Craftwerk Barrel Aged India Pale Ale

Heute möchte ich euch mal wieder etwas fassgereiftes vorstellen. Es handelt sich dabei um das limitierte Barrel Aged IPA von Craftwerk aus Bitburg – ja, ihr habt richtig gelesen: Ein fassgelagertes India Pale Ale. Die Kenner unter euch werden jetzt zu Recht fragen, ob es Sinn macht – IPA leben in erster Linie von ihren Hopfenaromen die sich allerdings im Laufe der Zeit recht schnell abbauen. Nun ruhte dieses Bier ein halbes Jahr in einem Zwetschenbrand-Fass der Brennerei Ziegler wodurch es sicherlich an Aroma gewinnen konnte – ob das Ergebnis aber überzeugen kann…?

Erwartungsgemäß begrüßt das bernsteinfarbene Bier den Genießer nicht mit einem Schwall voller Fruchtaromen, diese fallen eher subtil aus und mischen sich mit kräftigem Karamell mit einem Hauch von Zwtetschenbrand und Kräutern.

Hat man sich durch den cremig-feinen Schaum gekämpft, so bekommt es die Zunge mit einem recht alkoholisch wirkenden, malzstarken Gebräu zu tun. Ordentlich Karamell und Honig mit leicht brotigen Anklängen sind zu schmecken, dazu mischen sich reife Früchte und Beeren. Über all dem legt sich eine deutlich bemerkbare, alkoholische Note die einen beim Genuß ein wenig einbremst. Im Abgang wirkt diese weiter störend, das Bier selbst kommt mit kräuterartigen Eindrücken daher die lange nach dem Genuß auf der Zunge bleiben.

Recht spannend, aber wie schon befürchtet hat es von dem Ausgangsbier – ich gehe hier von einer stärkeren Version des Hop Head 7 IPA aus – nicht mehr allzu viel. Ausser einigen blumigen Zitrusnoten tut sich in Sachen Hopfenaromatik nichts womit ich aber schon gerechnet habe. Sieht man jetzt von der stark alkoholischen Note ab, ist das Barrel Aged IPA ein interessantes Bier. Dazu kommt eine angenehme Karbonisierung, eine passabel ausgefallene Herbe und ein recht charaktervolles Malzbett, welches man ohne die intensiven Hopfenaromen erst erschmecken kann.

Nunja, letzendlich konnte mich dieses Bier nicht vollends überzeugen – das ist nicht stimmig genug. Da aber, bis auf den starken Alkoholeindruck, soweit alles passt, gibts gute drei Sterne für das Barrel Aged IPA von Craftwerk.

IBU: 50

Stammwürze: 19,5%

Alkoholgehalt: 9,5%

Dieses Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(3/5)







Stone Go To IPA

Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen – perfekte Voraussetzungen für ein fruchtiges Session-IPA. Ein solches startet Stone Brewing Berlin gerade europaweit: Das Go To IPA. Wie die anderen Sorten zuvor kennt man dieses Bier auch schon aus den USA, für den europäischen Markt wird nun auch das Go To IPA in Berlin gebraut. Neun Hopfensorten sollen für eine wahre Hopfenexplosion sorgen, das ganze dabei aber leicht und „sessionable“ von Statten gehen – behauptet zumindest das Papier. Ob dem so ist? Probieren wir es aus!

Bereits beim Geruch kann das orangefarbene, etwas trübe Bier mit Aromen von Pfirsich, Melonen und Trauben sowie Zitronenschale punkten. Der Schaum leuchtet schneeweiß und hat eine cremig-feine Textur – I like!

Entsprechend fruchtig fällt dann auch der Antrunk aus, hier machen sich zudem auch sofort eine knackige Herbe bemerkbar. Der Geschmack von Zitronen sowie Honigmelonen macht sich auf der Zunge breit, das Malz ist kaum merklich und so dauert es bis zum opulent-herben Abgang nicht allzu lange. Hier wird es jetzt merklich trocken und bewegt sich hart an der Grenze zur Kratzigkeit – die etwas nachlassenden Fruchtaromen sorgen aber gerade nochmal für den Turnaround.

