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Das 1×1 des Heimbrauens – Was man so braucht

Geschrotetes Weizenmalz

Auch wenn es im Internet genug Möglichkeiten gibt, an gute Informationen zum Heimbrauen zu kommen, möchte ich euch in dieser kleinen Serie mal erklären, was man alles so braucht, wie es geht und was ihr beachten müßt. Ich richte mich damit explizit an Anfänger die zum ersten Mal in die Welt des Bierbrauens schnuppern wollen. Solltet ihr Ideen, Anregungen oder Fragen dazu haben, einfach schnell einen Kommentar schreiben.

Fangen wir heute also mal mit dem Wichtigsten an: Was man so braucht.

Bevor man mit dem Brauen loslegen kann sollte man sich mal kurz den rechtlichen Aspekt das Heimbrauens ansehen. Hier gibt es im Grunde nicht viel zu beachten solang man unter 200 Liter Ausstoß im Jahr bleibt. Das Brauen an sich muss zwar beim Zoll angemeldet werden, jedoch erst ab der genannten Grenze wird man damit steuerpflichtig. Der Satz der Biersteuer dafür liegt (2009) bei 0,787 € pro 1 Hektoliter und je Grad Plato der Stammwürze.

Da dies jetzt erstmal geklärt ist, gehts ans Wesentliche: Dem Brauzubehör. Wer zum ersten Mal in der heimischen Küche, die ist dafür mehr als ausreichend groß, eine kleine Menge (sagen wir mal 6 Liter) brauen möchte, der benötigt, nebst Küchenutensilien, lediglich ein paar weitere Gerätschaften. Fangen wir mal mit den Dingen an, die normalerweise jeder in seiner Küche/Wohnung hat:

  • Ein Herd (am besten E-Herd – der is recht einfach zu regulieren)
  • Zwei größere Kochtöpfe mit Deckel
  • Ein Nudelsieb
  • Eine Schaumkelle
  • Einen Holzlöffel oder etwas in der Art zum umrühren
  • Zwei Eimer

Dazu kommen ein paar, teilweise besondere, Utensilien die unerlässlich sind:

  • Ein digitales Thermometer mit externem Temperaturfühler zum Überwachen der Temperatur
  • Eine Bierspindel + Zylinder zum messen der Stammwürze
  • Ein Trubfiltergewebe
  • Flaschen mit Bügelverschluß (entweder von getrunkenem Bier oder extra kaufen)

Damit ist die Grundausstattung schonmal geklärt. Generell muss man zum Start mit Investitionen von ca 50-70 Euro rechnen die sich nur auf die „Hardware“ beschränken wobei man unter Umständen dann gleich zu einem „Starterset“ greifen kann. Beziehen kann man die Gerätschaften einfach im Internet z.B. bei braupartner.de. Dort bekommt ihr auch die Zutaten für euer Bier – also Malz (sogar schon vorgeschrotet), Hopfen (als Pellets) und Hefe (Flüssig oder Trocken). Aber auf das eigentlich elementare bin ich noch nicht eingegangen: Das Rezept.

Auch hier kann einem das Internet durchaus behilflich sein, finden sich dort einige Seiten und auch Foren, in denen sich fleißige Hobbybrauer austauschen und auch ihre Rezepte veröffentlichen. Aber gerade Anfängern empfehle ich gerne etwas Literatur um sich vor allem erstmal über das Bier und die nötige Theorie zu informieren. Hier sollte das Buch Bier selbst gebraut von Klaus Kling auf keinen Fall fehlen, welches – so ganz nebenbei – noch einige Rezepte beinhaltet mit denen ihr loslegen könnt. Alternativ habe ich hier auch noch ein Weißbier-Rezept für euch.

Im nächsten Teil gehts dann ans Eingemachte und ich gebe euch die Antwort auf die Frage: Was ist beim brauen noch viel wichtiger als Zutaten, Hardware und Lektüre?

