Archiv für Kategorie Allgemeines
Tag des deutschen Bieres – Schätz Gewinnspiel
Verfasst von Daniel unter Allgemeines am 13. April 2013
Update: Das Gewinnspiel ist vorbei – der korrekte Betrag war: 252,04 Euro. Der Gewinner lag nur 2,04 Euro daneben und wurde benachrichtigt.
Am 23.4. ist wieder Tag des deutschen Bieres und damit ihr diesen Tag auch richtig begehen könnt, gibt es ein Dreierpack mit den neuen Sorten der Camba Bavaria zu gewinnen. Dabei sind:
- Camba Brown Ale – HopBack
- Camba Coffee Porter
- Camba Milk Stout
Alles was ihr dazu machen müsst, ist den Einkaufswert des Bieres auf dem Foto zu schätzen und euren Tipp per eMail bis zum 21.4.2013 18Uhr unter Angabe eurer vollen Adresse an schaetzung@usox.org zu schicken. Wer den Preis am nähesten kommt (oder sogar trifft), gewinnt und wird per eMail benachrichtigt. Sollte der richtige Preis mehrfach genannt werden, entscheidet das Los.
Und ein paar Tipps gibts auch noch: Das Fass und der Kasten im Hintergrund zählen nicht dazu und mit dem Einkaufswert ist natürlich das Bier inklusive Pfand gemeint. Viel Glück!
Neue Hopfensorten 2013 – Von Hallertau Chocoffee und Nikotina
Verfasst von Daniel unter Allgemeines am 1. April 2013
Polaris, Mandarina Bavaria, Hallertau Blanc und Huell Melon – so heißen die neuen Aromahopfen die seit 2012 auf dem Markt sind und sich bei Brauern auf der ganzen Welt großer Beliebtheit erfreuen.
“Man habe…”, so Karl Ranseier – Sprecher des Verbands Süddeutscher Hopfenbauern VSH – “…viel Zeit und Geld in die Züchtung der neuen Sorten investiert und ist stolz darauf, dass diese vor allem bei den experimentierfreudigen Brauern so gut ankommen.” Nicht zuletzt auf der Braukunst-Live 2013 waren zumindest einige der Sorten in den Bieren der Aussteller zu finden was die Worte des Verbandssprechers unterstreicht.
Einen Wermutstropfen muss Herr Ranseier aber leider eingestehen: Auch wenn die neuen Sorten gut ankommen so gibt es doch enorme Vorbehalte bei den deutschen Konsumenten. Dies ist gerade für die handwerklichen Brauer nun nichts Neues, schließlich haben sie es in Deutschland schon mit ihren etablierten Bieren nicht leicht gegen die Übermacht der Großkonzerne anzukommen.
“Jedoch…”, so der Sprecher weiter, “…haben wir dahingehend noch ein Ass im Ärmel. Wir werden in diesem Jahr zwei neue Sorten erstmal auf größeren Flächen in der Hallertau anbauen – den Hallertau Chocoffee und Nikotina. Hierbei handelt es sich um zwei Aromasorten mit einem Alphasäuregehalt von 5,3% bzw. 7,1%. Der Chocoffee hat, wie der Name es schon sagt, ein Aroma von dunkler Schokolade, Röstkaffee und Lakritze während der Nikotina – und hierauf sind wir besonders stolz – ein rauchiges, tabakartiges Vanillearoma besitzt wie man es schon von den E-Zigaretten her kennt. Wir sind der Überzeugung, dass diese neuen Züchtungen den Geschmack des deutschen Bierkonsumenten weitaus besser treffen als alle bisherigen Aromasorten und wir sind überzeugt, dass sie dem handwerklichen Bier in Deutschland endlich den Stellenwert zukommen lassen können den es verdient.”
