Archiv der Kategorie: Biertest: 3 Sterne

Hopf Bluat vo da gams

hopf_bluat_vo_da_gamsIch finde es richtig Klasse, dass immer mehr kleinere Brauereien auf den Zug der Sondersude und Spezialitäten aufspringen – gerade, wenn diese dennoch bezahlbar bleiben. So wie die Brauerei Hopf aus dem oberbayerischen Miesbach, die mit dem „Bluat vo da gams“ ihr nächstes, nur kurzeitig verfügbares, Spezialweißbier auf den Markt bringt. Na mal schauen, wie das „Gemsenblut“ so schmeckt…

Kastanienbraun leuchtet das hefetrübe Weißbier aus der dafür vorgesehenen Behausung. Cremig-fein und sehr standfest zeigt sich die üppige Schaumkrone, darunter duftet es nach Karamell, Hefe – außerdem machen sich fruchtig-frische Hopfenaromen nach Zitrusfrüchten und Waldbeeren bemerkbar.

Dieser hopfige Eindruck ist auch gleich im Antrunk vorhanden, ein Hauch Zitrusfrüchte geht mit einer süßlich-karamelligen Malznote einher die von etwas Hefe begleitet wird. Zum Abgang hin wird zu meiner Freude die Hopfennote intensiver, Blumenwiese, Zitrusfrüchte und etwas Litschi sind nebst Anklängen von Röstaromen schmeckbar. Dazu mischt sich jetzt auch etwas Herbe die das Bier recht leicht und den Abgang recht flott und unkompliziert wirken lässt.

hopf_bluat_vo_da_gams_flascheMein Ersteindruck bei dem Bier geht eigentlich weit mehr in Richtung Sommerweißbier. Fruchtig, hopfig und recht unaufgeregt zu trinken, dabei auch recht spritzig (etwas zu viel in meinen Augen). So interessant wie ich das Bier finde, so schade empfinde ich die Tatsache, dass sich so recht allerdings keine gute Süffigkeit einstellen will. Durch seine Ecken und Kanten, die hier bewusst eingebaut sind, steht es bisweilen ein wenig an – eine Tatsache, die sich auch im Trinkverlauf mit zunehmender Temperatur nicht ändern mag.

Sehr interessant, obgleich es sich bei mir nicht in geschmacklichen Spitzenregionen befindet. Ich werde mir davon was aufheben und nächstes Jahr im Sommer trinken – vielleicht funktionierts dann besser. Heute reicht es jedoch nur zu immernoch guten drei Sternen.

Stammwürze: 12,5%

Alkholgehalt: 5,3%

(3/5)







Yankee & Kraut Eden

yankee_kraut_edenDer Name „Yankee & Kraut“ suggeriert es schon: Hier brauen ein US-Amerikaner und ein deutscher (in dem speziellen Fall wohl eher ein Bayer) zusammen Bier. Ihre Heimatbasis haben sie in Ingolstadt aufgeschlagen und mischen von dort aus in der deutschen Craftbeerszene mit. Eines ihrer Kreationen, das Eden Pale Ale, möchte ich euch nun im folgenden Test vorstellen.

Nach dem Öffnen der Flasche duftet es bereits frisch nach Mandarinen, Steinfrüchten und Blaubeeren. Diese Eindruck setzt auch fort, nachdem das leicht trübe, orangefarbene Bier im Glas angekommen ist. Dazu gesellt sich noch feinporiger, beinahe cremiger Schaum – Klasse.

Der Antrunk fällt sehr fein und harmonisch aus, fruchtig-frische Hopfenaromen gehen mit einer unerwartet starken Herbe und einem leichten, lediglich wenig nachsüßendem Gerstenmalz einher. Die Hopfenaromatik, die von den beiden Hopfensorten Cascade und Comet gesteuert wird, intensiviert sich zum Abgang hin und man hat es von Ananas bis zur schon angesprochenen Blaubeere mit einem ganzen Fruchtkorb zu tun.

yankee_kraut_eden_flascheEinzig wirklicher Kritikpunkt so weit: Mir ist das Bier für ein Pale Ale beinahe etwas zu herb. Die Bittere tendiert zudem, zusammen mit dem recht trockenen Charakter des Ales, ein wenig dazu, lange nach dem Genuss nachzuhängen was ein wenig unangenehm wirkt. Das ist natürlich kein Problem, so lange man noch was im Glas hat…nur leider leert sich dieses doch recht schnell. In der Aromatik dominieren im Verlauf noch herbe Mandarinenzesten sowie leichte Zitrusnoten – und das bei perfekter Karbonisierung.

