Archiv der Kategorie: Biertest: 1 Stern

Lausitzer Porter

lausitzer_porterDem ein oder anderen von euch wird mein heutiger Testkandidat vielleicht untergekommen sein – es handelt sich um das Lausitzer Porter der Löbauer Bergquell Brauerei. Traditionell soll dieses Bier sein, wurde es doch in ähnlicher Form bereits Ende des 19. Jahrhunderts in der Lausitz gebraut. Mir wurde dieses Bier freundlicherweise mitgebracht, zusammen mit der Hardcore-Variante Erdbeer-Porter…heute stelle ich euch aber erstmal die „Standard-Variante“ vor.

Der Schaum, der das dunkelbraune bis schwarze Bier Getränk bedeckt, fällt ein wenig grobporig aus, die Standfestigkeit geht gerade noch in Ordnung. In der Nase finden sich würzige Hopfennoten, etwas Rauch und Metall.

lausitzer_porter_flascheAch du meine Güte ist das süß, das hält man ja kaum aus. Geschmacklich liegt das, was gerade auf meiner Zunge liegt, irgendwo zwischen Malzbier und einem Milk-Stout (so etwa im Verhältnis 95:5). Vereinzelte Röstaromen sind da, gehen aber in einem leicht karamelligen Zuckerschwall des mastigen Bieres komplett unter. Der Abgang ist dementsprechend pappig-süß, Hopfen sucht man vergebens.

Gut, das war nun ein kurzes Gastspiel – das kriege ich nicht runter und daher gibt es die (schon lange nicht mehr vergebene) Mindestwertung von einem Stern.

Alkoholgehalt: 4,4%

(1/5)







Beck’s Amber Lager

becks_amber_lagerIn den vergangenen Wochen ging es bezüglich der drei neuen Beck’s Sorten hoch her. Es wurde viel gemotzt, viel geschrieben und viel analysiert…das Ergebnis: Unklar. Fakt ist, dass die Craft-Gemeinde sehr empört über die gar nicht so craftigen, neuen Biere der Brauerei war. Auch wenn deren Aufmachung, die zugegeben nicht schlecht wirkt, stark in die Richtung der Craftbeer-Fraktion tendiert, so versteckt hinter der Fassade ein einfaches Allerweltsbier. Um das zu belegen, stelle ich heute das neue Amber Lager der Bremer vor. Los gehts.

Über die kupferrote Färbung des Bieres kann man ja mal nichts Negatives sagen, über die Schaumbildung und -stabilität allerdings schon – diese ist mangelhaft. Im Geruch tummelt sich etwas brotig-nussiges Malz sowie ein diffuses Hopfenaroma.

Das Mundgefühl des recht hoch karbonisierten Bieres ist angenehm weich, geschmacklich ist allerdings nicht viel los. Süßes, recht charakterloses Malz läuft über die Zunge und hinterlässt einen beinahe geschmacklosen Film, lediglich einige wenige Getreidenoten finden sich im Geschmack wieder die mit einem metallischen Eindruck einhergehen. Der Abgang ist ebenso langweilig und unauffällig – es plätschert so dahin.

becks_amber_lager_flascheIch fühle mich stark an den Heineken Biertest von vor 4 Jahre erinnert wobei dieser Vergleich beinahe eine Beleidigung für das Heineken ist. Es ist ein absolut langweiliges Lagerbier mit Null Charakter – ich empfinde dahingehend auch den Preis von ca 1 Euro pro 0,33l Flasche, gelinde gesagt, als eine bodenlose Frechheit.

Konnte ich dem Pale Ale noch irgendwo etwas abgewinnen, gilt hier nur eines: weg damit, 1 Stern. Ende.

Glaubt ihr mir nicht? Überzeugt euch selbst und bestellt das Amber Lager hier.

Alkoholgehalt: 5,7%

(1/5)







Maximus Highhops 6

maximus_highhops6Aus den Niederlanden, genauer gesagt aus Utrecht, kommt das Highhops 6 der Maximus Brouwerij, ein IPA das zumindest vom Namen her einiges an Hopfen verspricht. Gehört habt ich von der Brauerei bisher noch nichts, das muss nun aber auch nichts heißen. Sparen wir uns heute mal die Vorrede und kommen gleich zum wichtigen: Dem Bier.

Etwas gushy das Bier. Nachdem es dann allerdings nicht mehr auf dem Boden sondern auch schon im Glas angekommen ist strahlt es, leicht eingetrübt, in einem satten Bernsteinton. Der Schaum ist nicht nur üppig sondern auch von cremiger Textur und strahlend weiß. In der Nase gibt es sich stilecht, Grapefruitnoten, etwas Limette und ein bisschen Malz sind riechbar.

maximus_highhops6_flascheDer Antrunk fällt dagegen eher lahm aus. Eine dumpfe, unangenehme Herbe legt sich über jeden Schluck des gar nicht so aromatischen India Pale Ales. Ein Hauch von Zitrusaromen ist in dem relativ neutralen gehaltenen Körper vorhanden, geschmacklich stechen diese aber kaum hervor. Recht eintönig dann auch der viel zu herbe Abgang – es wirkt beinahe medizinisch.