Laut dem VHS gibt es aus dem Raum Bamberg bereits Vorbestellungen für den Nikotina und auch ein großer schweizer Schokoladenhersteller hat bereits Interesse am Hallertau Chocoffee gezeigt. Man darf also gespannt sein ob die neuen Sorten bei den Kleinbrauern ebenso akzeptiert und damit viele neue und spannende Biere kreiert werden – spätestens auf der Braukunst-Live 2014 werden wir es sehen. Und auch darüber hinaus sieht man sich laut Herrn Ranseier gerüstet: “Wir arbeiten seit längerem mit einem bekannten deutschen Kartoffelchips-Hersteller zusammen der derzeit in Deutschland mit seinem Produkt mit Currywurst-Geschmack große Erfolge feiert – vielleicht gelingt uns das auch beim Hopfen!” Ich bedanke mich bei Herrn Ranseier für dieses Interview – leider ist dieser wenige Tage nach diesem Interview verstorben.
[Update]Wie die meisten von euch hoffentlich gemerkt haben, handelte es sich hierbei um einen Aprilscherz
[/Update]
Braukunst-Live 2013 – Rückblick
Verfasst von Daniel unter Allgemeines am 10. März 2013
So lang es dauerte bis es endlich los ging, so schnell war es auch vorbei. Die Braukunst-Live 2013 hat auch in diesem Jahr Brauer, Bierfreunde, Hopfenspezialisten und vor allem Neugierige in einer wunderbaren Atmosphäre vereint um sich zusammen durch einen beinahe unüberschaubaren Fundus an Bieren zu kämpfen. Dass man dabei, vor allem wenn man nur einen Tag vor Ort sein kann, natürlich nicht alles probieren kann muss ich wohl nicht extra erwähnen. Ich halte mich daher bei meinem kleinen Rückblick nur an die 23 Biere, die ich geschafft habe.
Kommen wir gleich zu Beginn zu meinen zwei Bieren der Messe. Ich habe mich größtenteils an Pale Ales, IPAs und Stouts gehalten um zumindest in diesem Bereich einen kleinen Überblick zu kriegen. Unter all diesen Bieren ist mir in erster Linie das Hopfenstopfer Comet IPA aufgefallen welches sich mit seinem leicht beerigen und blumig-würzigen Aroma durchaus stark von anderen IPAs abgehoben hat und für mich mein persönliches “Bier der Messe” ist.
Ähnlich abgehoben, jedoch in eine andere Richtung, hat sich der Imperial Stout vom Brauhaus Riegele der einen leichten Touch von roten Trauben und Pflaume hatte und fast in Richtung eines starken Rotweins ging. Auch der neue Stout der Crew AleWerkstatt hat mir mit seinen starken Schokoladenaromen zusagt, muss sich hier aber dem Riegele unterordnen.
Auf den Plätzen tummeln sich dann noch einige weitere Biere die ich teilweise als erfrischend anders oder einfach für ihren Stil als unglaublich gelungen empfand. Zu der ersteren Kategorie zähle ich definitiv das, extra für die Braukunst-Live gebraute Lammsbräu 1628 Abtei mit Trappistenhefe aus einer befreundeten Klosterbrauerei aus Belgien. Auch das Brutal IPA und das Dead Guy IPA von Rogue Ales sowie das Imperial IPA von Fritzale hielt ich für herausragend.
Zu der zweiten Kategorie zähle ich auf jeden Fall den Weizenbock Dunkel der Brauerei Gutmann, welcher ebenso speziell für die Braukunst eingebraut wurde. Außerdem darf hier auch das unfiltrierte Pilsner Urquell nicht fehlen, welches in dieser Form noch vollmundiger rüberkam und eine stärkere Bittere aufwies. In Verbindung mit dem am Stand ausgestellten Käse hat mir auch das TAP-X Meine Sommer Weisse vom Schneider Weisse durchaus geschmeckt.
Wie so oft gibt es aber natürlich auch etwas zu bemängeln wobei das weniger ein Problem des Festivals ist sondern mehr an den Brauern liegt. Leider, und ich weiss, dass ich damit ein sehr heikles Thema anspreche, macht sich in der Welt der Pale Ales/IPAs ein leichter Einheitsgeschmack breit. Dieser ist auf den starken Einsatz des Cascade-Hopfens zurückzuführen welcher, bedingt durch sein Geschmacksprofil, in vielen Ales zu finden war. Ich hätte mir einfach etwas mehr Abwechslung und Mut gewünscht – auch deshalb empfand ich das Comet IPA als erfrischend anders.
