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Sierra Nevada Porter

sierra_nevada_porterSierra Nevada ist den meisten Craftbeer-Fans ein Begriff den ich nicht großartig erklären muss. Ein wenig Schade ist jedoch, dass man meistens nur die hopfenbetonten IPAs/Pale Ales in den Reviews sieht, kaum aber die anderen Sorten. Dabei haben die Kalifornier durchaus ein reichhaltiges Portfolio, angefangen beim Pils bis hin zum Barley Wine. Vorstellen werde ich euch daher heute das Porter, ein – in meinen Augen – gerade bei uns stark vernachlässigter Bierstil. Los gehts.

In der Nase gibt sich das Porter nussig-malzig, etwas Schokolade und Kaffee sind ebenso dabei wie getrocknete Pflaumen. Richtig schön dunkel- bis nussbraun liegt dabei im Glas, gekrönt von einem cremig-feinen, bräunlichen Schaum.

Trotz seiner etwas stärkeren Karbonisierung sorgt das Porter für ein cremig-feines, volles Mundgefühl. Röstmalzaromen wie Schokolade, gepaart mit etwas Karamell, Kaffee und Haselnüssen sind schmeckbar und geben dem Bier eine sehr schöne röstmalzige Note die allerdings nie zu aufdringlich oder gar störend wirkt. Einher geht das mit einer sehr leichten Bittere die gerade ausreicht, um einen sanften Kick am Gaumen zu erzeugen während das Bier recht trocken an selbigen entlang fließt.

sierra_nevada_porter_flascheVom Hopfen merkt man, außer einer würzigen, kräuterigen Komponente, nicht viel was nun aber auch nicht überrascht. Trotz der eingangs erwähnten, erhöhten Spritzigkeit lässt sich das Porter angenehm trinken, bietet mit den aufkommenden Noten von Trockenfrüchten gerade im Abgang nochmal eine Abwechslung von dem ansonsten sehr runden Malzkörper.

Ein schönes Porter, nicht perfekt aber dennoch lecker. Von mir gibts hierfür vier Sterne.

Wollt ihr das Sierra Nevada Porter auch mal probieren? Dann probiert meine Biersuche aus.

Stammwürze: 14,5%

Alkoholgehalt: 5,6%

(4/5)



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Evil Twin Citra Sunshine Slacker

evil_twin_citra_sunshine_slackerDie nächsten Tage soll es ja richtig heiß werden, Zeit sich auf die Suche nach einem erfrischenden, aber nicht zu starken Bierbegleiter durch die kommende Woche zu machen. Als kleine Hilfestellung stelle ich euch heute das Citra Sunshine Slacker von Evil Twin vor. Aufmerksame Leser meines Blogs werden sicherlich schon festgestellt haben, dass die Biere von Brauer Jeppe Jarnit-Bjergsø bei mir einen hohen Stellenwert genießen – Qualität, Geschmack und nicht zuletzt der Preis haben da immer gepasst. Schauen wir mal, ob das bei diesem Session IPA genau so sein wird.

Gleich beim Einschenken fällt einer starker Duft nach Limonen und Aprikosen auf. Beim genauen “Hineinriechen” bestätigt sich der Eindruck, wenngleich die frischen Zitrusnoten jetzt überwiegen. Die Optik passt auch, cremiger, weißer Schaum auf leicht trüben, orange- bis bernsteinfarbenen Bier.

Auf der Zunge gehts dann auch gleich richtig ab. Zitronen und Limetten satt, dazu ein ganz kleiner Hauch Grapefruit und Aprikosen – da ist definitiv nicht zu wenig Hopfen drin. Dem Namen nach zu urteilen – genaue Infos liegen mir leider nicht vor – würde ich von einem Single Hop IPA mit der Hopfensorte “Citra” ausgehen. Das ist insofern interessant, neigt diese Sorten unter Umständen doch zu einem leicht käsigen Aroma – dies ist hier aber definitiv nicht der Fall. Gerade zum Abgang des jetzt recht bitterndes Bieres kommen die Fruchtnoten nochmal stärker zur Geltung und begleiten den etwas trockenen Abgang.

evil_twin_citra_sunshine_slacker_doseTrotz all dem Hopfen und der Tatsache, dass es sich vermutlich sogar nur um ein Schankbier handelt, ist der Körper erstaunlich vollmundig sowie ein klein wenig nachsüßend mit etwas Karamellaroma im Malz. Die Karbonisierung ist für dieses Sommerbier wirklich hervorragend, leicht spritzig passt es sehr gut zur der intensiven Fruchtigkeit. Bei diesem Körper und der Intensität können sich manch andere Sommer-Ales durchaus eine Scheibe abschneiden. Diese sind oftmals zwar noch etwas leichter, dafür fehlt es aber auch deutlich mehr an Aroma.