Die angenehme Karbonisierung versöhnt dann wieder ein wenig, das Bier an sich ist recht gut trinkbar und die Fruchtigkeit bleibt auch bis zum letzten Tropfen vorhanden, obgleich bisweilen weniger ausgeprägt. Ist das Bier denn nun sessionable? Ich persönlich empfinde es als einen Ticken zu herb um davon wirklich mehrere hintereinander zu trinken – zumindest nicht ohne mal ein Glas Wasser dazwischen. Versteht mich nicht falsch, ich liebe sehr herbe Biere, nur als Begleiter für den ganzen Tag/Abend würde das Stone Go To IPA nicht ganz oben auf meiner Liste stehen.

Sehr trinkbares, fruchtiges und vor allem leichtes IPA, mir aber einen Tick zu herb. Nach langem hin und her schrammt das Go To an den 4 Sternen vorbei und bekommt derer drei. Prost.

IBU: 65

Alkoholgehalt: 4,7%

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt. Bestellen könnt ihr das Stone Go To IPA hier.

(3.5/5)







Maisel & Friends Choco Porter

Ganz frisch auf den Markt gekommen ist das Choco Porter von Maisel & Friends aus dem oberfränkischen Bayreuth. Dieses dunkle Bier ergänzt die Liste bisherige dauerhaft verfügbarer Maisel & Friends Biere – man spricht hierbei vollmundig von einem Session-Craftbeer.  Ob dieses Gebräu so „sessionable“ ist wie behauptet wird oder nicht eher den Geschmackssinn betäubt zeigt der nun folgende Test.

Satt dunkelbraun eingefärbt steht das Bier im Glas und emittiert einen röstig-malzigen Geruch der durchaus an Zartbitterschokolade zu erinnern vermag. Die Schaumbildung ist ordentlich, leider zeigt sich der feinporig bis cremige Schaum aber nicht allzu standhaft.

Der Antrunk fällt danach überraschend leicht aus, bringt dabei aber eine ordentliche Portion Röstaromen auf die Zunge. Zartbitterschokolade, etwas Karamell, röstiges bis verbranntes Malz und vereinzelte Rauchnoten finden sich in dem dunklen Gebräu wieder, dazu eine feine Herbe die sich vor allem im Abgang vermehrt hervor wagt. Dieser fällt recht flott und unaufgeregt aus, ein Hauch Schokolade mitsamt gerösteten Haselnüssen bleibt auf den Geschmacksnerven zurück.

Alles in allem geht das Bier dabei ziemlich trocken zu Werke – dürfte also recht hoch vergoren sein (der Alkoholgehalt kommt nicht von ungefähr). Ein wenig leidet die Trinkbarkeit darunter aber schon, ob das Bier wirklich „sessionable“ ist wage ich daher auch ein klein wenig zu bezweifeln. Dem Geschmack tut dies allerdings keinen Abbruch, den empfinde ich für ein Porter hervorragend – die namensgebenden Schokoladenaromen dürfte aber gerne noch stärker vertreten sein.

Einen astreinen Porter haben die Bayreuther hier hingestellt, dürfte aber wegen mir gerne noch schokoladiger sein. Vier Sterne hierfür.

IBU: 22

Alkoholgehalt: 6,5%

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(4/5)







Gulden Draak

Heute möchte ich euch das Gulden Draak der Brauerei Van Steenberge aus dem belgischen Lindenlaan vorstellen. Es handelt sich dabei um ein Belgian Strong Ale mit etwas mehr als 10 Volumenprozent Alkohol. Das, und die zweite Gärung mit Weinhefe (Fass wie auch in der Flasche) machen mich neugierig auf das starke Gebräu. Ab dafür!

In der Nase des dunkelbraunen-rötlich schimmernden Bieres finden sich reife Trauben, Pflaumen, Nüsse und etwas Karamell – sehr spannend. Schön ist auch die bräunlich eingefärbte, feinporige Schaumhaube die zudem mit guter Standfestigkeit punkten kann.