Aber gut, das sind wirklich “firstworldproblems”. Insgesamt blicke ich auf eine anregende, interessante und vor allem leckere Messe und viele Gespräche zurück. Ebenfalls positiv zu werten sind die Ideen der Aussteller, die jetzt mit speziellen Biere aufwarten konnten – hier die Brauerei Ayinger genannt die auf ihrem Stand den hauseigenen Celebrator Doppelbock gestachelt haben.
Die Braukunst-Live hat sich in ihrem zweiten Jahr etabliert und ist die Bier-Messe in Deutschland (und hat eine wirklich tolle und zum Anspruch passende Location). Ich hoffe, dass das so bleibt und man weiter den eingeschlagenen Kurs hält.
Man sieht sich auf jeden Fall im nächstes Jahr zur Braukunst-Live 2014!
Braukunst-Live 2013
Verfasst von Daniel unter Allgemeines am 26. Februar 2013
Nachdem die Braukunst-Live im letzten Jahr mit vollen Erfolg durchgestartet ist, findet vom 8.-10. März 2013 die zweite Ausgabe des Münchner Festivals statt. Dabei ist vor allem die Liste der teilnehmenden Brauereien weiter angewachsen. Dort finden sich, neben Größen wie der Camba Bavaria, Schneider Weisse oder Pilsner Urquell beispielsweise auch Brewdog aus Schottland, Sierra Nevada aus den USA sowie Kleinode wie das Ale-Project, Pax Bräu, Ratsherrn, Hopfenstopfer und noch viele andere.
Wie schon im letzten Jahr findet das Festival wieder im MVG-Museum in der Ständlerstraße statt. Der Preis für das Tagesticket ist ebenfalls gleich geblieben und liegt bei 20 Euro wobei auch wieder das Verkostungsglas und vier Biermarken enthalten sind. Zwei- respektive Drei-Tages-Tickets sind 35 bzw. 45 Euro zu haben.
Wer also über den bierigen Tellerrand schauen möchte und/oder neugierig ist, dem sei ein Besuch bei der Braukunst-Live definitiv Nahe gelegt. Wer weiß – vielleicht sieht man sich ja!
Weihnachts-Bierwichteln 2012 – Anmeldung online!
Verfasst von Daniel unter Allgemeines am 1. November 2012
Das Oster-Bierwichteln ist kaum rum und schon ist wieder fast Weihnachten. Ab sofort könnt ihr euch für das Weihnachts-Bierwichteln 2012 anmelden. Ihr habt dabei diesmal etwas länger Zeit – bis zum 7.12.2012 um 23:59 ist die Anmeldung dieses Mal möglich.
Die Anmeldung, alle Details und Informationen zum Ablauf findet ihr auf der Bierwichteln-Seiten.
Frohes Wichteln!
Das 1×1 des Heimbrauens – Was man so braucht
Verfasst von Daniel unter Heimbrauen am 17. Oktober 2012
Auch wenn es im Internet genug Möglichkeiten gibt, an gute Informationen zum Heimbrauen zu kommen, möchte ich euch in dieser kleinen Serie mal erklären, was man alles so braucht, wie es geht und was ihr beachten müßt. Ich richte mich damit explizit an Anfänger die zum ersten Mal in die Welt des Bierbrauens schnuppern wollen. Solltet ihr Ideen, Anregungen oder Fragen dazu haben, einfach schnell einen Kommentar schreiben.
Fangen wir heute also mal mit dem Wichtigsten an: Was man so braucht.
Bevor man mit dem Brauen loslegen kann sollte man sich mal kurz den rechtlichen Aspekt das Heimbrauens ansehen. Hier gibt es im Grunde nicht viel zu beachten solang man unter 200 Liter Ausstoß im Jahr bleibt. Das Brauen an sich muss zwar beim Zoll angemeldet werden, jedoch erst ab der genannten Grenze wird man damit steuerpflichtig. Der Satz der Biersteuer dafür liegt (2009) bei 0,787 € pro 1 Hektoliter und je Grad Plato der Stammwürze.
