Archiv für Kategorie Bier: 5 Sterne

Nordbräu Eisbock

Doppelbock mit 9,2%? Heureka! Dieser Eisbock der Brauerei Nordbräu aus Ingolstadt hat mich dank dem Getränkemarkt Schäffler in Penzberg erreicht – vielen Dank dafür. Ich bin sehr gespannt darauf, vor allem, da ich von der Brauerei noch nie was gehört habe. Auch das Etikett auf der Flasche ist durchaus als interessant zu werten. Aber hier zählen ja die inneren Werte.

Dieses Starkbier ist von braun-rötlicher Farbe und hat eine leicht gräulich-braune Schaumhaube welche leider nicht sehr standfest ist. Der Geruch ist malzig, mit leichten Röststoffen versetzt und auch leicht alkoholisch was mich aber bei der Stärke dieses Gebräus nicht verwundert.

Ich bin vom Antrunk verdammt überrascht. Das Bier rinnt glatt die Kehle hinab – vom schweren Alkohol keine Spur. Es ist malzig und mit einer gewissen Herbe gespickt welche dafür sorgt, dass die Gerste hier nicht überwiegt. Hier muss man extrem vorsichtig sein. In kürzester Zeit hat man bereits die Hälfte des Glases abgearbeitet was an der extrem starken Süffigkeit dieses Doppelbocks liegt. Dass dieses Bier eisgebraut wurde ist an der sanft perlenden Kohlensäure zu erkennen wodurch man eine fast likörartige Konsistenz hergestellt hat.

Die vom Geruch angedeuteten Röstaromen kommen mit der Zeit eher durch, ebenso ein Hauch von Mango und Kirsche welche man bei fortschreitendem Genuß in der Geschmackskomposition ausmachen kann. Es ist nicht schwer und erzeugt damit nicht dieses Völlegefühl wie manch anderer Doppelbock. Eine saure Note im Abgang vollendet das Ganze und sorgt dafür, dass man das Glas gar nicht mehr aus der Hand geben will.

Die 9,2 Umdrehungen merkt man zwar durchaus (vor allem nach dem schnellen Genuß), es stört aber nicht. Geschmacklich unglaublich gut, nicht allzu schwer aber leider mit ungenügender Schaumbildung (ein Nachteil der Vereisung). Hier bleibt mir die Wahl zwischen gut und sehr gut – angesichts der Tatsache, dass man hier den Alkohol in einen schlanken aber tiefen Körper verstecken konnte entscheide ich mich für fünf volle Punkte für diesen eisgebrauten Doppelbock.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 9,2%

(5/5)

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Unertl Weißbier Bock

In der Vergangenheit habe ich mit Unertl sowohl Licht als auch Schatten erlebt weshalb ich hoffe, dass der heutige Test des Unertl Weißbier-Bocks eher auf auf der sonnigen Seite sein wird.

Beim Einschenken ist auf jeden Fall Vorsicht geboten da dieses Bier durchaus unter Druck steht. Ansonsten hat dieser Bock aus Haag eine schön dunkelbraune bis schwarze Farbe mit leicht eingefärbten, feinporigen Schaum welcher sich beständig auf dem Bier hält.  Es duftet sehr hefig mit einer säuerlichen Note was einen erst recht neugierig auf den Ersten Schluck macht.

Eine malzig-fruchtige Hefemischung sticht beim Antrunk hervor und gibt einen Eindruck von dem intensiven aber sehr runden Charakter des Bieres. Ein warmes Gefühl breitet sich im Körper aus während man dieses Bier quasi Schluck um Schluck vernichtet. Die  milde Kohlensäure und die bananige Hefe sorgen hier für eine starke Süffigkeit was einen, angesichts der Schaumentwicklung, durchaus überrascht.

Vom Hopfen ist im Vordergrund nicht viel zu schmecken – erst mit der Zeit kann man eine ganze sanfte Herbe ausmachen. Hier unterstützt man sicherlich mit besonderem Aromahopfen die Fruchtigkeit dieser Komposition und macht damit alles richtig. Den Alkohol merkt man zwar durchaus, eine leichte Säure in diesem Gebräu sorgt aber dafür, dass einem diesem Bier nicht zu schwer vorkommt.

