Andechser Weißbier – Wahrlich ein Genuß

Um die Abwechslung zu wahren gehen wir mal wieder zu Mönchen aus Oberbayern – zum schönen Kloster Andechs und deren Weißbier. Auch auf Andechs wird schon seit über 550 Jahren Bier gebraut – zu acht Sorten haben sie es schon gebracht. Hier nun die Nummer zwei im Test.

Es begrüßt einen bereits nach dem Öffnen angenehm fruchtig und hefig. Man hat es hier mit einem etwas rötlich gefärbten, natürtrüben Bier zu tun welches in einer recht ansehnlichen Flasche daherkommt. Geschmacklich wird man nicht überrascht. Eine starke Hefenote, gefolgt von bitteren, bananigen Aromen durchströmt den Mund und legt sich daraufhin leicht auf der Zunge nieder um einen noch die nächsten Momente daran zu erinnern womit man es zu tun hat.

Es schmeckt recht intensiv – viel malzige Süße sucht man hier vergebens. Der samtige Schaum hält sich auch zur Halbzeit noch wacker auf dem Bier und macht auch keine Anstalten diesen Umstand ändern zu wollen. Es ist sehr angenehm und auch schnell zu trinken, sein Alkoholgehalt macht sich demnach auch bald bemerkbar.

Ich kann mir vorstellen, dass subjektive hohe Hefegehalt so manchen Biertrinker nicht gefallen wird – gerade, da das Ganze doch schon etwas stärker nach dem leckeren Pilz riecht und auch schmeckt. Die Kohlensäure sorgt lediglich für ein leichtes prickeln und hält sich ansonsten versteckt – ebenso der Hopfen welcher lediglich zum kleinen Teil in das Gesamtkunstwerk einfließt.

Alles in allem eine sehr runde Angelegenheit – Kritikpunkte finde ich hier keine. Daher gehen hier volle fünf Punkte nach Andechs. Wer Spaß an intensiv-hefigen Bieren hat wird das Andechser Weißbier lieben.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 5,5% vol.

Stammwürze: 12,5%

Kanone Weizen – Starkes Kaliber

Weiter gehts mit dem nächsten Weißbier aus Franken. Heute schlägt das Kanone Weizen der Privatbrauerei Kanone aus Schnaittach bei mir ein. Auch hier wird schon seit über 120 Jahren gebraut (seit 1886 um genau zu sein) was normalerweise ein Indiz dafür ist, dass ich es hier mit etwas Gutem zu tun habe.

Das Bier kommt in einer praktischen Bügelflasche daher welche mit einem einigermaßen ansprechenden Label beklebt ist. Die Farbgebung erfreut mich als Bayer natürlich und die Kanone – passend zum Namen – ist auch ganz nett. Von der Farbe her ist es ein typisches Weißbier und muss daher nicht großartig erklärt werden.

Im Gegensatz zum gestrigen Kitzmann Weißbier riecht dieses weitaus intensiver. Sehr hefig und leicht säuerlich duftet es aus dem Glas. Der Schaum ist stabil aber etwas grobporig und lädt zum Probieren ein. Der Erste Schuss schmeckt dann auch durchaus würzig und angenehm frisch – das Ganze wirkt sehr spritzig und rund. Im Abgang darf man sich an dem feinen Hefegeschmack erfreuen der von dem etwas zu sanften Hopfen begleitet wird. Leider wird der Genuß von der für meinen Geschmack zu  starken Kohlensäure getrübt die sich wie Schießpulver im Magen ausbreitet und kurz darauf für den ein oder anderen oralen Kanonenschuss sorgt. Das Malz wirkt ganz leicht rauchig und sorgt für keine nennenswerte Süße – ein Umstand, der diesem Gebräu sehr zuträglich ist.

Die Franken scheinen sehr ausgewogene Biere produzieren zu können. Es gibt keinen geschmacklichen Solisten, der sich in den Vordergrund drängt und so kann man sich an einem durchaus leckeren Weißbier erfreuen. Mir persönlich hat es aber etwas zu viel Kohlensäure (mit der größte Kritikpunkt) und es ist mir auch etwas zu schwach auf der Brust – so kommen wir hier auf knappe 4 Sterne.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 4,9% vol.

Kitzmann Weißbier – Gibts noch Schlümpfe in Erlangen?

Ein Franke in Bayern? Zugegeben – so selten ist das nicht. Umso besser, wenn derjenige einen mit frängkischen Bierspezialitäten versorgt (merci Alex). Den Anfang macht heute das durchaus bekannte Kitzmann Weißbier. Kitzmann…Kitzmann…da war doch was? Achja..Erlangen – klar, J.B.O. besingt das doch immer! Na dann kann es so schlecht nicht sein…oder doch?