Da dies jetzt erstmal geklärt ist, gehts ans Wesentliche: Dem Brauzubehör. Wer zum ersten Mal in der heimischen Küche, die ist dafür mehr als ausreichend groß, eine kleine Menge (sagen wir mal 6 Liter) brauen möchte, der benötigt, nebst Küchenutensilien, lediglich ein paar weitere Gerätschaften. Fangen wir mal mit den Dingen an, die normalerweise jeder in seiner Küche/Wohnung hat:
- Ein Herd (am besten E-Herd – der is recht einfach zu regulieren)
- Zwei größere Kochtöpfe mit Deckel
- Ein Nudelsieb
- Eine Schaumkelle
- Einen Holzlöffel oder etwas in der Art zum umrühren
- Zwei Eimer
Dazu kommen ein paar, teilweise besondere, Utensilien die unerlässlich sind:
- Ein digitales Thermometer mit externem Temperaturfühler zum Überwachen der Temperatur
- Eine Bierspindel + Zylinder zum messen der Stammwürze
- Ein Trubfiltergewebe
- Flaschen mit Bügelverschluß (entweder von getrunkenem Bier oder extra kaufen)
Damit ist die Grundausstattung schonmal geklärt. Generell muss man zum Start mit Investitionen von ca 50-70 Euro rechnen die sich nur auf die “Hardware” beschränken wobei man unter Umständen dann gleich zu einem “Starterset” greifen kann. Beziehen kann man die Gerätschaften einfach im Internet z.B. bei braupartner.de. Dort bekommt ihr auch die Zutaten für euer Bier – also Malz (sogar schon vorgeschrotet), Hopfen (als Pellets) und Hefe (Flüssig oder Trocken). Aber auf das eigentlich elementare bin ich noch nicht eingegangen: Das Rezept.
Auch hier kann einem das Internet durchaus behilflich sein, finden sich dort einige Seiten und auch Foren, in denen sich fleißige Hobbybrauer austauschen und auch ihre Rezepte veröffentlichen. Aber gerade Anfängern empfehle ich gerne etwas Literatur um sich vor allem erstmal über das Bier und die nötige Theorie zu informieren. Hier sollte das Buch Bier selbst gebraut von Klaus Kling auf keinen Fall fehlen, welches – so ganz nebenbei – noch einige Rezepte beinhaltet mit denen ihr loslegen könnt. Alternativ habe ich hier auch noch ein Weißbier-Rezept für euch.
Im nächsten Teil gehts dann ans Eingemachte und ich gebe euch die Antwort auf die Frage: Was ist beim brauen noch viel wichtiger als Zutaten, Hardware und Lektüre?
Update: Hinweis zur Zollanmeldung korrigiert.
Rückblick: Camba Bavaria Bierfestival
Verfasst von Daniel unter Allgemeines am 14. Oktober 2012
Es gehört schon viel Mut dazu, mitten in der Chiemgauer Provinz ein Bierfestival zur veranstalten – noch dazu, wenn man dies in einer Weltstadt wie Truchtlaching macht. Aber die Macher der Camba Bavaria sind ja schon dafür bekannt, gerne Neues zu probieren und so überraschte es auch nicht unbedingt, dass man Bierfreunde und -experten zur großen Bierprobe in die Metropole an der Alz einlud. So trafen sich nun also am Samstag, bei teilweise strahlendem Sonnenschein, die neugierigen Bierverliebten auf dem Hof der Camba um dort ca. 50 verschiedene Biere zu probieren – inklusive der neuen holzfassgereiften Spezialbiere.
Von der Organisation her gab es nichts zu bemängeln – die jeweiligen Biere waren gruppiert auf einzelne Stände verteilt, so dass sich der Publikumsstrom etwas verteilte und man auch die Zeit hatte, mit den Camba Leuten ein wenig zu plaudern um ihnen ein paar Details zu den Spezialbieren zu entlocken. Nebst den Bierständen gab es für das leibliche Wohl noch einen Grillstand sowie einen Verkaufsstand um das soeben probierte auch gleich mitnehmen zu können.
