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Kuchlbauer Aloysius – Dunkle Pracht

Kuchlbauer…das waren doch die mit diesem komischen Turm? Konnte mich gleich dran erinnern, als ich diesen dunklen Weißbier Bock inmitten diverser anderer Sorten im Getränkemartk fand. Natürlich kam der dann sofort auf meine Liste der Testkandidaten.

Recht malzig geht der Geruch hier zu Werke, grobporig und in weißer Pracht thront der Schaum über dem dunkelbraunen Bier welches recht schnell seinen Weg ins Glas gefunden hat und jetzt leise vor sich hin knistert. Der Duft erinnert ein klein wenig an das dunkle Weißbier Desaster von Reutberg, kommt jedoch weitaus angenehmer in der Nase an.

Angenehm malzig kommt der Gebräu aus Abensberg daher, fruchtig und mit leichter Säure rinnt es die Kehle hinab. Recht kraftvoll kommt der Bock im Nachhinein rüber und bleibt einem einige Momente süßlich am Gaumen hängen. Die Säure stört mit der Zeit ein wenig, ebenso die zu agressive Kohlensäure – hier wirkt das Bier etwas unausgewogen. Ansonsten ist es recht süffig und trotz des starken Malzaromas immernoch recht mild. Auch vom Schaum ist zu vorgerückter Stunde noch etwas über was den allgemeinen guten Eindruck bestätigt.

Leider verhindert die schlecht dosierte Kohlensäure hier eine bessere Bewertung da der Genuß meiner Meinung nach davon recht stark beeinträchtigt wird. Ansonsten ist das ein gelungener Bock mit Luft nach oben. Drei solide Punkte ist mir der Aloysius wert.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Stammwürze: 16,5%

Alkohol: 7,2%

(3/5)

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Schneider Weisse Meine Hopfenweisse (TAP 5) – Hopfenfeuerwerk

Wer glaubt, schon alles gesehen respektive getrunken zu haben was das bayerische Reinheitsgebot hergibt, der sollte mal einen Blick auf die “Meine Hopfenweisse” von Schneider werfen. Es handelt sich hier um einen Weizendoppelbock mit ordentlich Feuer unter dem Kessel und einem nicht alltäglichen Geschmack.

Das Einschenken wird aufgrund der großen Schaumentwicklung ein wenig zur Geduldsprobe, aber bekanntermaßen will gut Ding ja Weile haben. Nach kurzer Wartezeit ist es geschafft und das wunderschöne, bernsteinfarbene Bier hat seinen Weg komplett ins Glas gefunden. Getoppt wird es von einer etwas grobporigen Schaumhaube. Neugierige werden es nach dem Öffnen der Flasche schon gemerkt haben aber spätestens jetzt wabert einem ein etwas eigenartiger Geruch entgegen: Grapefruit. Keine Angst, es handelt sich, wie schon gesagt, um das bayerische Reinheitsgebot weshalb sich in diesem Bier keinerleich Fruchtsäfte oder -aromen befinden können.

Der Antrunk kommt sehr malzig und fruchtig daher wobei man von dem eben erkannten Aroma nur noch Details schmecken kann die in eine eher zitronige Richtung gehen. Der Abgang gestaltet sich leicht bitter und hopfig, insgesamt sehr angenehm. Vom Alkoholgehalt merkt man hier so gut wie gar nichts. Der restliche Schaum hält sich im späteren Verlauf des Tests noch wacker auf dem Gerstensaft was einem auch nach der Eingewöhnungsphase noch sehr gut schmeckt. So allmählich kann man den frisch-fruchtigen, zitrusoiden Geschmack mit Hopfen in Verbindung bringen. Ich vermute, dass hier das sog. “Hopfenstopfen” Anwendung fand. Dabei wird dem Bier während der Gährung noch Hopfen (Aromahopfen mit sehr wenig Alphasäure damit das Bier nicht zu bitter wird) zugegeben wodurch man den Geschmack des Bieres entscheident beeinflussen kann. Vermutlich so hat man hier für diese extrem fruchtige Note gesorgt welche zum Trinkgenuß stark beiträgt.

Das restliche Bier ist sehr schnell getrunken was auch durch die milde Kohlensäure begünstigt wird. Dieses Gebräu schmeckt außerordentlich gut! Ich empfehle das Bier nicht allzu kalt zu trinken da einem da sonst einige Geschmacksnuancen entgehen können. Die Braumeister von Schneider Weisse haben hier nichts anderes als die maximale Bewertung verdient weshalb ganze fünf Punkte nach Kelheim gehen.

