Siren Ten Dollar Shake

siren_ten_dollar_shakeEuch aufmerksamen Lesern wird es nicht entgangen sein, dass sich Biere von Siren durchaus öfters in meinem Blog finden lassen. Das liegt im Grunde daran, dass die Biere der britischen Craftbrauer durch die Bank weg sehr interessant sind und allein schon dadurch eine Vorstellung wert sind – von Geschmack und Qualität ganz abgesehen. Heute also der Ten Dollar Shake, ein mit den Kollegen von BrewDog gebrautes „Fruit Smoothie IPA“ –  und das ist nicht gelogen, wurde das Bier mittels Beigabe von Fruchtpüree (Mango, Papaya und Maracuja) zu einer Art Smoothie verwandelt.

Aufgrund der Früchte wirkt das orangefarbene Bier dann im Glas auch recht trüb, getoppt wird es mit einem Finger breit weißen Schaum. Dafür haut einen der Geruch dann beinahe um: Ein intensiver, tropischer Fruchtcocktail zieht in die Nase – Grapefruit, Mango, Papaya, Passionsfrucht und Limetten sind riechbar – geil!

siren_ten_dollar_shake_flascheErwartungsgemäß cremig und viskos fühlt sich das Bier auf der Zunge an, vom Malz merkt man in der bitter-süßen, extrem fruchtigen Mischung nicht mehr allzu viel – kaum verwunderlich. Gerade die Herbe ist schon von Beginn an stark zu schmecken, kontert die intensiven Fruchtaromen aber recht gut aus – ansonsten wäre das Bier weitaus weniger gut trinkbar.

Gerade im Abgang kommen dann die starken Aromen erneut auf, viel Maracuja und Mango, zusammen mit Grapefruit und weiteren Zitrusfrüchten tanzen auf den Geschmacksnerven. Dabei bleibt das Bier lang bitter am Gaumen hängen, aber auch das tut dem Genuss keinen Abbruch – im Gegenteil. Passend dazu auch die gut bemessene Kohlensäure die das cremige Mundgefühl dieses Smoothies – ähh Bieres – wunderbar unterstützt.

Ja ganz ehrlich: Ich wüsste nicht, wie man das Bier noch besser machen könnte. Viel Frucht und Herbe, trotzdem hohe Drinkability und einfach was besonderes. Von mir gibt es hierfür heute fünf Sterne!

Alkoholgehalt: 6,6%

(5/5)







FrauGruber Brewing 24/7

fraugruber_247Ganz neu aus dem bayerischen Gundelfingen (respektive Augsburg) kommt FrauGruber Brewing – beteiligt daran sind der Geschäftsführer des Craftbeer-Händlers Liquid Hops Matthias Gruber und der, bei der Camba Bavaria (vormals Riegele) angestellte Braumeister, Enzo Frauenschuh. Mit fünf Sorten – allesamt in Dosen abgefüllt – starten sie auf dem hiesigen BIermarkt, die sechste (ein Imperial IPA) steht auch schon in den Startlöchern. Ausgesucht für meinen ersten Test habe ich mir das helle, hopfengestopfte Lagerbier mit dem Namen „24/7“ – los gehts!

Der Name impliziert es schon, dieses Bier soll „sessionable“ sein wie es neudeutsch heißt. In der Nase des goldgelben, leicht eingetrübten Bieres finden sich unerwartet intensive, frische Hopfenaromen von Zitrusfrüchten und Trauben – das IPA-Glas zu nehmen war wohl eine gute Idee.

