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Hanscraft & Co. Taithi Nua

Nicht nur bei dem Bier ist seitens Hanscraft & Co. und Jameson viel Aufwand betrieben worden, auch beim Marketing ging man neue Wege wie man anhand dieses Videos sehen kann. Dass das Taithi Nua dabei große Erwartungen weckt, versteht sich da doch schon fast von selbst. Gebraut wurde also ein heller Bock der dann für vier Monate in Jameson Whiskey-Fässern lagern durfte. Soweit so gut, ob das Bier die hohen Erwartungen erfüllen kann, zeigt der folgende Test. Ausserdem gibt es auch was zu gewinnen, Details dazu am Ende der Seite.

Fuchsbraun leuchtet das klare Bier aus dem Glas, in der Nase findet sich einiges an Malz, etwas Honig mit Toffee sowie Holz und Vanille – passt! Einzig der weiße, feinporige Schaum ist ein wenig zu schnell verschwunden…

Im Antrunk wirkt das Bier ein wenig alkoholisch, dazu gesellt sich einiges an Malz, Karamell und eine rechte starke Süße. Dabei wirkt das Bier etwas viskos und recht mild auf der Zunge, erst im recht trockenen Abgang wirds ein wenig kantiger. Jetzt kommt auch etwas Herbe dazu und vermischt sich mit alkoholischen Vanille- und Holzaromen.

Hat man sich erstmal reingetrunken, kommt das Bier recht (beinahe schon gefährlich) süffig daher. Das liegt vornehmlich an der angenehm leichten Karbonisierung und der recht starken Süße die im Trinkverlauf allerdings ein wenig stört. Das liegt in erster Linie daran, dass die Geschmackskurve abflacht und größtenteils von Karamell und Honig mit etwas Holz beherrscht wird. Das ist jetzt nicht wirklich schlecht, dennoch lässt das Bier ein wenig Tiefe vermissen.

Das Taithi Nua ist ein guter Bock mit angenehm eingebundenen Whiskey-Aromen, für einen Überflieger reicht es aber nicht. Ganz knapp werden das noch vier Sterne.

Verlosung! Mir wurden freundlicherweise drei Sets bestehend aus einer Flasche Jamson, einer Flasche Taithi Nua sowie die dazu passenden Gläser zur Verfügung gestellt. Schreibt einfach bis Freitag Abend, 20 Uhr eine kurze Mail an win@usox.org und beantwortet die Frage, weshalb gerade ihr das Set verdient habt. Ausserdem bekommt derjenige mit der kreativsten Antwort zusätzlich noch einen Stapel Bierbücher von mir oben drauf. Also ran ans Postfach!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der Gewinner wird am Freitag Abend per eMail informiert.

Stammwürze: 18%

Alkoholgehalt: 7,7%

(4/5)







Craftwerk Barrel Aged India Pale Ale

Heute möchte ich euch mal wieder etwas fassgereiftes vorstellen. Es handelt sich dabei um das limitierte Barrel Aged IPA von Craftwerk aus Bitburg – ja, ihr habt richtig gelesen: Ein fassgelagertes India Pale Ale. Die Kenner unter euch werden jetzt zu Recht fragen, ob es Sinn macht – IPA leben in erster Linie von ihren Hopfenaromen die sich allerdings im Laufe der Zeit recht schnell abbauen. Nun ruhte dieses Bier ein halbes Jahr in einem Zwetschenbrand-Fass der Brennerei Ziegler wodurch es sicherlich an Aroma gewinnen konnte – ob das Ergebnis aber überzeugen kann…?

Erwartungsgemäß begrüßt das bernsteinfarbene Bier den Genießer nicht mit einem Schwall voller Fruchtaromen, diese fallen eher subtil aus und mischen sich mit kräftigem Karamell mit einem Hauch von Zwtetschenbrand und Kräutern.

Hat man sich durch den cremig-feinen Schaum gekämpft, so bekommt es die Zunge mit einem recht alkoholisch wirkenden, malzstarken Gebräu zu tun. Ordentlich Karamell und Honig mit leicht brotigen Anklängen sind zu schmecken, dazu mischen sich reife Früchte und Beeren. Über all dem legt sich eine deutlich bemerkbare, alkoholische Note die einen beim Genuß ein wenig einbremst. Im Abgang wirkt diese weiter störend, das Bier selbst kommt mit kräuterartigen Eindrücken daher die lange nach dem Genuß auf der Zunge bleiben.