Ich habe mich selbst erstmal ganz profan an den dunklen Weizenbock gewagt den ich, aufgrund seines Saisoncharakters, bisher noch nicht probieren konnte. Danach ging es zur Bude gegenüber um mich langsam an die Holzfassbiere heranzutasten. Besonders gefallen hatte mir das Brown Ale welches man ein halbes Jahr in einem Sherry-Fass lagern ließ wodurch das ansonsten eher milde Bier eine trocken-würzige Sherry-Note aufnehmen konnte. Auch der Imperial Stout aus dem Cognac-Fass war wirklich sehr gut, auch wenn der Cognac im Stout etwas unter ging. Mein Favorit unter den “normalen” Ales war das German IPA welches frsicher wirkte (nich zuletzt durch das intensive Grapefruit-Arome) und etwas milder im Geschmack war als das “normale” IPA der Camba..
Serviert wurden die Spezialitäten jeweils in einem 200 Milliliter fassenden Degustationsglas welches normalerweise immer zur Hälfte hin gefüllt wurde (wobei beim Ale-Stand da nicht gar so genau hingeschaut wurde). Pro Probierportion wurde man eine Biermarke los welche selbst jeweils 1 Euro kostete – das rentierte sich vor allem bei den Spezialbieren da diese preislich durchaus im gehobeneren Segment angesiedelt sind.
In meinen Augen war das Bierfestival ein rundum gelungenes Fest und eine tolle Gelegenheit, sich mal quer durch das Biersortiment zu probieren (auch wenn das wohl niemand geschafft hat). Es hätten in Summe zwar durchaus noch mehr Leute vorbeischauen können, dennoch denke ich, dass man bei der Camba Bavaria zufrieden sein kann. Eines sollten die Macher aber nicht vergessen: Die Messlatte für das nächste Bierfestival ist hoch.
Im Test: Das Braufässchen
Verfasst von Daniel unter Heimbrauen am 25. August 2012
Nachdem ich das Braufässchen ja bereits im Bier-Splitter erwähnt hatte, wurde mir vom Braufässchen-Team angeboten, ich könne mir zum Test mal eins zusammen konfigurieren. Da ich ja gerne selbst Bier braue und von Natur aus neugierig bin, habe ich das Angebot angenommen und mir das Brauset für ein dunkles Bier mit “normaler” Hopfung bestellt. Wenige Tage später brachte der Postbote auch schon mein Paket und ich konnte loslegen. Fangen wir mal an.
Das Brauset
Im Paket befanden sich, neben dem 5-Liter Einwegfass, noch folgende Behältnisse und Zubehör:
- Eine Flasche mit dem dunklen Malzextrakt
- Ein Fläschchen Hopfenextrakt
- Ein kleiner Behälter mit der Trockenhefe
- Ein Druckventil, eine Brauanleitung sowie zwei Bierdeckel
Schritt 1: Das Fass füllen
Ohne große Vorbereitungen kann man auch schon loslegen. Wie einem die bebilderte und durchnummerierte Anleitung verrät muss zuerst der transparente Stopfen vom Fass entfernt werden – dieser sorgte dafür, dass das Fass innen steril blieb. Selbiges wird nun mit dem Malzextrakt befüllt. Dieses quält sich relativ langsam aus der Flasche, landet aber nach etwa 2 Minuten komplett im Fass. Praktischerweise kann man die Flasche nun auch gleich als Hilfsmittel zur Dosierung nutzen was den positiven Nebeneffekt hat, dass man dabei auch die letzten Extraktreste lösen kann.
Nun kommt eine Flasche kochendes Wasser in das Fass welches daraufhin nochmals mit dem transparenten Deckel verschlossen und danach kurz geschüttelt wird. Daraufhin wird das Fass mit fünf weiteren Flaschenladungen Wasser gefüllt – diesmal aber nur kalt. Hat man dies erledigt gibt man erst den Hopfen und danach die Trockenhefe hinzu.
