Archiv der Kategorie: Biertest: 2 Sterne

Lehe Suur India

lehe_suur_indiaAus Estland kommt die kleine Brauerei Lehe von der vor einiger Zeit ein paar Proben durch deren Importeur bei mir eingetroffen sind. Vorstellen möchte ich euch heute das Suur India welches hierzulande unter dem Namen ‚Big India‘ auf dem Markt ist. Interessierte Bierfreunde haben sich anhand des Namens wohl schon denken können, dass es sich dabei um ein India Pale Ale handelt welches, das nur so nebenbei zur Info, mit den Hopfensorten Simcoe, Amarillo und Columbus versehen wurde.

In der Nase verströmt das bernsteinfarbene, leicht rötlich funkelnde Bier harzig-hopfige Noten, Rosinen und Zitrusnoten sind auch mit dabei. Die Schaumbildung geht in Ordnung, ein wenig grobporig fällt er aus – die Standfestigkeit ist dementsprechend.

lehe_suur_india_flascheDer Antrunk zeigt sich recht malzlastig, Karamellnoten gehen mit etwas Brot und Butter einher und werden von aufkommenden Hopfenaromen begleitet. Grapefruit und Zitronenabrieb geben den Ton an, dazu kommt eine metallische Note – über all das legt sich eine übertriebene, beinahe kratzige Herbe die auch lange nach dem Genuß anhängt. Das Bier selbst wirkte hinten raus etwas wässrig, was, zusammen mit dem leicht oxidierten Eindruck der nachhängenden Bittere, nicht unbedingt zum weitertrinken anregt.

Ein wenig zu viel gewollt und am Schluss mehr verloren und gewonnen – das ist mein Eindruck hier. Der Grundgedanke des Bieres mit seinen tropischen Zitrusnoten ist gut, die Karbonisierung angenehm, jedoch ist die geschmackliche Eindruck alles andere als überwältigend. Schade – das reicht nur für zwei Sterne.

IBU: 90

Alkoholgehalt: 7%

(2/5)







Franziskaner Kellerbier

franziskaner_kellerbier2016 wird vermutlich als Jahr der Kellerbierschwemme in die deutsche Biergeschichte eingehen. Dem Trend folgend gibt es auch seit April ein untergäriges Kellerbier von Franziskaner – ja, die „Franziskaner“ die sonst nur Weißbier brauen und gefühlt in jedem zweiten Gastronomiebetrieb in Oberbayern zu finden sind. Das Bier ist wohl auch als Huldigung der eigenen Geschichte gedacht, schließlich braute man bis 1964 nur Lagerbiere.  Na dann schauen wir mal, ob dieses Bier den deutschen Biermarkt bereichern wird…

In der Optik kommt das leicht trübe Bier bernstein- bis kupferfarben daher und trägt einen feinporigen, weißen Schaum oben auf. Der Geruch ist unspektakulär brotig-malzig ohne großartige Akzente zu setzen.

Der Antrunk ist recht malzlastig, süßlich und mit etwas Säure versehen. Auf der Zunge angekommen wirkt es süßlich-pappig und bringt eine Spur dunkler Malze mit wozu sich etwas Hefe sowie ein kräuterartiger Hopfen gesellt. Selbiger lässt ein frisches Aroma jedoch vermissen, wirkt dumpf und wenig aromatisierend und mischt sich zu einer subtilen, kurz aufblitzenden Fruchtigkeit für die sich wohl die Hefe verantwortlich zeigt. Die Bitterkeit fällt gerade zum Abgang hin auf, der bei Kellerbieren ja gern mal ein wenig herber sein darf – im Fall von diesem Exemplar hängt die Herbe jedoch recht lang unangenehm im Hals fest, ohne dass die Malzseite dies etwas abmildern könnte.

franziskaner_kellerbier_flascheIm Trinkverlauf ändert sich wenig, das kleine bisschen an Hopfenaroma verschwindet binnen Sekunden und hinterlässt die bereits angesprochene Herbe. Auch an der pappigen Süße ändert sich nichts, das Bier wirkt im allgemeinen langweilig und sehr angepasst – genau so, wie fast alle der derzeit auf den Markt drängenden Kellerbiere der großen Brauereien. Zudem fehlt dem Bier Spritzigkeit, die es vielleicht ein wenig frischer hätte wirken lassen – so erinnert es bisweilen einfach nur an einen feuchten Keller.