Recht spannend, aber wie schon befürchtet hat es von dem Ausgangsbier – ich gehe hier von einer stärkeren Version des Hop Head 7 IPA aus – nicht mehr allzu viel. Ausser einigen blumigen Zitrusnoten tut sich in Sachen Hopfenaromatik nichts womit ich aber schon gerechnet habe. Sieht man jetzt von der stark alkoholischen Note ab, ist das Barrel Aged IPA ein interessantes Bier. Dazu kommt eine angenehme Karbonisierung, eine passabel ausgefallene Herbe und ein recht charaktervolles Malzbett, welches man ohne die intensiven Hopfenaromen erst erschmecken kann.

Nunja, letzendlich konnte mich dieses Bier nicht vollends überzeugen – das ist nicht stimmig genug. Da aber, bis auf den starken Alkoholeindruck, soweit alles passt, gibts gute drei Sterne für das Barrel Aged IPA von Craftwerk.

IBU: 50

Stammwürze: 19,5%

Alkoholgehalt: 9,5%

Dieses Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(3/5)







Schönbuch Weizenbock Oak Aged

schoenbuch_weizenbock_oak_agedDas schöne an der Vorweihnachtszeit ist ja unter anderem, dass aus allen Ecken kleine und auch größere Brauereien daher kommen und Spezialsude an den Mann bringen wollen. Gefühlt nimmt die Kreativität, die manch einer an den deutschen Brauereien vermisst, um diese Zeit teils massiv zu. Und so kommt es, dass sich auch zu mir das ein oder andere Bier verirrt, deren Brauer mir bis dato unbekannt waren. Bestes Beispiel ist der Oak Aged Weizenbock der Braumanufaktur Schönbuch aus Böblingen, den ich euch nun vorstellen werde.

Dass das bernsteinfarbene Bier aus seiner Eichenfasslagerung keinen Hehl macht, ist bereits im Geruch deutlich zu erkennen. Dort findet sich eine Fülle an Fassaromen, Vanille, Holz, etwas Rauch und Kokos sind da zu benennen.

Entgegen meiner Erwartungen wirkt das Bier zum Antrunk nicht sonderlich schwer, der vollmundige Malzkörper bestimmt mit seinen getreidig-malzigen, ansatzweise karamellhaltigen Aromen den Ersteindruck. Kurz darauf mischt sich auch die dauerhaft wahrnehmbare Vanille dazu, etwas Holz ist ebenfalls dabei. Das Bier wirkt an sich beinahe schlank und mit relativ wenig Restsüße versehen – trotzdem merkt man ihm seinen zweistelligen Alkoholgehalt nicht an.

schoenbuch_weizenbock_oak_aged_flascheIm Abgang wirkt das Gebräu recht ausbalanciert, Hopfen und Herbe sind kaum nennenswert vorhanden (was man jetzt auch nicht erwarten würde) – geschmacklich überwiegt malzigen Karamell, gespickt mit Whiskynoten. Mir persönlich fehlt indes beinahe ein wenig der Charakter des Weizenbock in diesem Bier – allen voran Hefearomen. Das Bier selbst ist zwar nicht unfiltriert, dennoch hat es von der Hefe nicht allzu viel ins Bier geschafft (was durchaus Absicht sein kann). Dadurch fehlt es dem Bier jedoch etwas an Tiefe – die achmonatige Fasslagerung bringt zwar einiges an Aromen mit, letztendlich fehlen mir hier aber die letzten paar Prozent, die dem Gebräu zur Perfektion fehlen.

Seis drum, der Oak Aged Weizenbock ist ein gelungenes Bier, lecker und dank der Fasslagerung sehr aromatisch. Bei mir sind es heute ganz knapp 4 Sterne.

Alkoholgehalt: 10,1%

(4/5)







Hoppebräu PX

hoppebraeu_pxEs ist immer wieder schön über neue Biere zu schreiben – vor allem, wenn man bei der Entstehung dabei sein konnte. Vorstellen möchte ich euch heute daher das limitierte Hoppebräu PX, ein Imperial Stout welches sechs Monate in einem Pedro Ximénez Sherryfass lagern durfte. Das ist insofern spannend, als dass fassgelagerte Spezialbiere bei uns immernoch eine Seltenheit sind – gerade von kleinen Brauern auf dem Lade. Umso mehr freue ich mich auf den nun folgenden Test…

Dunkelbraun bis schwarz läuft das viskose Bier in Glas und emittiert bereits jetzt einen intensiv schokoladigen, mit Holznoten gespickten Geruch. Im Glas angekommen bildet es eine bräunliche Schaumhaube mit cremiger Konsistenz, im Geruch reichen die Eindrücke von Schokolade über Holz bis hin zu roten Beeren und Rosinen.