Die Trinkbarkeit hält sich arg in Grenzen, einerseits ist es überkarbonisiert und andererseits stört dieser unangenehme Herbeeindruck wirklich arg. Ne, ich werde nicht glücklich damit…für mich eine Vollkatastrophe. Kaum Aroma, langweiliges Malzbett und fiese Herbe – damit auch nur 1 Stern.

Alkoholgehalt: 6%

(1/5)







Allersheimer Landbier Dunkel

allersheimer_landbier_dunkelAus Holzminden hat mich das Landbier Dunkel der Brauerei Allersheim erreicht – genauer gesagt handelt es sich hierbei um ein „dunkles Pils“. Gehört habe ich von der Brauerei, die in etwa zwischen Bielefeld und Hannover gelegen ist, noch nichts und habe dann recht interessiert geschaut als ich das Bier in meinem Bierwichtel-Paket vorfand. Ich bin gespannt.

Im Glas angekommen wirkt das dunkle Bier recht schick, klar und ohne Schnörkel leuchtet das dunkle Bier und wird von einer weißlich-gelben – jedoch nicht sehr stabilen – Schaumhaube bedeckt. Darunter riecht es nach dunklen Braumalzen, ein wenig nach Hopfen sowie leicht metallisch.

Der Antrunk wirkt beinahe wie eine Keule – ein deutlicher Oxidationsgeschmack macht sich breit und überdeckt das ansonsten kantige, unausgewogene Malzaroma. Ansonsten wirkt das Gebräu sehr wässrig und hat auch im Abgang nicht viel zu bieten – der Hopfen ist sporadisch vorhanden und trägt nicht wirklich zum angenehmen Geschmacksempfinden bei.

allersheimer_landbier_dunkel_flascheNein, Abbruch. Das Bier schmeckt mir absolut nicht – mehr als zwei Schluck waren nicht drin. Ein Stern.

Stammwürze: 11,6%

Alkoholgehalt: 5%

(1/5)







Lang-Bräu Maibock dunkel

lang_braeu_maibock_dunkelDer Mai nähert sich mit großen Schritten, Grund genug mal wieder zu einem Maibock zu greifen. Auf dem Programm steht daher heute der dunkle Maibock des Lang-Bräu aus dem oberfränkischen Wunsiedel im Fichtelgebirge.

Im Geruch präsentiert sich das rötlich-braune Bier süß-malzig und bringt, neben einem Hauch Hopfen, auch eine Röstmalznote mit die allerdings ein wenig dumpf wirkt. Leider hat sich der feinporige, leicht bräunliche Schaum schon recht bald nach dem Einschenken verzogen.

Neben einer recht starken Herbe wird der Antrunk von der bereits angesprochenen Röstaromatik geprägt die allerdings sehr unausgewogen und eckig wirkt. Dabei geht das Malzbett recht süß zu Werke, hat einen Touch von Karamell und Raucharomen die jedoch sehr an Asche erinnern. Die mit dem Bier einhergehende Herbe ist mir zu stark und wird auch nicht von einer besonderen Hopfenaromatik begleitet, der Abgang ist lediglich trocken und wird von dem omnipräsenten Röstaromen dominiert.

lang_braeu_maibock_dunkel_flascheDazu gesellt sich ein recht penetranter Alkoholgeschmack und zu viel Kohlensäure….ne, also das wird nix mehr. Dieser Maibock ist viel zu herb, unausgewogen und besitzt zu viele unpassenden Röstaromen – kurzum: er schmeckt mir absolut nicht weshalb ich auch nur einen Stern vergeben kann. Schade!

IBU: 29

Stammwürze: 18,1%

Alkoholgehalt: 7,5%

(1/5)







Schlossbrauerei Fürstlich Drehna Premium Luxury Schloss-Bräu

schlossbrauerei_fuerstlich_drehna_premium_luxury_schloss_braeuHinter dem etwas sperrigen und mit superlativen gespickten Namen „Premium Luxury Schloss-Bräu“ verbirgt sich das Pils der Schlossbrauerei Fürstlich Drehna aus Luckau in der Niederlautitz. Allzu bekannt ist mir diese Brauerei nicht, einzig den hauseigenen „Odin-Trunk“ habe ich schonmal beim Getränkemarkt rumschwirren sehen. Schauen wir uns das Luxus-Pilsner mal aus der Nähe an.