Schritt 2: Versiegeln
Nachdem man mit dem Befüllen fertig ist, wird das Fass mit dem beigelegten Druckventil versiegelt. Dabei ist darauf zu achten, dass man den inneren Teil des Ventils nicht nach unten drückt. Dieses sorgt später beim Anzapfen dafür, dass Luft ins Fass strömen kann wenn man das Bier herauslässt – jetzt jedoch sorgt es dafür, dass das Fass luftdicht verschlossen ist und munter vor sich hin gären kann.
Schritt 3: Warten
Nachdem man für die ersten Schritte lediglich wenige Minuten brauchte, kommt jetzt der größere Zeitbrocken. Fünf Tage muss das Bier nun gären und danach noch zwei Tage gekühlt reifen. Zwischendurch muss das Fass, zur Vitalisierung der Hefe, einmalig für ein paar Sekunden gewendet werden.
Schritt 4: Probieren
Kommen wir zu dem für mich wichtigsten Teil: Das Probieren.
Nachdem man den inneren Teil des Überdruckventils mit einem zischen nach innen gedrückt hat, kann das Faß Luft ziehen und man kann mit dem Zapfen beginnen. Das trübe Bier is relativ hell, sieht fast wie Spezi aus. Der sich bildende Schaum ist bräunlich eingefärbt, ist sehr fein und löst sich leider auch schnell wieder auf. Vom Geruch her ist das Produkt durchaus mit einem dunklen Bier vergleichbar. Röstige, leicht angesäuerte Malzaromen dominieren hier.
Geschmacklist ist das Gebräu jetzt nicht der Hit. Etwas zu sauer (aber nicht umgekippt) und mit süßlich Malznuancen durchzogen die im Abgang etwas mehr rauskommt. Der Hopfen ist geschmacklich so gut wie unauffällig (ich hatte “normale” Hopfung gewählt – “mild” kann ich mir schwer vorstellen) und spielt somit keine Rolle. Kommen wir aber zum größten Kritikpunkt: Die Kohlensäure. Dass das Faß unter Druck steht war beim lösen des Druckventils durchaus zu vernehmen, nach dem Zapfen kommt davon aber nicht viel im Glas an wodurch das Ganze eine relativ lasche Angelegenheit wird und mich nicht überzeugt.
Gut möglich, dass die zusätzlichen Geschmäcker hier für etwas mebr Abwechslung und damit auch zu einem anderen Ergebnis führen.
Man kann nun davon halten was man möchte – gerade im Hinblick auf das nicht eingehaltene Reinheitsgebot – aber ich halte das Braufässchen vor allem für eine kreative Geschenkidee. Die Zubereitung ist wirklich einfach, geht schnell und ist auch für Laien verständlich. Was das regelmäßige Brauen angeht, bleibe ich aber lieber beim alten, zeitaufwändigen Brauprozess.
Sollte einer von euch jetzt auf den Geschmack gekommen sein oder das Braufässchen als Geschenkidee nutzen wollen, so könnt ihr es entweder mittels Konfigurator auf der Braufässchen-Seite oder hier bestellen.
Bier-Splitter: Von Start-Ups, Bier in Möbelhäusern und Managerfeindlichkeit
Die Wochen gehen derzeit schneller rum als ich das gerne hätte weshalb es (schon) wieder Zeit für einen Bier-Splitter ist. In dieser schnelllebigen Zeit schießen auch einige Bier-Start-Ups wie Pilze aus dem Boden und versuchen, mit ihren kreativen und innovativen Ideen in der harten Welt des Biermarkts zu überleben. Genannt werden sollten hier auf jeden Fall mal das Braufässchen, ein System mit dem ihr euer eigenes Bier mit Einschränkungen relativ problemlos daheim brauen könnt. Wie das geht und was ich mit “Einschränkungen” meine könnt ihr alles auf der Braufässchen-Seite nachlesen.