Was soll ich noch sagen. Ein wirklich tolles Bier welches bis zum Schluß hin süffig bleibt und den Trinker am Liebsten gleich zur nächste Flasche greifen lässt. Daher gibts mal wieder fünf Sterne für diesen Weißbier-Bock von Unertl. Prost!

Wer jetzt auf Geschmack kommen will sollte sich beeilen. Noch bis zum Samstag, den 28.01.2012, besteht die Möglichkeit beim Kollegen von Lieblingsbier.de ein Paket mit diversen Weißbier Böcken (unter anderem auch dem Unertl) zu gewinnen. Viel Glück!

Gebraut nach dem Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 6,7%

(5/5)

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Schneider Weisse TAP 6 – Unser Aventinus

Lang genug hab ich gewartet aber heute zum vierten Advent gibt es ihn endlich – den Aventinus (TAP 6) von Schneider Weisse. Der dunkle Weizendoppelbock ist frisch gebackener Goldmedaillenträger des European Beer Star 2011 in der Kategorie “Consumers’ Favourite 2011″ und mir durchaus schon ein wenig länger bekannt. Auch im Bierlexikon von Michael Jackson ist der Aventinus vertreten – jedoch noch in seinem alten Design. Immerhin schon seit 1907 gibt es dieses Gebräu womit es auch das Erste Weizenstarkbier Bayerns überhaupt ist.

Enorm staker, malzig-hefiger Geruch steigt einem in die Nase nachdem man sich dieses Bier eingeschenkt hat. Der bräunlich-graue Schaum sitzt fest und cremig auf einem dunkelbraunen bis fast rötlich wirkendem Bier. Das sieht richtig toll aus und macht definitiv Lust auf mehr.

Honig, Schokolade, Karamell…das ist nur die Spitze der Aromenvielfalt, die sich beim Ersten Schluck über der Zunge legt. Sehr malzig, süßlich mit ganz feiner Säure – jedoch auch stark und mit vielen kleinen Kanten die jedoch alsbald von zitrusartigen Hopfennuancen im Abgang abgeschliffen werden. Es ist sehr hefig und hat eine dadurch sehr ausgeprägte Bananennote. Nach der Eingewöhnungsphase stellt sich ein angenehm wohlig-warmes Gefühl ein welches vom kaum spürbaren aber durchaus vorhandenen Alkohol herrührt.

Es wird mit jedem Schluck süffiger. Die Süße hält sich noch in Grenzen, es kommen immer mehr Fruchtaromen hervor welche einem nicht gerade dabei helfen, dieses Bier langsam und genussvoll zu trinken. Die Kohlensäure ist minimalst zu stark, stört aber nicht wirklich. Leichter Röstgeschmack wechselt sich mit süßlichem Karamell und Hefe ab. Mit jedem Schluck wird es immer schwerer dem Bier zu widerstehen. Durchaus anspruchsvoll aber auch für den Ungeübten zu beweltigen.

Ganz klar, der Aventinus bekommt von mir hier fünf Sterne – keine Diskussion. Wenn ich mir ein Bier für untern Weihnachtsbaum wünschen könnte wäre dieses hier durchaus unter den Top 5. Übrigens: Das TAP6 eignet sich auch wunderbar zum Bierstacheln.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Stammwürze: 18,5%

Alkoholgehalt: 8,2%

(5/5)

Schneider Weisse TAP 6 “Unser Aventinus” kaufen.

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Schneider Weisse Aventinus Eisbock –

Immer wieder schön, wenn man an besondere Bierspezialitäten gelangt. Eine dieser Besonderheiten möchte ich euch heute vorstellen – den Aventinus Weizen-Eisbock von Schneider Weisse. Die Brauerei ist ja bereits in der Vergangenheit mit leckeren Bieren aufgefallen und auch heute gibt es keine Enttäuschung – soviel vorab.