Das wird mein Sommerbier für 2015 – frisch-fruchtig aus der Dose mit intensivem Geschmack. Für mich sind das volle fünf Sterne sowie ein Eintrag in die Bestenliste. Cheers!

Alkoholgehalt: 4,5%

(5/5)



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Flying Monkeys Smashbomb Atomic IPA

flying_monkeys_smashbomb_atomic_ipaAuf nach Kanada! Sofern ich mich recht entsinne – und ein Blick auf die Bierkarte beweist es – ist das mein erstes Bier einer kanadisches Brauerei. Ansässig ist die Flying Monkeys Brewery in Barrie in der Provinz Ontario und im Test für euch habe ich das Smashbomb Atomic IPA der Brauerei – mal hoffen, dass der Name hält was er verspricht. Vielen Dank ans Biervana für die Kostprobe.

Bernsteinfarben mit rötlichem Schimmer und dazu ein richtig schöner, cremig-feiner Schaum – was will man mehr. Dazu in der Nase Aromen von Zitronen, Limetten, etwas Kiefer und Orangen…mhh.

Vom Körper her erinnert das Gebräu stark an das BRLO Pale Ale, hat aber eine viel ausgeprägtere Aromatik zu bieten. Zitrusaromen gehen mit einem blumigen Hopfengeschmack einher, Orangen sind genauso erkennbar wie etwas Holz und nussig-karamellige Malzaromen. Die Herbe indes ist ausgeprägt und sorgt für einen trocken-bitteren Abgang der vielleicht sogar etwas zu herb ausfällt.

flying_monkeys_smashbomb_atomic_ipa_flascheDie fruchtigen Noten halten sich im Trinkverlauf und sorgen somit auch für eine gute Trinkbarkeit woran aber auch das gut balancierte Malzbett und die Karbonisierung einen Anteil haben. Einzig die Herbe mag im Verlauf nicht so gefallen, wirkt sie etwas dumpf – hier fehlt einfach noch ein wenig mehr Hopfenaroma.

Ein schönes, ausgewogenes und komplexes IPA mit gutem Aroma und starker Herbe – vier Sterne hierfür.

Alkoholgehalt: 6%

(4/5)



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BRLO Pale Ale

brlo_pale_aleBRLO bzw. berlo ist der alt-slawische Begriff für “Morast” oder “Sumpf” aus dem, im Laufe der Zeit, der Name Berlin wurde. Auf den gleichen Namen hört auch eine relativ neue Craftbeer-Marke deren Pale Ale ich euch heute vorstellen möchte. Da es sich auch hierbei um Wanderbrauer handelt, wird das Bier in verschiedenen Brauereien hergestellt die mal weniger, mal mehr im Berliner Umland liegen und mit Braumeister Michael Lembke hat man aber einen erfahrenen Mann mit an Bord. Kann also nicht schief gehen, oder?

In der Nase wirkt das trübe, orange- bis bernsteinfarbene Bier recht waldig, etwas Grapefruit und Ananas liegen im Aroma welches allerdings nicht sehr intensiv ausfällt. Ansonsten passt die Optik an der auch der weiße, feinporige Schaum beteiligt ist.

Noten von Orangenzesten und Grapefruit kommen auf, das Bier wirkt recht vollmundig und wuchtig obwohl es kaum Süße mit an Bord hat. Etwas Hefe ist in dem grasig-erdigen Hopfen- und Malzgemisch schmeckbar welches mit seinem Hauch von Fruchtaromen sicherlich nicht schlecht ist, dennoch ist der Körper einfach zu malzig-schwer und überdeckt diese Noten recht stark. Die aufkommende Herbe kommt nur leicht dagegen an, im Abgang wirkt diese dann bisweilen etwas kratzig und aufdringlich.

brlo_pale_ale_flascheVon der Rezenz her passt es ganz gut, die Spritzigkeit hält den Malzkörper etwas im Zaum und tut dem Bier recht gut. Die Fruchtigkeit indes lässt recht bald nach, übrig bleibt ein moderat süßliches aber nicht sehr aufregendes Bier. Extrapunkte bekommt es aber für seine ausführliche Zutatenliste mit allen Malz- und Hopfensorten – sowas sieht man leider immernoch sehr selten.

Alles in allem geht das Bier in Ordnung, auch wenn es nicht mein Liebling wird – das geht wirklich noch besser. Für das BRLO Pale Ale gibts drei Sterne.