Der erste Schluck offenbart dann auch gleich, was in dem Bier steckt. Beinahe einem Pale Ale gleich strömt fruchtiger Hopfengeschmack auf die Zunge, begleitet von einem recht strohig wirkendem Malz und einer feinen Herbe. Dass es sich beim 24/7 um ein Lager handelt, vermag man anfangs nicht wirklich zu glauben. Erst nach den ersten paar Schluck kann man zwischen den Zitrusaromen des Hopfen vereinzelte Charakterzüge eines „Hellen“, einhergehend mit ein klein wenig Schwefel.

fraugruber_247_doseGar nicht schlecht – eher im Gegenteil. Die ordentliche Hopfung (Simcoe?) und die damit einhergehende Aromatik zusammen mit dem sehr schlanken Malzkörper bilden das Fundament für eine wunderbare Süffigkeit. Dazu die geringe Kohlensäure – wohl auch der Dose bedingt – sowie eine ganz feine Herbe, Klasse. Zudem wird das Bier auch im Verlauf nicht langweilig, auch wenn es ein wenig schnell schal wirkt. Da man das Bier jedoch recht schnell vernichtet hat und vermutlich auch der Genuss aus der Dose empfohlen wird, fällt das nun nicht sehr ins Gewicht.

Klasse Einstand haben die Männer von FrauGruber Brewing da hingelegt und mit dem 24/7 ein alltagstaugliches und dennoch aromatisches Helles in die Dose gefüllt. Von mir gibts hierfür vier Sterne.

Alkoholgehalt: 5,1%

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(4/5)







Brauerei Hirt Hirter 1270er

brauerei_hirt_hirter_1270erVor einigen Wochen trudelte bei mir das Hirter 1270er der Brauerei Hirt aus dem österreichischem Micheldorf ein. Bekannt war mir das Bier bereits, hatte es 2016 doch den European Beer Star in Gold gewonnen (und die Jahre zuvor schon Silber bzw. Bronze). Ein Grund mehr, sich das Amber Lager mal ein wenig genauer anzusehen…

Der Optik wegen gibt es keinen Grund für Kritik. Sei es die kupferbraune Färbung oder der weiße, cremige Schaum – es passt. In der Nase finden sich karamellig-malzige Anklänge, ganz leichte, röstige Aromen sowie ein wenig frischer Hopfen.

Von Beginn an kann das Bier mit einem sanften, runden Malzkörper punkten, der eine gute Portion Karamell- und Getreidearomen auf die Zunge bringt. Dass das mild karbonisierte Gebräu dabei von Beginn an sehr süffig rüber kommt, muss ich da wohl kaum noch erwähnen. Nebst vereinzelten Röstaromen und ordentlich Karamell kommt im Abgang dann auch noch ein feinwürziger Hopfengeschmack auf und geht mit einer leichten Herbe einher.

brauerei_hirt_hirter_1270er_flascheSo stimmig wie das Bier anfangs wirkt, so ärgerlich ist eine leichte metallische Note die ab und an im Geschmack aufblitzt. Ganz so schlimm, wie mancher User auf Ratebeer das bewertet, sehe ich das nicht – dennoch stört es den Genuß des ansonsten sehr gut ausbalancierten Bieres ein klein wenig. Auch im weiteren Trinkverlauf gibt sich das Bier keine Blöße und erfreut den Bierfreund mit süßlich-karamelligen Malznoten.

Ja, perfekt mag das 1270er vielleicht nicht sein, es ist aber ein guter Begleiter in den Feierabend, schmeckt und macht Lust auf mehr. Ganz knapp gibt es heute vier Sterne.

Stammwürze: 11,9%

Alkoholgehalt: 4,9%

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(4/5)







Siren Vanilla Weisse

siren_vanilla_weisseIch bin gerade die Bierstile durchgegangen, die es in den letzten Jahren in meinen Blog geschafft haben und habe dabei festgestellt, dass ich bisher noch keine Berliner Weiße rezensiert habe. Das möchte ich hiermit ändern und stelle euch heute daher die Vanilla Weisse von Siren aus Großbritannien vor. Der Name ist dabei Programm, es wurde echte Vanille beim Brauen des Bieres benutzt. Vanille und Berliner Weisse – passt das zusammen? Finden wir es heraus!

Den Geruch des goldgelben, klaren Bieres kann man getrost als „funky“ bezeichnen. Säuerlich Zitrusnoten mischen sich mit ordentlich Vanillearoma, etwas Holz, Maracuja und Karamell.