Es sei noch gesagt, dass es recht schwierig ist an dieses Goldstück zu kommen weshalb ich empfehle,bei der Brauerei nach Bezugsquellen zu fragen. Ich selbst bin dank eines Tipps nach Fürstenfeldbruck gefahren und hab da das Regal gleich leergekauft.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot

Stammwürze: 18,5 %

Alkoholgehalt: 8,2%

Bezugsquelle für Schneider Weisse TAP5

(5/5)

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Altenmünster Maibock – Mei is der guad!

Zum heutigen Tag des Bieres gibt esden Altenmünster Maibock von der Allgäuer Brauhaus AG welcher in einer schönen, bauchigen Flasche mitsamt Prägung daher kommt. Für das Flaschendesign, welches alle Altenmünster Biere gemeinsam haben, müsste man schon fast einen Extrapunkt vergeben. An dieser Stelle geht auch gleich noch ein Gruß an Jens, der gleich erraten hatte welches Bier heute vorgestellt wird.

Verführerisch fruchtig und süß duftet das rötlich-gelb aussehende Bier nachdem es frisch und leicht gekühlt aus der geprägten Flasche seinen Weg ins Glas gefunden hat. Der weiße Schaum ist feinporig, sehr cremig und macht eine gute, stabile Figur.

Der Antrunk ist sehr frisch und leicht. Die angesprochene Süße hält sich erstaunlicherweise sehr zurück und wird von einer leichten Herbe fast gänzlich verdrängt. Der Nachhall ist sehr mild und  hopfig. Aufgrund der geringen Kohlensäure ist es sehr weich und damit schnell zu trinken – es geht wirklich runter wie Wasser. Es ist zu keinem Zeitpunkt aufdringlich noch hinterlässt es auch nach längerem Genuß einen faden Beigeschmack auf der Zunge. An dem malzigen Aroma kann man sich bis zum Schluß erfreuen wobei man auch noch von etwas Schaum begleitet wird.

Dieses “Trinkbier” ist aufgrund seiner Milde extrem süffig weshalb es einen nicht verwundern sollte, wenn man nach wenigen Minuten schon zur nächsten Flasche greift. Hier sollte man sehr aufpassen, möchte man nicht schon nach einer halben Stunde mit einem Vollrausch in der Ecke sitzen. Ein Bier wie man es eher selten bekommt – immerhin kann ich auch hier einen negativen Punkt finden: Das Glas ist zu schnell leer. Da das aber nicht das Problem des Allgäuer Brauhauses ist sondern meines gibt es von mir volle Fünf Punkte für diesen leckeren Bock.

Stammwürze: 16%

Alkoholgehalt: 7,5%

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot

(5/5)

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Reutberger Josefi-Bock – Der Josef bringts

Die Starkbierzeit ist die schönste Zeit weshalb es auch nicht verwundert, dass sich gerade jetzt einige Böcke in meinem Testportfolio befinden. Der Josefi-Bock wird erstmals im Jahr zum Josefifest im März ausgeschenkt und erfreut sich dort wie auch bei mir großer Beliebtheit.

Das klare Bier hat eine rotbraune Färbung und wird von einem anständigen, etwas grobporigen Schaum bedeckt welcher gelblich-weiß auf dem Gebräu thront. Bockbier-typisch riecht es malzig-süß mit einer leichten bitteren Note. Prost!

Sehr malzig kommt es im Antrunk daher. Wenn man solche Biere nicht gewohnt ist kann es einem hier schon einmal die Sprache verschlagen ob der Wucht mit der das Bier hier zu Werke geht. Die angesprochene bittere Hopfennote verbleibt zum Schluß ganz leicht im Mund was ich als recht angenehm empfinde. Nach ein paar weiteren Schluck hat man sich auf das Bier eingestellt und kann es in vollen Zügen genießen. Der Schaum war im Endeffekt leider nicht so stabil wie anfangs vermutet und hat sich nach wenigen Minuten schon verzogen.

Klebrig-süß setzt sich der Test fort bis der Glas geleert ist was aufgrund der Süffigkeit dieses Vertreters der Starkbierzunft nicht allzu lange dauert. Ein sehr gutes Bier mit leichten Abzügen in der B-Note – hier bleibt es definitiv nicht bei einer Halben heute. 4 Sterne nach Reutberg zusammen mit der Hoffnung, dass sie auch mal normale Biere brauen die gut schmecken.