Wollt ihr das Bier selbst probieren? Hier könnt ihr es bestellen.

IBU: 40

Alkoholgehalt: 6%

(3/5)



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Kreativbrauerei Kehrwieder SHIPA Azacca

kreativbrauerei_kehrwieder_shipa_azaccaGeht es nur mir so oder findet ihr nicht auch, dass das Team bei Kehrwieder die Schlagzahl bei ihren Single Hop IPAs erhöht? Kaum hat man das eine getrunken, steht das Azacca vor der Tür…und es gibt schon Fotos vom Nachfolger. Nunja, konzentrieren wir uns also auf das derzeitige SHIPA welches mit der noch recht unbekannten Hopfensorte “Azacca” gebraut wurde – es handelt es um eine Kreuzung bei der u.a. der “Nordbrauer” und “Toyomidori” sowie weitere, unbenannte Hopfensorten als Grosseltern bzw. Eltern genutzt wurden. Ich bin gespannt…

In der Nase des, wie üblich bernsteinfarbenen, Bieres tummeln sich exotische Fruchtaromen, etwas Mango, Papaya und Bitterorangenschalen sind erkennbar – hat was von Fruchtgummis.

Oha, mir scheint als würde die Herbe bei diesem SHIPA weitaus stärker hervortreten als bei seinen Vorgängern. Die angesprochenen Fruchtaromen finden sich zum Teil auch im Geschmack wieder, obgleich diese hier weitaus weniger intensiv ausfallen als erwartet. Das Malz gibt sich gewohnt zurückhaltend, ein wenig Süße und Karamell kommen im Trinkverlauf daher, sind aber nicht aber nicht kriegsentscheidend.

kreativbrauerei_kehrwieder_shipa_azacca_flascheDer Abgang ist ordentlich nachbitternd was mir persönlich gut gefällt, dennoch vermisse ich die tropischen Früchte ein wenig. Gerade die Mango ist zwar weiterhin leicht schmeckbar, ich hätte aber da viel lieber ein richtiges Hopfenbrett gehabt welches zu der Herbe gut gepasst hätte. So gibt sich der Hopfen mehr von seiner würzig-kräuterigen Note was jetzt nicht so recht zu eigentlich fruchtigen Setup passen mag. Ansonsten ist handwerklich – wie immer – alles wunderbar, da muss ich auch nichts mehr zu schreiben (könnt ihr hier alles nachlesen).

Ich hätte mir im Geschmack mehr Aromatik erhofft, so ist es für mich das bisher schwächste der Serie. Manche Kollegen mögen das anders sehen, dies ist jedoch Geschmackssache. Von mir gibts drei Sterne.

Wollt ihr euch eure eigene Meinung bilden? Hier könnt ihr das SHIPA Azacca bestellen.

IBU: 65

Stammwürze: 16,8%

Alkoholgehalt: 7,5%

(3/5)



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Held-Bräu Hell

held_braeu_hellAuf in die fränkische Schweiz, genauer gesagt ins oberfränkische Ahorntal in der Nähe von Bayreuth. Dort residiert der Held-Bräu, eine typische fränkische Brauerei im Familienbesitz mit angeschlossener Gaststube. Im Test habe ich heute für euch das helle Lagerbier der Brauerei und freue mich, damit endlich mal wieder was aus Franken im Blog zu haben. Auf geht’s!

Goldgelb leuchtet das fränkische Gebräu aus dem Seidla, oben auf stabiler und feinporiger Schaum. Es duftet kernig-malzig und bringt einen ganz leichten Hauch Hopfen mit.

Der Antrunk wirkt gar nicht so frisch wie es der Duft einem glauben machen will. Recht getreidig, ansonsten geschmacklich aber eher unauffällig kommt das Malz rüber, auch Süße ist kaum vorhanden. Dennoch, der Körper wirkt nicht leer oder das Bier charakterlos, es hat eine gewisse Vollmundigkeit die auch im Abgang beim Einsetzen der dezenten Herbe nicht verloren geht.

held_braeu_hell_flascheMit jedem Schluck wird das Bier süffiger. Es liegt sehr weich und rund im Mund, etwas Hopfenwürze ist dabei wie auch eine angenehme Karbonisierung. Hatte ich anfangs noch Bedenken, es könnt im Verlauf etwas langweilig oder zu einfach werden, haben sich diese Gedanken mittlerweile zerstreut. Es behält seinen leicht kernigen, zeitweise sogar minimalst nach Bierwürze schmeckenden Körper und lässt sich einfach gut trinken.

Gut, dieses helle Bier ist nun nicht der Gipfel dessen was geschmacklich möglich ist, dennoch solide und süffig. Daher gehen gute drei (fast vier) Sterne an den Held-Bräu.