Und genau so fällt auch der Erste Schluck aus. Eine ordentliche Säure paart sich dabei mit einem subtilen, aber jederzeit vorhandenen Vanillegeschmack. Dazu kommen tropisch-fruchtige Noten, Sahnekaramell und vielleicht etwas Käse. Das mag, wenn man das jetzt so liest, vielleicht etwas sehr eigenartig klingen – aber das schmeckt! Wirklich!

siren_vanilla_weisse_flascheIm Abgang wirkt das Bier dann zunehmend saurer und auch etwas herb. Dabei kommt das britische Gebräu recht erfrischend rüber, was auch an der stärkeren Karbonisierung liegt – die etwas zu intensive Säure trübt das Trinkvergnügen jedoch ein klein wenig. Das süßliche Karamellaroma verfliegt dann mit der Zeit, übrig bleib die schon bekannte Zitrus-Vanille Mischung – langweilig wird es definitiv nicht.

Ein sehr spannendes Bier und sicherlich für alle interessant, die Berliner Weiße mögen. Mir hat es jedenfalls ziemlich gut geschmeckt – auch wenn die Säure etwas zu stark war. Daher gibts heute ganz knappe vier Sterne.

Alkoholgehalt: 4%

(4/5)







Next Level Brewing Five o’clock

next_level_brewing_five_oclockFür den ersten Biertest des Jahres habe ich mir das Five o’clock von Next Level Brewing aus dem schönen Wien ausgesucht. Es handelt sich dabei um ein India Pale Ale dem zusätzlich Earl Grey Tee zugegeben wurde. Klingt spannend, oder? Tee als Beigabe zu herb-fruchtigen Ales ist nun nichts Neues, dennoch freue ich mich immer wieder darüber, wenn jemand ein derartiges IPA rausbringt – allein schon, weil ich Earl Grey Tee sehr schätze. Ob mich dieses Bier also überzeugen wird? Lest selbst.

Im Glas angekommen verströmt das bersteinfarbene bis rötliche, leicht trübe Bier einen frischen Geruch nach Zitronenzesten, Tee und Bergamotte. Der feinporig texturierte Schaum hat keine nennenswerte Fárbung und steht recht stabil auf dem herrlich duftenden Gebräu.

Oha, das ist ja richtig spannend. Gleich zu Beginn ist einiges an Fruchtaromen geboten, viel Orange mit etwas Mandarine, Zitrus und die zuvor schon angesprochene Bergamotte sind sofort und intensiv wahrnehmbar – Klasse. Dazu gesellt sich ein kräuterartiges bis würziges „Teeraroma“ sowie eine leichte Süße. Das Malz fällt dabei größtenteils unauffällig aus, kommt allerhöchstens mit einer leichten Getreidenote daher. Entsprechend dann auch der Abgang bei dem die aufkommende Herbe den Ton angibt – ein Umstand, der mir persönlich sehr zusagt.

next_level_brewing_five_oclock_flascheAlle Achtung, das Bier gefällt mir richtig gut. Auch die Trinkbarkeit fällt recht hoch aus, die Mischung aus Zitrusaromen und Tee ist hier sehr gut getroffen – auch, wenn es dem ein oder anderen vielleicht zu bitter (zumal die Herbe auch leicht kratzig ausfällt) erscheinen mag. An dem Eindruck ändert sich auch im Verlauf nichts – es bleibt stehts fruchtig-herb und intensiv im Geschmack.

Also Next Level Brewing hat mir mit dem Five o’clock einen tolles Einstieg ins Biertesterjahr beschert. Von mir gibts heute vier Sterne.

IBU: 55

Stammwürze: 14,5%

Alkoholgehalt: 5,7%

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(4/5)







Welde Jahrgangsbier England

welde_jahrgangsbier_2016_englandWie schon die Jahre zuvor hat die Brauerei Welde aus Plankstadt erneut ein Jahrgangsbier auf den Markt gebracht. Bei der 2016er Version geht es diesmal nach England, ins Glas fließt gerade ein untergäriges Bockbier bei dem eine ganz bestimmte Mischung (augenscheinlich) britischer Hopfensorten mit dem Namen „Warrior Queen“ zum Einsatz kam. Ob sich der Hopfen im Bock besonders bemerkbar macht und ob das überhaupt zusammenpasst zeigt der nun folgende Test.

