Flötzinger Josefi Bock

Manchmal kann man gar nicht so viel Bier trinken wie man gerne kaufen möchte was dazu führt, dass man sich hin und wieder im Getränkemarkt entscheiden muss, was man sich nun in Kastenform mit nach Hause nimmt. Vor solch eine Entscheidung wurde ich jetzt gestellt als es galt, sich für einen Josefi-Bock zu entscheiden. Normalerweise hat der Reutberger Josefi Bock bei mir einen Stammplatz im März, in diesem Jahr jedoch schickt sich der Josefi Bock der Brauerei Flötztinger an den Reutberger vom Thron zu stoßen. Ob er dies schafft wird der folgende Test zeigen.

Ich lass mich hier nun gar nicht lumpen und werde den Bock gleich im Literformat verkosten. Besonders gut gefällt mir die Farbe des 2011 bei den World Beer Awards als Europas bester Doppelbock ausgezeichneten Bieres welche sich, je nach Lichteinfall, von kastanienbraun bis hin zu rotbraun wandelt. Der Schaum hat einen leichten Gelbstich und ist schön sahnig. Im Geruch punktet es mit einer für Bockbiere typischen Süße mit hefigen und erdigen Noten.

Der Antrunk ist gar nicht so pappig wie man es vielleicht erwarten würde. Das Malz ist sehr würzig und getreidig, dabei aber leicht säuerlich-süß – die typische Flötzinger-Note fehlt hier nicht. Im Abgang etwas herb aber nicht zu sehr um sich die enorme Süffigkeit nicht zu verbauen, die dieses Bier schon zu Beginn aufbaut. Im Geschmack finden sich Brombeeren, Brot und Rauch wieder welche diesem Bier einen sehr erdigen und starken Charackter geben. Sicherlich nichts für Schwachbrüstige.

In der K(ohlensäure)-Wertung gibt sich dieser Doppelbock keine Blöße und zeigt wie man den perfekten Spagat zwischen Frische und schneller Trinkbarkeit herstellt. Den Alkohol kann man zwar wahrnehmen, dieser wird aber vom süßen Malz sehr gut kaschiert und hat damit keinen Einfluß auf den Trinkgenuß. Auch nachdem man den Maßkrug zur Hälfte geleert hat (was bei diesem Bier sehr schnell geht) steht das Bier nicht an sondern überzeugt weiterhin mit seiner Süffigkeit. Auch ist immernoch eine kleine Schaumschicht auf dem Bier vorhanden – das gibt Bonuspunkte.

Was soll ich sagen? Geschmacklich ist der Josefi Bock vom Flötzinger mindestens auf dem gleichen Level wie das Bier aus dem Hause Reutberg – vielleicht sogar noch einen Ticken besser. Beim Alkoholgehalt ist man dem Konkurrenten überlegen – heißt ja nicht umsonst Doppelbock. Also ich finde hier keine Kritikpunkte und freue mich für dieses tolle Bier die Höchstwertung zu geben. Fünf Sterne nach Rosenheim und den Sieg im Vergleich zum Reutberger Josefi Bock!

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 7,5%

(5/5)







4 Gedanken zu „Flötzinger Josefi Bock“

  1. Inwiefern ist der Alkoholgehalt denn ein Kriterium für eine Bierbewertung? Klar, beim Doppelblock ist mehr Alkohol drin, aber ist mehr Alkohol immer gleich besser? Dass man ihn nicht so rausschmeckt, wie Du auch schreibst, ist vielleicht ein Qualitätsmerkmal aber doch nicht die Menge an Alkohol im Bier. Oder ich seh das einfach anders. 😉

  2. Servus

    Der Alkoholgehalt an sich ist kein Kriterium, die Tatsache, dass dieses Bier aber in der Lage ist, einen höheren Alkoholgehalt so gut zu kaschieren aber schon 🙂
    Bestes Beispiel ist da der Eisbock von Nordbräu gewesen. Habe noch nie erlebt, dass man 9% so gut verpacken kann.

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