Sehr spannend, dieses Bier. Etwas Säure macht sich beim ersten Schluck dieses durchaus alkoholischen Gerstensafts breit. Dazu kommen Aromen dunkler Früchte, etwas Tannin (zumindest bilde ich mir es ein) und ein erstaunlich feines Malz mit einem guten Schuss von süßem Karamell. Typisch für viele belgischen Biere fällt auch die Kohlensäure aus – mir damit allerdings etwas zu hoch.

Im Abgang wird das Gulden Draak dann regelrecht trocken – hier macht sich jetzt die hohe Vergärung bemerkbar. Dennoch bleibt etwas honigartige Restsüße im minimal herben Abgang übrig sodass sich eine gute Trinkbarkeit einstellt. Am ehesten erinnert mich dieses Bier an einen Barleywine, es wirkt aber schlanker und wurde möglicherweise in Eichenfässern gelagert – zumindest hat man den Eindruck. Im Trinkverlauf bleibt es bei dem fruchtig-trockenen Eindruck, jedoch macht sich alsbald der Alkohol bemerkbar – langsames trinken ist hier angeraten.

Spannendes Bier, leider etwas zu alkoholisch und karbonisiert – dafür auch voller Geschmack. Von mir gibts heute vier Sterne.

Neugierig geworden? Kaufen könnt ihr das Gulden Draak hier.

Alkoholgehalt: 10,5%

(4/5)







Gruthaus Imperial Cold Brew

Heute möchte ich euch – nach ein paar Tagen Pause – das Imperial Cold Brew der Gruthaus Brauerei aus Münster vorstellen. Dabei wurde ein sog. „Cold Brew“ aus einer ganz bestimmten Kaffeesorten hergestellt, der dem Bier zur Gärung zugegeben wurde (mehr zur Entstehung des Bieres findet ihr hier). Kaffee im Bier ist immer eine etwas diffizile Sache, es kann schnell zu herb werden und auch das in den Bohnen enthaltene Öl kann sich negativ auf den Schaum auswirken…viele Herausforderungen also für die Gruthaus Brauerei. Schauen wir doch mal, was sie da zusammen gebraut haben…

In der Nase macht das nachtschwarze Bier auf jeden Fall schon mal einiges her. Erwartungsgemäß strömt einiges an Kaffeearomen aus dem Glas, dazu etwas Karamell, Kakao und Nüsse. Auch der Schaum macht mit seiner cremigen Konsistenz und der bräunlichen Färbung eine gute Figur.

Der Antrunk fällt angenehm weich und leicht süßlich aus, wenige Augenblicke später wird man auch schon von einem herrlich röstigen Kaffeearoma begrüßt. Dieses fällt dabei kaum herb aus sondern punktet mit einem feinen, von Kakao, Schokolade und Nüssen begleiteten Kaffeegeschmack. Gerade zum Abgang hin intensiviert sich der Eindruck weiter, etwas Karamell kommt dazu und rundet dieses Stout angenehm ab.

Im Trinkverlauf des perfekt karbonisierten Bieres tauchen dann auch vereinzelt Beerenaromen auf und reichern somit den eh schon komplexen Geschmack weiter an. Dazu kommt ein samtig-weiches Mundgefühl sowie der aromatisch-röstigen Kick vom verwendeten Roggenröstmalz. Ich muss sagen, das Imperial Cold Brew schmeckt mir richtig gut – vom Koffeingehalt, der in etwas im Bereich einer normalen Cola liegt, mal ganz abgesehen…ein richtiger Wachmacher.

Klasse Bier hat man da in Münster in Kooperation mit dem Kaffeeröster Herr Hase zusammengebraut. Von mir gibt es hierfür sehr gute vier Sterne und die Erkenntnis, dass ich unbedingt mehr davon brauche.