Im Glas angekommen macht das bernstein- bis kupferfarbene, klare Bier eine gute Figur. Getoppt wird das Ganze von einer cremigen, weiß leuchtenden Schaumhaube unter der süßlich-herbe, teils fruchtige Hopfen- und Malzaromen hervorwabern.

Gleich zu Beginn überrascht das untergärige Bockbier mit einer recht intensiven Herbe die man bei einem Bier dieser Art erst einmal nicht erwartet. Dazu kommt, dass das Bier recht hochvergoren und damit trocken wirkt – die typische Süße sucht man bisweilen vergeblich. Warum ich das heraushebe? Nun, ich bin mir sicher, viele von euch haben eine gewisse Vorstellung von einer Biersorte und wären daher recht überrascht, wenn das Bier diese Erwartungen nicht erfüllt – so ist es sicherlich nicht verkehrt, vorher zu wissen was einen erwartet.

welde_jahrgangsbier_2016_england_flascheIm trockenen Abgang kommen nussige Malzaromen auf, begleitet von etwas Butter und den Aromen reifer Pflaumen – dazu etwas Holz. Auch die Herbe, an die man sich mittlerweile gewöhnt hat, wirkt jetzt nochmal etwas stärker auf die Geschmacksnerven ein. Die Trinkbarkeit geht in Ordnung, hätte man eine bessere Balance zwischen Süße und Bittere gefunden, würde diese jedoch besser ausfallen.

Davon abgesehen, dass mir das Bier persönlich zu herb ausfällt, fehlt auch ein wenig die geschmackliche Tiefe im Malz – da hätte es gerne mehr sein dürfen. So reicht es heute gerade für drei Sterne.

Alkoholgehalt: 6,7%

(3/5)







Schönbuch Weizenbock Oak Aged

schoenbuch_weizenbock_oak_agedDas schöne an der Vorweihnachtszeit ist ja unter anderem, dass aus allen Ecken kleine und auch größere Brauereien daher kommen und Spezialsude an den Mann bringen wollen. Gefühlt nimmt die Kreativität, die manch einer an den deutschen Brauereien vermisst, um diese Zeit teils massiv zu. Und so kommt es, dass sich auch zu mir das ein oder andere Bier verirrt, deren Brauer mir bis dato unbekannt waren. Bestes Beispiel ist der Oak Aged Weizenbock der Braumanufaktur Schönbuch aus Böblingen, den ich euch nun vorstellen werde.

Dass das bernsteinfarbene Bier aus seiner Eichenfasslagerung keinen Hehl macht, ist bereits im Geruch deutlich zu erkennen. Dort findet sich eine Fülle an Fassaromen, Vanille, Holz, etwas Rauch und Kokos sind da zu benennen.

Entgegen meiner Erwartungen wirkt das Bier zum Antrunk nicht sonderlich schwer, der vollmundige Malzkörper bestimmt mit seinen getreidig-malzigen, ansatzweise karamellhaltigen Aromen den Ersteindruck. Kurz darauf mischt sich auch die dauerhaft wahrnehmbare Vanille dazu, etwas Holz ist ebenfalls dabei. Das Bier wirkt an sich beinahe schlank und mit relativ wenig Restsüße versehen – trotzdem merkt man ihm seinen zweistelligen Alkoholgehalt nicht an.

schoenbuch_weizenbock_oak_aged_flascheIm Abgang wirkt das Gebräu recht ausbalanciert, Hopfen und Herbe sind kaum nennenswert vorhanden (was man jetzt auch nicht erwarten würde) – geschmacklich überwiegt malzigen Karamell, gespickt mit Whiskynoten. Mir persönlich fehlt indes beinahe ein wenig der Charakter des Weizenbock in diesem Bier – allen voran Hefearomen. Das Bier selbst ist zwar nicht unfiltriert, dennoch hat es von der Hefe nicht allzu viel ins Bier geschafft (was durchaus Absicht sein kann). Dadurch fehlt es dem Bier jedoch etwas an Tiefe – die achmonatige Fasslagerung bringt zwar einiges an Aromen mit, letztendlich fehlen mir hier aber die letzten paar Prozent, die dem Gebräu zur Perfektion fehlen.

