Malzbier. Das war der Erste Gedanke der mir nach dem Öffnen der Flasche des Animators von Hacker Pschorr kam. Würde man es nicht besser wissen so könnte man vermuten, dass man gleich einen halben Liter süßes, alkoholfreies Gesüff in sich schüttet. Doch weit gefehlt – der Animator spielt in einer ganz anderen Liga.
Dies wird einem beim Probieren bewusst. Der Bock schlägt hier mit aller Härte zu und rollt wie eine Dampfwalze über die Zunge. Dabei wird er von seiner zu reichhaltigen Kohlensäure begleitet, die einem den Genuß des Bieres gleich mal stark erschwert. Die Optik ist recht ansprechend – es glänzt rötlich-braun und wird von einer Schaumhaube mit sehr kurzer Halbwertszeit bedeckt.
Der Bock ist recht süß und ziemlich schwer, Spaß sieht anders aus. Es ist eher ein Boxkampf: Mann gegen Bock. Nur leider teilt der Animator einen Tiefschlag nach dem anderen aus gegen die man sich nur schwer wehren kann. Der Hopfen ist irgendwo im Hintergrund verschwunden, verdeckt von dem übermächtig süßen Malz der etwas säuerlich im Abgang schmeckt. Dieser Bock ist defintiv nichts für jedermann. Jede Runde im Kampf wird anstrengender, jeder Schluck eine Herausforderung – die Lippen kleben bereits von der extremen Süße. Aber ich werde mich bis zum bitteren Ende (leider nicht – es bleibt bei der Malzinvasion) durchkämpfen.
Ich könnte mich irren aber ich habe das Gefühl, als wäre der Animator früher nicht so extrem gewesen. Die Schwere, die Kohlensäure und auch die mangelnde Vielfalt im Geschmack sind drei Punkte, die mich hier keine gute Note vergeben lassen können. Es ist jetzt sicherlich kein abgrundtief schlechtes Bier doch ich komm damit nicht klar. Da bleib ich doch lieber beim Andechser Doppelbock dunkel.
Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot
Alkoholgehalt: 8,1% vol
Stammwürze: 19,3%