Schneider Weisse TAPX Mein Aventinus Barrique

schneider_weisse_tapx_mein_aventinus_barriqueDie Spatzen pfiffen es ja schon von den Dächern, im September war es dann soweit: Schneider Weisse präsentierte ihr neues TAPX Mein Aventinus Barrique. Bei diesem Sondersud hatte man sich dazu entschlossen, den Aventinus wie auch den Aventinus Eisbock etwa ein Jahr lang in vier verschiedenen Holzfässern zu lagern und am Schluss aus den beiden Bieren einen Blend (oder auch Cuvée) zu machen und diesen dann in Flaschen nochmals gären zu lassen. Im nun folgenden Test dieses außergewöhnlichen Bieres wird sich nun zeigen, ob sich der Aufwand gelohnt hat.

Oha! Der Duft von Rotwein liegt in der Nase nachdem die Flasche geöffnet wurde und sich das dunkelbraune sowie trübe Bier ins Glas ergießt. Die Schaumbildung findet beinahe nicht statt, lediglich vereinzelte Inseln von feinporigen Schaum sind zu sehen – nach der langen Lagerzeit überrascht das nun aber nicht so sehr.

Beim ersten Schluck überwiegen intensive Holzaromen den Geschmack des leicht säuerlichen Bieres. Erst ein wenig später kommen teils intensive Rotweinaromen daher, Trauben, Erd- und Waldbeeren wie auch Kirschen tanzen wird auf der Zunge und kombinieren sich mitsamt der Säure zu einem sehr interessanten Geschmackserlebnis. Das weit im Hintergrund agierende Malz ist recht süß (wie man es ja von den dunklen Weizenböcken her kennt) und erzeugt einen sehr breiten sowie milden Träger der die intensiven Fassaromen auf die Zunge des Genießers bringt.

Ein wenig spritziger könnte das Starkbier schon sein – die Rezens kann man gerade noch so als ausreichend bezeichnen was definitiv der fehlenden Kohlensäure zuzuschreiben ist. Den Alkohol merkt man dem Aventinus Barrique indes nicht an, erst nach einem halben Glas wirds etwas wärmer im Bauch und man fängt an sich zu wünschen, dass die Flasche niemals leer wird.

schneider_weisse_tapx_mein_aventinus_barrique_flascheDie intensive Fassnote sowie die Säure sind sicherlich nicht jedermanns Geschmack, mir gefällt es allerdings recht gut. Allerdings hätte dem Bier eine längere Lagerzeit gut getan, wirkt es derzeit noch nicht hunderprozentig ausgewogen und minimalst übersäuert. Nichts desto trotz ist dieses Bier, welches ich geschmacklich hinter dem 2012er „Mein Cuvée Barrique“ einordnen würde, ein wunderbares Beispiel von Braukunst und Experimentierfreudigkeit und mir damit knapp noch fünf Sterne wert.

Der großen Nachfrage ist es zu verdanken, dass das TAPX (wie so oft) weg geht wie warme Semmeln. Mit etwas Glück könnt ihr hier noch eine Flasche samt Glas ergattern.

Stammwürze: 21,5%

Alkoholgehalt: 9,5%

(5/5)







4 Gedanken zu „Schneider Weisse TAPX Mein Aventinus Barrique“

  1. Danke für den Test, dann kann ich ja beim nächsten Metro-Besuch zugreifen. Dort hatten sie die Flaschen zu 9,95€ und auch Geschenkverpackungen mit zwei Gläsern zu knapp 17€ noch palettenweise.

  2. Gestern verkostet: Freund und ich haben nach dem ersten Schluck den Rest ausgeschüttet. Sorry, diese saure Brühe hat wirklich Nichts! mit dem superben Aventinus zu tun, 10 € zum Fenster raus.

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