Stammwürze: 17%

Alkoholgehalt: 7%

Dieses Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(4/5)







Odell Brewing Jolly Russian

Yeah, heute gibt es mal wieder ein Bier einer Brauerei, die bisher in meinem Blog nicht vorgekommen ist. Es geht in den US-Bundesstaat Colorado nach Fort Collins, Heimat der 1989 gegründeten Odell Brewing Co. Im Glas habe ich dabei heute nichts anderes als das Jolly Russian, ein gemütliches Imperial Stout mit zweistelligem Alkoholgehalt welches in Rumfässern lagern durfte. Die Vorfreude steigt…

Ja, da sieht man nichts mehr. Das nachtschwarze Gebräu schluckt jedes bisschen Licht locker weg. Oben auf ein Finger breit brauner, cremig-feiner Schaum und erst der Geruch! Dunkle Früchte, Röstaromen von Schokolade und noch viel mehr Kaffee und Rumtopf – ich kanns kaum erwarten.

Gänsehautfeeling auch beim ersten Schluck. Sehr weich und rund zeigt sich das intensiv-röstige Malzbett welches mit ordentlich viel Schokolade und Mokka auf die Zunge kommt. Dazu kommen Karamellnoten, Vanille, Kokos sowie ein Hauch Pflaumen, etwas Tabak und Holz. Auch den Alkohol merkt man recht schnell, er ist aber in das süße Malzbett wunderbar eingebunden und wirkt in erster Linie wärmend. Der Abgang kommt mit ein wenig Herbe rüber, die Aromen bleiben dabei lange auf der Zunge hängen – das samtige Mundgefühl ist beinahe erschreckend.

Im Trinkverlauf des nur leicht karbonisierten Bieres kommt der Rum mehr in den Vordergrund, drängt sich jedoch nicht allzu sehr auf und wirkt insgesamt sehr gut in das Bier integriert. Trotz dessen, dass das Bier sehr schwer wirkt und ungeübte Geschmacksnerven an den Rande der Überforderung bringen wird, lässt es sich erstaunlich gut trinken – gefährlich süffig. Geschmacklich ändert sich mit der Zeit nur recht wenig, Vanille, Sckokolade und der Rum mit etwas Kokos bleiben bis zum Ende hin deutlich schmeckbar.

Ein absolut rundes, ungemein leckeres und einfach richtig geiles Bier. Beim Jolly Russian passt wirklich alles – schade, dass die Flasche gleich leer ist. Von mir gibts hierfür die Höchstwertung von fünf Sternen. Arrrr!

IBU: 45

Alkoholgehalt: 13,3%

(5/5)







Mikes Wanderlust Session Pale Ale

Heute beginne ich den Abend mal wieder mit einem etwas leichteren Bier. Ausgesucht habe ich mir das Session Pale Ale von Mikes Wanderlust – aka Michael Sturm aus der Brauerei Krieger – aus dem bayerischen Landau an der Isar. Mit knapp dreieinhalb Volumenprozent Alkohol kann man definitiv von „sessionable“ sprechen, wird denn auch die Aromatik des Bieres dazu passen? Schaun wir mal…

Riecht gar nicht so verkehrt was ich hier im Glas habe. Grasig-fruchtige Hopfenaromen von Mango, Pfirsiche und ordentlich Maracuja strömen aus dem Glas. Noch dazu macht das klare, bernsteinfarbene Bier mit seiner weißen Schaumhaube auch optisch was her, auch wenn der Schaum nicht allzu standhaft ist.

Was den Antrunk angeht, so muss man dem Pale Ale eine gewisse Wässrigkeit attestieren. Das ist nun nicht weiter verwunderlich, sieht der Stil doch eine gewisse Leichtigkeit vor – hier ist es, zusammen mit der arg prickelnden Kohlensäure aber ein wenig zu viel (oder besser gesagt zu wenig) des Guten. Nach kurzer Eingewöhnungszeit bekommt man es mit einem ganz leicht getreidigen, kaum wahrnehmbaren Malz zu tun – gepaart mit einer leichte Säure und im Abgang aufkommenden, sehr moderaten Hopfenaromen. Gerade hier würde ich mir mehr Intensität erwarten um über den etwas sehr dünnen Körper hinweg zu sehen. Die leicht zitrusartigen Hopfenaromen sind zwar nett, reichen aber in meinen Augen nicht aus um genügend Charakter rein zu bringen.

