Franziskaner Kellerbier

franziskaner_kellerbier2016 wird vermutlich als Jahr der Kellerbierschwemme in die deutsche Biergeschichte eingehen. Dem Trend folgend gibt es auch seit April ein untergäriges Kellerbier von Franziskaner – ja, die „Franziskaner“ die sonst nur Weißbier brauen und gefühlt in jedem zweiten Gastronomiebetrieb in Oberbayern zu finden sind. Das Bier ist wohl auch als Huldigung der eigenen Geschichte gedacht, schließlich braute man bis 1964 nur Lagerbiere.  Na dann schauen wir mal, ob dieses Bier den deutschen Biermarkt bereichern wird…

In der Optik kommt das leicht trübe Bier bernstein- bis kupferfarben daher und trägt einen feinporigen, weißen Schaum oben auf. Der Geruch ist unspektakulär brotig-malzig ohne großartige Akzente zu setzen.

Der Antrunk ist recht malzlastig, süßlich und mit etwas Säure versehen. Auf der Zunge angekommen wirkt es süßlich-pappig und bringt eine Spur dunkler Malze mit wozu sich etwas Hefe sowie ein kräuterartiger Hopfen gesellt. Selbiger lässt ein frisches Aroma jedoch vermissen, wirkt dumpf und wenig aromatisierend und mischt sich zu einer subtilen, kurz aufblitzenden Fruchtigkeit für die sich wohl die Hefe verantwortlich zeigt. Die Bitterkeit fällt gerade zum Abgang hin auf, der bei Kellerbieren ja gern mal ein wenig herber sein darf – im Fall von diesem Exemplar hängt die Herbe jedoch recht lang unangenehm im Hals fest, ohne dass die Malzseite dies etwas abmildern könnte.

franziskaner_kellerbier_flascheIm Trinkverlauf ändert sich wenig, das kleine bisschen an Hopfenaroma verschwindet binnen Sekunden und hinterlässt die bereits angesprochene Herbe. Auch an der pappigen Süße ändert sich nichts, das Bier wirkt im allgemeinen langweilig und sehr angepasst – genau so, wie fast alle der derzeit auf den Markt drängenden Kellerbiere der großen Brauereien. Zudem fehlt dem Bier Spritzigkeit, die es vielleicht ein wenig frischer hätte wirken lassen – so erinnert es bisweilen einfach nur an einen feuchten Keller.

Nein, auf dieses Bier habe ich nicht gewartet. Der Markt an Kellerbieren wird schon gut bedient, vor allem von vielen regionalen Brauereien deren Erzeugnisse geschmacklich in einer ganz anderen Liga spielen. 2 Sterne.

Alkoholgehalt: 5,2%

(2/5)







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