 

Update: Hinweis zur Zollanmeldung korrigiert.

Im Test: Das Braufässchen

Nachdem ich das Braufässchen ja bereits im Bier-Splitter erwähnt hatte, wurde mir vom Braufässchen-Team angeboten, ich könne mir zum Test mal eins zusammen konfigurieren. Da ich ja gerne selbst Bier braue und von Natur aus neugierig bin, habe ich das Angebot angenommen und mir das Brauset für ein dunkles Bier mit „normaler“ Hopfung bestellt. Wenige Tage später brachte der Postbote auch schon mein Paket und ich konnte loslegen. Fangen wir mal an.

Das Brauset

Das Brauset
Im Paket befanden sich, neben dem 5-Liter Einwegfass, noch folgende Behältnisse und Zubehör:

  • Eine Flasche mit dem dunklen Malzextrakt
  • Ein Fläschchen Hopfenextrakt
  • Ein kleiner Behälter mit der Trockenhefe
  • Ein Druckventil, eine Brauanleitung sowie zwei Bierdeckel

Schritt 1: Das Fass füllen

Malzextrakt

Ohne große Vorbereitungen kann man auch schon loslegen. Wie einem die bebilderte und durchnummerierte Anleitung verrät muss zuerst der transparente Stopfen vom Fass entfernt werden – dieser sorgte dafür, dass das Fass innen steril blieb. Selbiges wird nun mit dem Malzextrakt befüllt. Dieses quält sich relativ langsam aus der Flasche, landet aber nach etwa 2 Minuten komplett im Fass. Praktischerweise kann man die Flasche nun auch gleich als Hilfsmittel zur Dosierung nutzen was den positiven Nebeneffekt hat, dass man dabei auch die letzten Extraktreste lösen kann.

Trockenhefe

Nun kommt eine Flasche kochendes Wasser in das Fass welches daraufhin nochmals mit dem transparenten Deckel verschlossen und danach kurz geschüttelt wird. Daraufhin wird das Fass mit fünf weiteren Flaschenladungen Wasser gefüllt – diesmal aber nur kalt. Hat man dies erledigt gibt man erst den Hopfen und danach die Trockenhefe hinzu.

Schritt 2: Versiegeln

Druckventil

Nachdem man mit dem Befüllen fertig ist, wird das Fass mit dem beigelegten Druckventil versiegelt. Dabei ist darauf zu achten, dass man den inneren Teil des Ventils nicht nach unten drückt. Dieses sorgt später beim Anzapfen dafür, dass Luft ins Fass strömen kann wenn man das Bier herauslässt – jetzt jedoch sorgt es dafür, dass das Fass luftdicht verschlossen ist und munter vor sich hin gären kann.

Schritt 3: Warten

Nachdem man für die ersten Schritte lediglich wenige Minuten brauchte, kommt  jetzt der größere Zeitbrocken. Fünf Tage muss das Bier nun gären und danach noch zwei Tage gekühlt reifen. Zwischendurch muss das Fass, zur Vitalisierung der Hefe, einmalig für ein paar Sekunden gewendet werden.

Schritt 4: Probieren

Das Ergebnis

Kommen wir zu dem für mich wichtigsten Teil: Das Probieren.

Nachdem man den inneren Teil des Überdruckventils mit einem zischen nach innen gedrückt hat, kann das Faß Luft ziehen und man kann mit dem Zapfen beginnen. Das trübe Bier is relativ hell, sieht fast wie Spezi aus. Der sich bildende Schaum ist bräunlich eingefärbt, ist sehr fein und löst sich leider auch schnell wieder auf. Vom Geruch her ist das Produkt durchaus mit einem dunklen Bier vergleichbar. Röstige, leicht angesäuerte Malzaromen dominieren hier.