Vom Aussehen her ist klar: Das ist ein Weißbier. Keine Experimente mit braunen oder roten Tönen – orange-gelblich trüb mit festem, schneeweißen und langhaltenem Schaum. Kann der Franke am Ende doch Bier brauen?

Vom Geruch her ist das Bier recht neutral. Man erkennt leichte Hefenuancen – begleitet von etwas undefinierbaren, ganz leicht modrigen. War wohl zu lang im Brauereikeller. Der Erste Schluck verwundert einen dann doch ein wenig. Es ist wenig intensiv, sehr sanft und ausgeglichen. Durchaus erfrischend aber etwas lasch – die Kohlensäure ist kein Thema. So ein wenig erinnert es mich an ein leichtes Weißbier welches ich mal getrunken habe. Leicht bitter breitet sich der Nachgeschmack aus, wirkt dabei aber nicht aufdringlich.

Trotz der Tatsache, dass es sich hierbei um ein sehr sanftes Bier handelt welches sicherlich kein Geschmacksüberflieger ist muss ich eins einräumen: Es ist extrem süffig. Ich habe selten ein Weißbier erlebt, welches man so schnell heruntertrinken kann. Nach jedem Schluck greift man beinahe automatisch wieder zum Glas um selbiges innerhalb kürzester Zeit zu leeren. Bei mir hielt es ganze vier Minuten. Ziemlich gefährlich das Ganze – gerade, da Kitzmann irgendwo unter diesem Deckmantel der Leichtigkeit noch 5,6 Volumenprozent Alkohol versteckt hat die man bei dieser Trinkgeschwindigkeit recht schnell im Kopf spürt.

Alles in allem ein gut trinkbares Weißbier welches ich wieder trinken würde – jedoch nur, wenn ich danach nicht Auto fahren muss. Geschmacklich hier definitiv noch viel Luft nach oben.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot

Alkoholgehalt: 5,6% vol.

Hacker Pschorr Animator – Der Animalische

Malzbier. Das war der Erste Gedanke der mir nach dem Öffnen der Flasche des Animators von Hacker Pschorr kam. Würde man es nicht besser wissen so könnte man vermuten, dass man gleich einen halben Liter süßes, alkoholfreies Gesüff in sich schüttet. Doch weit gefehlt – der Animator spielt in einer ganz anderen Liga.

Dies wird einem beim Probieren bewusst. Der Bock schlägt hier mit aller Härte zu und rollt wie eine Dampfwalze über die Zunge. Dabei wird er von seiner zu reichhaltigen Kohlensäure begleitet, die einem den Genuß des Bieres gleich mal stark erschwert. Die Optik ist recht ansprechend – es glänzt rötlich-braun und wird von einer Schaumhaube mit sehr kurzer Halbwertszeit bedeckt.

Der Bock ist recht süß und ziemlich schwer, Spaß sieht anders aus. Es ist eher ein Boxkampf: Mann gegen Bock. Nur leider teilt der Animator einen Tiefschlag nach dem anderen aus gegen die man sich nur schwer wehren kann. Der Hopfen ist irgendwo im Hintergrund verschwunden, verdeckt von dem übermächtig süßen Malz der etwas säuerlich im Abgang schmeckt. Dieser Bock ist defintiv nichts für jedermann. Jede Runde im Kampf wird anstrengender, jeder Schluck eine Herausforderung – die Lippen kleben bereits von der extremen Süße. Aber ich werde mich bis zum bitteren Ende (leider nicht – es bleibt bei der Malzinvasion) durchkämpfen.

Ich könnte mich irren aber ich habe das Gefühl, als wäre der Animator früher nicht so extrem gewesen. Die Schwere, die Kohlensäure und auch die mangelnde Vielfalt im Geschmack sind drei Punkte, die mich hier keine gute Note vergeben lassen können. Es ist jetzt sicherlich kein abgrundtief schlechtes Bier doch ich komm damit nicht klar. Da bleib ich doch lieber beim Andechser Doppelbock dunkel.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot

Alkoholgehalt: 8,1% vol

Stammwürze: 19,3%

Schneider Weisse Original (TAP 7) – Was ist denn ein TAP?

Sommer, Sonne, Biergarten – was gibt es schönes? Zugegeben, im Moment schüttet es mal wieder in Strömen und es hat angenehme 11 Grad – nicht gerade perfektes Biergarten Wetter. Nichts desto trotz sollte einem das nicht die Lust auf die Schneider Weisse Original der Weißbierbrauerei Schneider & Sohn aus Kelheim verderben.