Auch zu erwähnen sei die Braufabrik. Dort hat man zwar keinen direkten Einfluß auf den Biergeschmack – man kann unter verschiedenen Sorten wählen – jedoch kann man das Etikett selbst gestalten und erhält somit “sein eigenes Bier”. Ob jetzt Heimbrausystem oder Etikettendesigner – ich wünsche den beiden auf jeden Fall viel Glück im hart umkämpften Markt.
Eine andere Firma dagegen hat sich seit Jahren etabliert – zumindest im Möbelgeschäft – und bringt jetzt sein eigenes Bier mit dem Namen “Mörk Öl Lager” heraus. Welcher Möbelbauer das ist? Das solltet ihr ja wohl aus den Namen erraten haben – Ikea. Der schwedische Konzern bringt dieses dunkle Bier zunächst in Großbritannien auf den Markt aber es ist denkbar, dass man dies auch bald bei uns “genießen” darf. Der Preis ist mit 1,75 Pfund für 0,33 Liter nicht gerade im unteren Preissegment angesiedelt. Man darf also gespannt sein.
Auch Esther aus dem Bierland Hamburg, bei dem ihr übrigends ab dem 24. Juli das TAP X Mein Cuvée Barrique bekommt, hat sich mit neuen Produkten beschäftigt bzw. mit dem Weg der Produktfindung. Definitiv lesenswert auch wenn humorlose Menschen den Artikel als manager-/männerfeindlich bezeichnen würden (wovor sie auch warnt!).
Ehe man sich versieht wird auch der Sonntag rum sein und uns erwartet eine neue Woche – hoffentlich biergeschwängert! Prost!
Bier-Splitter: Vom Biermangel, Sondersuden und der Brauerei des Jahres
Heiß und schwül! So zeigt sich der Sommer – zumindest hier in Oberbayern – von seiner nicht immer angenehmen Seite. Die damit einhergehenden Gewitter bringen leider auch meistens keine Abkühlung und selbst das Bier sorgt auch eher für Schweißausbrüche. Das scheint die Biertrinker aber scheinbar nicht vom ihrem Gerstensaft abzuhalten was jetzt zu akuter Bierknappheit führt. Augustinger kann derzeit beispielsweise wohl nur etwa ein Drittel der Nachfrage erfüllen und auch vom Tegernseer Brauhaus hört man ähnliches. Vielleicht ist es doch mal an der Zeit, sich in Zeiten der Knappheit beim Bierkauf umzuorientieren?
Ganz ähnlich ist die Situation auch beim Sondersud TAPX Mein Cuvée Barrique von Schneider Weisse, den ich euch ja bereits im letzten Splitter vorgestellt habe. Hier liegt das aber eher an der strengen Limitierung dieses – und da ist sich die Fachwelt einig – unglaublich guten Bieres. Neben meiner Wenigkeit haben mittlerweile auch die Kollegen von neubierig und lieblingsbier.de Tests zu dem Bier veröffentlicht die alle zum gleichen Ergebnis kommen: Wer das nicht probiert verpasst definitiv etwas.
Auch ganz interessant ist die Tatsache, dass ein eine andere Brauerei, deren Biere mir in der Vergangenheit auch immer geschmeckt haben, bereits im Juni die begehrte Auszeichnung “Deutschlands Brauerei des Jahres” bekommen hat. Es handelt sich dabei um die Schlossbrauerei Maxlrain aus dem Rosenheimer Land von der ich mir wohl auch mal noch ein paar Testexemplare besorgen muss.
Wer jetzt durch die angesprochene Hitze lieber zur alkoholfreien Bieren greifen will, dem sei noch dieser kleiner Artikel auf Bild.de nahegelegt. Hier werden 18 alkoholfreie “Sorten” “getestet” – hier sollte sich wirklich jeder selbst ein Bild machen. Ich für meinen Teil verzichte lieber auf Bier als mir die kastrierte Version eines normalen Gerstensafts zu genehmigen – da bleib ich lieber bei Wasser und Spezi.
Bleibt nur zu hoffen, dass uns das Bier niemals ausgeht. Ich habe jedenfalls vorgesorgt und entlasse euch damit in die neue Woche. Prost!















