Spezial Rauchbier – Spezielles aus Oberfranken
Soso Rauchbier. Ist hier dem Braumeister seine Hütte abgebrannt oder was hat es damit auf sich? Gut – das erklärt sich leicht. Das Malz des Bieres wurde geräuchert um es zu trocknen. Dieser Vorgang war früher üblich da es sonst kaum Möglichkeiten gab das Malz seiner Feuchtigkeit zu berauben. Heute ist es etwas Besonderes – eine Spezialität der sich unter anderem die Brauerei Spezial aus Bamberg gewidmet hat deren Rauchbier heute getestet wird.
Kastanienbraun kommt das Bier daher, düpiert von einer weißlich-gelben Schaumkrone. Es hat einen angenehm malziges Aroma das einem die Nase steigt – vom Rauch merk ich hier aber noch nichts.
Der Antrunk ist sehr mild und wird von einer leichten Süße begleitet. Hier merkt man durchaus einen bisher nicht bekannten Geschmack in dem Bier. Obwohl es eigentlich sehr weich und mild ist wirkt es irgendwo doch recht intensiv. Schwer zu beschreiben – ich würd dies jetzt einfach mal – passend zum Bier – als “rauchig” beschreiben. Zusammen mit dem sonst eher unscheinbaren Hopfen ergibt dies einen durchaus guten Nachgeschmack. Von der Kohlensäure her kann man nicht meckern – die passt zum Gesamteindruck und ist eher spärlich vorhanden.
Alles in allem recht interessant wenn auch zu leicht für meinen Geschmack – hier dürfte ruhig etwas mehr Druck dahinter sein. Ansonsten brauen die Oberfranken hier ein anständiges Bier. Dafür gibts drei Sterne.
Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.
Alkoholgehalt: 4,6%




(3/5)
Dachsbräu Jubiläumsbier – Alter vor Schönheit
Was macht man, wenn man unbedingt eine weitere Biersorte auf den Markt werfen will? Klar – man nimmt einfach ein beliebiges Jubiläum mit dem man irgendwas zu tun hat et voilà: Das Dachsbräu Jubliäumsbier, anlässlich der vor tausend Jahren erstmalig stattgefundenen urkundlichen Erwähnung von Weilheim und Polling, steht beim Getränkehandlanger.
Das Bier sieht ganz gut aus, ist dunkelbraun gefärbt und wird von einer weißen, jedoch sehr kurzlebigen Schaumkrone bedeckt. Es duftet fruchtig-süß aus dem Glas – jetzt wird probiert.
Der Antrunk ist sehr malzig und wird dabei von leicht herben Noten begleitet. Die angesprochene Fruchtigkeit macht sich mit leichten Citrusaromen bemerkbar, hält sich aber eher zurück. Hier dominiert ganz klar die Süße vom Malz die einem auch recht bald ein klebriges Gefühl auf den Lippen hinterlässt.
Kohlensäure ist mir hier auf jeden Fall zu viel drin weshalb es für den schnellen Durst eher ungeeignet ist. Den Alkoholgehalt, immerhin stolze 6,3%, merkt man dem Gebräu jedenfalls nicht an – vermutlich hat man hier deshalb Wert auf die Süße gelegt um den ansonsten recht starken Alkoholgeschmack in den Griff zu kriegen. Bleibt noch zu erwähnen, dass man vom Hopfen nur Spuren erahnen kann. Ansonsten ist das ein sehr rundes und mildes Bier welches mir jedoch etwas zu süß ist. Auch blubbert es mir persönlich zu sehr – trotzdem gehen immernoch drei gute Sterne nach Weilheim.
Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.
Alkoholgehalt: 6,3%




(3/5)
Kuchlbauer Weisse – Sehr spezielle Spezialität
Heute gibts ein weiteres Bier der Brauerei zum Kuchlbauer aus Abendsberg – Die Kuchlbauer Weisse.
Was ist denn das? Recht sauer riecht das soebeben eingegossene Bier was mich schon fast vom Probieren abhält. Abgelaufen ist das Weißbier jedenfalls nicht – mal sehen was mich hier erwartet. Die Farbgebung geht hier ins rötlich-braune – Schaum ist in Ordnung, vielleicht etwas zu grob.
Entwarnung, es schmeckt lange nicht so wie es riecht…eigentlich macht es einen ganz guten Eindruck. Recht malzig geht das Gebräu zu Werke und glänzt hier mit süßichen Aromen. Von der Anfangs erwarteten Säure ist hier nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil, das Bier wirkt sogar erstaunlich mild und süffig. Die Vollmundigkeit wird lediglich von der Kohlensäure gestört – hier ist mir wieder einmal zu viel davon drin. Auch die Hefe kommt mir etwas skeptisch vor – geschmacklich habe ich hier schon bessers erlebt.