Nein, auf dieses Bier habe ich nicht gewartet. Der Markt an Kellerbieren wird schon gut bedient, vor allem von vielen regionalen Brauereien deren Erzeugnisse geschmacklich in einer ganz anderen Liga spielen. 2 Sterne.

Alkoholgehalt: 5,2%

(2/5)







Eisenharzer Brauhaus Black Secret Stout

eisenharzer_brauhaus_black_secretNach längerer Zeit geht es biertechnisch mal wieder in Allgäu nach Argenbühl zum Eisenharzer Brauhaus. Dort hat man mittlerweile auch einige Biere in den weitaus praktischeren Longneck-Flaschen im Angebot ohne dabei den bewährten Halbliter-Bügelverschluss abgeschworen zu haben – für den überregionalen Vertrieb eignen sich die standardisierten Flaschen jedoch besser. Vorstellen möchte ich euch heute das neue Black Secret Stout – bin gespannt…

Auch wenn das Bier mit seiner dunkelbraunen bis schwarzen Färbung die optischen Erwartungen an ein Stout erfüllt, so ist die Schaumbildung- und stabilität leider kaum vorhanden. Das Bier verströmt einen von Röstaromen dominierten Geruch, Schokolade und Kaffee sind wahrnehmbar, jedoch auch ein Hauch Gummi.

Im Antrunk zeigt es sich süßlich und bringt einiges an dunklen Malzaromen auf die Zunge, Kaffee, Karamell und Bitterschokolade sind zu erwähnen, nebst einem etwas sahnigen Einschlag. Dabei geht das Gebräu auch ein wenig herb zu Werke, diese stammt aber zum guten Teil von den eingesetzten Röstmalzen und nicht nur von dem Hopfen (die Sorte Herkules wurde genutzt). Gerade im zu süßen Abgang ist die Herbe deutlicher wahrzunehmen, die Röstaromen verschwinden und werden durch leicht fruchtige Aromen ersetzt die hier nicht wirklich was verloren haben.

eisenharzer_brauhaus_black_secret_flascheDie Karbonisierung geht in Ordnung, vielleicht ist das Bier sogar ein klein wenig zu lack geraten. Im Trinkverlauf sind die schokoladigen und kaffeeartigen beinahe gänzlich verschwunden, die pappige Süße legt sich über die Geschmacksknospen und so bleibt man ein wenig ratlos zurück.

Das Bier hat weitaus mehr von einem dunklen Bockbier als von einem Stout – überzeugen kann mich das leider nicht. Sorry, so reicht es nur für magere zwei Sterne.

IBU: 30

Stammwürze: 14,9%

Alkoholgehalt: 6%

(2/5)







Westbrook Udderly Milk Stout

westbrook_udderly_milk_stoutDie Westbrook-Biere haben mich in der Vergangenheit durchaus beeindruckt, das IPA gehört nach wie vor zu meinen Lieblingen. Heute möchte ich euch das Udderly Milk Stout der Brauerei aus dem US-amerikanischen Mount Pleasant vorstellen. Es handelt sich dabei um ein Stout-Bier welches mit Laktose (daher das „Milk“) und Hafer eingebraut worden ist und verspricht nicht zuletzt daher ein sehr vollmundiges Erlebnis zu werden. Ich bin gespannt…

In der Nase hängt das dunkelbraune bis schwarze Bier süßlich nach, etwas Vanille, Honig und Vollmilchschokolade sind riechbar. Der braune Schaum ist eher mittelporig, könnte gerne feiner sein.