Sehr dunkel kommt es daher – eher unüblich für ein „normales“ Weißbier. Umso besser passt die feinporige, weiße Schaumkrone dazu. Es verströhmt einen recht starken Duft – sehr malzig und frisch. Der Erste Schluck bestärkt den soeben gewonnen Eindruck. Es hat eine dezent herbe Hopfennote die sich nur im Abgang bemerkbar macht. Hier dominiert das Malz den Geschmack der einen durchaus an einen Weizenbock erinnert. Auch die Hefe ist zwar vorhanden, wirkt sich aber nicht sonderlich stark auf den Gesamteindruck aus. Das Ganze wirkt recht fruchtig und süffig mit einer ganz leichten säuerlichen Note. Die Kohlensäure muss man nicht erwähnen – diese hält sich sehr im Hintergrund.

Mit der Zeit dominiert die fruchtige Süße die einen noch bis zum letzten Tropfen begleitet. Ein schönes, ausgewogenes Bier welches sich geschmacklich irgendwo in der Mitte zwischen einem hellen und einem dunklen Weißbier befindet (mich erinnert es ein wenig an das Hopf Spezial). Süffig und kraftvoll – bei diesem Gerstensaft ist es kein Wunder, dass es die Brauerei (und dieses Bier) bereits seit 1872  gibt. Meiner Meinung nach könnte es lediglich eine Spur stärker sein um auch seinem Geschmack gerecht zu werden.

Übrigends: Wer sich fragt, was es mit „TAP“ auf sich hat, hier meine Vermutung: TAP kommt aus dem Englischen und steht für „anzapfen“. Die Zahl ist wohl eine interne Nummerierung dieser Sorte. Seid ihr jetzt neugierig auf Schneider Biere geworden? Hier könnt ihr sie bestellen.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot

Alkoholgehalt: 5,4%

(4/5)







Andechser Doppelbock Dunkel – Der Alltags-Bock

Wenn wir schon bei den Mönchen sind bleiben wir doch auch am besten dort. Zu den bekanntestn Bierbraugeistlichen gehören mit ziemlicher Sicherheit die Brüder von der Klosterbrauerei Andechs. Und um deren dunklen Doppelbock geht es heute.
Das güldene Etikett lässt einen von vorne rein vermuten, dass man es mit etwas besonderem zu tun hat. Darauf zu sehen ist der Klosterberg mitsamt Kloster (in dessen Biergarten ich es immernoch nicht geschafft habe).
Enorm malzig steigt es einem nach dem Öffnen in die Nase was dem Bierkenner signalisiert: Achtung, das wird heftig. Und der Eindruck täuscht nicht. Kräftig und süß macht sich der Trunk auf der Zunge bemerkbar und wird von einer sanften Hopfennote untermalt. Ganz klar, hier steht das Malz im Vordergrund was der Doppelbock auch gar nicht zu kaschieren versucht. Bereits nach den Ersten paar Schluck wird es einem warm ums Herz und man fühlt sich doch irgendwie in den Biergarten versetzt: A Schweinshaxn bittsche!
Zurück zum Bier. Es ist sehr weich und mild – vom Alkohol merkt man im Endeffekt kaum etwas. Wieder eines dieser absolut runden Trinkbiere das man besser nicht unterschätzt.
Mit der Zeit, und das muss auch gesagt werden, wirkt es jedoch etwas zu süß. Gut, bei einem dunklen Doppelbock sollte man sich nicht über zu viel Süße beschweren – man hat jedoch streckenweise das Gefühl es mit einem Malzbier zu tun zu haben weshalb es mir fast ein klein wenig zu brav ist. Das aber nur am Rande – man gewöhnt sich schnell an diesen Umstand und kann sich dann an einem sehr guten Bier erfreuen. Figurbewusste sollten aber besser nicht täglich zu diesem Gerstensaft greifen.

Wer sich nun selbst von diesem besten Beispiel bayerischer Braukunst überzeugen will: Hier könnt ihr ihn bestellen.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 7,1%

(4/5)







Reutberger Weißbier-Bock: Der Mönch schlägt wieder zu

Und schon wieder hat der Mönch zugeschlagen. Diesmal ist es die Klosterbrauerei Reutberg deren Weißbierbock ich heute verkosten werde. Für Reutberger gilt im speziellen was ich bereits über Klosterbrauereien festgestellt habe: Man kann hier nichts falsch machen.

Fangen wir bei der Farbe an: Ein tiefes orangebraun – gekrönt von dem etwas groben, weißen Schaum. Es riecht fruchtig herb und richtig schön nach leckerer Hefe. Erste Hürde genommen.