Die Herbe hingegen – wir reden von 25 Bittereinheiten – ist gut getroffen und passt zu dem sehr leichten Setup des Bieres. Selbiges ist insgesamt sehr gut und easy zu trinken und macht seinem Namen dahingehend alle Ehre. Dennoch sollte man beachten, dass das Bier gerne kalt getrunken werden möchte – wird es erst etwas wärmer macht sich das Fehlen eines stärkeren Malzkörpers noch mehr im Geschmack bemerkbar.

Für mich ist das Session Pale Ale von Mikes Wanderlust zu viel Session und zu wenig Pale Ale. Daher gibts von mir knapp drei Sterne.

IBU: 25

Alkoholgehalt: 3,6%

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(3/5)







Brauerei Barnikel Weizen

Heute geht es mal wieder nach Franken, genauer gesagt nach Frensdorf nahe Hirschaid an der A73 zur Brauerei Barnikel. Wobei, glaubt man dieser Liste stillgelegter Brauereien, so wird das Bier seit ein paar Jahren nicht mehr vor Ort sondern in Aufseß hergestellt. Seis drum, über die Qualität des Bieres sagt das ja erstmal nichts aus und daher freue ich mich auf das Weizen der Barnikels, welches gerade in mein Glas fließt…

Optisch ein Bilderbuchweizen, auch in der Nase finden sich stiltypische Anzeichen. Leichter Geruch von Malz, Bananen und einem Hauch von Steinfrüchten wabert unter der cremigen, strahlend weißen Schaumhaube hervor.

Der Antrunk ist wenig aromatisch, fast ein wenig wässrig und hat mit dem Geruch relativ wenig zu tun. Sehr getreidig kommt das Malz rüber, dazu etwas Hefe und einem Hauch Karamell – geht in Ordnung, eine Offenbarung sieht jedoch anders aus. Zum Abgang schleicht sich dann auch ein leichtes Hopfenaroma mit ein, kann sich aber gegen die Getreide-Hefe Mischung nicht weiter behaupten. Alles in allem fällt der Abgang auch kurz aus, von dem bisschen Aromatik ist nach einer Sekunde nichts mehr zu merken.

An dem allgemeinen Eindruck des Bieres ändert auch der Trinkverlauf nichts. Es ist wenig aromatisch, die Hefe fristet ein geschmackliches Schattendasein – über weite Strecken einfach relativ langweilig. Die Karbonisierung ist gut getroffen, auch handwerklich fehlt es dem Bier nichts, das täuscht aber nicht über den Eindruck eines einfachen Allerweltsweizens hinweg.

Es ist nun kein schlechtes Bier, viel Spaß hatte ich dabei aber auch nicht. Das Barnikel Weizen kriegt von mir heute ganz knapp noch drei Sterne.

Alkoholgehalt: 5%

(3/5)







3 Fonteinen Oude Kriek

3fonteinen_oude_kriekAuf den heutigen Biertest freue ich mich schon – man hat schließlich nicht all Tage in Bier aus der Ratebeer Top 50 Liste vor sich. Vorstellen werde ich euch nun das Oude Kriek der belgischen Brauerei 3 Fonteinen aus Lot. Als Fruchtzusatz dienen bei diesem klassischen belgischen Bierstil lediglich Kirschen (Fleisch wie Kerne) – auf Zusätze wie Zucker oder Farbstoffe wird hier konsequent verzichtet (wie es auch sein sollte). Seid ihr auch so gespannt auf dieses Fruchtlambic wie ich? Los gehts!

Das klare, dunkelrote Bier macht aus seiner mehrmonatigen Fasslagerung keinen Hehl – es riecht ein wenig nach Holz sowie fruchtig-frisch nach Sauerkirschen und Erde.

