Archiv der Kategorie: Biertest: 4 Sterne

Brew Age Eisknacker

Zufälle sind schon was feines – ich hatte den Eisknacker von Brew Age für den heutigen Tag auf meinem Testplan und just heute hat der Iced Barleywine der Österreicher den European Beer Star in Gold in der Kategorie 58 „Ultra Strong Beer“ gewonnen. Dieser Test ist also in doppelter Hinsicht interessant, da ich nun auch gespannt darauf bin, ob sich mein Eindruck mit dem der Jury deckt. Und bevor ihr fragt: Ein „Iced Barleywine“ ist von der Herstellung vergleichbar mit einem Eisbock – das Grundbier wird gefroren, überschüssiges Wasser abgeschöpft wodurch man ein Konzentrat gewinnt – fertig ist das „Iced“ Bier. So, nun aber zum Test…

Hach, toll schaut das aus. Auf dem recht klaren, rötlich-braunen Bier thront ein äußerst stabiler, cremig texturierter Schaum der farblich ein wenig nach gelblich bis ocker geht. In die Nase steigt ein schwer süßlicher Duft von Malz, etwas Honig, Karamell und vereinzelten Zitrusnoten. Eines ist klar: Das ist kein Kindergarten.

Und entsprechend legt geht das Bier auch auf der Zunge los. Beinahe ölig läuft das schwere Gebräu über selbige und hinterlässt einen bitter-süßen Film. Dieser bringt eine Fülle von Aromen mit, die bei Karamell und Honig anfangen und irgendwo bei dunklen Früchten wie Pflaumen enden. Dazu kommen erfrischend-hopfige Zitrusnoten sowie ein leichter Eindruck von Holz. Im Abgang geht es dann deutlich bitterer zu, es überwiegt aber der karamellig-süße Eindruck mit dem allzeit vorhandenen Waldhonigaroma.

Dass das Bier mit seinem zweistelligen Alkoholgehalt durchaus wärmend wirkt, steht außer Frage. Wohlig breitet sich das warme Gefühl vom Bauch her aus, man fühlt sich einfach gut und möchte diesen Bierlikör eigentlich gar nicht aus der Hand geben. Einzig der mit der Zeit stärker herausstechende, alkoholische Eindruck stört  die Trinkbarkeit – das kommt vor allem dann zur Geltung, wenn man dem Bier etwas Zeit gibt damit es Temperatur bekommen kann. Gut für die Aromen, aber der alkoholische Touch ist schon ein wenig störend. Versöhnlich hingegen fällt die Karbonisierung aus, diese ist angenehm niedrig und trifft meinen Geschmack damit auf den Punkt.

Klar, das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau. Der Eisknacker ist ein leckerer Barleywine den man besser mit Vorsicht genießen sollte. Dafür gibt es von mir heute gute 4 Sterne.

Alkoholgehalt: 12,1%

(4/5)







Camba Bavaria 2Sour

Dass eine Berliner Weisse nicht zwangsläufig aus Berlin kommen muss, ist nun keine Neuigkeit, und so begab es sich, dass sich auch die Bierspezialisten der Camba Bavaria aus dem bayerischen Seeon am Chiemsee diesem Trend angeschlossen haben. Trend daher, da gefühlt in den letzten Monaten jeden Tag eine neue Berliner Weisse aus den Sudkesseln der deutschen Kleinbrauer gekrochen kam. Wie der Name des Bieres schon suggeriert (und entsprechend dem Stil), handelt es sich bei 2Sour ein Sauerbier – na mal hoffen, dass der Name nicht Programm ist und es zu sauer ausfällt (Oh Gott, der Wortwitz geistert bestimmt schon so lange rum, wie es das Bier gibt…).

Etwa ein Daumen breit feinporiger, weißer Schaum hat sich auf dem gelblich- bis orangfarbenen, trüben Bier gebildet. Aus dem Glas wabert ein säuerlich-fruchtiger Geruch der ein wenig an Pfirsichjoghurt erinnert, außerdem gesellen sich noch Weissweinnoten dazu.