Auf der Zunge angekommen, entfaltet das komplexe Bier ein weites Spektrum an Röst- und Fassaromen – man braucht erst einmal eine Weile um  die Fülle an Geschmack zu realisieren. Da wäre einerseits Zartbitterschokolade mit etwas Kaffe und einem Hauch Vanille, andererseits Rosinen, Pflaumen sowie auch Trauben und etwas Holz – Wahnsinn. Das Ganze ist in ein moderat süßliches Malzbett eingelassen welches dem Bier auch eine ölige Konsistenz verleiht. Im Abgang bleiben derweil die Fruchtaromen noch eine Zeit lang erhalten, ein wenig Herbe kommt auf und rundet das Bier ab.

hoppebraeu_px_flascheSamtig und sehr voll wirkt der Körper, trotz des durchaus merklichen Alkoholgehalts ist das Bier jedoch immernoch gut trinkbar. Dazu passend auch die sehr zurückhaltende Karbonisierung wodurch das Bier beinahe an einen Likör erinnert als an des Deutschen Lieblingsgetränk – und das ist auch gut so! In meinen Augen ist der Spagat zwischen Bier- und Fassaromen immer recht schwierig, die Balance ist hierbei das A und O. Umso mehr freut es mich, dass diese beim PX wirklich perfekt getroffen wurde, keine der beiden Seiten übernimmt das Geschmackszepter – vielmehr gehen Getränk und Holz eine wunderbare Melange ein, die auch noch perfekt zur kalten Jahreszeit passt.

Ja mei, ich sag da nicht viel mehr dazu. Das sind fünf Sterne sowie ein Eintrag in die Bestenliste. Bravo, Markus Hoppe!

Alkoholgehalt: 11,4%

(5/5)







Weißbräu Schwendl Schalchner Weißer Bock Barrique

weissbraeu_schwendl_schalchner_weisser_bock_barriqueSamstag Abend, Zeit für etwas Besonderes. Ausgesucht habe ich mir heute den Weißen Bock Barrique aus dem Hause des Weißbräu Schwendl aus Tacherting (unweit des Chiemsees). Ausgebaut wurde der Bock in Whiskyfässern aus Eichenholz – ganze 10 Monate durfte das Bier darin verweilen um die vielfältigen Aromen des Fasses aufzunehmen. Ob sich der Aufwand gelohnt hat? Finden wir es heraus.

Cremig fein steht der weißlich-beige Schaum auf dem leicht rubinrot schimmernden, ansonsten dunklen Weizenbier. Im Geruch liegt viel Holz, ein klein wenig Säure, Vanille, ein Hauch dunkler Früchte und natürlich auch ein wenig Whisky.

Der erste Schluck gefällt mir schonmal richtig gut. Weich und samtig läuft das Bier auf die Zunge, Holz, Schokolade, Vanille, Karamell sind genauso schmeckbar wie ein Hauch dunkler Beeren und etwas Banane. Dabei wird das Bier fortwährend von einem leicht rauchigen Whiskeyton begleitet der das Bier allerdings niemals dominiert – toll! Wie oft bekommt man fassgelagerte Biere bei denen man vom eigentlichen Bier kaum noch etwas schmeckt weil die Fassaromen viel zu stark sind – nicht so bei diesem hier. Der Abgang fällt vergleichsweise leicht aus, die fruchtigen Noten kommen jetzt etwas mehr zur Geltung.

weissbraeu_schwendl_schalchner_weisser_bock_barrique_flascheZu all den Aromen kommt noch die sehr gute Trinkbarkeit dieses Weizenbocks der mir in seiner „Urfassung“ schon sehr gut gefallen hat. Wenig Kohlensäure, fein-fruchtiges Aromenspiel des Bieres zusammen mit dem rauchig-holzigen Whiskyfass – das ist die Mischung für eine optimale Süffigkeit – auch im Bereich dieser Spezialbiere. Natürlich ist es zum „zügigen trinken“ viel zu Schade, es schmeckt allerdings auch sehr gut.