Im Nachgeschmack kann das Bier ganz gut bestehen – hier dominieren eher der Hopfen mit seinen herben Aromen die sich für längere Zeit auf der Zunge festsetzen. Im Grunde macht das Bier einen soliden Eindruck – wäre nur nicht dieser säuerliche Geruch am Anfang. Daher nur drei Sterne für das Kuchlbauer Weißbier. Hier hatte ich mir eigentlich nach dem tollen dunklen Weißbier mehr erhofft.
Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.
Alkoholgehalt: 5,2%
Rating: 




Neumarkter Lammsbräu Weisse – Bier für Ökos
Auch Bier wird mittlerweile nach ökologischen Kriterien hergestellt. Ein Beispiel hierfür ist die Weisse der Neumarkter Lammsbräu welche nur nach dem “ökologischen Reinheitsgebot” braut.
So muss das perfekte Weißbier aussehen: Goldgelber Körper, stabile und hellweiße Schaumkrone. Klasse. Der Geruch ist etwas eigenartig (da kaum vorhanden). Lediglich leichte malzig-fruchtige Aromen kann man warnehmen.
Ein klein wenig verunsichtert greife ich zum Glas und analysiere den Ersten Schluck. Hier setzt sich der Eindruck fort – das Bier setzt keine wirklichen Akzente. Irgendwo im Hintergrund deutet sich eine ganz flüchtige Süße an welche alsbald aber schon wieder verschwindet und von einem im Ansatz bitter-herben Aroma ersetzt wird. Aber auch dieser verschwindet sehr bald und man fragt sich ehrlich, ob und was man gerade getrunken hat.
Über das Brauwasser und die darin entstandene Kohlensäure kann man nicht meckern. Hier geht das Bier sanft zu Werke was mich zum dem einzig positiven Aspekt des Bieres bringt. Es ist sehr süffig und mild. Daher dürfte es gerade zu perfekt dazu geeignet sich sich anständig zu betrinken. Es ist nun definitiv kein schlechtes Bier doch leider fehlt mir hier einfach das Besondere. Es ist – auch wenn es sich durch seine ökologisch angebauten Zutaten auszeichnet – nur ein mittelmäßiger Mitläufer und mir zu langweilig. Daher gibts hierfür drei Sterne.
Alkoholgehalt: 5,1%
Gebraut nach dem “ökologischen” Reinheitsgebot (und dem bayerischen).
Rating: 




Heute gehts ins beschauliche und leider ins Augenmerk der Öffentlichkeit gerückte Kloster Ettal – auch hier ist man bereits seit über 400 Jahren mit dem Bierbrauen beschäftigt. Der Testkanidat: Das Kloster Eel Hell.
Recht malzig-süß geht der Duft zu Werke welche aus dem Hals der soeben geöffneten Flasche strömt. Fruchtig-herbe Noten gesellen sich alsbald dazu und machen einen Neugierig auf das kühle Nasse aus dem Glasgefäß welches mit einem einigermaßen ansprechend Label beklebt ist – ist wohl eine Frage des Geschmacks.
Die Ersten Tropfen gestalten sich sehr malzig und durchaus fruchtig, durchzogen von sanften Hopfenaromen. Es ist sehr erfrischend wobei es für den idalen Durstlöscher fast schon zu süß erscheint. Auch ist es mir etwas zu spritzig – etwas weniger Kohlensäure wäre wünschenswert. Das Wasser ist sehr mild und unterstreicht den fruchtig-frischen Charakter des Bieres.
Auch im Abgang und Nachgeschmack dominiert das starke Malz den Gesamteindruck – hier kommen vor allem Citrusaromen ans Tageslicht die das Bier etwas sauer erscheinen lassen. Dies unterstreicht aber im Grunde nur den frischen Charakter des vollmundigen Gerstensaftes. Mit der Zeit wird es zudem recht süffig und sorgt damit in Kürze für leere Flaschen und den damit einhergehenden langen Gesichtern.
Ein gutes Bier mit leichten Schwächen hier und da. Daher gibts hier solide drei Sterne nach Ettal.
Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.
Alkoholgehalt: 5,2%
Rating: 




Ustersbacher Hefeweizen – Starke Schwaben
Heute gehts ins Allgäu – genauer gesagt nach Ustersbach im Landkreis DatschiburgAugburg wo in der Brauerei Ustersbach bereits seit über 400 Jahren Bier gebraut wird. Heute gibts das “bayerisch Hefeweizen Premium” zum Probieren.