Gleich zu Beginn startet die Säure auf den Geschmacksnerven durch, sie fällt aber deutlich milder aus als es der Name des Bieres einem glauben machen möchte. Fruchtige Aromen von Pfirsich und Aprikose sind schmeckbar, ebenso Trauben und Naturjoghurt. Im Abgang kommt die Säure etwas stärker zur Geltung, auch traut sich das Malz heraus und bildet mit einem süßlich-getreidigen Geschmack einen angenehmen Gegenpol – auf der Zunge bleibt danach ein herb-säuerlicher, fruchtiger Geschmack liegen. Apropos Bittere: Diese fällt hier sehr bescheiden aus, bisweilen ist sie nicht feststellbar.

Beachtenswert ist der Körper, den dieses Bier (wir reden hier gerade mal von 7,5% Stammwürze) vorweisen kann. Ich hatte ja schon die Befürchtung, dass es neben der Säure ein wenig dünn wirken könnte, dies ist jedoch nicht der Fall. Mit der Zeit kommt der Malz stärker zur Geltung, getreidig-säuerlich mit einem allgegenwärtigen Traubenaroma verbleibt das Bier im Trinkverlauf,

Gar nicht übel, im Gegenteil. Gut trinkbar, nicht zu sauer und mit feinen Geschmacksnuancen versehen – so bekommt das 2Sour heute bei mir vier Sterne.

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

IBU: 10

Alkoholgehalt: 3%

(4/5)







Bierol El Patrón

Zugegeben, es hat etwas länger gedauert, aber heute möchte ich euch endlich mal ein Bier der Jungs von Bierol aus dem österreichischem Schwoich vorstellen. Obwohl man sich verhältnismäßig schon beinahe eine Ewigkeit kennt, hat es bis heute aber irgendwie nicht sollen sein. Seis drum, besser spät als nie: Heute stelle ich euch El Patrón vor, ein Double IPA und somit auch ein Vertreter einer meiner Lieblings Bierstile. Ich bin gespannt…

Oha, hier ist in der Nase aber so einiges los – das riecht wie eine Tropifrutti-Tüte von Haribo. Enorm starker Eindruck von tropisch-fruchtigen Hopfenaromen (Grapefruit, Mango, Papaya, Limette) und etwas Honig bilden die Hauptkomponenten des betörenden Dufts der unter der cremig-feinen Schaumkrone hervorwabert. Das Bier selbst ist von oranger bis kupferner Färbung und recht trüb.

Der Antrunk kommt extrem weich daher – wie schon im Schaum spielen hier unter die mitgebrauten Haferflocken eine wichtige Rolle – und transportiert die schon in der Nase vernommenen Hopfenaromen auf die Zunge, obgleich diese weniger intensiv ausfallen wie man ob des Geruchs vermutet hätte. Dennoch bekommt man es mit einem starken und fruchtigen Aromenspiel zu tun zu der sich indes auch etwas Herbe mischt. Vom Malz her zeigt sich das Bier derweil unauffällig, einzig die Honignoten sind auch im Trinkverlauf zu erschmecken.

Im Abgang bleibt das viskose Bier ein wenig hängen, die Hopfenaromen wirken etwas grasiger und auch die Bittere kommt stärker zum Vorschein, vielleicht wirkt es hier jetzt ein wenig dumpf und könnte etwas mehr Frische gebrauchen. Das war es aber dann auch schon mit der negativen Kritik bei diesem sehr süffigen und angenehm karbonisierten Bier. Die Fruchtaromen bleiben lange erhalten, aber da man obgrund der hohen Trinkbarkeit des Gebräus eh dazu neigt, es schnell zu konsumieren, spielt das auch keine allzu große Rolle. Gefährlich, gefährlich.

Einen ordentlichen Kracher lassen die Leute von Bierol hier auf die Bierszene los. Aromatisch, stark und äußerst süffig, das sind heute sehr gute vier Sterne. Prost.

PS: Ob der Name wohl eine Anspielung auf Pablo Escobar sein soll?

