Braukunst Live 2014 – Rückblick

Seit der Braukunst Live 2014 sind nun zwei Tage vergangen und man konnte die Zeit nutzen, die vergangene Biermesse sowie die ersten Reaktionen etwas auf sich wirken zu lassen. Ja, die Braukunst Live war auch dieses Jahr wieder Anziehungspunkt für allerlei gemischtes Publikum – der Fachbesucher wie auch der Bierliebhaber ist in den drei Tagen definitiv auf seine Kosten gekommen und konnte aus einer schier unüberschaubaren Auswahl an Bieren wählen was nicht immer einfach war. So ist es auch kaum verwunderlich, dass auch ich nur ein wenig an der Oberfläche der bierigen Vielfalt kratzen konnte – aber allein das war mehr als ausreichend wie ihr im nun folgenden Rückblick lesen werdet.

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Marc Rauschmann, Frank Böer

Angefangen hat der Freitag Nachmittag mit dem alljährlichen Presserundgang bei dem man an den vier Premiumpartnern und den Hopfenspezialisten von Barth-Haas vorbeikam und nebenbei Zeit hatte, sich auf der (zu diesem Zeitpunkt noch) recht leeren Messe umzusehen. Die Reihenfolge des Rundgangs war vermutlich auch der Reihenfolge der Stände geschuldet – bei Braufactum mit einem IPA zu beginnen und danach den Hallodri zu probieren war etwas unglücklich. Nachdem bei Schneider Weisse die Porter Weisse auf dem Rundgangs-Probierplan stand (und mir doch von den vier Premiums am besten schmeckte), startete meine große Tour durch die Gänge des MVG-Museums.

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Ale*Mania Gose

Erster Punkt war der große, gemeinsame Stand der deutschen Craftbeer-Größen. Von BrauKunstKeller über Pax-Bräu, Kreativbrauerei Kehrwieder, Schoppe BräuHopfenstopfer bis hin zu Ale*Mania waren da all die vertreten, die einen großen Teil zur Craftbeer-Bewegung in Deutschland beitragen. Wie angekündigt gab es dort auch ein paar nette Biere zu trinken, unter anderem das Dark Red Temptation von Hopfenstopfer wie auch die neuen Biere von Fritz Wülfling aka Ale*Mania. Gerade dessen Gose empfand ich durchweg sehr trinkbar und erfrischend – ein willkommene Abwechslung zu den allgegenwärtigen Hopfenbomben.

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O.A.R.I.S.

Besonders gefreut hatte ich mich auf O.A.R.I.S, den Oak Aged Russian Imperial Stout welcher aus einer Zusammenarbeit zwischen Thorsten Schoppe (Holy Shit!) und Hans Christian Müller (Bayerisch Nizza) entstanden ist. Für mich, und das möchte ich gleich an dieser Stelle sagen, war es das Bier der Messe. Unter den mittlerweile recht häufig vorkommenden Bieren die in Fässern aller Façon ausgebaut wurden, sticht das O.A.R.I.S. mit seinem eleganten Fassaromen von milden Whiskey und Eiche angenehm heraus. Dazu mischen sich intensive Röstaromen von Kaffee, Schokolade und Toffee die von einer feinwürzigen und nicht übertriebenen Hopfung abgerundet werden. Sicher gibt es andere, stärkere, intensivere wie auch hopfigere Biere (gerade bei den Imperial Stouts), jedoch bleibt dabei gerne mal die Trinkbarkeit etwas auf der Strecke und man muss sich gerne mal mit zu übertriebenen Fassnoten rumschlagen. Nicht so bei diesem Berliner-Aschaffenburger Kleinod weshalb ich diese „Auszeichnung“ nur allzu gerne vergebe und damit sicherlich nicht unbedingt alleine bin. Einzig mit der Verfügbarkeit hapert es ein wenig weshalb ihr euch beeilen solltet, das Bier bei Bedarf zu bestellen.

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Dreierlei Freigeist Bierkultur

Sehr interessant ging es auch nach diesem Stout weiter, konnten sich die Geschmacksnerven nach erfolgreicher Neutralisierung doch über den Galaxy Weizenbock der Weihenstephaner Studenten freuen bei dem einzig der namensgebende Hopfen genutzt wurde um für die süßlich-exotischen Aromen wie auch für die Herbe zu sorgen. Dazu gesellte sich noch eine Weinhefe und fertig war das sehr wohlschmeckende Bier. Ebenfalls erwähnenswert waren der Doppelbock der Schlossbrauerei Eichhofen wozu ein passender Whiskey gereicht wurde, das gelagerte Abteibier von Lammsbräu sowie auch das komplette Angebot am Stand von Freigeist Bierkultur (ich sage nur Lama Ding Dong oder Schottenrock). Auch mit den Bieren der Riegele Biermanufaktur war wieder viel Spaß im Glas, eignen sich diese doch auch sehr gut als Absacker vor dem Verlassen der Messe.

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Mikkeller

Besonders bemerkenswert, wenngleich auch nicht jedermanns Sache, waren die Biere von Mikkeller (allen voran der Espresso-Stout sowie der Barley-Wine) oder auch das „From Asia with Love“ von Pax-Bräu in dem sich unter anderem Orangenschalen, Zitronengras, Ingwer, Pfeffer, Koriander und Habanero-Chillies befanden und dieses Witbier zu etwas ganz Besonderen (und leckeren!) machten. Neben all den Bieren – ich habe bisher auch nur einen Teil des erlebten dokumentiert – möchte ich noch die Gose von Axel Kiesbyes Bierkulturhaus hervorheben. So fruchtig, erfrischend und mit stärkerer, jedoch sehr gut passenden Säure war diese eine meiner Highlights welches ich auch mehrfach genossen habe.

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Tripple Nipple

Neben all der Aufmerksamkeit und Lob, die die anwesenden Biere verdient haben, muss man auch mal einen Blick auf die Messe als Ganzes werfen. Die Braukunst Live ist auch in diesem Jahr wieder gewachsen (vor allem auf Besucherseite) was eines der größten Probleme der Messe weiter offenbart hat: Der Platz. Der Samstag war, bedingt durch die Bessuchermassen, zeitweise sehr anstrengend und ließ auf Seiten der Aussteller wie auch der Besucher die Möglichkeit zum Austausch gerne mal vermissen. Auch die Toilettensituation war zeitweise, gelinde gesagt, unbefriedigend und von den langen Schlagen am Eingang wollen wir erst gar nicht mal reden. Gesetzt dem Fall, dass auch im nächsten Jahr mit einem weiteren Wachstum in der Größenordnung der letzten Jahre rechnet, wird das MVG-Museum in der Form wohl nicht mehr ausreichen – da werden Frank Böer und sein Team einiges zu tun haben. Ansonsten hat die Versorgung mit frischen Gläsern weitaus besser funktioniert als im Vorjahr, die Security war hingegen weiterhin nicht dem Stil und Spirit der Messe angemessen.

Sei es wie es sei, die Messe war für die Besucher wie sicherlich auch für den Veranstalter ein voller Erfolg. Tolle Biere wurden verkostet, nette Leute kennengelernt und gerade die After-Messe Parties werden noch dem ein oder anderen im Gedächtnis bleiben. Ich freue mich jedenfalls auf die Braukunst Live 2015 und hoffe, in einer etwas ruhigeren Umgebung ein paar mehr Fotos zu machen und noch mehr mit den Ausstellern in Kontakt zu kommen.

In diesem Sinne: Prost!

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