Schon beim Einschenken kam mir das Bier etwas überkarbonisiert vor, der erste Schluck bestätigt die Vorahnung. Prickelnd läuft das süße Bier auf die Zunge, dort angekommen wirkt es mit süßlichen Malzaromen auf die Zunge ein. Schokolade, Melasse, Honig etwas Holz und Vanillepudding sind schmeckbar, allerdings wirkt das ganze ein klein wenig verbrannt. Erwartungsgemäß vollmundig kommt das Malzbett rüber, allerdings stört die zu hohe Karbonisierung teilweise deutlich. Im Abgang wirkt es etwas leichter, auch lässt die Süße ein wenig nach, großartige Herbe darf man aber aufgrund der 25 Bittereinheiten nicht erwarten.

westbrook_udderly_milk_stout_flascheIch werde das Gefühl nicht los, dass mit dem Bier was nicht in Ordnung ist. Hat man sich an das süße Malz gewöhnt, taucht bisweilen eine leichte Säure auf die den Genuß zusätzlich stört. Auch die Aromatik lässt im Verlauf stark nach – nein, zufrieden bin ich definitiv nicht.

Schade, hätte ich nicht erwartet. Schaut man sich auf den diversen Bewertungsportalen um, bin ich mit dem Eindruck wohl auch kein Einzelfall. Für das säuerliche Geblubber gibt es von mir zwei Sterne.

IBU: 25

Alkoholgehalt: 5,5%

(2/5)







Fürstenberg Premium Pilsner

fuerstenberg_premium_pilsnerWer mich kennt, der weiß, dass bei mir gleich einmal die Alarmglocken angehen, wenn ein Bier das Wörtchen „Premium“ im Namen trägt. Dies scheint wohl gerade beim Bierstil des Pilsner mittlerweile Usus zu sein, dabei bezieht sich das Premium im Namen nicht nur auf die Bierqualität sondern es spielen auch Themen wie Marktdurchdringung, Beliebtheit und Markenauftritt eine Rolle. Seis drum, vorstellen möchte ich euch heute das 1893 „geborene“ Pils der Brauerei Fürstenberg aus Donaueschingen welches mich vor einigen Tage auf postalischen Wege erreicht hat – schon einmal Danke dafür.

Strohgelb präsentiert sich das klare, mit feinporigen, weißen Schaum geschmückte Pils in der Tulpe. In der Nase ist ein Hauch honigsüßes, leicht getreidiges Malz wahrnehmbar, nebst vereinzelten, würzigen bis heuartigen Hopfennoten.

fuerstenberg_premium_pilsner_flascheIm Antrunk wirkt das Bier recht schlank und wird von seinem sehr getreidigen Malz getragen. Dazu mischt sich ein recht aufdringliches würzig-kräuterartiges Hopfenaroma welches sich auf der Zunge festsetzt. Auch mit an Bord ist eine etwas zu starke Herbe, welche das Bier ein wenig unausgewogen erscheinen lässt. Der folgende Abgang ist dann auch größtenteils herb und unspektakulär, das Bier wirkt teils recht dünn.

Die Trinkbarkeit ist, daran gemessen, ordentlich, das Bier jedoch insgesamt zu spritzig. Vom Malz ist im Geschmack zudem – vom kurzen Moment des ersten Schluckes – nicht allzu viel zu erkennen, es wird aber auch von dem nicht unbedingt angenehmen Hopfenaroma stark überdeckt. Ne, sorry – definitiv nicht mein Bier. Nach langem zaudern gebe ich diesem Pils zwei Sterne (und bin damit wohl nicht allein wie ich sehe).