Alkoholgehalt: 8,2%

(4/5)







Hanscraft & Co. Taithi Nua

Nicht nur bei dem Bier ist seitens Hanscraft & Co. und Jameson viel Aufwand betrieben worden, auch beim Marketing ging man neue Wege wie man anhand dieses Videos sehen kann. Dass das Taithi Nua dabei große Erwartungen weckt, versteht sich da doch schon fast von selbst. Gebraut wurde also ein heller Bock der dann für vier Monate in Jameson Whiskey-Fässern lagern durfte. Soweit so gut, ob das Bier die hohen Erwartungen erfüllen kann, zeigt der folgende Test. Ausserdem gibt es auch was zu gewinnen, Details dazu am Ende der Seite.

Fuchsbraun leuchtet das klare Bier aus dem Glas, in der Nase findet sich einiges an Malz, etwas Honig mit Toffee sowie Holz und Vanille – passt! Einzig der weiße, feinporige Schaum ist ein wenig zu schnell verschwunden…

Im Antrunk wirkt das Bier ein wenig alkoholisch, dazu gesellt sich einiges an Malz, Karamell und eine rechte starke Süße. Dabei wirkt das Bier etwas viskos und recht mild auf der Zunge, erst im recht trockenen Abgang wirds ein wenig kantiger. Jetzt kommt auch etwas Herbe dazu und vermischt sich mit alkoholischen Vanille- und Holzaromen.

Hat man sich erstmal reingetrunken, kommt das Bier recht (beinahe schon gefährlich) süffig daher. Das liegt vornehmlich an der angenehm leichten Karbonisierung und der recht starken Süße die im Trinkverlauf allerdings ein wenig stört. Das liegt in erster Linie daran, dass die Geschmackskurve abflacht und größtenteils von Karamell und Honig mit etwas Holz beherrscht wird. Das ist jetzt nicht wirklich schlecht, dennoch lässt das Bier ein wenig Tiefe vermissen.

Das Taithi Nua ist ein guter Bock mit angenehm eingebundenen Whiskey-Aromen, für einen Überflieger reicht es aber nicht. Ganz knapp werden das noch vier Sterne.

Verlosung! Mir wurden freundlicherweise drei Sets bestehend aus einer Flasche Jamson, einer Flasche Taithi Nua sowie die dazu passenden Gläser zur Verfügung gestellt. Schreibt einfach bis Freitag Abend, 20 Uhr eine kurze Mail an win@usox.org und beantwortet die Frage, weshalb gerade ihr das Set verdient habt. Ausserdem bekommt derjenige mit der kreativsten Antwort zusätzlich noch einen Stapel Bierbücher von mir oben drauf. Also ran ans Postfach!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der Gewinner wird am Freitag Abend per eMail informiert.

Stammwürze: 18%

Alkoholgehalt: 7,7%

(4/5)







Maisel & Friends Choco Porter

Ganz frisch auf den Markt gekommen ist das Choco Porter von Maisel & Friends aus dem oberfränkischen Bayreuth. Dieses dunkle Bier ergänzt die Liste bisherige dauerhaft verfügbarer Maisel & Friends Biere – man spricht hierbei vollmundig von einem Session-Craftbeer.  Ob dieses Gebräu so „sessionable“ ist wie behauptet wird oder nicht eher den Geschmackssinn betäubt zeigt der nun folgende Test.

Satt dunkelbraun eingefärbt steht das Bier im Glas und emittiert einen röstig-malzigen Geruch der durchaus an Zartbitterschokolade zu erinnern vermag. Die Schaumbildung ist ordentlich, leider zeigt sich der feinporig bis cremige Schaum aber nicht allzu standhaft.

Der Antrunk fällt danach überraschend leicht aus, bringt dabei aber eine ordentliche Portion Röstaromen auf die Zunge. Zartbitterschokolade, etwas Karamell, röstiges bis verbranntes Malz und vereinzelte Rauchnoten finden sich in dem dunklen Gebräu wieder, dazu eine feine Herbe die sich vor allem im Abgang vermehrt hervor wagt. Dieser fällt recht flott und unaufgeregt aus, ein Hauch Schokolade mitsamt gerösteten Haselnüssen bleibt auf den Geschmacksnerven zurück.