Geschmacklich ist das Gebräu jetzt nicht der Hit. Etwas zu sauer (aber nicht umgekippt) und mit süßlich Malznuancen durchzogen die im Abgang etwas mehr rauskommt. Der Hopfen ist geschmacklich so gut wie unauffällig (ich hatte „normale“ Hopfung gewählt – „mild“ kann ich mir schwer vorstellen) und spielt somit keine Rolle. Kommen wir aber zum größten Kritikpunkt: Die Kohlensäure. Dass das Faß unter Druck steht war beim lösen des Druckventils durchaus zu vernehmen, nach dem Zapfen kommt davon aber nicht viel im Glas an wodurch das Ganze eine relativ lasche Angelegenheit wird und mich nicht überzeugt.

Gut möglich, dass die zusätzlichen Geschmäcker hier für etwas mehr Abwechslung und damit auch zu einem anderen Ergebnis führen.

Man kann nun davon halten was man möchte – gerade im Hinblick auf das nicht eingehaltene Reinheitsgebot – aber ich halte das Braufässchen vor allem für eine kreative Geschenkidee. Die Zubereitung ist wirklich einfach, geht schnell und ist auch für Laien verständlich. Was das regelmäßige Brauen angeht, bleibe ich aber lieber beim alten, zeitaufwändigen Brauprozess.

Sollte einer von euch jetzt auf den Geschmack gekommen sein oder das Braufässchen als Geschenkidee nutzen wollen, so könnt ihr es entweder mittels Konfigurator auf der Braufässchen-Seite oder hier bestellen.

 

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usoX Weißbier 1 – Rezept

Ich habe in der Vergangenheit schon mehrfach Bier in Kleinstmengen (etwa 6 Liter) mit einfachsten Mitteln gebraut wobei ich auf der Suche nach dem „perfekten“ Weißbier bin. In Zukunft werde ich euch darüber auf dem laufenden halten – inklusiver meiner Rezepte und meiner vielleicht etwas speziellen Vorgehensweisen.

Trotz meiner vorherigen undokumentierten (aber durchaus erfolgreichen) Brauvorgängen werde ich diese hier beginnend von 1 durchnummerieren damit ihr dem Ganzen immer folgen könnt. Daher fange ich heute mit dem „usoX Weißbier 1“ an in der Hoffnung, dass noch einige folgen werden.

Los geht es mit dem Heiligsten: dem Rezept.

Die Rezeptur eines Bieres ist natürlich das alleroberste Geschäftsgeheimnis einer Brauerei. Basisrezepte kann man sich jedoch natürlich in der einschlägigen Fachliteratur sowie im Internet holen. Ich selbst habe kein Problem, meine Rezeptplanungen zu veröffentlichen. Wer Ideen und/oder Vorschläge hat kann diese gerne kund tun. Ich muss eigentlich nicht extra erwähnen, dass ich mich strikt an das bayerische Reinheitsgebot halte, oder?

Zielmenge: ca 6 Liter

  • 700g Weizenmalz
  • 500g Pilsenermalz
  • 35g Karamellmalz
  • 8g Hopfen (Hallertauer Perle, 7,8% alpha)
  • 5 Liter Wasser zum Einmaischen
  • 4 Liter Wasser für den Nachguß

Derzeit überlege ich mir noch, ob ich für diesen Brauvorgang eine andere Hopfensorte nutzen soll. Ebenso weiß ich noch nicht, ob ich auf Frisch- oder Trockenhefe zurückgreifen werde (Frischhefe bevorzuge ich natürlich). Möglicherweise werde ich auch die netten Leute des Tölzer Mühlfeldbräu fragen ob dort wieder ein paar Milliliter Hefe über sind.

Im nächsten Teil werde ich euch zeigen, welche Ausrüstung ihr braucht und wie einfache Mittel im Haushalt spezielle Anschaffungen wie z.B. einen Läuterbottich unnötig machen (bezieht sich natürlich nur auf diese Kleinstmenge).

Anregungen und Kommentare sind erwünscht.