Seis drum, der Oak Aged Weizenbock ist ein gelungenes Bier, lecker und dank der Fasslagerung sehr aromatisch. Bei mir sind es heute ganz knapp 4 Sterne.

Alkoholgehalt: 10,1%

(4/5)







Brauerei Lemke Imperial Stout Barrel Blend 2015

lemke_berlin_imperial_stout_barrel_blend_2015Gleich mal eine Warnung vorweg: Bei meinem heutige Testkandidaten handelt es sich nicht direkt um das „normale“ Imperial Stout der Berliner Brauerei Lemke, welches vor ein paar Tagen den European Beer Star in Silber in seiner Kategorie gewann. Ich stelle euch heute den 2015er Barrel Blend vor, eine Mischung aus dem fassgelagertem Imperial Stout (Bourbon und Tequilla) welches nach der Lagerung mit dem Imperial IPA aus dem gleichen Hause geblendet (ergo gemischt) wurde. Klingt abgefahren, oder?

Was soll man dazu noch sagen? Das Bild sagt mehr als tausend Worte. Unter der cremig-feinen, braunen Schaumhaube wabert eine Fülle von Röstaromen, darunter Mokka, Lakritze, viel Karamell, Sherry und Amarenakische.

Der Antrunk steht dem in absolut gar nichts nach, eine Fülle an Aromen stürmt über die Geschmacksnerven. Viel dunkle Früchte, Kaffee, etwas dunkle Schokolade und Vanille sind in erster Linie schmeckbar, kurz darauf kommen fruchtige Hopfenaromen mit ins Spiel. Ein Hauch von feinen Zitrusaromen und etwas Pinie runden den sehr angenehmen Geschmackseindruck im Abgang ab. Hier lassen sich auch die 70 Bittereinheiten des Bieres blicken, die das sehr schwere und süßliche etwas bekömmlicher machen.

lemke_berlin_imperial_stout_barrel_blend_2015_flascheNach den ersten 2-3 Schluck muss das erstmal sitzen lassen. Das Mundgefühl ist sehr samtig, die Trinkbarkeit extrem hoch. Dabei stehen die Aromen im Trinkverlauf nie an, es gibt immer neues zu entdecken und allgemein kann man sagen: Umso wärmer das Bier wird, desto intensiver und besser schmeckt es auch. Passend dazu gibt sich die Kohlensäure unaufgeregt und unterstützt damit das geniale Mundgefühl des viskosen Bieres zusätzlich.

Ich bin – ehrlich gesagt – restlos begeistert und wunschlos glücklich. In diesem Bier so dermaßen viel Geschmack, dass ich jetzt noch ne Stunde weiterschreiben könnte. Ich kürze das allerdings ab und vergebe fünf Sterne. Prost!

Wer jetzt neugierig geworden ist, bei Bier Deluxe gibt es noch ein paar Flaschen davon…

IBU: 70

Stammwürze: 29%

Alkoholgehalt: 11%

(5/5)







Brauerei Dremel Bockbier

brauerei_dremel_bockbierAuf nach Oberfranken! Heute im Test: Das Bockbier der Brauerei Dremel aus Wattendorf im Landkreis Bamberg. Erstmals erwähnt wurde die Brauerei 1773, seit 1865 befindet sie sich im Besitz der Familie Dremel. Es handelt sich dabei um eine der vielen, kleinen Brauereien im Bierland Oberfranken, die mit einem kleinen Festsortiment und Sonderbieren – wie dem alljährlichen Bockbier – ihre Kund- und Kennerschaft erfreuen.

In der Nase tummelt sich viel Karamell und süßliches Malz, dazwischen blitzen würzigen Hopfennoten auf. Von der Optik her gibts nicht viel zu meckern, kastanienbraunes, leicht trübes Bier mit einem feinporigen Schaum – wunderbar.

