Wernesgrüner Pils

Nach den regionalen Spezialitäten der letzten Zeit habe ich heute mal wieder ein bekannteres Bier am Start. Es handelt sich dabei um die „Pils Legende“ von Wernesgrüner welches ich in meinem Test der deutschen Großbrauereien leider vernachlässigt habe. Für alle, die dem selben Irrglauben wie ich verfallen sind und glauben, das Wernesgrüner komme aus irgendeiner deichnahen Region Deutschlands, möchte ich nun noch klarstellen, dass dieses Bier aus dem schönen Vogtland in Sachen kommt und der Bitburger Gruppe angehört.

Je nach Lichteinfall reflektiert dieses Pils mehr hellbgelbe oder mehr orange Farbtöne, ist also irgendwo dazwischen anzusiedeln. Der Schaum ist, wie bei den meisten Bieren dieses Brauart, sehr sahnig und feinporig aber nicht überragend standfest. Im Gerucht fliegt schon eine gewisse Herbe mit welche von einem leichten Malzbieraroma begleitet wird und einen ganz guten Eindruck bei mir hinterlässt.

Im Gegensatz zu meinen Erwartungen ist dieses Bier ungewohnt mild. Erst im Abgang kommt der Hopfen stärker zur Geltung, bleibt aber auch nicht wie die Klebereste eines Tesa-Films am Gaumen hängen. Eine gewisse Tiefe will ich dem Wernesgrüner nicht absprechen jedoch kann man schon anfangs erkennen, dass man nicht nach einem allzu ausgeprägten Charakter suchen braucht. Malzige Nuancen sind durchaus vorhanden, der Geschmack und auch die Farbe des Bieres verraten aber, dass man hier auch nicht sehr experimentierfreudig war. Eine leichte säuerliche Note sorgt hier immerhin für eine gewisse Frische weshalb ich mir durchaus vorstellen kann, dass man bei sonnigem Wetter im Biergarten vielleicht mehr davon hätte als an einem verschneiten Abend vor dem Computer.

Oralflatulenzen hat man nur bei zu schnellem Genuß zu berfürchten – hier haben die Braumeister eine ganz gute Mischung zwischen Spritzigkeit Trinkbarkeit gefunden. Auch die Malzsüße kommt mit der Zeit etwas besser rüber und macht dieses Bier zu einem brauchbaren Begleiter von dem ich sage: „War nett mit dir aber ich rufe dich nicht an“. Will sagen, man kann das Wernesgrüner durchaus trinken, vom Hocker hat es mich aber nicht gerissen. Daher gibts von mir gerade noch drei Sterne für dieses Pils.

Achja, bevor es noch zu Unkenrufen kommt: Ich habs immernoch nicht geschafft, mir ein einfaches Pilsglas zu besorgen. Interessierten kann ich aber zumindest das Werngesgrüner Bierglas im Bierglasblog präsentieren.

Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot.

Stammwürze: 11,3%

Alkoholgehalt: 4,9%

(3/5)







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