Stammwürze: 17%

Alkoholgehalt: 6,9%

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot

(4/5)

Reutberger Josefi-Bock im Biershop.

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Dachsbräu Ulimator – Ul(t)imativ

Es ist einfach schön, wenn man im Rahmen der ganzen Testerei hin und wieder mal zu einem echten Spitzenbier kommt. Einem, bei dem einfach alles stimmt. Eines dieser Biere ist der Ulimator von Dachsbräu aus Weilheim – ein dunkler Doppelbock der Spitzenklasse.

Auf der Flasche wird man von einem netten Dachs, eingebettet in ein recht phantasievolles Label, begrüßt – das Design ist hier wohl Geschmackssache.  Der Ulimator selbst macht sich schon mit dem für diese Art Bier typischen süßen Malzbiergeruch auf sich aufmerksam dem man naturgemäß nicht lange widerstehen kann. Wieso auch?

Der dunkelbraun-rote Gerstensaft sucht sich seinen Weg über die Zunge und geht dabei recht sanft zu Werke. Recht süß und voll im Geschmack mit einer ganz leichten Hopfennote und einem etwas rauchig wirkendem Malz. Die gut dosierte Kohlensäure begleitet das runde Bier derweil im Abgang, zurück bleibt jetzt ein angenehm herb-süßer Geschmack der einem nur Eines signalisiert: Mehr!

Der “Uli” macht einen recht harmlosen Eindruck – im Gegensatz zum Andechser Doppelbock dunkel – und lässt einen glauben, es hier mit einem leichten Kaliber zu tun zu haben. Dieser Gedanke täuscht aber. Dem ungübten Biertrinker dürfte bereits nach wenigen Zügen aus der Flasche allmählich klar werden, dass man mit dem Ulimator nicht spaßen sollte. Aber auch dem Profi dürfte der Alkohol alsbald in den Kopf steigen – vom Schnelltrinken sollte man hier besser absehen. Bis zum letzten Tropfen – und diesen erreicht man recht schnell – ändert sich diesem Eindruck nicht mehr. Es ist ein perfekt abgestimmtes Gebräu und macht einfach Spaß.

Egal was man von Weilheim als Stadt hält – dieses Bier ist ein echtes Highlight und sollte in keinem Vorratsraum fehlen. Volle fünf Sterne für den Ulimator – und ich werde nun nach einer alten Weisheit handeln. Was ist besser als ein Ulimator? Zwei Ulimator!

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Stammwürze: 19%

Alkoholgehalt: 7,5% vol.

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Hacker Pschorr Animator – Der Animalische

Malzbier. Das war der Erste Gedanke der mir nach dem Öffnen der Flasche des Animators von Hacker Pschorr kam. Würde man es nicht besser wissen so könnte man vermuten, dass man gleich einen halben Liter süßes, alkoholfreies Gesüff in sich schüttet. Doch weit gefehlt – der Animator spielt in einer ganz anderen Liga.

Dies wird einem beim Probieren bewusst. Der Bock schlägt hier mit aller Härte zu und rollt wie eine Dampfwalze über die Zunge. Dabei wird er von seiner zu reichhaltigen Kohlensäure begleitet, die einem den Genuß des Bieres gleich mal stark erschwert. Die Optik ist recht ansprechend – es glänzt rötlich-braun und wird von einer Schaumhaube mit sehr kurzer Halbwertszeit bedeckt.

Der Bock ist recht süß und ziemlich schwer, Spaß sieht anders aus. Es ist eher ein Boxkampf: Mann gegen Bock. Nur leider teilt der Animator einen Tiefschlag nach dem anderen aus gegen die man sich nur schwer wehren kann. Der Hopfen ist irgendwo im Hintergrund verschwunden, verdeckt von dem übermächtig süßen Malz der etwas säuerlich im Abgang schmeckt. Dieser Bock ist defintiv nichts für jedermann. Jede Runde im Kampf wird anstrengender, jeder Schluck eine Herausforderung – die Lippen kleben bereits von der extremen Süße. Aber ich werde mich bis zum bitteren Ende (leider nicht – es bleibt bei der Malzinvasion) durchkämpfen.