Alkoholgehalt: 4,9%

(3/5)



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Maximus Stout 8

maximus_stout_8Einige Wochen, nachdem ich mein erster Bier der Maximus Brouwerij aus dem niederländischen Utrecht rezensiert hatte, stand ein Paket mit weiteren Bieren der Brauerei auf der Matte – Danke dafür! Ausgesucht habe ich mir heute das Stout 8 der 2011 gegründeten Brauerei – bin schon sehr gespannt auf das, was gerade seinen Weg ins Glas findet.

In der Nase des schwarz-braunen Bieres liegen – stilgerecht – größtenteils röstige Aromen, etwas Schokolade, Vanille und Kaffee seien hier genannt. Auch der Schaum ist mit seiner cremigen Textur und der bräunlichen Farbe schön anzusehen.

Der erste Schluck fällt sehr “stoutig” aus (schönes Wort, nicht wahr?). Er wirkt recht trocken und kommt mit einer ordentlichen Ladung Röstaromen daher, brotig-karamellig und mit einer ordentlichen Portion Kaffee läuft das ansonsten recht schlank wirkende Bier über die Geschmacksnerven. Im Abgang trockener mit etwas mehr Schokoladenaroma sowie einem Hauch Vanille – dennoch mild, nicht süß und nicht überladen. Gefällt mir!

maximus_stout_8_flascheIm Verlauf wirkt das Malz ein wenig nussig und weiterhin charaktervoll, obwohl das Bier durch seinen trockenen Körper – ohne eine wirklich intensive Herbe – durchaus an ein Dry Stout erinnert. Einzig die Kohlensäure trübt die Trinkfreude ein wenig, lässt man das Bier ein wenig stehen kann man sich des Problems auch entledigen.

Ein sehr schönes, geschmacksvolles Stout dem man seinen Alkoholgehalt nur bedingt anmerkt. Geht zwar noch besser, aber nicht viel – daher heute vier Sterne dafür. Prost!

Alkoholgehalt: 8%

(4/5)



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CraftCountry Smasher

craftcountry_smasher_amber_aleDass der Craftbeer-Boom vor Österreich nicht halt macht, wissen aufmerksame Leser meines Blogs schon lange. So kommen Bierfreunde nun mittlerweile auch im tiroler Hall auf ihre Kosten – zumindest, wenn sie bei der CraftCountry Brewery vorbeischauen. Im Test habe ich heute das Smasher der noch jungen Brauerei, ein Amber Ale welches sich anschickt, meinen “Durst zu erschlagen”. Na da bin ich jetzt gespannt…

Also vom Aussehen her, macht das Smasher seinem Stil alle Ehre. Bernsteinfarben bis rötlich leuchtet das Bier unter seiner leicht gelblich-weißen, cremigen Schaumkrone. In der Nase finden sich etwas Honig, Trauben sowie ein Hauch von Zitrusfrüchten.

Im Antrunk findet sich recht schnell eine merkliche Herbe wieder, ebenso fruchtig-blumige Hopfennoten die von Orangenzesten über Trauben bis hin zu Kiefer gehen. Einher geht der Geschmack mit einem eher zurückhaltenden Malzbett und einer etwas zu starken Karbonisierung. Im Verlauf gibt sich der Malzkörper sehr mild und weiterhin unauffällig, es vermag dem trockenen Charakter dieses Ales zeitweise kaum Paroli zu bieten. Dies merkt man vor allem im Abgang, wo die Herbe und der weissweinartige Charakter noch stärker zur Geltung kommen.

craftcountry_smasher_amber_ale_flascheIn meinen Augen wirkt das Smasher weitaus höher vergoren als es die nackten Zahlen auf dem Etikett glauben machen möchten. Hat man sich der Kohlensäure ein wenig entledigt, klappt es auch mit der Süffigkeit besser – auch wenn es doch wirklich ein wenig unter seiner Trockenheit leidet. Zudem geht dem Hopfen im Verlauf ein wenig die Puste aus um mit seiner anfangs recht exotischen Fruchtkomposition den notwendigen Gegenpart zu bilden.

Das mag jetzt alles vielleicht sehr negativ klingen, ist es aber nicht. Beim Smasher der Tiroler Brauer handelt es sich um ein charaktervolles Bier mit Höhen und Tiefen – das sind bei mir gute drei Sterne!

