich auf lange Sicht durchzusetzen.

Für mich verspricht das Collabrew in der Nase mehr als am Gaumen, dennoch lecker fruchtig und beinahe schon erfrischend. Von mir gibts heute drei Sterne mit der Tendenz nach oben.

IBU: 80

Stammwürze: 17,2

Alkoholgehalt: 7,7%

(3/5)




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Schneider Weisse TapX Mathilda Soleil

schneider_weisse_tapx_mathilda_soleilPünktlich zur Braukunst Live 2015 brachten die Weißbierexperten von Schneider Weisse aus Kehlheim ihren neuen Sondersud “TapX Mathilda Soleil” auf den Markt. Dabei handelt es sich um einen Weizenbock für den ein spezielle, noch nicht auf dem Markt befindliche Hopfenzüchten genutzt wurde. Namensgeber ist diesmal die ehemalige Brauereichefin von Schneider Weisse, die – so ganz nebenbei – mit dem Aventinus den ersten Weizendoppelbock Bayerns erfunden hat. Schauen wir mal, ob diese Weißbierkreation der Namensspenderin gerecht wird.

Hefig-fruchtig nach Aprikosen, Orangenschale und Banane duftet das orange- bis bernsteinfarbene, trübe Weizen aus dem Glas. Wie von den Kehlheimern gewohnt ist auch der Schaum der Optik entsprechend ausgefallen, weiß, cremig und mit toller Standfestigkeit.

Erster Schluck…ein fruchtige Kräutermischung tanzt über die Zunge, getragen von einem kernigen Weizenmalzbett welches zudem etwas Karamell und Honig mitbringt. In den Hopfenaromen dieses Bocks liegen zudem florale, heuartige Nuancen…es erinnert ein wenig an eine Blumenwiese im Frühling und passt daher auch recht gut zur aktuellen Jahreszeit. Gut balanciert fällt auch der Abgang aus, die fruchtig-bananige Mischung setzt sich auf den Geschmacksnerven fest während das Bier samtig den Rachen hinab läuft.

schneider_weisse_tapx_mathilda_soleil_flascheTrotz des stiltypischen erhöhten Kohlensäuregehalt kann das Weizen mit einer guten Trinkbarkeit aufwarten – die floral-fruchtige und sogar leicht zitrusartige Aromenmischung auf der Zunge lädt zudem dazu ein, jedem Schluck einen weiteren folgen zu lassen. Vielleicht ist das Mathilda Soleil sogar ein klein wenig zu zahm und könnte noch die ein oder andere geschmackliche Kante brauchen, dennoch ist es wirklich ein sehr gutes, handwerkliches Bier.

Fazit? Geht schnell: Vier Sterne gibt es hier für ein geschmackvolles, fruchtiges Weizen mit ordentlichen Hefe- und Hopfenaromen. Probiert haben solltet ihr es auf jeden Fall.

Neugierig oder Weizenfan? Hier könnt ihr das Mathilda Soleil bestellen.

IBU:25

Stammwürze: 17,2%

Alkoholgehalt: 7%

(4/5)




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Ballast Point Sculpin IPA

ballast_point_sculpin_ipaVor einiger Zeit hat mich das Sculpin IPA von Ballast Point Brewing aus San Diego/USA erreicht – Danke nochmal ans Biervana hierfür. Gegründet wurde die Brauerei 1996 und hat seitdem für ihre Kreationen diverse Preise eingeheimst, unter anderem auch Gold beim European Beer Star sowie auch beim World Beer Cup für das Sculpin IPA. Ich bin echt gespannt auf dieses India Pale Ale welches auch auf diversen Bierbewertungsplattformen einen Spitzenplatz einnimmt…packen wir es an.

Was eine Schau. Etwas trüb strahlt das Bier in einem satten Orangeton aus seiner Behausung, unter dem cremig-feinen, leuchtend weißen Schaum duftet es sehr intensiv-harzig nach Grapefruit und Orangenschale – sehr geil!