Das ist mal eine Farbe! Dunkler als jedes Schwarzbier kommt dieser Doppelbock daher und kann gleichzeitig noch mit einer leicht bräunlichen, samtig cremigen Schaumhaube aufwarten. Bananig-hefig duftet es aus dem Glas was meine Neugier auf dieses noch erhöht.

Beinahe likörartig findet dieser Eisbock seinen Weg den Rachen hinab. Extrem fruchtige Aromen wechseln sich mit dem starken Malz ab welcher eine durchaus starke Süße entwickelt und eine enorme Süffigkeit erzeugt. Den Alkohol kann man kaum ausmachen – zu sehr ist man mit dem Erschmecken der Vielfalt an Aromen dieses Bieres beschäftigt. Die Hefe steuert einen stark bananigen Geschmack zu dieser meisterlichen Komposition hinzu.

Wein? Likör? Oder doch Bier? Schwer zu sagen – gerade, da die Kohlensäure kaum vorhanden ist und damit für einen fast samtigen Geschmack sorgt. Mit der Zeit wird einem dann recht warm – kein Wunder, kann man diesen Bock beinahe wie Wasser trinken. Extrem süffig, malzig-süß und geschmacklick irgendwo zwischen Himmel und Olymp. Wahnsinn.

Es gibt trotzem auch zwei negative Aspekte an diesem Gebräu. Die Abfüllung in 0,33 Liter Flaschen ist wohl dem Alkoholgehalt geschuldet – vielleicht hat man Sorge, dass man dieses Weißbier in normalen Größen für den Preis nicht losbekommt womit wir auch schon beim zweiten Punkt sind: Bei 3,30€ pro Flasche sollte man jeden Tropfen genießen.

Nichts desto trotz – eines der besten Biere welches mir bisher untergekommen ist. Fünf volle Punkte für dieses Kleinod nach Kelheim.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Stammwürze: 25,5%

Alkoholgehalt: 12%

(5/5)

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Tölzer Mühlfeldbräu Weißbierbock – Lokal, Saisonal, Phänomenal

Es gehört zu den schönsten Momenten wenn man in eines seiner Lieblingslokale geht und diese ein neues Bier im Ausschank haben. Ich weiß, euch jetzt den Mund wässrig zu reden indem ich von einem Bier berichte, dass nur lokal gibt (nämlich im Gasthaus Bad Tölz) und nur saisonal (es handelt sich um die Frühlings-Weiße) – jedoch muss ich ein paar Worte darüber verlieren denn der Weißbierbock vom Tölzer Mühlfeldbräu ist auch eins: Phänomenal.

Erst einmal wird man von einem bernsteinfarbenen Bier begrüßt welches von einer fein-sahnigen Schaumkrone begleitet wird, welche einen recht stabilen Eindruck macht. Fruchtig-frisch duftet es aus dem Glas – die auf der Tafel im Wirtshaus anpriesenen Aromen von Banane und Mango sind zu erahnen.

Der Erste Schluck bestätigt dies. Extrem fruchtig geht dieses Bier gleich am Anfang zu Werke, bleibt dabei doch recht mild und belohnt einen im Abgang mit einer ganz leichten Säure. Sofort werden Erinnerungen an das TAP5 von Schneider wach welches in eine ähnliche Richtung geht. Der Alkohol ist nicht zu spüren, die Kohlensäure ist fein dosiert und trägt somit zur Süffigkeit des Ganzen erheblich bei. Bitterkeit ist quasi nicht zu finden – fehlt hier aber auch nicht. Das gute Malz zusammen mit den Fruchtaromen – ich könnte schwören auch Anzeichen von Grapefruit gefunden zu haben – bilden eine perfekte Symbiose und sorgen für viel Spaß im Glas.