Genau so und nicht anders. Nach dem SHIPA gestern gibt es heute schon wieder fünf Sterne für den Weißen Bock Barrique. Werde ich zu weich oder sind die Biere einfach nur so gut? Ich vermute letzteres – Cheers!

Woll ihr den weißen Bock auch probieren? Vielleicht findet ihr ja mit der Biersuche einen Shop!

Stammwürze: 17,5%

Alkoholgehalt: 7,4%

(5/5)







BrauKunstKeller Imperial Stout Rum

braukunstkeller_imperial_stout_rumWas habe ich mich Ende letzten Jahres gefreut, als mich der Imperial Stout vom BrauKunstKeller aus dem hessischen Odenwald erreicht hat. Ein Jahr durfte das starke Bier in einem 16 Jahre alten Rumfass lagern bevor es dann endlich seinen Weg in die Flasche und damit auch auf die Zungen der Bierliebhaber schaffte. Neben Rum gibt es noch drei andere Varianten: Tequilla, Whisky und Bordeaux. Nun aber zum Test der Rum-Version.

Zur Aufmachung des Gebräus sag ich jetzt mal nichts – hier sprechen die Bilder für sich. Nachdem man die Flasche auf bekommen und der nachtschwarze, ölig wirkende Inhalt sich ins Glas bequemt hat, steigen auch schon die erwarteten Aromen in die Nase. Schokolade, Kaffee, Lakritze, etwas Holz und Alkohol seien hierbei genannt – sehr spannend!

Oh, was für ein milder Antrunk. Beinahe wie ein starker Rotwein läuft das Bier über die Zunge. Dort startet es ein kleines Feuerwerk von dunklen Röstaromen, Schokolade, Espresso, Lakritze, Melasse sowie auch etwas Rauch und Vanille sind schmeckbar während das viskose Bier sich nur sehr behäbig über die Geschmacknerven schiebt. Rosinen und Spuren von dunklen Früchten sind zum Abgang hin erkennbar, etwas Herbe kommt auf und lässt das schwere und auch etwas süß wirkende Bier bekömmlicher wirken.

braukunstkeller_imperial_stout_rum_flaschePuh, nach dem ersten Schluck muss man beinahe etwas durchschnaufen. Der Imperial Stout ist sehr komplex und dank der sehr niedrigen Karbonisierung hat man auch genügend Möglichkeiten, jeden Aspekt der wunderbar ausgewogenen Komposition zu erschmecken – weniger Kohlensäure dürfte es jedoch nicht sein. Recht bald merkt man auch den angenehm wärmenden Alkohol welcher mit dem weiterhin sehr präsenten Malz einher geht und dafür sorgt, dass man dieses durchaus starke Bier nicht zu schnell genießt (was auch viel zu schade dafür wäre).

Ein tolles Bier in sehr hübscher Aufmachung, mir fehlt geschmacklich bei aller Komplexität allerdings noch der letzte Kick. Dennoch hat man beim BrauKunstKeller ein tolles Bier entwickelt und dieses mit einem hohen Aufwand veredelt. Bei mir gibt es heute vier Sterne.

Alkoholgehalt: 11,7%

(4/5)







Craftwerk Barrel Aged Belgian Style Tripel

craftwerk_barrel_agedDie Leute hinter Craftwerk haben sich gedacht: Warum nicht das hauseigene Tripel nehmen und ein Jahr lang in Fässern lagern lassen? Genauer gesagt handelte es sich um Holzfässer, in denen zunächst französischer Rotwein und dann Moselwein gelagert wurde bis das Starkbier hinein durfte. Ein Jahr später war das Craftwerk „Barrel Aged Belgian Style Tripel“ gebohren und fließt soeben in mein Glas…

Kupferfarben bis mahagonibraun zeigt sich das trübe Gebräu, oben auf stabiler sowie cremiger, beigefarbener Schaum. Im Geruch findet sich ordentlich Malz, Aromen von roten Beeren, etwas Hefe, Holz sowie etwas Säure.