Stammwürze: 11,2%

Alkoholgehalt: 4,8%

(2/5)







Paulaner Salvator

paulaner_salvatorHeute nehme ich mir einen alten Bekannten aus der Starkbierecke vor – den Paulaner Salvator. Ich dachte bis dato eigentlich, ich hätte dieses Urgestein der auf -ator endenden „Fastenzeiterträglichmacher“ bereits einem Test unterzogen – ein kurzer Blick ins Blog offenbarte aber, dass dem nicht so ist… und da es keinen besseren Tag als den Aschermittwoch gibt, um dieses Bier vorzustellen, fließt das starke, Münchner Gebräu gerade in mein Glas…

Optisch macht das seit über 375 Jahren gebraute Bier durchaus eine gute Figur, kastanienbraun und mit feinporigen, leicht beigen Schaum garniert kriegt man da gleich mal Durst. In der Nase zeigen sich starke Malzaromen, etwas Honig sowie Kirschen und Pflaumen.

Im Antrunk gibt sich dieser Doppelbock beinahe ein wenig schwachbrüstig, erst nach einigen Augenblicken macht sich ein feines Malzaroma breit. Dieses wird mit der Zeit nur bedingt intensiver und fällt vor allem durch seine Süße auf. Geschmacklich geht es bisweilen brotig-malzig zu Werke, jedoch auf niedrigen Niveau. Im Abgang kommt dann ein unerwartet starker Hopfeneindruck auf der die Süße zwar erträglich macht, mit seiner sehr würzigen Note und starken Herbe jedoch zu intensiv wirkt.

paulaner_salvator_flascheDie Trinkbarkeit ist erstaunlich schlecht, trotz der angenehmen Karbonisierung mögen der Doppelbock und ich nicht so recht warm miteinander werden. Es wirkt unbalanciert, recht eindimensional und im Trinkverlauf zu alkoholisch. Mir fehlt hier, trotz optimaler Trinktemperatur, einfach die malzige Seite – wo sind die brotigen Malzaromen? Wo ist der honigartige Eindruck, der sich eben noch in der Nase bemerkbar macht? Alles weg, über bleibt nur eine pappige Süße, zu viel Alkohol und das alles von einem zu starken Herbe begleitet.

Ich hatte den Salvator eigentlich gut in Erinnerung und bin generell dem Doppelbock definitiv nicht abgeneigt – aber das hier? Unbalanciert und in meinen Augen recht geschmacksneutral – das sind nur zwei Sterne.

Stammwürze: 18,3%

Alkoholgehalt: 7,9%

(2/5)







Tegernseer 1806 Max I. Joseph Jubiläums Export

tegernseer_max_jospeh_jubilaeums_exportKaum eine Brauerei spaltet die Bierfreunde, gerade im tiefsten Oberbayern, so sehr wie das Tegernseer Brauhaus der gleichnamigen Stadt am gleichnamigen See (Kreativ, nicht wahr?). Vorstellen möchte ich euch heute das etwas kräftigere Export, welches sich hinter dem Namen „1806 Max I. Joseph Jubiläums Export“ versteckt. Ich bin gespannt, ob es sich gegen seinen etwas eindimensionalen Bruder durchsetzen kann der, wie ich gerade feststelle, immernoch in meinem Blog fehlt. Na dann los…

Strohgelb bis golden strahlt das klare Bier aus dem Glas, oben feiner, schneeweißer Schaum – „do kannst ned meckern“. In der Nase finden sich ein wenig süßliches Malz sowie ein minimalster Hauch Hopfen.

Der Antrunk fällt unaufgeregt aus, weiches und recht geschmacksneutrales Malz flutet, flankiert von einer leichte Süße, die Zunge und hinterlässt einen leicht brotig-malzigen Film. Dazu gesellt sich eine feine, überraschend spürbare Herbe (auf niedrigen Niveau) sowie etwas Heu. Im Abgang wirkt das Gebräu recht wässrig und geschmacksneutral, lediglich ein wenig süßliches Malz ist schmeckbar.

tegernseer_max_jospeh_jubilaeums_export_flascheDas Bier lebt, wie sein etwas leichterer Bruder, von der Süffigkeit. Kaum verwunderlich, sorgen Süße und stark zurückhaltendes Malz dafür, dass das Bier nicht ansteht und möglichst schnell getrunken werden möchte. Schon bei leicht steigender Temperatur wirkt das Bier pappig und teils etwas muffig.