Intensiver hefig-hopfiger Geruch strömt aus der Flasche welche mit einem einfachen aber ansprechendem Label beklebt ist. Interessanter Geruch für ein normales Weißbier der einen eher an einen hellen Bock erinnert. Das Bier ist hellgelb gefärbt und wirkt dadurch etwas dünn. Der Schaum ist cremig und stabil – alles in allem ein runder Ersteindruck.
Bitter! Das ist der Erste Gedanke den ich beim Probieren dieses Gebräus hatte. Solch ein relativ intensives Hopfenaroma ist bei Weißbieren eher unüblich – man gewöhnt sich aber glücklicherweise schnell dran. Das Bier hat sonst starke hefige Eindrücke (erinnern ein wenig ans Karg Weißbier) – starker Tobak. Die Kohlensäure ist fast ein wenig zu knapp dosiert weshalb das Bier gleich am Anfang etwas abgestanden wirkt. Ansonsten hält sich das Malz ziemlich zurück was sich auch durch den anhaltenden bitteren Nachgeschmack bemerkbar macht. Der Abgang ist sonst aber eher unspektakulär.
Nachdem man sich an das Aroma gewöhnt hat wirkt das Bier leider etwas schwach. Man kann es trinken – muss man aber nicht. Bleibt noch zu sagen, dass man es hier mit 5,5% vol. mit einem der Stärkeren der Weißbierzukunft zu tun hat. Nach längerem Überlegen gibts hierfür drei Sterne.
Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.
Alkoholgehalt: 5,5% vol.
Fürst Wallerstein Zwickel – Der zwickt
Nach dem gestrigen UnZwischenfall gibt es diesmal wieder etwas Unbekanntes. Heute haben wir es mit dem Fürst Wallerstein Zwickel zu tun – ein naturtrübes Kellerbier.
Ein bittersüßer Duft steigt aus der Flasche der einen entfernt an ein Märzen erinnert. Von allen Kellerbieren, die ich bisher getrunken habe, macht dies bisher den besten Eindruck. Auch die dunkelgelb-braune Farbe des leicht trüben Gebräus lädt hier glatt zum trinken ein. Der Schaum verzieht sich – normal bei dieser Art Bier – recht schnell was einem signalisiert: Zeit zum probieren.
Es hat eine angenehme Herbe beim Antrunk welche sich bereits vom Geruch her andeutete. Begleitet wird dies von dem recht süßen Malz – eine recht ausgewogene und gelungene Mischung. Der Nachgeschmack ist aber leider nicht so üppig – hier bleibt nur eine leichte Hopfennote zurück die einen an den vorangegangen Genuß erinnert. Immerhin bleibt einem der süßlich-urige Malzgeschmack bis zum letzten Schluck erhalten, genauso wie die Kohlensäure die etwas zu hoch dosiert ist.
Im Gegensatz zu anderen Bieren dieser Gattung kann man dieses durchaus trinken. Im Abgang wirkt es mir etwas zu lasch und die zu hohe Kohlensäure könnte für leichtes Zwicken im Bauch sorgen. Daher gibts für den Fürsten hier: 3 Sterne
Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.
Alkoholgehalt: 4,9% vol.
Altenmünster Brauer Bier – Dem Brauer schmeckts
Heute haben wir mal wieder so einen Spontankauf. Im Grunde war es die eher ungewöhnliche Flaschenform die mich zum Testen des Altenmüster Brauer Biers animiert hat. Altenmünster ist eine Marke der Allgäuer Brauhaus AG aus Kempten. Das Design der Flasche ist sehr minimalistisch gehalten und besteht im Grunde nur aus dem roten Label welches sich um den Hals schlingt – die Prägung am Bauch (das Logo) gefällt aber.
Für ein Helles riecht es sehr malzig, fast schon süß was von einer etwas bitteren Note flankiert wird. Im Glas macht sich der Schaum recht schnell vom Acker und hinterlässt das klare, gelblich-golden gefärbte Bier. Der Erste Schluck wirkt sehr würzig und durchaus süß – eher ungewöhnlich für ein Helles. Die vom Geruch bekannte bittere Note kann man hier gut schmecken, sie wirkt sich aber nicht sehr auf den Gesamtschgeschmack aus. Anfangs noch malzig-frisch wirkt es leider mit der Zeit etwas langweilig und lasch. An der Kohlensäure liegt es nicht – die ist die ganze Zeit über spürbar vorhanden. Mir persönlich ist es, trotz des durchaus würzigen Aromas, zu schwach auf der Brust.