Ich könnte mich irren aber ich habe das Gefühl, als wäre der Animator früher nicht so extrem gewesen. Die Schwere, die Kohlensäure und auch die mangelnde Vielfalt im Geschmack sind drei Punkte, die mich hier keine gute Note vergeben lassen können. Es ist jetzt sicherlich kein abgrundtief schlechtes Bier doch ich komm damit nicht klar. Da bleib ich doch lieber beim Andechser Doppelbock dunkel.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot

Alkoholgehalt: 8,1% vol

Stammwürze: 19,3%

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Andechser Doppelbock Dunkel – Der Alltags-Bock

Wenn wir schon bei den Mönchen sind bleiben wir doch auch am besten dort. Zu den bekanntestn Bierbraugeistlichen gehören mit ziemlicher Sicherheit die Brüder von der Klosterbrauerei Andechs. Und um deren dunklen Doppelbock geht es heute.
Das güldene Etikett lässt einen von vorne rein vermuten, dass man es mit etwas besonderem zu tun hat. Darauf zu sehen ist der Klosterberg mitsamt Kloster (in dessen Biergarten ich es immernoch nicht geschafft habe).
Enorm malzig steigt es einem nach dem Öffnen in die Nase was dem Bierkenner signalisiert: Achtung, das wird heftig. Und der Eindruck täuscht nicht. Kräftig und süß macht sich der Trunk auf der Zunge bemerkbar und wird von einer sanften Hopfennote untermalt. Ganz klar, hier steht das Malz im Vordergrund was der Doppelbock auch gar nicht zu kaschieren versucht. Bereits nach den Ersten paar Schluck wird es einem warm ums Herz und man fühlt sich doch irgendwie in den Biergarten versetzt: A Schweinshaxn bittsche!
Zurück zum Bier. Es ist sehr weich und mild – vom Alkohol merkt man im Endeffekt kaum etwas. Wieder eines dieser absolut runden Trinkbiere das man besser nicht unterschätzt.
Mit der Zeit, und das muss auch gesagt werden, wirkt es jedoch etwas zu süß. Gut, bei einem dunklen Doppelbock sollte man sich nicht über zu viel Süße beschweren – man hat jedoch streckenweise das Gefühl es mit einem Malzbier zu tun zu haben weshalb es mir fast ein klein wenig zu brav ist. Das aber nur am Rande – man gewöhnt sich schnell an diesen Umstand und kann sich dann an einem sehr guten Bier erfreuen. Figurbewusste sollten aber besser nicht täglich zu diesem Gerstensaft greifen.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 7,1% vol

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Reutberger Weißbier-Bock: Der Mönch schlägt wieder zu

Und schon wieder hat der Mönch zugeschlagen. Diesmal ist es die Klosterbrauerei Reutberg deren Weißbierbock ich heute verkosten werde. Für Reutberger gilt im speziellen was ich bereits über Klosterbrauereien festgestellt habe: Man kann hier nichts falsch machen.

Fangen wir bei der Farbe an: Ein tiefes orangebraun – gekrönt von dem etwas groben, weißen Schaum. Es riecht fruchtig herb und richtig schön nach leckerer Hefe. Erste Hürde genommen.

Geschmacklick überrascht das Bier mit seiner unerwarteten Milde. Der gemeine Weißbierbock  geht normalerweise gerne etwas mehr zur Sache, nur hier merkt man vom Alkoholgehalt herzlich wenig. Der Gerstensaft gleitet sanft über die Zunge und hinterlässt einen leicht bitteren, süßen und hefig, malzigen Geschmack. Richtig lecker und macht Lust auf mehr. Die Kohlensäure, die sich für den ziemlich gewaltigen Schaum auf dem Bild verantwortlich zeigt, ist kaum zu merken und macht es einem noch einfacher, den halben Liter in kürzester Zeit zu vernichten. Dieser Eindruck verändert sich auch nicht bis zum Schluß – Gelungen vom Anfang bis zum Ende.

Im Grunde kann ich absolut nichts negatives an diesem Bier finden (davon abgesehen, dass es viel zu schnell leer ist). Lediglich könnte es etwas spritziger sein und die Fruchtigkeit etwas mehr betonen. Ich muss mir jedenfalls endlich mal nen Glas aus Reutberg besorgen.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot
Alkoholgehalt: 6,9% vol

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Hofbräu Maibock: Muss man Bock zu haben

Man ist es ja gewohnt, in den Reihen der großen Biermarken eher Mainstreamgeschmack zu finden. Ob das beim Maibock auch der Fall ist wird sich gleich zeigen.