Erwartungsgemäß süffig zeigt sich das Bier dann auch gleich zu Beginn, ordentlich Malz und Süße sorgen für das bekannte, wohlige „Bockbiergefühl“ welches man beim Genuß dieser fränkischen Kleinode bekommt. Im Malz finden sich neben dem Karamell auch vereinzelt schokoladige Noten die eher im Abgang heraus kommen. Dort zeigt sich auch eine nicht zu unterschätzende Herbe (zumindest für einen Bock) was aber auch eines der Markenzeichen fränkischer Bockbiere ist die, im Gegensatz zu vielen oberbayerischen Pendants, eben nicht so süß ausfallen. Dazu gesellen sich auch feinwürzige Hopfenaromen.

brauerei_dremel_bockbier_flascheDer Abgang ist mit indes fast zu süß (ein wenig klebrig), ansonsten unauffällig – ebenso der Alkohol. Kein Wunder also, wenn man nach wenigen Augenblicken gleich wieder zum Glas greift (sofern man dieses überhaupt aus der Hand gegeben hat). Ohne jetzt wirklich geschmacklich große Ausrufezeichen zu setzen, kann das Bier mit einer hohen Trinkbarkeit punkten. Vielleicht hat es ein wenig zu viel Kohlensäure, andererseits wäre das Glas dann noch schneller leer.

Viel gibt es hier nicht zu sagen. Das Bockbier der Brauerei Dremel ist ein solides, gut trinkbares Bockbier welches vielleicht ein wenig zu süß und zu unaufgeregt daherkommt. Das sind heute drei Sterne mit Tendenz nach oben.

Alkoholgehalt: 6,9%

(3/5)







Hopf Bluat vo da gams

hopf_bluat_vo_da_gamsIch finde es richtig Klasse, dass immer mehr kleinere Brauereien auf den Zug der Sondersude und Spezialitäten aufspringen – gerade, wenn diese dennoch bezahlbar bleiben. So wie die Brauerei Hopf aus dem oberbayerischen Miesbach, die mit dem „Bluat vo da gams“ ihr nächstes, nur kurzeitig verfügbares, Spezialweißbier auf den Markt bringt. Na mal schauen, wie das „Gemsenblut“ so schmeckt…

Kastanienbraun leuchtet das hefetrübe Weißbier aus der dafür vorgesehenen Behausung. Cremig-fein und sehr standfest zeigt sich die üppige Schaumkrone, darunter duftet es nach Karamell, Hefe – außerdem machen sich fruchtig-frische Hopfenaromen nach Zitrusfrüchten und Waldbeeren bemerkbar.

Dieser hopfige Eindruck ist auch gleich im Antrunk vorhanden, ein Hauch Zitrusfrüchte geht mit einer süßlich-karamelligen Malznote einher die von etwas Hefe begleitet wird. Zum Abgang hin wird zu meiner Freude die Hopfennote intensiver, Blumenwiese, Zitrusfrüchte und etwas Litschi sind nebst Anklängen von Röstaromen schmeckbar. Dazu mischt sich jetzt auch etwas Herbe die das Bier recht leicht und den Abgang recht flott und unkompliziert wirken lässt.

hopf_bluat_vo_da_gams_flascheMein Ersteindruck bei dem Bier geht eigentlich weit mehr in Richtung Sommerweißbier. Fruchtig, hopfig und recht unaufgeregt zu trinken, dabei auch recht spritzig (etwas zu viel in meinen Augen). So interessant wie ich das Bier finde, so schade empfinde ich die Tatsache, dass sich so recht allerdings keine gute Süffigkeit einstellen will. Durch seine Ecken und Kanten, die hier bewusst eingebaut sind, steht es bisweilen ein wenig an – eine Tatsache, die sich auch im Trinkverlauf mit zunehmender Temperatur nicht ändern mag.

Sehr interessant, obgleich es sich bei mir nicht in geschmacklichen Spitzenregionen befindet. Ich werde mir davon was aufheben und nächstes Jahr im Sommer trinken – vielleicht funktionierts dann besser. Heute reicht es jedoch nur zu immernoch guten drei Sternen.

Stammwürze: 12,5%

Alkholgehalt: 5,3%

(3/5)