Das Eden von Yankee & Kraut schmeckt mir recht gut, auch wenn es nicht ganz perfekt ist. Knapp schrammt das Bier heute an den vier Sternen vorbei und kriegt derer drei. Prost.

Neugierig geworden? Hier könnt ihr das Eden Pale Ale kaufen.

IBU: 22

Alkoholgehalt: 5,5%

(3/5)







Camba Bavaria Melon Flash

camba_bavaria_melon_flashEingeführt wurde das Melon Flash – seines Zeichens ein Weißbier – von der Truchtlachinger Brauerei Camba Bavaria als Ersatz für die beliebte Nelson Weisse deren namensgebende Hopfensorte – Nelson Sauvin – sehr schwer zu beschaffen war und auch immernoch ist. Jetzt soll also die Hopfensorte Hüll Melon, die neben zwei traditionellen Sorten eingesetzt wird, den Leuten ebenso den Kopf (oder besser den Geschmackssinn) verdrehen wie einst die Nelson Weisse…ob es klappt? Probieren wir es aus!

Ordentlich Schaum hat sich auf dem trüben, ockergelben Weizenbier gebildet, es riecht leicht fruchtig nach Erdbeer, Honigmelone, Zitrusfrüchten und ein wenig getreidig-malzig.

Recht spritzig geht das Gebräu zu Werke, leicht hopfige Aromen gehen mit einem ordentlich brotigen Malzeindruck einher. Ein wenig Heu und Kaugummi mischen sich dazu und sorgen für einen interessanten, wenngleich nicht sehr intensiven Geschmackseindruck. Eine fein abgestimmte Herbe mischt sich in die Aromenkomposition, der Abgang wirkt recht unaufgeregt und beinahe etwas wässrig.

camba_bavaria_melon_flash_flascheZugegeben, wirklich „geflashed“ hat mich das Bier bisher nicht. Die sanften Hopfenaromen bleiben zwar im Verlauf erhalten, insgesamt betrachtet wirkt das Bier jedoch ein wenig langweilig und vor allen Dingen überkarbonisiert – kommt einem bisweilen wie ein alkoholfreies Weißbier vor. Die Trinkbarkeit fällt entsprechend aus und so muss ich konstatieren, dass das Melon Flash seinem Vorgänger wohl nicht das Wasser reichen kann.

Nicht Fisch, nicht Fleisch. So recht mag mich dieses Bier nicht überzeugen – obgleich es nun auch nicht schlecht ist. Mittelfeld eben, daher drei Sterne.

IBU: 26

Stammwürze: 11,5%

Alkoholgehalt: 5,2%

(3/5)







Craftwerk Mad Calliasta

craftwerk_mad_callistaDa nimmt man sich ein wenig Auszeit, ist zwischendurch noch krank, und schon platzt der Bierkühlschrank aus allen Nähten. Zeit, den Stau mal ein wenig abzubauen – anfangen werde ich daher heute mit dem Mad Callista von Craftwerk, der „Craft-Auskopplung“ der Bitburger Braugruppe. Namensgeber für dieses Session Lager ist die neue Hopfensorte „Callista“ aus der Hallertau die erst seit zwei Jahren in nennenswerten Mengen angebaut wird. Neue Hopfensorten sind immer spannend, daher freue ich mich auch schon auf das, was grade in mein Glas fließt…

Das strohgelbe bis goldfarbene Bier verströmt einen frisch-hopfigen Duft nach Ananas und Zitrusfrüchten, sowie etwas frisch gemähten Gras. Die Schaumbildung geht in Ordnung, auch wenn der etwas grobporige, weiße Schaum nun nicht wirklich eine Augenweide darstellt.