Recht voll und süßlich, versehen mit röstigen Noten von dunklen Malzen und den schon im Geruch angedeuten roten Beeren zeigt sich der erste Schluck. Passend dazu gibt sich die Säure welche leicht neben dem süßlich-hefigen Gebräu Eindruck über die Zunge läuft. Im Abgang geht es ein klein wenig trockener zu, der Rotwein kommt stärker zur Geltung und so wird der erste Schluck leicht herb fruchtig abgerundet.

craftwerk_barrel_aged_flascheKohlensäure enthält mir dieses Bier etwas zu viel, es prickelt etwas zu stark im Mund. Ansonsten ist das Mundgefühl sehr weich und vollmundig – es kommt auch beinahe so etwas wie Süffigkeit auf. Die Fasslagerung hat diesem Bier auf jeden Fall gut getan, hat man hier die Aromen sehr gut in das bestehende Material eingebunden und damit nicht den Charakter des Bieres zu stark überlagert. Im Trinkverlauf wünscht man sich dann bisweilen vielleicht noch ein klein wenig mehr Fassaromen…

Das Ausgangsmaterial war ja schon recht lecker – die Fasslagerung bringt dann noch mal etwas mehr Aromen mit. Zudem hält sich der Investitionsaufwand mit ca. 6 Euro stark in Grenzen und ist somit auch etwas für Fasslagerungs-Jungfrauen. Von mir gibts hierfür vier Sterne. Prost.

IBU: 40

Stammwürze: 19,5%

Alkoholgehalt: 9%

(4/5)







De Molen Rasputin Bourbon BA

de_molen_rasputin_baHeute geht es in die Niederlande. Von der Brauerei De Molen möchte ich euch heute die im Bourbon Fass gereifte Version des Rasputin vorstellen – seines Zeichen ein Imperial Stout. Ich bin ja schon in den Genuß verschiedener fassgelagerter Biere gekommen wobei es durchaus Licht und Schatten gab – man kann also nicht sagen, dass das ausbauen im Fass für jedes Bier die beste Idee ist. Mal schauen, wie es dem Rasputin ergangen ist…

Holzig, nach Lakritz, Zartibtterschokolade, Rum sowie stark nach Bourbon Whiskey duftet das dunkelbraune und beinahe schaumlose Bier. Gegen das Licht gehalten emittiert es einen leicht rubinroten Schimmer…ich bin sehr gespannt.

Auch wenn der erste Schluck den ungeübten Genießer sicherlich stark zu verwirren weiß, ist das Bier nicht so komplex wie man es erwarten würde. Stark holzige Whiskeyaromen betäuben die Zunge beinahe, etwas Schokolade und Toffee sind in Anklängen schmeckbar – ebenso der bereits im Mundraum wärmende und ein klein wenig kribbelnde Alkohol. Der Abgang ist kratzig und vom Whiskey dominiert, etwas Herbe spielt mit was aber zu vernachlässigen ist.

de_molen_rasputin_ba_flascheEinfach zu trinken ist der Rasputin definitiv nicht. Alkohol, starke Fassaromen wie auch das beinahe Fehlen jedweder Süße machen aus dem Imperial Stout einen großen Hammer der die Geschmacksnerven beinahe komplett plattklopft. Nur ab und an kommen leicht schokoladige und kaffeehaltige Aromen und auch etwas Vanille zu Tage die ein wenig an das eigentliche Bier erinnern lassen. Die Kohlensäure ist dabei leider zu stark dosiert und behindert die Trinkbarkeit leider etwas.

Versteht mich nicht falsch, das Ding hier im Glas ist wirklich ein hartes Stück. Leider ist der Stout zu sehr unter die Räder der Fasslagerung gekommen und so reicht es ganz knapp noch für gute vier Sterne.

IBU: 46

Stammwürze: 23%

Alkoholgehalt: 11,4%

(4/5)







Batzen Bräu Whiskey Porter

batzen_braeu_whiskey_porterVor einiger Zeit ist mir der Batzen Bräu Whiskey Porter aus Bozen im schönen Südtirol ins Haus geflattert – augenscheinlich von einem deutschen Distributor der Brauerei, Danke dafür. Der Name sagt ja eigentlich schon alles aus, es handelt sich um einen Porter der in Bourbon-Whiskeyfässern gelagert wurde. Ich bin sehr gespannt, ist dies auch erst mein zweites Bier aus Italien.