Geschmacklick überrascht das Bier mit seiner unerwarteten Milde. Der gemeine Weißbierbock  geht normalerweise gerne etwas mehr zur Sache, nur hier merkt man vom Alkoholgehalt herzlich wenig. Der Gerstensaft gleitet sanft über die Zunge und hinterlässt einen leicht bitteren, süßen und hefig, malzigen Geschmack. Richtig lecker und macht Lust auf mehr. Die Kohlensäure, die sich für den ziemlich gewaltigen Schaum auf dem Bild verantwortlich zeigt, ist kaum zu merken und macht es einem noch einfacher, den halben Liter in kürzester Zeit zu vernichten. Dieser Eindruck verändert sich auch nicht bis zum Schluß – Gelungen vom Anfang bis zum Ende.

Im Grunde kann ich absolut nichts negatives an diesem Bier finden (davon abgesehen, dass es viel zu schnell leer ist). Lediglich könnte es etwas spritziger sein und die Fruchtigkeit etwas mehr betonen. Ich muss mir jedenfalls endlich mal nen Glas aus Reutberg besorgen.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot
Alkoholgehalt: 6,9% vol

Hofbräu Maibock: Muss man Bock zu haben

Man ist es ja gewohnt, in den Reihen der großen Biermarken eher Mainstreamgeschmack zu finden. Ob das beim Maibock auch der Fall ist wird sich gleich zeigen.

Süß. Das ist der Erste Eindruck nach dem Öffnen der Flasche in die das Hofbräuhaus München den bernsteinfarbenen Gerstensaft gefüllt hat. Das Label selbiger ist ganz nett – die Rückseite aber eher unspektakulär und besteht zu einem guten Teil aus Werbung für andere Biersorten und Treuepunkte.

Oft wird man ja vom Ersten Eindruck – dem Geruch – getäuscht – so auch hier. Entgegen der erwarteten Süße wird man von einer recht intensiven Herbe überrascht. Man merkt ganz klar, dass hier Wert auf eine gute Hopfennote gelegt wurde – es kommt mir schon fast vor als hätte ich es hier mit einem Märzen zu tun. Leider dominiert der Hopfen das Bier viel zu stark – etwas weniger davon hätte der Vollmundigkeit sicher nicht geschadet. Das Wasser ist schön klar, von der Kohlensäure merkt man nicht viel. Sie ist da – mehr auch nicht.
Der herbe Geschmack vegetiert leider noch länger hartnäckig auf der Zunge und verdeckt so den Rest des Bieres ziemlich gut und macht es damit gleichzeitig schwerer zu trinken. Es ist schwer…intensiv und langatmig. Spaß zu Trinken macht es ehrlich gesagt nicht. Aber ich schätze mal, dass sich bei dem Alkoholgehalt spätestens nach der zweiten Halbe niemand mehr Gedanken über zu viel oder zu wenig Hopfen machen wird.

Bleibt zu sagen, dass es sich geschmacklich mit Sicherheit von den meisten Mainstream-Bieren abhebt – ein durchaus positiver Aspekt. Mit Sicherheit wird der Maibock den ein oder anderen Fan haben – ich werde jedenfalls keiner. Zwei Sterne für den Geschmack und einen Stern dafür ein rassiges Bier entgegen dem Mainstream zu brauen.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot
Alkoholgehalt: 7,2% vol.

Scheyern Kloster-Weisse Dunkel: Nunc est bibendum

Es ist immer wieder schön im Getränkemarkt des Vertrauens etwas Neues zu entdecken. Umso besser, wenn es sich bei dem Fund um eines von Mönchshand gebrautes Weißbier handelt. Gut – ob der Benediktiner bei diesem dunklen Weißbier aus der Klosterbrauerei Scheyern noch selbst Hand anlegt oder nicht sei mal dahingestellt – bei Klosterbieren kann man jedoch normalerweise nichts falsch machen.

So ist es auch hier. Allein schon die Aufmachung der Flasche gefällt schon sehr gut – da haben wir bereits weitaus schlimmeres gesehen. Die Farbe ist schön dunkelbraun, der Schaum weiß, cremig und langlebig. Es ist beinahe so, als könne man bereits schmecken was da auf einen zukommt. So wird man auch beim Ersten Schluck nicht enttäuscht und kann sich an einem frischen, malzigen Geschmack erfreuen. Leichte Kohlensäure ist zu bemerken – hält sicher aber eher im Hintergrund. Der Schaum ist hier nochmals zu loben – bisher hab ich bei keinem Weißbier solch eine cremige Konsistenz erlebt…fast wie Sahne. Geschmacklich überwiegt das fein geröstete Malz (was ja zu erwarten ist) der einen bis zum Abgang hin begleitet.