Im Antrunk zeigt das Bier ein unaufgeregtes, leicht süßliches Malzbett welches ansonsten geschmacklich größtenteils neutral rüberkommt. Lediglich vereinzelt stechen leicht Stroh- und Brotaromen hervor, die von einem sanften, kaum auffallenden Hopfenaroma begleitet werden. Dieses wird zum Abgang hin ein wenig stärker, kann aber – entgegen dem Geruch – die Geschmacksknospen nur ein wenig kitzeln. Gut, bei einem Session Lager erwarte ich mich jetzt auch keine Hopfenexplosion, dennoch dürfte es gerne ein wenig mehr sein, denn das bisschen was man schmecken kann vermag richtig gut zu dem Bier zu passen.

craftwerk_mad_callista_flascheVon Herbe kaum eine Spur, 23 Bittereinheiten sollen es sein – nunja. Größter Kritikpunkt bei diesem Bier ist allerdings die Kohlensäure. Sorry, aber wenn ich schon recht wenig Geschmack in dem Bier habe und auf eine große Süffigkeit bauen möchte (die das Bier definitiv bieten kann), dann mach ich mir das doch nicht wieder durch zu viel Co2 kaputt. Das Mad Callista prickelt fast wie ein Wasser, bei dem man im Trinkwassersprudler dreimal zu viel auf den Kohlensäure-Knopf gedrückt hat. Die Süffigkeit regt dennoch dazu an, das untergärige Gebräu möglichst zügig zu trinken – mit den entsprechenden körperlichen Auswirkungen.

Potential hätte das Mad Callista sicherlich (wenn nicht sogar am meisten von den bisherigen Craftwerk-Bieren), die Karbonisierung und die zu behutsame Hopfung verhageln aber das Endergebnis. Daher gibt es heute drei Sterne.

IBU: 23

Stammwürze: 9,5%

Alkoholgehalt: 3,9%

(3/5)







Stone Brewing Berlin Ruination Double IPA

stone_brewing_berlin_ruination_double_ipaFrisch aus Berlin kam vor ein paar Tagen die zweite Stufe der deutschen Produktpalette von Stone Brewing aus Berlin. Vorstellen möchte ich euch heute daher das Stone Ruination Double IPA welches hoffentlich den etwas enttäuschenden Eindruck des IPA, welches ich vor ein paar Wochen getestet habe, wett machen kann. Es erwarten mich 100+ Bittereinheiten, eine Hopfung aus den Sorten Magnum, Nugget, Centennial, Simcoe, Citra und Azacca – das verspricht Geschmack und Intensität…mal sehen.

Satt und goldgelb strahlt das leicht eingetrübte Bier aus dem Glas, garniert mit feinporigem Schaum. In der Nase sind Aromen von Melone zu erkennen, Zitrusfrüchte und etwas Grapefruit – die Intensität hält sich allerdings in Grenzen.

Im Antrunk macht sich auch gleich die sehr dominante Herbe bemerkbar, das Bier wirkt recht trocken und adstringierend. Im Malz sind geringfügig süßliche Karamellnoten bemerkbar, ansonsten hält es sich aber komplett zurück und überlässt dem Hopfen die Bühne. Nun ja, diese bleibt jedoch größtenteils leer. Wie schon beim Indie Pale Ale bin ich auch hier über die Zurückhaltung erstaunt. Zwar sind Noten von reifen Zitrusfrüchten und Orangenschale schmeckbar, das Ganze wirkt jedoch wenig intensiv und wird dem auf die Dose gedruckten „Monumental in hops – imperial in intensity“ nicht gerecht.

stone_brewing_berlin_ruination_double_ipa_doseDer Abgang fällt trocken und mäßig herb aus, die Orangenschale bleibt lange hängen und ist eigentlich das geschmackliche Highlight des Gebräus. Recht gut fällt hingegen die Trinkbarkeit aus, den Alkohol merkt man kaum und so entwickelt sich das Double IPA zu einem gefährlich süffigen, jedoch geschmacklich nicht wirklich auffälligen Geschoss. Ja, in meinen Augen wurde und wird das stone’sche Vorhaben in Berlin zu sehr gehypt. Die Biere des deutschen Ablegers sind, ganz im Gegensatz zu ihren US-Pendants, im Mittelfeld angesiedelt und vor allem eins: Gefällig.