Wer hier jetzt eine fruchtige Kirschexplosion erwartet, wie es bei anderen Vertretern dieses Stils der Fall ist, wird enttäuscht sein. Die Fruchtaromen liegen mehr subtil an, eine ordentliche Säure ist mit von der Partie. Hat man sich an diese gewöhnt, kommt das Kirscharoma mehr zum Vorschein und wird von reifen Sauerkirschen dominiert. Dazu mischt sich noch eine feine Herbe sowie leichte Zitrusnoten die den geschmacklichen Eindruck abrunden.

3fonteinen_oude_kriek_flascheNicht, dass wir uns falsch verstehen: Das hier ist kein Einsteigsbier. Die Säure ist nicht zu verachten, von der Aromatik her mag es nicht allzu ausgeprägt sein, dafür wurde hier auch nicht mit Säften oder ähnlichem nachgeholfen und es wirkt dadurch auch nicht penetrant. Spannend ist im Trinkverlauf der aufkommende Geschmack von Kirschkernen sowie die gut eingebrachte, leichte Süße im Zusammenspiel mit dem subtilen Kirschgeschmack.

Ein sehr spannendes Lambic, dessen Aromatik in meinen Augen noch einen Ticken stärker ausfallen könnte. Dennoch sehr fein, fruchtig und erfrischend. Von mir gibts vier Sterne.

Alkoholgehalt: 6%

(4/5)







Braukunst Live 2017

In etwas mehr als einer Woche ist es wieder soweit, die Braukunst Live 2017 öffnet erneut die Pforten des Münchner MVG-Museums um die Welt der interessierten Biergenießer zu der dreitägigen Messe zu begrüßen. Allerlei Biere aus München, Bayern, Deutschland und dem Rest der Welt warten wieder darauf, von Neulingen und Experten entdeckt, verkostet und diskutiert zu werden.

Neu in diesem Jahr ist die „Rare Beer Area“ am Samstag. Nach dem Lösen eines Extra-Tickets (für 20 Euro) bekommt man dort 10 von 15 „seltenen weltklasse“ Bieren zu probieren, ausgewählt von Dr. Wolfgang Stempfl (dem Leiter der Doemens Akademie in Gräfelfing). Aufgrund der Limitierung auf 100 Tickets wird die Aktion sicherlich ein Erfolg werden, die Frage bleibt allerdings: Wird es sich für den Besucher lohnen – gerade, da die Biere derzeit noch nicht fest stehen.

Ansonsten sind wieder viele bekannte Gesichter auf der Messe anzutreffen, es werden aber auch die ein oder anderen neuen Aussteller zu sehen sein. Darunter z.B. der Tölzer Mühlfeldbräu, Hopfenhacker, Munich Brew Mafia, Next Level Brewing oder auch Yankee & Kraut – allesamt definitiv einen Besuch wert. Aber auch die Stände der Bier- & Lebensmitteltechnologen der TU München, Schoppe Bräu, Hoppebräu, Mikes Wanderlust, Nogne O, FrauGruber und Freigeist Bierkultur solltet ihr definitiv nicht auslassen.

Am besten ist es sowieso, sich ein wenig treiben zu lassen und vielleicht ein wenig die Stände abzupassen, an denen gerade am wenigsten los ist. Denn eins ist sicher: Wie auch schon in den Vorjahren wird auch die sechste Ausgabe der Braukunst Live wieder gut besucht sein. Früh kommen lohnt sich also – es sei denn, ihr wollt in der Kälte lange anstehen. Ich selbst werde am Freitag anwesend sein – vielleicht sieht und trifft man sich ja auf ein Bierchen.

Facts:

  • Was? Braukunst Live 2017
  • Wann? 10. – 12. Februar 2017
  • Wo? MVG-Museum, Ständlerstr. 20, München
  • Quanto costa? Tagesticket 20 Euro

Rückblick/Fotos:

2013, 2014, 2015