Feinmalzig fällt der Antrunk aus, Aromen von Bitterorangen und Grapefruit liegen auf der Zunge, fallen dabei aber weniger intensiv aus als es der Duft erwarten lässt. Etwas Karamell und Brot versteckt sich im Malzbett das mir, besonders zum Zeitpunkt des etwas nachlassenden Hopfeneindrucks, etwas zu intensiv ausfällt. Die deutlich schmeckbare Herbe indes harmoniert sehr gut mit dem etwas stärkeren Malzkörper der zudem nicht sonderlich süß wirkt.

ballast_point_sculpin_ipa_flascheDas samtige Mundgefühl wie auch die hervorragende Trinkbarkeit gefällt bei diesem IPA, dessen Hopfenaromatik im Testverlauf allerdings noch nachlässt. Es dominiert einzig ein leichter, grapefruitartiger Eindruck mit etwas Harz und der schon bekannten Orangenschale.

Obgleich mich das Sculpin IPA nicht restlos überzeugt, handelt es sich dabei um ein sehr gut ausbalanciertes Bier mit einer überragenden Hopfennase die im Geschmack leider nicht so intensiv anzutreffen – dennoch echt lecker. Von mir gibts hierfür vier Sterne.

IBU: 70

Alkoholgehalt: 7%

(4/5)




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Weißenoher Klosterbier Bonifatius Dunkel

klosterbrauerei_weissenohe_bonifatius_dunkelIch hatte heute richtig Lust auf ein “klassisches” Bier – da kam das Paket der Jungs von Biergartentable.com gerade Recht. Drinnen war eine Selektion von fränkischen Bieren, unter anderem das Bonifatius Dunkel der Klosterbrauerei Weißenohe aus der gleichnamigen, oberfränkischen Gemeinde. Danke nochmal hierfür!

Wenn man ganz genau hinsieht, kann man einen rubinroten Schimmer in dem ansonsten dunkelbraunen Bier ausmachen. Gekrönt wird das dunkle Farbenspiel von einem feinen, beigen Schaum. Darunter duftet es kernig-malzig nach Brot, etwas Karamell und…ich nenne es einfach mal “Franken”.

Der erste Schluck präsentiert sich flott und recht schlank, die dunklen Malzaromen wagen sich erst wenige Augenblicke später auf die Zunge. Dort gibt es jetzt die bekannte fränkische Landbier Geschmacksmischung von kernigen Brot, etwas karamellige Süße sowie vereinzelten Röstaromen. Auch etwas Hopfenbittere ist dabei und ich bilde mir zum Abgang auch etwas Rauch ein.

klosterbrauerei_weissenohe_bonifatius_dunkel_flascheEtwas zu viel Kohlensäure hat das Bier allerdings schon, sie kaschiert zudem den etwas zu schwachen Körper des Dunkel – hier hätte es gern etwas mehr Süße und Fülle sein dürfen. Dazu kommt, dass es mir im Trinkverlauf für ein Dunkel zu trocken wird – alles in allem leidet die Süffigkeit darunter leider etwas.

Nichts desto trotz ist das Bonifatius Dunkel ein kerniges, leckeres Landbier für das es heute gute drei Sterne (mit Tendenz nach oben) gibt. Prost!

Stammwürze: 12,6%

Alkoholgehalt: 5,1%

(3/5)




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Maisel & Friends Freestyle No. 1 Tripel Blanc

maisel_and_friends_freestyle_no1_tripel_blancFrisch reingeschneit ist das neue Freestyle No. 1 von Maisel & Friends aus Bayreuth und da es durchaus Interesse daran gibt, möchte ich euch den Test nicht vorenthalten. Vom Stil haben wir es hier mit einem Tripel – einem belgischen Bierstil – zu tun welches unter anderem mit der Hopfensorte Hallertau Blanc versetzt (daher auch der Name) und dann mit einer Weinhefe vergoren wurde. Auf diese Kreation bin ich jetzt mal gespannt…

Im Glas strahlt das beinahe klare Gebräu kräftig goldfarben mit einem sehr standfesten, cremig texturierten sowie weiß leuchtenden Schaum. Richtig interessant wird es jetzt allerdings in der Nase: Es duftet intensiv floral-fruchtig nach Honigmelone, Kräutern, etwas Heidelbeere…ich fühle mich außerdem ganz stark an diesen “HubbaBubba”-Kaugummi erinnert – jedenfalls aber eine sehr interessante Mischung die mich neugierig macht.