Was man bei all dem Lob negativ erwähnen muss ist, dass es kaum einen Nachgeschmack hinterlässt. Kaum ist der Schluck vorbei schon fühlt man sich als hätte man kaum etwas getrunken. Recht merkwürdig – animiert einen aber dazu gleich nachzulegen. Mit der Zeit legt sich zwar die für dunkle Biere typische leichte Süße auf die Zunge – geschmacklich bleibt aber leider nichts über. Auch sonst ist es für ein dunkles Weißbier eher mild abgestimmt – die Hefe hält sich sehr zurück.

Dieses Kleinod aus der Nähe von Pfaffenhofen ist jedenfalls durchaus trinkbar und ich bereue es schon fast, dass ich mir nur ein Testexemplar mitgenommen habe. Es reicht zwar vom Gesamteindruck leider nicht ganz für die Topebene – aber viel fehlt nicht.

Ich bin jetzt jedenfalls neugierig auf die anderen Biere geworden und hoffe, dass man hier mal die Gelegenheit hat, diese ausprobieren zu können.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot (steht zwar bei dieser Sorte nicht fest aber ich denke, man kann aufgrund der Angaben auf der Homepage davon ausgehen)

Alkoholgehalt: 5,2% vol.

(4/5)







Tölzer Mühlfeldbräu Weißbier – Tradition reloaded

Vor vielen Jahren war Bad Tölz quasi gespickt mit Brauereien, die ihre Erzeugnisse in die Nahe Umgebung – vor allem nach München – verkauften. Mit der Zeit wurde eine Brauerei nach der anderen geschlossen oder „übernommen“ mit der Konsequenz, dass bis zum Jahre 2008 kein Bier mehr in Bad Tölz gebraut wurde. So viel zur Vorgeschichte des Tölzer Mühlfeldbräu – kommen wir zum eigentlichen Thema: Das Bier!

Das Einschenken aus der Ein-Liter (!) Flasche gestaltet sich nicht sonderlich kompliziert – schließlich wird man von einem bernsteinfarbenen Trunk mit weißer Krone belohnt. Der leicht cremige, feinporige Schaum hält sich passabel an der Oberfläche. Nebenbei steigt einem auch schon der intensive, leicht nussige Duft in die Nase bei dem einem schlagartig klar wird: Hier kann sich so manche Brauerei eine Scheibe von abschneiden.

Naturgemäß halte ich es bis zur Verkostung nicht länger aus und freue mich über die ersten Tropfen, die ihren Weg über meine Zunge suchen. Was einem sofort auffällt ist die sehr zurückhaltende Kohlensäure welche man quasi kaum bemerkt. Der Erste Eindruck des Aromas bestätigt sich beim probieren: es schmeckt sehr malzig und voll. Der Hopfen geht geschmacklich eine perfekte Symbiose mit dem nicht aufgrindlich süßen Malz ein und ist kaum rauszuschmecken – für Freunde herberer Biere ist dies wohl eher nichts. Auch der Alkohol hält sich dezent im Hintergrund was einen aufgrund des eher geringen Alkoholgehalts nicht wundern muss. Auch nach mehreren Schluck bleibt der sehr volle Geschmack erhalten den man auch noch einige Augenblicke nach dem Trinken auf der Zunge hat. Dies ist eines dieser typischen „Trinkbiere“ – man kann einfach nicht aufhören bis das Glas endlich leider leer ist.

Alles in allem ist dies einfach ein sehr gutes Weißbier, mit leichten Abzügen im Alkoholgehalt, welches ich gleich hinter der Hopf Spezial Weiße einordnen würde. Da es hier aber um den Geschmack und nicht um den Rausch geht gibt volle fünf Sterne und die Bitte nach Bad Tölz: Macht daraus doch mal einen Weißbier-Bock!

Bleibt noch zu sagen, dass – und das wird euch jetzt nicht gefallen – es dieses Bier nicht im Handel zu kaufen gibt. Ihr müsstet euch daher wohl oder übel nach Bad Tölz ins Gasthaus bewegen. Dort wird das Bier exklusiv ausgeschenkt und kann dort auch in besagter Falsche erworben werden. Möglicherweise kann man aber mal bei der Brauerei anfragen – der Shop ist ja in Vorbereitung.

[Update]Biere des Tölzer Mühlfeldbräu bekommt ihr jetzt beim Biershop-Bayern[/Update]

Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 4,8%

(5/5)