Nach zwei Halben konnte ich nichts, aber auch gar nichts negatives an diesem Bier finden. Der perfekte Weißbierbock? Vielleicht – zumindest sehr nah dran. Daher bleibt mir nichts anderes über als volle fünf Punkte zu vergeben. Ob der Weißbierbock wohl auf meiner Bitte aus dem Test des normalen Weißbieres her gebraut wurde?

Da ich es nun nicht sicher weiß werde ich vorsichtig behaupten, dass es “nur” nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wurde. Sollte ich falsch liegen so korrigiert mich bitte.

Update: Mir wurden soeben die fehlenden Infos zugestellt.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Stammwürze: 16,8%

Alkoholgehalt: 6,8%

(5/5)

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Schneider Weisse Meine Hopfenweisse (TAP 5) – Hopfenfeuerwerk

Wer glaubt, schon alles gesehen respektive getrunken zu haben was das bayerische Reinheitsgebot hergibt, der sollte mal einen Blick auf die “Meine Hopfenweisse” von Schneider werfen. Es handelt sich hier um einen Weizendoppelbock mit ordentlich Feuer unter dem Kessel und einem nicht alltäglichen Geschmack.

Das Einschenken wird aufgrund der großen Schaumentwicklung ein wenig zur Geduldsprobe, aber bekanntermaßen will gut Ding ja Weile haben. Nach kurzer Wartezeit ist es geschafft und das wunderschöne, bernsteinfarbene Bier hat seinen Weg komplett ins Glas gefunden. Getoppt wird es von einer etwas grobporigen Schaumhaube. Neugierige werden es nach dem Öffnen der Flasche schon gemerkt haben aber spätestens jetzt wabert einem ein etwas eigenartiger Geruch entgegen: Grapefruit. Keine Angst, es handelt sich, wie schon gesagt, um das bayerische Reinheitsgebot weshalb sich in diesem Bier keinerleich Fruchtsäfte oder -aromen befinden können.

Der Antrunk kommt sehr malzig und fruchtig daher wobei man von dem eben erkannten Aroma nur noch Details schmecken kann die in eine eher zitronige Richtung gehen. Der Abgang gestaltet sich leicht bitter und hopfig, insgesamt sehr angenehm. Vom Alkoholgehalt merkt man hier so gut wie gar nichts. Der restliche Schaum hält sich im späteren Verlauf des Tests noch wacker auf dem Gerstensaft was einem auch nach der Eingewöhnungsphase noch sehr gut schmeckt. So allmählich kann man den frisch-fruchtigen, zitrusoiden Geschmack mit Hopfen in Verbindung bringen. Ich vermute, dass hier das sog. “Hopfenstopfen” Anwendung fand. Dabei wird dem Bier während der Gährung noch Hopfen (Aromahopfen mit sehr wenig Alphasäure damit das Bier nicht zu bitter wird) zugegeben wodurch man den Geschmack des Bieres entscheident beeinflussen kann. Vermutlich so hat man hier für diese extrem fruchtige Note gesorgt welche zum Trinkgenuß stark beiträgt.

Das restliche Bier ist sehr schnell getrunken was auch durch die milde Kohlensäure begünstigt wird. Dieses Gebräu schmeckt außerordentlich gut! Ich empfehle das Bier nicht allzu kalt zu trinken da einem da sonst einige Geschmacksnuancen entgehen können. Die Braumeister von Schneider Weisse haben hier nichts anderes als die maximale Bewertung verdient weshalb ganze fünf Punkte nach Kelheim gehen.

Es sei noch gesagt, dass es recht schwierig ist an dieses Goldstück zu kommen weshalb ich empfehle,bei der Brauerei nach Bezugsquellen zu fragen. Ich selbst bin dank eines Tipps nach Fürstenfeldbruck gefahren und hab da das Regal gleich leergekauft.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot

Stammwürze: 18,5 %

Alkoholgehalt: 8,2%

Bezugsquelle für Schneider Weisse TAP5

(5/5)

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Altenmünster Maibock – Mei is der guad!