Alles in allem geht das Bier dabei ziemlich trocken zu Werke – dürfte also recht hoch vergoren sein (der Alkoholgehalt kommt nicht von ungefähr). Ein wenig leidet die Trinkbarkeit darunter aber schon, ob das Bier wirklich „sessionable“ ist wage ich daher auch ein klein wenig zu bezweifeln. Dem Geschmack tut dies allerdings keinen Abbruch, den empfinde ich für ein Porter hervorragend – die namensgebenden Schokoladenaromen dürfte aber gerne noch stärker vertreten sein.

Einen astreinen Porter haben die Bayreuther hier hingestellt, dürfte aber wegen mir gerne noch schokoladiger sein. Vier Sterne hierfür.

IBU: 22

Alkoholgehalt: 6,5%

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(4/5)







Gulden Draak

Heute möchte ich euch das Gulden Draak der Brauerei Van Steenberge aus dem belgischen Lindenlaan vorstellen. Es handelt sich dabei um ein Belgian Strong Ale mit etwas mehr als 10 Volumenprozent Alkohol. Das, und die zweite Gärung mit Weinhefe (Fass wie auch in der Flasche) machen mich neugierig auf das starke Gebräu. Ab dafür!

In der Nase des dunkelbraunen-rötlich schimmernden Bieres finden sich reife Trauben, Pflaumen, Nüsse und etwas Karamell – sehr spannend. Schön ist auch die bräunlich eingefärbte, feinporige Schaumhaube die zudem mit guter Standfestigkeit punkten kann.

Sehr spannend, dieses Bier. Etwas Säure macht sich beim ersten Schluck dieses durchaus alkoholischen Gerstensafts breit. Dazu kommen Aromen dunkler Früchte, etwas Tannin (zumindest bilde ich mir es ein) und ein erstaunlich feines Malz mit einem guten Schuss von süßem Karamell. Typisch für viele belgischen Biere fällt auch die Kohlensäure aus – mir damit allerdings etwas zu hoch.

Im Abgang wird das Gulden Draak dann regelrecht trocken – hier macht sich jetzt die hohe Vergärung bemerkbar. Dennoch bleibt etwas honigartige Restsüße im minimal herben Abgang übrig sodass sich eine gute Trinkbarkeit einstellt. Am ehesten erinnert mich dieses Bier an einen Barleywine, es wirkt aber schlanker und wurde möglicherweise in Eichenfässern gelagert – zumindest hat man den Eindruck. Im Trinkverlauf bleibt es bei dem fruchtig-trockenen Eindruck, jedoch macht sich alsbald der Alkohol bemerkbar – langsames trinken ist hier angeraten.

Spannendes Bier, leider etwas zu alkoholisch und karbonisiert – dafür auch voller Geschmack. Von mir gibts heute vier Sterne.

Neugierig geworden? Kaufen könnt ihr das Gulden Draak hier.

Alkoholgehalt: 10,5%

(4/5)







Gruthaus Imperial Cold Brew

Heute möchte ich euch – nach ein paar Tagen Pause – das Imperial Cold Brew der Gruthaus Brauerei aus Münster vorstellen. Dabei wurde ein sog. „Cold Brew“ aus einer ganz bestimmten Kaffeesorten hergestellt, der dem Bier zur Gärung zugegeben wurde (mehr zur Entstehung des Bieres findet ihr hier). Kaffee im Bier ist immer eine etwas diffizile Sache, es kann schnell zu herb werden und auch das in den Bohnen enthaltene Öl kann sich negativ auf den Schaum auswirken…viele Herausforderungen also für die Gruthaus Brauerei. Schauen wir doch mal, was sie da zusammen gebraut haben…

In der Nase macht das nachtschwarze Bier auf jeden Fall schon mal einiges her. Erwartungsgemäß strömt einiges an Kaffeearomen aus dem Glas, dazu etwas Karamell, Kakao und Nüsse. Auch der Schaum macht mit seiner cremigen Konsistenz und der bräunlichen Färbung eine gute Figur.