Ein Fazit für das Jubiläums Export? Nun, ich denke nicht, dass seine Majestät von diesem Bier erfreut wäre. Es ist einfach ein wenig zu langweilig für meinen Geschmack – da gibts eine ganze Latte bessere Helle. Daher zwei Sterne.

Alkoholgehalt: 5,2%

(2/5)







Erdinger Schneeweisse

erdinger_schneeweisseAlle Jahre wieder kommen auch „die Großen“ mit ihren Spezialbieren um die Ecke – so auch die Privatbrauerei Erdinger mit ihrer Schneeweisse. So wurde auch ich dieses Jahr mit dem saisonalen Winterbier bedacht und möchte euch meine Meinung zu diesem Weißbier natürlich nicht vorenthalten.

In der Nase wirkt das Weizen reichlich unspektakulär, lediglich vereinzelte hefige Noten von Birne und Dosenpfirsichen sind zu erkennen. Optisch präsentiert sich das Bier ansprechend bernsteinfarben sowie hefetrüb – einzig der etwas grobe, weiße Schaum mag mich nicht so recht überzeugen.

Der Ersteindruck setzt sich im Antrunk fort, geschmacklich ist in diesem Bier nicht allzu viel los. Das getreidige Malzbett wirkt moderat süß, hat vereinzelt karamellige Anklänge ohne aber wirklich Akzente zu setzen – da erwarte ich mir von einem Bier, welches gerade zu deftigen Speisen auf den Tisch kommen soll (O-Ton Produktbeschreibung) einfach weitaus mehr Charakter. Entsprechend langweilig dann auch der Abgang des zu spritzigen Bieres, das bisschen Geschmack ist binnen Sekunden verschwunden. Vielleicht sind Nuancen von Hefe erkennbar, etwas Banane und die schon angesprochenen Dosenpfirsiche zusammen mit etwas Metall.

erdinger_schneeweisse_flascheWie schon angedeutet ist hier zu viel CO2 im Spiel, die Trinkbarkeit ist in meinen Augen unter aller Kanone und so ist es kaum verwunderlich, dass ich den Test hier abbreche. Die Schneeweisse ist für mich ein langweiliges Bier und steht im großen Schatten all der wirklich guten, geschmackvollen Weißbiere die wir hier in Oberbayern haben – da sind zwei Sterne mehr als genug.

Stammwürze: 12,9%

Alkoholgehalt: 5,6%

(2/5)







Hopfmeister Surfers Ale

hopfmeister_surfers_aleHopfmeister, die Zweite. Ich habe mir das Surfers Ale des Münchner Gypsy-Brauers Marc Gallo – im „wirklichen“ Leben Designer, mal genauer angesehen. Schaut man sich die Flaschen der drei verfügbaren Biere an, so erkennt man auch, dass bei der Gestaltung der Etiketten jemand am Werke war, der zumindest nicht ganz auf den Kopf gefallen ist – schließlich ist das Design ein Kaufgrund für viele Kunden die sich mit „solchen“ Bieren noch nicht so gut auskennen. Schauen wir doch mal, ob auch der Inhalt passt.

Trübe mit einigen gröberen Schwebstoffen sowie golden- bis bernsteinfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Der feinporige Schaum fällt alsbald in sich zusammen, in der Nase kommen lediglich vereinzelte Hopfenaromen an wie auch etwas Butter.