Zum heutigen Tag des Bieres gibt esden Altenmünster Maibock von der Allgäuer Brauhaus AG welcher in einer schönen, bauchigen Flasche mitsamt Prägung daher kommt. Für das Flaschendesign, welches alle Altenmünster Biere gemeinsam haben, müsste man schon fast einen Extrapunkt vergeben. An dieser Stelle geht auch gleich noch ein Gruß an Jens, der gleich erraten hatte welches Bier heute vorgestellt wird.

Verführerisch fruchtig und süß duftet das rötlich-gelb aussehende Bier nachdem es frisch und leicht gekühlt aus der geprägten Flasche seinen Weg ins Glas gefunden hat. Der weiße Schaum ist feinporig, sehr cremig und macht eine gute, stabile Figur.

Der Antrunk ist sehr frisch und leicht. Die angesprochene Süße hält sich erstaunlicherweise sehr zurück und wird von einer leichten Herbe fast gänzlich verdrängt. Der Nachhall ist sehr mild und  hopfig. Aufgrund der geringen Kohlensäure ist es sehr weich und damit schnell zu trinken – es geht wirklich runter wie Wasser. Es ist zu keinem Zeitpunkt aufdringlich noch hinterlässt es auch nach längerem Genuß einen faden Beigeschmack auf der Zunge. An dem malzigen Aroma kann man sich bis zum Schluß erfreuen wobei man auch noch von etwas Schaum begleitet wird.

Dieses “Trinkbier” ist aufgrund seiner Milde extrem süffig weshalb es einen nicht verwundern sollte, wenn man nach wenigen Minuten schon zur nächsten Flasche greift. Hier sollte man sehr aufpassen, möchte man nicht schon nach einer halben Stunde mit einem Vollrausch in der Ecke sitzen. Ein Bier wie man es eher selten bekommt – immerhin kann ich auch hier einen negativen Punkt finden: Das Glas ist zu schnell leer. Da das aber nicht das Problem des Allgäuer Brauhauses ist sondern meines gibt es von mir volle Fünf Punkte für diesen leckeren Bock.

Stammwürze: 16%

Alkoholgehalt: 7,5%

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot

(5/5)

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Unertl Ursud – Man wird sich dran erinnern

Erinnern? Woran? Gut, man wird hier auf dem Label gleich einigermaßen aufgeklärt. Der Unertl Ursud “Erinnerungstrunk” – ein dunkles Weißbier – erinnert uns an die napoleonischen Kriege im Allgemeinen und an die Schlacht bei Hohenlinden im Besonderen welche am dritten Dezember 1800 stattfand. So viel zur Geschichte – hier gehts ums Bier.

Von der Optik her könnte man es hier auch mit einer Cola zu tun haben. Das Bier ist fast gänzlich schwarz – lediglich im Licht kann man noch etwaige Brauntöne erkennen. Auch der Schaum ist sehr dunkel, dabei feinporing und cremig. Irgendwie erinnert mich das Ganze eher an ein Stout als an ein Weißbier. Der Geruch verspricht ein intensiv-hefiges Aroma – das wird interessant.

Intensiv malziger Geschmack macht sich nach dem Ersten Schluck auf der Zunge breit, gefolgt von feinen Hefearomen. Es ist richtig süß und man fühlt sich an einen dunklen Doppelbock erinnert. Extrem vollmundig und sanft kommt das Bier rüber – die Kohlensäure ist genau richtig dosiert und verleit dem Gebräu die angesprochene Milde und Süffigkeit.

Der Nachgeschmack ist größtenteils malzig-süß, dabei kommen hier aber eher fruchtige Noten zum Vorschein. Hier könnte sich so mancher Weißbierbrauer nicht nur eine Scheibe von abschneiden.

Ein wahnsinnig gutes Bier und das beste dunkle Weißbier das ich kenne. Fünf Sterne für den Ursud – die (bayerischen) Opfer von 1800 werden hier würdig vertreten.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 5,8%

(5/5)

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Werdenfelser Weisse – Gutes vom Berg

Frisch aus der höchstgelegenen Privatbrauerei Deutschlands – der Brauerei Mittenwald – ist die Werdenfelser Weisse bei mir eingetroffen und wird heute einem Test unterzogen.