Trotzdem – für einen Spontankauf sicherlich nicht schlecht und durchaus trinkbar. Vielleicht komme ich ja mal an den Altenmünster Maibock – der dürfte denn durchaus stärkerer Natur sein,
Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.
Alkoholgehalt: 4,9% vol.
Stammwürze: 11%
Mittlerweile hab ichs geschafft mir das zweite Testexemplar der Weißbierbrauerei Schneider aud Kelheim zu besorgen – Mein Blondes. Zugegeben, es ist zwar durchaus blonder als das Original aber wirkt dennoch immernoch dunkler als “normale” Weißbiere.
Begrüßt wird man von dem recht dunklen Gebräu welches eine etwas grobporige, weiße Schaumkrone aufzuweisen hat. Es riecht recht hefig und macht einen frischen Eindruck. Von dem Vanillaromen, die laut dem Flaschenlabel im Sommerwind zusammen mit dem Weizen tanzen merkt man hier noch nichts.
Im Antrunk wirkt es recht malzig und man schmeckt die feine Hefe durchaus gut heraus. Was einem hier aber gleich auffällt ist die zu starke Kohlensäure mit der dieses Bier gespickt wurde. Ansonsten ist es leicht säuerlich und frisch, wirkt aber ein wenig lasch im Abgang. Geschmacklich ist nach dem Schluck nicht viel los – viel mehr wird man von der Kohlensäure gequält welche man auch einige Augenblicke nach dem Genuß noch auf der Zunge spührt. Leider verschwindet auch der Schaum relativ bald.
Scheinbar wurde hier viel Wert auf ein weiches Bier gelegt. Das Malz wirkt mit der Zeit etwas süßlicher, vom Hopfen merkt man im Grunde nichts. Vielleicht liegts am Dauerregen aber so wirklich überzeugen kann mich dieses “Sommertanzbier” nicht. Es wirkt auf mich etwas zu sanft und die starke Kohlensäure stört. Trinkbar ist es zwar – ein Highlight sieht aber anders aus. Da bleibe ich lieber beim Original.
Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.
Alkoholgehalt: 5,2% vol.
Stammwürze: 12,5%
Ein Franke in Bayern? Zugegeben – so selten ist das nicht. Umso besser, wenn derjenige einen mit frängkischen Bierspezialitäten versorgt (merci Alex). Den Anfang macht heute das durchaus bekannte Kitzmann Weißbier. Kitzmann…Kitzmann…da war doch was? Achja..Erlangen – klar, J.B.O. besingt das doch immer! Na dann kann es so schlecht nicht sein…oder doch?
Vom Aussehen her ist klar: Das ist ein Weißbier. Keine Experimente mit braunen oder roten Tönen – orange-gelblich trüb mit festem, schneeweißen und langhaltenem Schaum. Kann der Franke am Ende doch Bier brauen?
Vom Geruch her ist das Bier recht neutral. Man erkennt leichte Hefenuancen – begleitet von etwas undefinierbaren, ganz leicht modrigen. War wohl zu lang im Brauereikeller. Der Erste Schluck verwundert einen dann doch ein wenig. Es ist wenig intensiv, sehr sanft und ausgeglichen. Durchaus erfrischend aber etwas lasch – die Kohlensäure ist kein Thema. So ein wenig erinnert es mich an ein leichtes Weißbier welches ich mal getrunken habe. Leicht bitter breitet sich der Nachgeschmack aus, wirkt dabei aber nicht aufdringlich.
Trotz der Tatsache, dass es sich hierbei um ein sehr sanftes Bier handelt welches sicherlich kein Geschmacksüberflieger ist muss ich eins einräumen: Es ist extrem süffig. Ich habe selten ein Weißbier erlebt, welches man so schnell heruntertrinken kann. Nach jedem Schluck greift man beinahe automatisch wieder zum Glas um selbiges innerhalb kürzester Zeit zu leeren. Bei mir hielt es ganze vier Minuten. Ziemlich gefährlich das Ganze – gerade, da Kitzmann irgendwo unter diesem Deckmantel der Leichtigkeit noch 5,6 Volumenprozent Alkohol versteckt hat die man bei dieser Trinkgeschwindigkeit recht schnell im Kopf spürt.
Alles in allem ein gut trinkbares Weißbier welches ich wieder trinken würde – jedoch nur, wenn ich danach nicht Auto fahren muss. Geschmacklich hier definitiv noch viel Luft nach oben.
Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot
Alkoholgehalt: 5,6% vol.