Süß. Das ist der Erste Eindruck nach dem Öffnen der Flasche in die das Hofbräuhaus München den bernsteinfarbenen Gerstensaft gefüllt hat. Das Label selbiger ist ganz nett – die Rückseite aber eher unspektakulär und besteht zu einem guten Teil aus Werbung für andere Biersorten und Treuepunkte.

Oft wird man ja vom Ersten Eindruck – dem Geruch – getäuscht – so auch hier. Entgegen der erwarteten Süße wird man von einer recht intensiven Herbe überrascht. Man merkt ganz klar, dass hier Wert auf eine gute Hopfennote gelegt wurde – es kommt mir schon fast vor als hätte ich es hier mit einem Märzen zu tun. Leider dominiert der Hopfen das Bier viel zu stark – etwas weniger davon hätte der Vollmundigkeit sicher nicht geschadet. Das Wasser ist schön klar, von der Kohlensäure merkt man nicht viel. Sie ist da – mehr auch nicht.
Der herbe Geschmack vegetiert leider noch länger hartnäckig auf der Zunge und verdeckt so den Rest des Bieres ziemlich gut und macht es damit gleichzeitig schwerer zu trinken. Es ist schwer…intensiv und langatmig. Spaß zu Trinken macht es ehrlich gesagt nicht. Aber ich schätze mal, dass sich bei dem Alkoholgehalt spätestens nach der zweiten Halbe niemand mehr Gedanken über zu viel oder zu wenig Hopfen machen wird.

Bleibt zu sagen, dass es sich geschmacklich mit Sicherheit von den meisten Mainstream-Bieren abhebt – ein durchaus positiver Aspekt. Mit Sicherheit wird der Maibock den ein oder anderen Fan haben – ich werde jedenfalls keiner. Zwei Sterne für den Geschmack und einen Stern dafür ein rassiges Bier entgegen dem Mainstream zu brauen.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot
Alkoholgehalt: 7,2% vol.

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Einbecker Ur-Bock Hell – Der Bock der Böcke

Letzte Woche fand eine Flasche des “Ur-Bock” vom Einbecker Brauhaus den Weg in meinen Kühlschrank. Es handelt sich hier augenscheinlich um den Vater der heutigen Bockbiere und wird heute immernoch nach überlieferter Rezeptur gebraut. Na dann mal los.
Ein vertrauer Geruch verlässt die Flasche gleich nach dem Öffnen, erinnert er mich doch sehr an das Flötzinger Märzen – ein Erster Pluspunkt für das Bier aus Niedersachen (Danke fürs Mitbringen, Kurti). Es riecht lecker frisch und fruchtig und meine Neugier steigt – Zeit zum probieren.
Nach einer kurzen Betrachtung des weißen Schaums, der sich recht schnell aufgelöst hat, kommt es zum Ersten Schluck. Die Kostprobe fällt entgegen meiner Erwartungen relativ unspektakulär aus. Es ist ein solides Bier mit einer guten Hopfennote, die sich gleich zu Beginn bitter auf die Zunge setzt. Die vom Duft suggerierte Süße und Süffigkeit vermisse ich leider total – auch nach der halben Flasche will so recht keine wirkliche Trinkfreude aufkommen. Lediglich die angenehme Hopfennote begleitet einem beim Leeren der Flasche, veschwindet aber nach jedem Schluck wieder sofort.
Die Stärke des Tranks, immerhin 6,5%, schmeckt man nicht direkt heraus – hier spielt der Hopfen seinen Trumpf aus da er durch seine Bitterkeit den Alkohol ziemlicht gut verdeckt. Man denkt, man hat es hier mit einem etwas geschmackvolleren Hellen zu tun und nicht mit einem Bock. Das mag für manch einen ganz angenehm sein, ich erwarte mir aber etwas mehr Aufdringlichkeit.
Nichts desto trotz ist der Ur-Bock das beste norddeutsche Bier, dass ich in den letzten Jahen getrunken habe. Für mich muss ein Bock jedoch auch wie ein Bock schmecken und in einer angemessenen Flaschengröße verkauft werden – 0,3 ist (für mich) zu wenig.

Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot.
Alkoholgehalt: 6,5% vol

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