Ja, was soll ich sagen? „Passt schon“ ist ein ganz gutes Fazit. Das Ruination ist sicherlich nicht das beste Double IPA seit geschnitten Brot, wirklich schlecht ist es aber auch nicht. Drei Sterne sinds…

IBU: 100

Alkoholgehalt: 8,5%

(3/5)







Findler Motueka IPA

findler_motueka_ipaVor einigen Tagen hat mir der Mann hinter Findler Bier sein brandneues Motueka IPA persönlich vorbei gebracht. Es handelt sich dabei um ein Single Hop India Pale Ale welches allein mit der namensgebenden Hopfensorte Motueka aus Neuseeland gehopft wurde. Passend zum heutigen IPA-Day werde ich dieses Kleinod aus dem südlichen Oberbayern jetzt für euch probieren.

Erstmal fällt die Färbung des fuchsbraunen Bieres auf welche für ein IPA doch schon ziemlich dunkel ausfällt. Auf dem Bier hat sich ein cremig-feiner, weißer Schaum ausgebildet unter dem fruchtigen Hopfenschwaden hervorwabern. Es duftet stark nach tropischen Früchten, etwas Limonen, Litschi, Mango und Pfirsich – frischer Hopfen sei Dank.

Sehr weich und angenehm fällt der erste Schluck aus, die Spur der Fruchtaromen wird auch im Geschmack fortgeführt, jedoch mit weitaus geringerer Intensität. Dazu kommt ein unauffälliges und wenig süßendes Malzbett, das bisweilen keksige Aroma stört aber ein wenig. Im Abgang kommt dann auch die Herbe stärker hervor, die vom Geruch ausgegangene und kurzzeitig aus schmeckbare Aromenvielfalt ist ein wenig in sich zusammengefallen und zeigt sich jetzt recht subtil – lediglich ein Hauch Pfirsich ist als maßgebliche Geschmackskomponente übrig geblieben…

findler_motueka_ipa_flascheDie 55 Bittereinheiten vermag meine Zunge nicht so ganz auszumachen, wegen mir hätte es hier ruhig etwas mehr sein dürfen. Dafür fällt die Trinkbarkeit recht gut aus, wenig Kohlensäure und das relativ runde Geschmackspaket sorgen für ein recht unbeschwertes Trinkgefühl…wenn nur nicht das ganze Aroma verschwunden wäre. Nach 2-3 Schluck ist dieses kaum bzw. nicht mehr wahrzunehmen, was angesichts des Ersteindrucks sehr schade ist.

Ein gutes IPA mit ein paar Schwächen hinten raus, dafür gibt es von mir heute drei Sterne mit Tendenz nach oben. Prost.

IBU: 55

Alkoholgehalt: 6,5%

(3/5)







Starnberger Hell

starnberger_brauhaus_starnberger_hellEs gehört schon viel dazu, heutzutage eine Brauerei zu gründen – gerade in der Größe des neuen Starnberger Brauhauses in der Gemeinde Berg in der Nähe des Starnberger Sees. Beim bisherigen Sortiment gibt man sich klassisch oberbayerisch, auch die Etiketten erinnern an die lokale Konkurrenz. Vorstellen werde ich euch heute das „Prunkstück“ einer oberbayerischen Brauerei: Das Helle.

Über die Optik kann man nicht meckern, goldgelb strahlt das klare Bier aus dem Glas und wird mit stabilen, schneeweißen und feinporigen Schaum bedeckt. In der Nase sind sortentypisch getreidig-malzige Noten erkennbar nebst einem Hauch Hopfen.