Leicht trübe wirkt das golden bis bernsteinfarbene Bier in der Tulpe und verbreitet einen brotig-röstigen, süßlichen sowie hopfenaromatischen Geruch. Dieser wirkt jedoch etwas muffig, metallisch und macht mich jetzt nicht unbedingt neugierig auf den Inhalt…

Kantig wirkt der erste Schluck, viel brotiges Malz macht sich auf der Zunge breit was aber nicht über den viel zu wässrigen Körper hinwegtäuscht der sich nach wenigen Augenblicken offenbart. Über die unpassenden Röstaromen im Malzbett legt sich eine einfache, jedoch dauerpräsente Herbe welche sich quer über das zarte Geschmackspflänzchen erstreckt und für einen langen, trockenen Abgang sorgt.

schlossbrauerei_fuerstlich_drehna_premium_luxury_schloss_braeu_flascheZu all dem mischt sich die zu starke Kohlensäure wodurch es sich mit der Trinkbarkeit gänzlich gegessen hat. Nein, mir schmeckt dieses Pils absolut nicht. Es hat viel zu viele Kanten, bietet zu wenig Geschmacksmomente, bietet kaum Hopfenaromatik und hängt mit seiner Bitterkeit ewig im Rachen. Das gibt einen Stern.

Stammwürze: 11,5%

Alkoholgehalt: 5%

(1/5)







Alpirsbacher Klosterbräu Weihnachtsbier

alpirsbacher_klosterbraeu_weihnachtsbierWeihnachten ist zwar schon rum, dennoch kann man das Weihnachtsbier des Alpirsbacher Klosterbräu sicherlicher auch im neuen Jahr bedenkenlos trinken – kalt genug ist es draussen zumindest und passend zum Bier hat es gerade das schneien angefangen. Jedenfalls handelt es sich bei dem Bier aus dem Schwarzwald um ein Märzen welches, laut der Homepage, seit 1880 nach einem alten Klosterrezept gebraut wird. Schauen wir doch mal, ob sich diese Tradition lohnt.

Hellgelb mit einem leicht orangen Stich leuchtet das Festbier daher, garniert mit einer fein- bis mittelporigen, weißen Schaumhaube deren Stabilität ein wenig zu wünschen über lässt. Der vom Bier emittierte Geruch ist malzig-süß und hat eine feine Hopfennase die ein wenig an grünen Apfel erinnert.

Im Antrunk gibt sich dieses Bier unerwartet herb bevor der feine Malzkörper auf der Zunge zu wirken beginnt. Dieses kommt mit süßlich-nussigen Aromen daher und wirkt für ein Festbier relativ schlank – kurz darauf ists aber mit dem Genuß schon vorbei. Ein intensiver Metallgeschmack überlagert die aufkommenden Hopfenaromen und sorgt dafür, dass geschmacklich vom eh schon feinen Malz nicht viel überbleibt.

alpirsbacher_klosterbraeu_weihnachtsbier_flascheVon der Karbonisierung her ist das Bier in Ordnung, Süffigkeit könnte auch aufkommen wenn das Problem mit dem Metallgeschmack nicht wäre wegen dem ich den Test abbrechen muss. Potential für 3 Sterne wäre da, so wirds aber nur einer.

Stammwürze: 13%

Alkoholgehalt: 5,6%

(1/5)







Kapuziner Kellerweizen

kapuziner_kellerweizenPerfekt – das heutige Testbier, das Kapuziner Kellerweizen, ist mit seinem Retro-Etikett schonmal nicht auf der Homepage des Herstellers verzeichnet. Apropos Hersteller, hinter der Marke Kapuziner verbirgt sich die Kulmbacher Bauerei AG die sich u.a. auch für die Mönchshof Biere verantwortlich zeichnet und somit schon ein etwas größerer Player im Biermarkt ist, der auch schon mehrfach bei mir im Blog vertreten war. Schauen wir mal was das heute wird…

Ansprechend wirkt das dunkle, bernsteinfarbene und hefetrübe Bier mit seiner stolzen, feinporigen Schaumhaube ja schon, auch wenn der Geruch eher unspektakulär ausfällt. Mit viel Phantasie kann man vereinzelte hefebedingte Bananenaromen wahrnehmen, diese gehen allerdings in dem ansonsten stark süßlich duftenden Malz unter.

kapuziner_kellerweizen_flascheRecht wässrig fällt der erste Schluck aus, im Geschmack ist kaum Breite zu erkennen und sogar die angedeutete Süße muss sich irgendwo tief im Glas verstecken. Im Hals wirkt das Weizen kratzig und sehr unrund, etwas Hopfen kommt im Abgang auf was das Ganze nicht wirklich besser macht – im Gegenteil: Es kommt ein wenig Oxidationsgeschmack auf und irgendwie beginnt man sich vor dem nächsten Schluck zu sträuben.

