Köstritzer Pale Ale

koestritzer_pale_aleNicht schlecht geschaut habe ich, als mir letztens das neue Pale Ale von Köstritzer ins Haus geflattert ist. Jetzt sagt ihr zu Recht: Köstritzer ist doch eine (gut bekannte) Schwarzbierbrauerei – wieso dann ein Pale Ale? Augenscheinlich plant die zum Bitburger Konzern gehörende Brauerei aus dem thüringischen Bad Köstritz mit der Marke „Meisterwerke“ eine Serie an besonderen respektive „anderen“ Bieren und das Pale Ale macht dabei den Anfang. Bin mal gespannt, ob die das auch wirklich können – auf gehts zum Test.

Im Glas ist auf jeden Fall schonmal gut was los, bernsteinfarben ergießt sich das leicht opale Bier ins Glas und bildet dabei eine weißlich-beige, sahnige und äußerst stabile Schaumhaube aus. Dabei emittiert das mit fünf Hopfensorten aromatisierte Bier einen Geruch nach Trauben, Limette sowie etwas Orange – riecht sich gut, aber nicht sehr intensiv.

Sehr feinmalzig zeigt sich der Antrunk des unerwartet stark gebitterten Bieres, ein nicht zu süßes und leicht wirkendes Malz mit einem Hauch Karamell dient als unaufdringlicher Transporteur der Hopfenaromen. Diese fallen zwar nicht so intensiv aus wie man es vielleicht erwartet hätte, sind die fünf Sorten (Citra, Delta, Hallertau Blanc, Galaxy, Calypso) jedoch stark genug um interessante Akzente zu setzen. Vor allem die Mischung aus einem sanften Weintraubengeschmack zusammen mit einem Hauch Exotik (eine Mischung aus Maracuja und Orangen) finde ich richtig lecker.

Absolut überrascht bin ich von der Herbe. Diese ist durchaus als intensiv zu bezeichnen und hält auch recht lang nach dem Genuß an – wirkt dabei aber sehr angenehm. Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Bieren dieser Stilrichtung ist vor allem die Malzsüße sehr moderat ausgefallen und daher kaum wahrnehmbar – erinnert stark an seine britischen/US-Pendants. Auch aus handwerklicher Sicht hat man eigentlich alles richtig gemacht – sehr weiches Wasser und perfekt abgestimmte Kohlensäure unterstützen die Süffigkeit des Gebräus und so hat man mit der Halbliterflasche kein großes Problem.

koestritzer_pale_ale_flascheIch bin baff, habe ich doch mit so einigem gerechnet, jedoch nicht mit einem so guten Bier. Gut, Kritik gibts natürlich auch: Die Hopfenaromatik hätte meiner Ansicht nach noch stärker herausgearbeitet können und die Herbe ist vielleicht sogar etwas zu übertrieben. Alles in allem ist das Bier aber stimmig und vor allem lecker – daher gibts für das Köstritzer Pale Ale vier Sterne.

Falls ihr das Kösrtitzer Pale Ale kaufen wollt, so seid ihr hier richtig.

Alkoholgehalt: 6,4%

(4/5)







9 Gedanken zu „Köstritzer Pale Ale“

  1. Unter den Pingbacks ist ein Artikel, wonach es sich beim Köstritzer Pale Ale um einen „Aprilscherz“ handelt.

    Also bringt Köstritzer jetzt doch kein Pale Ale raus und hat uns an der Nase rumgeführt?

    Oder bringen sie eins raus, nur kommt es von Heidenpeters und wurde nur in eine Köstritzer Flasche gefüllt?

    Bitte erklärt einem humorlosen Biertrinker wie mir, was jetzt Sache ist. Danke!

  2. Danke für die Aufklärung. Jetzt verstehe ich. Bin gespannt ob „neubierig.de“ keinen Ärger bekommt wegen dieses „Aprilscherzes“.

    Eine andere Diskussionsfrage: Wie ist es aus deiner Sicht einzuschätzen, wenn die großen Brauereien jetzt vermehrt damit beginnen, Trendsorten wie „Pale Ale“ oder „Beglisches Witbier“ zu brauen?

    Und: Wie wird sich das deiner Meinung nach auf die kleinen handwerklichen Brauereien, wie bespielsweise Heidenpeters, auswirken?

  3. Servus

    Also ich denke, dass es eine positive Entwicklung ist wenn die großen, etablierten Biermarken allmählich andere, speziellere Sorten auf den Markt bringen. Einerseits kann dies der Biervielfalt nur gut tun und außerdem lernt der Kunde so viel schneller für ihn neue/unbekannte Stile kennen.

    Ich denke auf die kleinen Brauer wird das keine negative Auswirkungen haben. Sie werden weiterhin abseits des Massengeschmacks brauen und können es als Vorteil werten, wenn die Masse durch z.B. ein Köstritzer Pale Ale angefixt wird…die probieren dann auch mal was anderes aus wodurch gerade die kleinen profitieren werden.

    Gruß

  4. Bin gespannt! Eben einen Pack (2 x Pale Ale, 2 x Witbier) erstanden und freue mich aufs Ankosten. Klingen tut’s jedenfalls sehr gut.
    Ah, btw. das „leicht opale Bier“ soll sicher das „leicht opake Bier“ sein? 😉

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