Was sich schon in der Nase angedeutet hat kommt dann auch gleich im Geschmack raus: Eine ordentliche Ladung Butter macht sich auf der Zunge breit. Der sahnig-buttrige Geschmack kommt, für die wissensdurstigen unter euch, von der chemischen Verbindung 2,3-Butandion (Diacetyl) welches an sich ein nicht seltenes Nebenprodukt der Gärung darstellt. Normalerweise wird dieser Stoff nach einiger Zeit wieder abgebaut und ist im Bier nicht mehr zu finden (es sei denn, man möchte es haben). In solch einem sehr leichten Ale ist es jedoch recht unpassend und übertüncht die feinen Hopfenaromen beinahe gänzlich. Diese tauchen erst im Abgang vereinzelt auf und sorgen für einen leicht heuartigen Eindruck.

hopfmeister_surfers_ale_flascheIn zweiter Linie ist dieses Bier recht süß, hat kaum etwas von einem schlank-fruchtigen Ale wie ich es erwartet habe. Nicht zuletzt das zu stark karamellige Malz sorgt hierbei zwar für Fülle, der hopfige Gegenpart dazu fehlt jedoch und man glaubt bisweilen, es mit einem belgischen Blonde zu tun zu haben. Ne, also mein Bier wird es sicherlich nicht – gerade, da sich der Eindruck von zwei Tests binnen 2 Monaten nicht geändert hat.

Schade, auch wenn ich den Brauer dahinter recht sympathisch finde – so wird das nichts. Knappe zwei Sterne heute…

Bittereinheiten: 35

Alkoholgehalt: 5,3%

(2/5)







Coronado Idiot IPA

coronado_brewing_idiot_ipaEs geht mal wieder über den großen Teich, diesmal zur Coronado Brewing Company aus dem gleichnamigen Ort in Kalifornien. Vor wenigen Wochen gab es im Münchner Tap House einen sog.  „Tap Takeover“ bei dem eine ganze Batterie der, in Deutschland nicht so ganz bekannten, Brauerei an die Hähne kam. Da ich diesen Event leider verpasst habe, werde ich mir heute meinen ganz persönlichen Ersteindruck der Brauerei verschaffen – und zwar mit ihrem Double IPA welches auf den charmanten Namen „Idiot“ hört. Ich bin gespannt…

Allzu viele Aromen lassen sich dem klaren und bernsteinfarbenen Bier nicht entlocken. Lediglich ein honigsüßer, schwerer Malzton mit einem Hauch Röstaromen wabert aus dem Glas…

Ein wenig merkwürdig finde ich den ersten Schluck ja schon, wirkt das Bier doch relativ dünn und wässrig. Auch wenn das Bier – dank des Abfülldatums weiß man das ja – nicht mehr unbedingt das allerjüngste ist, verwundert mich das nun schon ein wenig. Wo ist die süßliche Schwere, die sich im Duft angedeutet hat? Warum ist das Bier beinahe unangenehm kratzig im Abgang? Klar, nach ein paar Monaten fallen die Hopfenaromen nicht mehr so intensiv aus wie sie es vielleicht direkt am Abfülltag waren – aber das? Traut man dem MHD – und das sagt schließlich 2016 – sollte man das Bier auch nächstes Jahr noch genießen können ohne zu starke Abstriche bei den Produkteigenschaften zu machen. Da sehe ich auch nicht nur den Händler in der Pflicht sondern auch den Brauer – egal wie schön hopfig-fruchtig das Bier ist, man muss das auch nach 5 Monaten trinken können ohne sich zu fragen, wofür man gerade sein Geld verschwendet hat.

coronado_brewing_idiot_ipa_flascheAber eigentlich sollte das ja ein Review werden…nun, vereinzelt blitzen aus der Wasser-Bitter Mischung getreidige Malzaromen hervor, Süße sucht man vergebens. Danke, mir reicht es.

Auch nach einigen Monaten sollte zumindest die Grundlage des IPAs immernoch Geschmack haben, selbst wenn die Hopfenaromen größtenteils verflogen sind – ansonsten ist es kein gutes Bier. Punkt. Zwei Sterne (Bonusstern, weil es frisch vom Hahn sicherlich besser ist).

Wer mutig ist, kann das Coronado Idiot IPA hier selbst bestellen.

Alkoholgehalt: 8,5%

(2/5)