Der Antrunk fällt angenehm weich und leicht süßlich aus, wenige Augenblicke später wird man auch schon von einem herrlich röstigen Kaffeearoma begrüßt. Dieses fällt dabei kaum herb aus sondern punktet mit einem feinen, von Kakao, Schokolade und Nüssen begleiteten Kaffeegeschmack. Gerade zum Abgang hin intensiviert sich der Eindruck weiter, etwas Karamell kommt dazu und rundet dieses Stout angenehm ab.

Im Trinkverlauf des perfekt karbonisierten Bieres tauchen dann auch vereinzelt Beerenaromen auf und reichern somit den eh schon komplexen Geschmack weiter an. Dazu kommt ein samtig-weiches Mundgefühl sowie der aromatisch-röstigen Kick vom verwendeten Roggenröstmalz. Ich muss sagen, das Imperial Cold Brew schmeckt mir richtig gut – vom Koffeingehalt, der in etwas im Bereich einer normalen Cola liegt, mal ganz abgesehen…ein richtiger Wachmacher.

Klasse Bier hat man da in Münster in Kooperation mit dem Kaffeeröster Herr Hase zusammengebraut. Von mir gibt es hierfür sehr gute vier Sterne und die Erkenntnis, dass ich unbedingt mehr davon brauche.

Stammwürze: 17%

Alkoholgehalt: 7%

Dieses Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(4/5)







3 Fonteinen Oude Kriek

3fonteinen_oude_kriekAuf den heutigen Biertest freue ich mich schon – man hat schließlich nicht all Tage in Bier aus der Ratebeer Top 50 Liste vor sich. Vorstellen werde ich euch nun das Oude Kriek der belgischen Brauerei 3 Fonteinen aus Lot. Als Fruchtzusatz dienen bei diesem klassischen belgischen Bierstil lediglich Kirschen (Fleisch wie Kerne) – auf Zusätze wie Zucker oder Farbstoffe wird hier konsequent verzichtet (wie es auch sein sollte). Seid ihr auch so gespannt auf dieses Fruchtlambic wie ich? Los gehts!

Das klare, dunkelrote Bier macht aus seiner mehrmonatigen Fasslagerung keinen Hehl – es riecht ein wenig nach Holz sowie fruchtig-frisch nach Sauerkirschen und Erde.

Wer hier jetzt eine fruchtige Kirschexplosion erwartet, wie es bei anderen Vertretern dieses Stils der Fall ist, wird enttäuscht sein. Die Fruchtaromen liegen mehr subtil an, eine ordentliche Säure ist mit von der Partie. Hat man sich an diese gewöhnt, kommt das Kirscharoma mehr zum Vorschein und wird von reifen Sauerkirschen dominiert. Dazu mischt sich noch eine feine Herbe sowie leichte Zitrusnoten die den geschmacklichen Eindruck abrunden.

3fonteinen_oude_kriek_flascheNicht, dass wir uns falsch verstehen: Das hier ist kein Einsteigsbier. Die Säure ist nicht zu verachten, von der Aromatik her mag es nicht allzu ausgeprägt sein, dafür wurde hier auch nicht mit Säften oder ähnlichem nachgeholfen und es wirkt dadurch auch nicht penetrant. Spannend ist im Trinkverlauf der aufkommende Geschmack von Kirschkernen sowie die gut eingebrachte, leichte Süße im Zusammenspiel mit dem subtilen Kirschgeschmack.

Ein sehr spannendes Lambic, dessen Aromatik in meinen Augen noch einen Ticken stärker ausfallen könnte. Dennoch sehr fein, fruchtig und erfrischend. Von mir gibts vier Sterne.

Alkoholgehalt: 6%

(4/5)







FrauGruber Brewing 24/7

fraugruber_247Ganz neu aus dem bayerischen Gundelfingen (respektive Augsburg) kommt FrauGruber Brewing – beteiligt daran sind der Geschäftsführer des Craftbeer-Händlers Liquid Hops Matthias Gruber und der, bei der Camba Bavaria (vormals Riegele) angestellte Braumeister, Enzo Frauenschuh. Mit fünf Sorten – allesamt in Dosen abgefüllt – starten sie auf dem hiesigen BIermarkt, die sechste (ein Imperial IPA) steht auch schon in den Startlöchern. Ausgesucht für meinen ersten Test habe ich mir das helle, hopfengestopfte Lagerbier mit dem Namen „24/7“ – los gehts!