Nein, ich breche ab. Das hat nichts mit dem zu tun was ich als Weißbier definieren würde. Ein Stern.

Alkoholgehalt: 5,1%

(1/5)







Erdinger Pikantus

erdinger_pikantusZur aufkommenden Winterzeit kommt ein Weizenbock gerade recht – den Pikantus des Erdinger Weißbräu aus Erding gibt es jedoch ganzjährig und steht so im Gegensatz zu manch anderem dieser oftmals nur saisonalen Spezialitäten. Interessanterweise habe ich dieses Bier nicht bei einem Spezialitätenhändler bezogen sondern es dümpelte in einer dunklen Ecke einer lokalen Supermarktfiliale. Hoffen wir mal, dass das kein schlechtes Vorzeichen war.

Beim Einschenken des dunkelbraunen Bieres fällt sofort die mangelde Schaumbildung auf (was bei diesem Bier nicht das erste mal so ist).  Im Glas wirkt das süßliche, nach Rosinen und Trockenpflaumen duftende Bier optisch beinahe wie Cola – gleiches gilt auch für den kurzzeitig ausgebildeten, bräunlichen Schaum der eigentlich recht fein und cremig war….irgendwie sehr merkwürdig.

Der Antrunk fällt sehr kantig aus, recht viel Süße liegt in dem zäh wirkenden Malzbett zu dem sich sofort ein Hauch von Oxidation mischt. Sehr störend wirkt auf mich die überbordende Kohlensäure welche dafür sorgt, dass man sich beim Genuß des Weißbierbocks sehr schwer tut und man auch Probleme damit hat, die Aromen genau zu deuten. Vielleicht ist dies aber auch besser so, ist das Geschmacksbouquet doch sehr übersichtlich und wird größtenteils von der pappigen Süße definiert.

erdinger_pikantus_flascheRöstaromen und Hefe sucht man größtenteils vergeblich, einzig die im Geruch schon vorhandenen Trockenpflaumen sind, neben einem starken Alkoholeindruck, deutlich schmeckbar. Nein, ich kann dieses Bier definitiv nicht trinken. Hier passt absolut gar nichts und es fällt mir schwer, das Gebräu stilistisch überhaupt einordnen zu können: zu hohe Karbonisierung, kaum Hefe, sehr einseitiger und unpassende Geschmackseindruck und über all dem schwebt der ständig präsente Alkohol.

Schwer fällt mir die Wertung hier nicht: Ein Stern – Ende.

Stammwürze: 16,7%

Alkoholgehalt: 7,3%

(1/5)







Fucking Hell

fucking_hellWas soll man hier noch groß sagen – der Name ist ja quasi selbsterklärend. Dabei ist unklar, ob das „Fucking Hell“ wirklich aus Fucking kommt oder, was zu vermuten ist, eher an einem anderen Ort lohngebraut wird. Indiz dafür ist beispielsweise der Wikipedia-Eintrag der besagt, dass die eigentlichen Brauer aus dem Schwarzwald kommen anstatt aus dem österreichischem Fucking nachdem das Bier benannt wurde. Interessanterweise ist dort aber auch von einem Pils die Rede – bei meinem Testobjekt handelt es sich aber um ein helles Vollbier welches von einer deutschen GmbH vertrieben wird. Die Verwirrung ist komplett.

Ich habe gar kein geeignetes Glas für ein Helles aus einem 0,33er Gebinde – da muss es halt der gute, alte Pokal tun. Das goldene Bier hat einen leicht orange-rötlichen Einstich und wird von einer recht groben Schaumhaube bedeckt welche binnen Sekunden, von ein paar Inseln abgesehen, in sich zusammenfällt. Leicht röstmalzig geht der Geruch zu Werke, hat dabei aber ein muffiges Hopfenaroma der mir nur allzu bekannt vorkommt.

Im Antrunk gibt sich das verdammte Helle erstmal angenehm malzig mit einer feinen Süße und überrascht mich hier doch ein wenig. Kurz darauf meldet sich der Hopfen erst leicht würzig zu Wort bevor es in eine übermäßige Herbe und teils metallische Geschmacksrichtung geht. Dieser penetrante Geschmack legt sich, gepaart mit dem muffigen Aroma von übermäßigen Hopfenextrakteinsatz (obwohl es nicht aufgeführt ist), fortan über jeden Schluck und bedeckt das Malz quasi in Gänze.

An sich finde ich es jetzt nich schade, dass ich nicht weiter trinken muss. Kaum Schaum, zu viel Kohlensäure und ein für mich nicht ertragbarer Geschmack lassen nur eine Wertung zu – ganz klar 1 Stern.

Alkoholgehalt: 4,9%

(1/5)