Begleitet von einem Touch Säure läuft der erste Schluck über die Zunge und zeugt von der Komplexität des Bieres. Etwas Sauerteig und Getreide vom Malz mischen sich mit einem nicht ganz so starken Fruchteindruck von Orange und etwas Mandarine. Etwas Hefe kommt auch da zu bevor es in einem sehr trockenen Abgang hinein geht der definitiv an Weißwein erinnert. Leicht sahnig im Abgang, kräuterbetont und immer von einem Hauch Frucht (Trauben…oder vielleicht nur Einbildung) begleitet…not bad!

maisel_and_friends_freestyle_no1_tripel_blanc_flascheAngesichts der moderaten Herbe und dem immer knackiger sowie trockener wirkendem Körper sowie der Zahlen auf dem Papier gehe ich von einer recht hohen Vergärung aus. Auf die Trinkbarkeit wirkt sich das insoweit aus, als dass das Bier eher gemächlich getrunken werden möchte was aber kein Problem darstellt. Erstens mag es das Tripel eh etwas wärmer und zweitens ist genügend Kohlensäure vorhanden damit es auch nach einiger Zeit im Glas nicht schal wirkt. Im Verlauf manifestiert sich der gute Eindruck, die Fruchtigkeit geht noch etwas weiter zurück und hinterlässt einen getreidig-hefigen, weinartigen Eindruck auf der Zunge.

Auch wenn der ein oder andere Craftbeer-Fan mit einem Tripel vielleicht nichts anfangen kann, so glaube ich dennoch, dass das Freestyle No. 1 durchaus Freunde finden wird. Trocken, fruchtig und nur leicht gesüßt mit sehr komplexen Body. Dafür gibt es heute von mir vier Sterne.

IBU: 36

Stammwürze: 18,2%

Alkoholgehalt: 8,4%

(4/5)




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Evil Twin Molotov Cocktail

evil_twin_molotov_cocktailWenn ich mir so die Tests der letzten Zeit anschaue, geht es bei mir im Moment ganz schön “craftig” zu. Viele IPAs und Stout wollen noch getestet werden und sind derzeit auch in der Überzahl im Gegensatz zu “klassischen” Bieren die man mitunter auch viel leichter bekommt. Daher geht es heute auch mit einem Double IPA weiter, dem Molotov Cocktail von Evil Twin aus Dänemark/USA mit geschmeidigen 13% Volumenprozent Alkohol….na dann ist der Dienstag Abend ja gerettet!

Eine Fülle von Zitrusaromen tanzt in der Nase, Grapefruit, Orangenmarmelade und Pfirsiche vermitteln einen tropisch-fruchtigen Eindruck. Die Optik ist ebenso ansprechend, minimalst eingetrübt präsentiert sich das Bier in einer orange-goldenen Färbung mit einem wunderschön cremigen, weißen Schaum oben auf.

Was ein Brett! Samtig-weich läuft das Gebräu über die Zunge, recht viel Süße macht sich breit bevor ein dicker Hopfenhammer die Geschmacksnerven erstmal überfordert. Grapefruit, Quitte und Orangen gehen mit einem honigsüßen Malz einher bevor eine wuchtige, aber dennoch passende, Herbe für ein etwas trockeneres Mundgefühl wie auch etwas Gänsehaut sorgt. Von der Aromatik her muss ich allerdings sagen, dass ich mir da durch noch mehr vorstellen könnte – der Eindruck von Honig und karamelligen Malz dominiert zu sehr und ist auch lange nach dem Abgang schmeckbar.

evil_twin_molotov_cocktail_flascheNichts desto trotz ist es sehr beeindruckend, wie weich und mild dieses Imperial- oder auch Double-IPA mit seinem zweistelligen Alkoholgehalt rüberkommt. Sehr samtig im Mund, knackige Herbe auf der Zunge und ein ständig vorhandener Honiggeschmack – Klasse. Dazu eine sehr geringe Kohlensäure die allerdings wirklich perfekt zu diesem schweren, ölig wirkenden Gebräu passt.

Etwas weniger Süße und etwas mehr Aroma – das wäre die perfekte Mischung gewesen. Dennoch kann ich dieses bombastische Gebräu nur empfehlen, auch wenn es “nur” für vier Sterne (inklusive Eintrag in die Bestenliste) reicht.

Das Molotov Cocktail solltet ihr unbedingt probieren! Hier könnt ihr ihn bestellen.