Der Antrunk gibt sich recht unaufgeregt, feinmalzig wirkt es auf die Geschmacksknopsen ein und hinterlässt einen mildwürzigen Eindruck auf eben diesen. Dabei geht es nur leicht süßlich zu, brotige Noten wechseln sich mit ein klein bisschen würzigen Hopfenaromen ab. Zum Abgang hin wird es etwas dünn im Geschmack, auch die Hopfenbittere ist sehr gering ausgeprägt bzw. nicht vorhanden.

starnberger_brauhaus_starnberger_hell_flascheNicht schlecht, so der Ersteindruck. Dank milder Karbonisierung kann das Bier mit einer recht hohen Süffigkeit aufwarten, auch der sehr milde Körper ist daran nicht ganz unschuldig. Und da wären wir auch schon bei meinem Hauptkritikpunkt beim Starnberger Hell: Es ist viel zu mild. Beim Versuch, den Geschmack der Bierfreunde im Oberland möglichst genau zu treffen, hat man leider den Malzkörper ein wenig arg zusammengestutzt. Das fällt vor allem dann auf, wenn man sich nach ein paar Schluck an das Bier gewöhnt hat. Etwas mehr Herbe, etwas mehr Aroma im Malz und die Welt würde hier ganz anders aussehen.

Das Starnberger Hell ist ein weiterer Mitstreiter bei „Wir brauen das mildeste Lager im Oberland“. Nicht schlecht jedoch auch nicht allzu aufregend. Daher gibts heute knappe drei Sterne.

Alkoholgehalt:

(3/5)







Stone Brewing Stone IPA (Berlin)

stone_brewing_stone_ipa_berlinSo, nach langem Tamtam ist es nun so weit: Stone Brewing aus dem US-amerikanischen Escondido in Kalifornien wirft ihr Biere in Deutschland auf den Markt. Gebraut werden diese jedoch nicht in den USA sondern in Berlin, abgefüllt wird nur in Dosen und Fässer. Der ambitionierte Plan der zehntgrößten Craftbier Brauerei der Staaten ist, von Berlin aus ganz Europa mit den Bierspezialitäten zu beliefern die in der nicht gerade kleinen, neuen Brauerei gebraut werden. Ob der deutsche Markt auf das IPA von Stone Brewing gewartet hat, wird nun der folgende Test zeigen…

Die Optik allein lässt schonmal wenig Spielraum für Kritik. Goldgelb in der Färbung, klar filtriert und mit einer cremig-feinen, weißen Schaumhaube bedeckt kommt es daher. Der Duft hingegen ist relativ unauffällig, leichte Zitrusnoten gehen mit etwas Harz und einem Anklang von tropischen Früchten einher.

Im Antrunk wirkt es feinmalzig, bringt eine adstringierende Herbe mit und wirkt insgesamt betrachtet sehr trocken (und damit hochvergoren). Nebst vereinzelten Zitrusaromen, etwas Heu und Harz ist da geschmacklich in Richtung Westcoast IPA nicht allzu viel los. Auch die Herbe haut einen jetzt nicht unbedingt von den Socken, ist sie zwar spürbar aber jenseits meiner Erwartungen an dieses Bier. Im Abgang dann etwas wässrig, herb und von einfachen kräuterartigen Hopfenaromen geprägt – kurzum ein wenig eindimensional und langweilig.

stone_brewing_stone_ipa_berlin_doseZumindest handwerklich kann man sich bei dem Bier nicht beschweren. Karbonisierung passt, die Trinkbarkeit geht alles in allem in Ordnung. Dennoch muss ich die Frage stellen: Das soll das IPA sein auf das Bier alle gewartet haben? Nein, da gibt es in Deutschland einige India Pale Ales die dieses hier geschmacklich locker in die Tasche stecken.

Nun, alles in allem wirkt das in Berlin gebraute Stone IPA sehr angepasst und lässt Aroma sowie Intensität vermissen – bei mir sind das heute drei Sterne.