IBU: 42

Stammwürze: 14%

Alkoholgehalt: 5%

(3/5)



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Eisenharzer Brauhaus Hoppy Dream IPA “Hull Melon”

eisenharzer_brauhaus_hoppy_dream_ipa_hull_melonVor einigen Tagen ist bei mir ein Paket vom Eisenharzer Brauhaus aus Argenbühl im Allgäu reingeschneit. Von den Schwaben habe ich ja bereits einige Biere getestet und freue mich daher auf den Inhalt, auch wenn ich vermutlich nicht jedes der zwölf Biere rezensieren werde. Eines der ausgesuchten Biere ist die Single Hop Edition “Hull Melon” vom Hoppy Dream IPA – gewählt habe ich es aufgrund der Tatsache, dass ich die namensgebende Hopfensorte aufgrund ihrer Aromatik schätze und daher sehr neugierig auf das Bier bin. Gehen wir es an.

Ohh, genau das was ich mich erhofft habe. Aus dem Glas strömt ein intensiv-hopfiger geruch nach Erdbeeren und Aprikosen – geil! Auch in der Optik macht das bernsteinfarbene, beinahe klare Bier mit seiner weißen, feinporigen Schaumkrone was her.

Im Mund wirkt das Gebräu sehr weich und hat einen feinen, nicht stark süßenden Malzkörper der eine feine Karamelligkeit mitbringt. Über all dem dem schwebt der durchaus starke Geschmack von Erdbeeren sowie ein Hauch von Honigmelone, Kirschen sowie Weintrauben – der Hull Melon ist ein wahnsinnig interessanter Hopfen! Dazu gesellt sich eine durchaus markante Herbe, die das Gebräu angenehm abrundet und im Abgang etwas schlanker wirken lässt.

eisenharzer_brauhaus_hoppy_dream_ipa_hull_melon_flascheIch bin echt überrascht, habe ich ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass man es schafft die Aromatik so gut heraus zu arbeiten. Es wirkt sehr fruchtig, ohne dass es dabei zu stark in die bekannte Zitrusecke geht. Andererseits steht das Bier aber (weder durch zu viel Süße oder Bittere) nicht an, könnte in meinen Augen sogar noch mehr Herbe vertragen. Die Kohlensäure geht in Ordnung, wirkt vielleicht etwas zu hoch dosiert.

Eine sehr feine Sache, dieses IPA. Wäre das Bier noch etwas herber und insgesamt trockener, viele bekannte IPAs müssten sich warm anziehen. Aber auch so langt es hier für sehr gute vier Sterne und einen Eintrag in die Bestenliste. Cheers!

IBU: 50

Stammwürze: 14,9%

Alkoholgehalt: 6,1%

(4/5)



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Wasserburger Hefe-Weißbier

wasserburger_hefe_weissbierAus dem niederbayerischen Dingolfing kommen nicht nur Autos einer bekannten, bayerischen Marke sondern – unter anderem – auch die Biere der Brauerei Wasserburger. Vorstellen möchte ich euch heute deren ganz klassisches, helles Weißbier welches mich gestern auf postalischen Wege direkt von der Brauerei erreicht hat – Merci!

Ein Weizen wie aus dem Bilderbuch: Stabiler, feinporiger und strahlend weißer Schaum auf bernstein- bis orangefarbenen, trüben Bier. In der Nase geht es etwas getreidig zu, Banane und ein Hauch Nelke sind riechbar.

Dass es sich beim Wasserburger Weißbier um ein Vertreter der etwas spritzigeren Fraktion handelt, wird gleich beim ersten Schluck klar. Ein wenig brotiges Malz mit durchaus spürbaren Weizeneinschlag läuft über die Zunge, ein wenig estrigre Fruchtaromen kommen dazu von denen Banane und Aprikose am ehesten zu nennen sind – sehr intensiv fallen sie allerdings nicht aus. Auch sonst macht sich die Hefe im Geschmack des nur wenig süßen Weizens bemerkbar, gerade zum Abgang hin ist sie deutlich schmeckbar und wird lediglich von einem ganz milden Hopfenaromen begleitet.

wasserburger_hefe_weissbier_flascheDass es an Kohlensäure nicht mangelt, habe ich ja bereits angemerkt – mir persönlich ist es etwas zu spritzig, gerade weil der geschmackliche Gegenpol etwas fehlt. Angesichts der durchaus hohen Temperaturen heute kommt das aber ganz rüber, das Bier wirkt süffig und erfrischend ohne dabei zu dick aufzutragen – ein schönes Sommerweizen.

Auf der geschmacklichen Seite hätte man ruhig noch eine Schippe drauf legen können, etwas zu viel CO2 ist es für mich auch. Das gibt heute drei gute Sterne mit Tendenz nach oben.

Alkoholgehalt: 5,1%

(3/5)