Störtebeker Whiskey-Bier

stoertebeker_whiskey_bierAuf dem Testplan steht heute das Whiskey-Bier der Störtebeker Braumanufaktur aus Stralsund. Dabei handelt es sich, wie manch einer tatsächlich glaubt, mitnichten um eine Mischung aus Bier und Whiskey sondern um ein Bier, bei dessen Herstellung sog. Whiskeymalz genutzt wurde. Dieses wird, und daher kommt der Name, über Torffeuer geräuchert wodurch der charakteristische torfig-rauchige Geschmack entsteht. Ich bin gespannt, ob dieses obergärige Starkbier mit anderen Vertretern seiner Zunft mithalten kann.

Der feinporige Schaum, welcher das trübe, orange- bis bernsteinfarbene Bier bedeckte, hatte sich binnen Sekunden leider in Luft aufgelöst. Im Geruch weist das Ale die für Islay-Whiskeys so typischen Torfaromen auf, gepaart mit seinem süßlich-zitronigen Einschlag an dem der verwendete Hopfen zumindest eine Teilschuld haben dürfte.

Im Antrunk ergießt sich ein Schwall aus Süße und Raucharomen auf die Zunge wobei sich der Torf aber halbwegs in Grenzen hält um den Genießer nicht gleich vollends zu überfordern. Etwas Alkohol kommt dazu und sorgt, zusammen mit einem Hauch Hopfenwürze, im Abgang für eine stimmige Mischung. Mir ist die Karbonisierung des Ganzen ein wenig zu stark ausgefallen wodurch die Trinkbarkeit des Bieres leidet. Auch wirkt sich die etwas zu starke Süße – die mit dem Verschwinden der Kohlensäure noch intensiver ausfällt – negativ auf die Süffigkeit des Gebräus aus.

stoertebeker_whiskey_bier_flascheEin wenig Karamell ist inmitten des Gebräus schmeckbar, hält sich aber im Hintergrund. Insgesamt betrachtet würde ich mir etwas mehr von dem im Antrunk vorhandenen Hopfenaromen wünschen – eine Mischung aus exotischen Hopfenaromen und dem torfigen Malzbett könnte ganz interessant wirken. So aber ist das Bier, trotz seiner Stärke und dem ungewöhnlichen Aroma, ein wenig zu schwach.

Harte Nuss. Einerseits ist dieses Bier eigenwillig und definitiv nicht für Jedermann, andererseits ist man den Weg nicht konsequent bis zum Schluß gegangen. Mehr Torf oder mehr Hopfen – das wäre es gewesen. So reicht es aber nur für knappe drei Sterne.

Stammwürze: 20,5%

Alkoholgehalt: 9%

(3/5)







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