Camba Bavaria Bourbon Barrels Doppelbock

Irgendwann ist der Punkt erreicht an dem man in die Bier-Warteschlange sieht und sich dann denkt: Heute gibt es etwas Besonderes. Nicht zuletzt an der Champagnerflasche lag es wohl, dass mein Blick beim Bourbon Barrels Doppelbock der Camba Bavaria hängen geblieben ist. Dort sind die Camba Braumeister einfach hergegangen und haben ihren Doppelbock – den Mastrobator – für ein halbes Jahr in einem gebrauchten Whiskey-Fass lagern lassen. Hiervon verspreche ich mir einiges.

Der gereifte – oder auch „ge-age-te“ – Doppelbock hat eine tief rötlich-braune Farbe und macht eine ziemlich gute Figur im Rotweinglas. Die Schaumbildung ist leider nicht ganz so ausgeprägt und das bisschen Schaum, welches man durch phantasievolles Einschenken erzeugt, hält leider nicht lange. Viel interessanter ist aber sowieso der Geruch. Selbiger ist holzig und malzig, hat eine feine Röst- und Honignote und ist leicht alkoholisch.

Im Antrunk präsentiert sich das Bier relativ trocken, leicht malzgeschwängert und offenbart gleich zu Beginn einen Hauch von Vanille. Der leicht herbe Abgang hat ein sanftes Aroma nach Zartbitterschokolade und Karamell und gräbt sich quasi in den Rachen rein. Hier kommt jetzt auf jeden Fall der Whiskey durch, der jetzt für einen leicht holzigen Geschmack und für starke Trockenheit im Mund sorgt worunter die Süffigkeit ein wenig leidet – dies ist aber nun nicht das wichtigste bei diesem Bier.

Auch wenn die Schaumbildung nicht wirklich gut war, die Kohlensäure ist bei diesem Bier wirklich perfekt dosiert und es grenzt schon an ein Wunder, dass diese nach so langer Zeit noch vorhanden ist (oder wurde da vielleicht nachgeholfen?). Kommen wir zur Kritik: Ich finde, dass das Bier etwas mehr Süße vertragen könnte um damit ein klein wenig runder zu wirken und um damit etwas mehr vom Doppelbock zu haben. Das Bier hat viele Ecken und Kanten und könnte somit vielleicht ein klein wenig mehr Harmonie bekommen – dies ist allerdings Jammern auf hohem Niveau.

Beim Bourbon Barrels Doppelbock handelt es sich definitiv um eine Spezialität die man nicht jeden Tag trinkt und auch nicht unbedingt was für jedermann ist. Daher gebe ich dem Bier gute vier Sterne mit Abzügen in der Schaumbildung sowie in der Süffigkeit.

PS: Zu diesem Bier passt die Lindt Vollmilch Haselnuss-Gianduja Schokolade wirklich perfekt!

Gebraut nach dem Reinheitsgebot.

Stammwürze: 18,9%

Alkoholgehalt: 8,5%

(4/5)







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