Alkoholgehalt: 13%

(4/5)




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Vulkan Pale Ale

vulkan_pale_aleEs gehört schon was dazu, wenn man sich traut in Deutschland ein Craftbeer in der Dose auf den Markt zu bringen. So staunte ich nicht schlecht, als auf den sozialen Kanälen auf einmal das Pale Ale der Vulkan Brauerei aus Mending in der Eifel auftauchte. Das IPA der Vulkanier (schlechter Scherz, ok) kenne ich ja bereits und empfand es als durchaus trinkbar – was wohl das Pale Ale aus der Dose kann? Finden wir es heraus!

Recht trüb kommt das orange- bis bernsteinfarbene Bier aus der Aluminumbehausung. Unter dem weißen, feinporigen Schaum steigt eine feine Hopfenase auf, es duftet ein wenig nach Mango, Aprikosen etwas Malz und Zitrusfrüchten…

Im Antrunk zeigt sich das Malz recht strohig und getreidig, etwas Brot liegt auf der Zunge zu dem sich erst nach und nach die Hopfenaromen gesellen. Diese fallen moderat aus, eine Mischung aus Pfirsichen, Mango und Bergamotte sind schmeckbar – allerdings allesamt nicht großartig ausgeprägt. Etwas wässrig und hefig kommt das Bier rüber wenn es zum Abgang hin geht der lediglich leicht nachbittert, das Bier aber etwas schlanker wirken lässt.

vulkan_pale_ale_doseNach und nach setzt sich im Hopfenbouquet ein (Bitter-) Orangengeschmack durch der das Aroma des Bier fortlaufend dominiert. Dabei ist es in meinen Augen zu hoch karbonisiert, die Trinkbarkeit fällt aber ansonsten gut aus.

Geschmacklich ist mir das zu wenig und ich erwarte mir auch in einem American Pale Ale eine gut wahrnehmbare Herbe. Bitte etwas mehr von allem – bis auf die Hefe. Für das Vulkan Pale Ale vergebe ich gerade noch drei Sterne.

Alkoholgehalt: 4,9%

(3/5)




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Belhaven Scottish Oat Stout

belhaven_scottish_oat_stoutHeute geht es zum ersten Mal zur Belhaven Brewery ins schottische Dunbar. Vorstellen möchte ich euch den Oat Stout der knapp 300 Jahre alten Brauerei die bis 2005 eine der letzten, unabhängigen Brauereien des Vereinigten Königreichs war. Genau genommen handelt es sich dabei um einen Sweet Stout dem – wie der Name schon verrät – Haferflocken zur Abrundung des Malzkörpers zugesetzt wurden. Legen wir also mal los…

Süßlich-schwer nach Sahnekaramell und dunkler Schokolade liegt das dunkelbraune bis schwarze Bier in der Nase. Durch den feinporig-cremigen, braunen Schaum diffundieren zudem leichte Kaffeenoten – gefällt mir gut!

Malzig und begleitet von einem cremig-samtigen Mundgefühl legt das Bier auf der Zunge los, der bereits im Geruch vorhandene Sahnekaramell schiebt sich langsam über die Geschmacksnerven und wird von einer feinen Süße begleitet, dazu kommt ein Schuß Kaffee und Holz. Etwas dünn wird es dann zum Abgang hin wo sich auch, wie gehabt, die Herbe allmählich breit macht und der Hopfen mit einer würzigen Note den Geschmackseindruck vervollständigt. Leider hat sich an dieser Stelle auch ein leicht metallischer Fehlgeschmack manifestiert der den Genuß ein wenig eintrübt.

belhaven_scottish_oat_stout_flascheMag das Stout bisweil etwas wässrig wirken, kann es aber mit einer recht guten Trinkbarkeit punkten. Gerade das, lange auf der Zunge verweilende, Schokoladenaroma lädt dazu ein, immer wieder zum Glas zu greifen – niedrige Karbonisierung und die Süße tragen ihr Übriges dazu bei. Dass man es dabei mit einem etwas höheren Alkoholgehalt zu tun hat bemerkt man dabei nicht und auch der metallische Eindruck zu Anfangs verschwindet mit der Zeit.

Rundes Bier mit ein paar Macken, dennoch kann man beruhigt mal zugreifen. Für den süßen Scottish Oat Stout vergebe ich heute drei Sterne.

Alkoholgehalt: 7%

(3/5)