Das Label der Flasche entspricht durchaus der Realität im Werdenfelser Land obgleich sich zwischen Bäumen, Bauern und Bergen scheinbar noch ein Viertes “B” verbirgt – nämlich eine Brauerei (die ich bis dato auch noch nicht kannte) und das auch schon seit über 200 Jahren.

Ein intensiver Hefegeruch steigt nach dem Öffnen in meine Nase. Das Einschenken des goldgelben Bieres geht anstandslos von statten und wird mit einer langlebigen Schaumkrone belohnt. Das ist ein richtig klassisches Weißbier.

Der Geschmack überrascht einen dann auch nicht wirklich, kommt er doch dem Geruch doch sehr Nahe. Sehr frisch, spritzig und begleitet vom starken Hefearoma kommt es daher. Die milde Kohlensäure ist kaum zu spüren und unterstreicht die Süffigkeit des Ganzen. Mit der Zeit schmeckt die typische leichte Süße heraus sowie – auch wenn ich es mir vielleicht einbilde – herbe und nussige Aromen.

Der länger anhaltene Nachgeschmack wird größtenteils von der Hefe geprägt, flankiert vom leicht herben Hopfen den man erst jetzt wirklich bemerkt. Ein super Bier! Es fällt mir wirklich schwer hier etwas Negatives zu finden – von der Süffigkeit mal abgesehen weshalb das Glas auch schon leer ist. Da gibts kein “Ja, aber”…fünf Sterne nach Mittenwald.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 5,3% vol.

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Dachsbräu Ulimator – Ul(t)imativ

Es ist einfach schön, wenn man im Rahmen der ganzen Testerei hin und wieder mal zu einem echten Spitzenbier kommt. Einem, bei dem einfach alles stimmt. Eines dieser Biere ist der Ulimator von Dachsbräu aus Weilheim – ein dunkler Doppelbock der Spitzenklasse.

Auf der Flasche wird man von einem netten Dachs, eingebettet in ein recht phantasievolles Label, begrüßt – das Design ist hier wohl Geschmackssache.  Der Ulimator selbst macht sich schon mit dem für diese Art Bier typischen süßen Malzbiergeruch auf sich aufmerksam dem man naturgemäß nicht lange widerstehen kann. Wieso auch?

Der dunkelbraun-rote Gerstensaft sucht sich seinen Weg über die Zunge und geht dabei recht sanft zu Werke. Recht süß und voll im Geschmack mit einer ganz leichten Hopfennote und einem etwas rauchig wirkendem Malz. Die gut dosierte Kohlensäure begleitet das runde Bier derweil im Abgang, zurück bleibt jetzt ein angenehm herb-süßer Geschmack der einem nur Eines signalisiert: Mehr!

Der “Uli” macht einen recht harmlosen Eindruck – im Gegensatz zum Andechser Doppelbock dunkel – und lässt einen glauben, es hier mit einem leichten Kaliber zu tun zu haben. Dieser Gedanke täuscht aber. Dem ungübten Biertrinker dürfte bereits nach wenigen Zügen aus der Flasche allmählich klar werden, dass man mit dem Ulimator nicht spaßen sollte. Aber auch dem Profi dürfte der Alkohol alsbald in den Kopf steigen – vom Schnelltrinken sollte man hier besser absehen. Bis zum letzten Tropfen – und diesen erreicht man recht schnell – ändert sich diesem Eindruck nicht mehr. Es ist ein perfekt abgestimmtes Gebräu und macht einfach Spaß.

Egal was man von Weilheim als Stadt hält – dieses Bier ist ein echtes Highlight und sollte in keinem Vorratsraum fehlen. Volle fünf Sterne für den Ulimator – und ich werde nun nach einer alten Weisheit handeln. Was ist besser als ein Ulimator? Zwei Ulimator!

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Stammwürze: 19%

Alkoholgehalt: 7,5% vol.

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