Der Name impliziert es schon, dieses Bier soll „sessionable“ sein wie es neudeutsch heißt. In der Nase des goldgelben, leicht eingetrübten Bieres finden sich unerwartet intensive, frische Hopfenaromen von Zitrusfrüchten und Trauben – das IPA-Glas zu nehmen war wohl eine gute Idee.

Der erste Schluck offenbart dann auch gleich, was in dem Bier steckt. Beinahe einem Pale Ale gleich strömt fruchtiger Hopfengeschmack auf die Zunge, begleitet von einem recht strohig wirkendem Malz und einer feinen Herbe. Dass es sich beim 24/7 um ein Lager handelt, vermag man anfangs nicht wirklich zu glauben. Erst nach den ersten paar Schluck kann man zwischen den Zitrusaromen des Hopfen vereinzelte Charakterzüge eines „Hellen“, einhergehend mit ein klein wenig Schwefel.

fraugruber_247_doseGar nicht schlecht – eher im Gegenteil. Die ordentliche Hopfung (Simcoe?) und die damit einhergehende Aromatik zusammen mit dem sehr schlanken Malzkörper bilden das Fundament für eine wunderbare Süffigkeit. Dazu die geringe Kohlensäure – wohl auch der Dose bedingt – sowie eine ganz feine Herbe, Klasse. Zudem wird das Bier auch im Verlauf nicht langweilig, auch wenn es ein wenig schnell schal wirkt. Da man das Bier jedoch recht schnell vernichtet hat und vermutlich auch der Genuss aus der Dose empfohlen wird, fällt das nun nicht sehr ins Gewicht.

Klasse Einstand haben die Männer von FrauGruber Brewing da hingelegt und mit dem 24/7 ein alltagstaugliches und dennoch aromatisches Helles in die Dose gefüllt. Von mir gibts hierfür vier Sterne.

Alkoholgehalt: 5,1%

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(4/5)







Brauerei Hirt Hirter 1270er

brauerei_hirt_hirter_1270erVor einigen Wochen trudelte bei mir das Hirter 1270er der Brauerei Hirt aus dem österreichischem Micheldorf ein. Bekannt war mir das Bier bereits, hatte es 2016 doch den European Beer Star in Gold gewonnen (und die Jahre zuvor schon Silber bzw. Bronze). Ein Grund mehr, sich das Amber Lager mal ein wenig genauer anzusehen…

Der Optik wegen gibt es keinen Grund für Kritik. Sei es die kupferbraune Färbung oder der weiße, cremige Schaum – es passt. In der Nase finden sich karamellig-malzige Anklänge, ganz leichte, röstige Aromen sowie ein wenig frischer Hopfen.

Von Beginn an kann das Bier mit einem sanften, runden Malzkörper punkten, der eine gute Portion Karamell- und Getreidearomen auf die Zunge bringt. Dass das mild karbonisierte Gebräu dabei von Beginn an sehr süffig rüber kommt, muss ich da wohl kaum noch erwähnen. Nebst vereinzelten Röstaromen und ordentlich Karamell kommt im Abgang dann auch noch ein feinwürziger Hopfengeschmack auf und geht mit einer leichten Herbe einher.

brauerei_hirt_hirter_1270er_flascheSo stimmig wie das Bier anfangs wirkt, so ärgerlich ist eine leichte metallische Note die ab und an im Geschmack aufblitzt. Ganz so schlimm, wie mancher User auf Ratebeer das bewertet, sehe ich das nicht – dennoch stört es den Genuß des ansonsten sehr gut ausbalancierten Bieres ein klein wenig. Auch im weiteren Trinkverlauf gibt sich das Bier keine Blöße und erfreut den Bierfreund mit süßlich-karamelligen Malznoten.

Ja, perfekt mag das 1270er vielleicht nicht sein, es ist aber ein guter Begleiter in den Feierabend, schmeckt und macht Lust auf mehr. Ganz knapp gibt es heute vier Sterne.

Stammwürze: 11,9%

Alkoholgehalt: 4,9%

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(4/5)