Im dunklen kastanienbraun zeigt sich das fassgelagerte Bier welches in seinem Behältnis eine schöne, cremige und braungefärbte Schaumhaube ausbildet. In der Nase tummeln sich Röstaromen von Kaffee und etwas Kakao, eine leichte Säure, etwas Holz sowie nur ein Hauch von Whiskey.

Gleich zu Beginn fällt auf, dass dem Bier etwas zu viel Kohlensäure zu Teil wurde – Glas schwenken ist also angesagt. Trocken und leicht röstig wirkt das Malz zu Beginn, kaum süß und mehr brotig sowie leicht schokoladig – ein Porter eben. Erst im Abgang macht sich etwas Holz bemerkbar, es wirkt leicht rauchig und jetzt ist auch der Whiskey zu erahnen. Dieser ist nur dezent vorhanden, rundet das moderat herbe, röstmalzige Bier ab.

batzen_braeu_whiskey_porter_flascheDass man es bei der Karbonisierung übertrieben hat, habe ich ja bereits bemängelt – hat man sich aber einem Teil der Kohlensäure entledigt, ist das südtiroler Gebräu recht gut trinkbar. Der trocken-röstige Eindruck im Abgang regt zum Weitertrinken an und die Aromatik ist jetzt nich so komplex, als dass man nach jedem Schluck tief in sich gehen muss. Eine sehr runde Sache, im Trinkverlauf kommen auch noch weitere Fassaromen daher, etwas Holz und Vanille – lecker.

Gar nicht schlecht was da aus Italien kommt. Ein guter Porter mit einer dezenten Veredelung im Fass – mir ist dieses Bier heute ganz knapp noch vier Sterne wert.

IBU: 35

Stammwürze: 14%

Alkoholgehalt: 5,5%

(4/5)







Vulkan Bourbon Barrel Doppelbock

vulkan_bourbon_barrel_doppelbockDritter Advent – Zeit, um im Bierkeller nach etwas Besonderem zu suchen. Mit dem Bourbon Barrel Doppelbock der Brauerei Vulkan aus dem rheinland-pfälzischen Mendig habe ich auch etwas entsprechendes gefunden – einen Doppelbock, der ein halbes Jahr lang in einem Bourbon Fass reifen durfte. Auf dieses starke, fassgereifte Stück aus der Vulkaneifel freue ich mich jetzt doch sehr.

In einem dunklen Bernstein bis kupferfarben liegt das Bier im Glas und seine hohe Viskosität lässt einen schon erahnen, dass man es hier mit einem etwas stärkeren Bier zu tun hat. Süßliche Fassnoten treten unter dem feinporigen, jedoch nicht allzu standfesten Schaum hervor (was nun aber bei fassgereiften Bieren nichts ungewöhnliches ist). Ein wenig Eichenholz ist wahrzunehmen, Aromen von Vanille, Malz und könstlichem Kokosaroma sind ebenfalls dabei.

Der erste Schluck überrascht nun doch etwas, hätte ich doch nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht mit solch einer Spritzigkeit gerechnet die für eine mehrmonatige Fassreifung sehr ungewöhnlich ist. Gleich darauf folgt eine halbwegs intensive Säure die mit einem sehr starken Honigaroma einhergeht wozu auch die aufkommende Süße wunderbar passt. Der leichte Holzgeschmack ist natürlich nicht mit dem von Rauchbieren vergleichbar sondern wirkt eher im Hintergrund und sorgt für eine angenehme Ecke im Geschmacksprofil.

vulkan_bourbon_barrel_doppelbock_flascheIm Abgang wirkt die Kohlensäure auf der Zunge ein wenig unangenehm, man schmeckt Vanille, Brombeeren und den weiterhin stets präsenten Honig und so läuft das süßmalzige Starkbier angenehm und erstaunlich schnell über die Zunge. Ich muss allerdings ehrlich sagen, dass mir hier ein wenig die Schwere eines Doppelbocks fehlt und es, man höre und staune, zu einfach zu trinken ist. Ich würde mich hier ein Bier erwarten, welches ich wegen seiner Intensität für eine halbe Stunde im Glas halte und immer wieder mal dran nippe – von der Rezenz her würde das jedenfalls funktionieren.

Ein sehr feines Bier haben die vulkan’schen Braumeister hier kreiert welches sich geschmacklich nicht von den etablierten gereiften Bieren verstecken braucht. Von mir gibts hierfür heute vier sehr gute Sterne!

Alkoholgehalt: 9,8%

(4/5)