Alkoholgehalt: 6,9%

(3/5)







Kreativbrauerei Kehrwieder SHIPA HBC 431

kreativbrauerei_kehrwieder_shipa_hbc_431Im Laufe der vergangenen Woche ist mal wieder ein Paket aus Hamburg bei mir ins Haus geflattert – es handelte sich dabei um zwei neue Ausgaben der SHIPA (Single Hop IPA) Serie der Kreativbrauerei Kehrwieder. Da ich in diversen Tests schon einiges an Infos dazu rausgehauen habe, spare ich mir weitere Erklärungen – bis auf den Namen: HBC 431 steht für einen Experimentalhopfen aus den USA, für den es noch keinen Namen gibt. Spannend, oder? Besser gleich mal einschenken…

Recht trüb kommt das Bier diesmal daher, daher wirkt die Färbung auch mehr satt orange statt goldgelb bis bernsteinfarben. Unter dem feinporigen Schaum quillt ein erdig-kräuterartiger Hopfenduft hervor, der mit Zitrus- und Steinfrüchten einhergeht – der Duft von Orangen dominiert dabei.

Im Antrunk zeigt es sich recht vollmundig und geht mit einem frischen Hopfenaroma einher. Dieser bringt Kräuter, eine leicht medizinische Note sowie Orangenzesten und etwas Limette mit und ergänzt somit den süßlichen, biscuitartigen Malzeindruck das Bieres. Im Abgang kommt das leicht säuerliche Bier relativ herb daher, die Bittere hängt bisweilen ein wenig unangenehm nach.

kreativbrauerei_kehrwieder_shipa_hbc_431_flascheVon der Spritzigkeit her geht das Bier in Ordnung, auch die Trinkbarkeit ist gegeben, mich kann der Hopfen jedoch nicht in Gänze überzeugen. Die Herbe gepaart mit dem sehr trockenen Eindruck ist etwas zu hoch für das etwas zurückhaltende Aroma des Hopfens. Mich erinnert dieser ein wenig an den Hallertau Blanc (und an ein selbstgebrautes Weizen damit), jedoch bringt die Experimentalsorte ein Plus an Zitrusaromen mit.

Ganz klar, mein Lieblings-SHIPA wird das HBC 431 nicht – dafür ist das alles zu unrund (und auch von einem „klassischen IPA“ etwas entfernt). Das reicht heute nur für knappe drei Sterne.

IBU: 65

Stammwürze: 16,8%

Alkoholgehalt: 7,5%

(3/5)







Störtebeker Baltik-Lager

stoertebeker_baltik_lagerHeute möchte ich euch das Baltik-Lager der Störtebeker Braumanufaktur vorstellen, welches seit einigen Wochen den deutschen Biermarkt bereichert. Bevor ihr nun fragt, was ein Lager baltisch macht…das weiß ich auch nicht. Im Endeffekt ist es wohl ein Export oder Wiener Lager, welchem sie – aufgrund der geographischen Nähe – dem Beinamen „Baltik“ verpasst haben. Na schaun wir mal…

In der Nase des goldgelben bis bernsteinfarbenen, opalen Bieres findet sich etwas Heu, leicht kräuterartige Hopfenaromen, Malzaromen sowie etwas Sahne.

Der Antrunk ist von feinmalzigen Zügen geprägt, etwas Biscuit und/oder Kuchenteig, Karamell sowie ein Hauch Vanille. Dabei wirkt das Bier übertrieben süßlich, was von dem aufkommenden Hopfen mit seiner grasig-kräuterartigen Note ein wenig kaschiert werden kann. Die Süße sowie die karamelligen Noten verleihen dem Bier eine ganz gute Trinkbarkeit, lassen aber geschmacklichen Tiefgang ein wenig vermissen.

stoertebeker_baltik_lager_flascheIm Abgang dann ein wenig wässrig – gerade wenn man sich an die Süße gewohnt hat – dazu hopfige und vereinzelt fruchtige Noten. Im Trinkverlauf bleibt dann von dem Malzcharakter nicht mehr viel übrig, es wird ein wenig eintönig und bisweilen etwas pappig. Mir fehlt hier ein wenig der kleine trocken-herbe Eindruck welcher bei Märzenbieren zum Weitertrinken anregt. Beim Baltik-Lager wirkt man gesättigt und ich könnte mir da jetzt nicht vorstellen, noch eine Flasche aufzumachen.

Ja ganz nett, aber auch nicht mehr als der Durchschnitt. Daher gibts heute gerade noch so drei Sterne.

Stammwürze: 13,2%

Alkoholgehalt: 5,5%

(3/5)