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3Brew Extra Rein

3brew_extra_reinNatürlich kann ich an einem Tag wie heute nicht einfach nur still da sitzen und „irgendein“ Bier verkosten. Nein, zum allseits diskutierten Reinheitsgebotsjubiläum muss es natürlich etwas sein, mit dem man diesen Beinahefeiertag richtig begehen kann. Da kommt mir das extra eingebraute „Extra Rein“ von 3Brew (u.a. mit Tilman Ludwig) aus München gerade recht. Es handelt sich dabei um ein obergäriges Bier („fröhliches Ale“) bei dem Zitronenverbene (oder „Zitronenduftstrauch“), Basilikum, Ingwer und Pfefferminze mit eingebraut wurden. Wenn das nicht passt, was denn dann?

Recht trüb kommt das gelb- bis orangfarbene Bier daher, dazu etwas feinporiger Schaum. In der Nase tummeln sich Kräuter, Pfefferminze sowie leichte Zitrusaromen und frisch gemähtes Gras.

Entsprechend fällt auch der Antrunk aus, bereits beim ersten Schluck hat man ein volles Kräuteraroma welche von einer subtilen Zitronennote flankiert werden. Recht spritzig geht es dabei bisweilen zu Werke was jedoch zu der Aromenkomposition passt. Dazu mischt sich etwas Bittere welche gerade im trockenen Abgang von der stärker werdenden Pfefferminze sowie einer leichten Säure begleitet wird – feine Geschichte.

3brew_extra_rein_flascheSehr spannende, wenngleich auch ungewöhnliche Mischung. Manch einem mag die medizinische Note hier drin zu viel sein, andere – wie ich – würden sich vielleicht etwas mehr Malzaroma als Basis wünschen. Unabhängig davon ist es ein leichtes, recht gut trinkbares und in weiten Teilen fruchtig-kräuterartiges Bier mit einer immer weiter dominierenden Pfefferminznote. Den Ingwer vermisse ich leider größtenteils, ist jetzt aber auch nicht weiter tragisch – es ändert nichts daran, dass die Brauspezialität ein wenig mehr Balance vertragen könnte.

Natürlich werden sich an diesem Bier die Geister scheiden, dafür ist es zu extravagant. Zusammen mit dem richtigen Essen – ich denke da an Fisch, Salat oder auch Pasta mit Pesto – recht sicher eine Wucht, aber auch so lecker. Es schrammt haarscharf an den vier Sternen vorbei und bekommt daher heute derer drei. Prost.

Alkoholgehalt: 5%

(3/5)







Camba Bavaria Christopher Ale

camba_bavaria_christopher_aleBevor der Sommer jetzt dann bald endgültig vorbei ist (zumindest gefühlt), möchte ich euch noch schnell das Christopher Ale der Truchtlachinger Brauerei Camba Bavaria vorstellen welches durchaus auch als Sommerbier durchgeht. Dabei wurden Orangen wie auch Koriander augenscheinlich nicht im Brauprozess genutzt sondern kamen in Form eines „Orangengetränks“ zum Bier. Schauen wir mal, was draus geworden ist.

Im Geruch des trüben, goldenfarbenen Bieres liegt eine subtile, säuerlich-frische Zitronen- und Orangennote mit einem leichtem Kräuterhauch. Getoppt wird es von einem stabilen, feinporigen und weißen Schaum.

Recht frisch geht es auf der Zunge zu, leichte Orangennoten mischen sich mit einem Hauch süßlichen Malz wodurch eine recht süffige und vor allem fruchtig-frische Mischung entsteht. Den zugegebenen Koriander kann ich allerhöchstens im Ansatz erkennen, es überwiegt das Orangenaroma welches sich auch lang in den Abgang erstreckt in dem es außerdem leicht bitter zugeht.

camba_bavaria_christopher_ale_flascheEtwas säuerlich wirkt das Ganze schon und erinnert zeitweise sogar an eine ganz milde Gose mit einer ordentlich Portion Fruchtigkeit. Als Sommerbier geht das Christopher Ale durchaus durch – allein schon, weil es nicht allzu kompliziert wirkt, recht spritzig daher kommt und eine sehr gute Trinkbarkeit hat.

Ja nun, von einem Wit wie ich es kenne ist das Cristopher Ale der Camba doch etwas entfernt, dennoch erscheint es mir als ein süffiges Ale im Stile eines belgischen Wit/Saison Bieres und bekommt drei Sterne.

Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid, könnt ihr das Christopher Ale hier bestellen.

Stammwürze: 12,2%

Alkoholgehalt: 5,2%

(3/5)







Maxbrauerei Summer Lemon Ale

maxbrauerei_summer_lemon_aleWieder ist ein warmer Tag rum, die Nachwehen zeigen sich aber dennoch weiterhin auf dem Thermometer und treiben mich in die Arme der leichten, sommerlichen Biere. Passend dazu hat die Maxbrauerei aus Altenstadt derzeit ihr Summer Lemon Ale im Angebot was mir jetzt hoffentlich die nötige Erfrischung liefern wird.

Strahlend orange präsentiert sich dieses obergärige Bier wobei es mit seiner Trübung verhindert, dass man zu sehr ins Innere blicken kann. Der entstandene Schaum ist ein wenig grobporig und leider nicht gar so standhaft, dieses wird aber von dem stark fruchtigen Geruch nach Limetten und Orangen mehr als wett gemacht.

Leicht malzig zeigt sich demnach auch der Antrunk, ein wenig Karamell ist schmeckbar und vor allem durch den leicht blumig wirkenden Hopfen macht das Bier direkt vom ersten Schluck an einen sehr frischen Eindruck. Vor allem im Abgang kommt ein leichter Hauch Zitrone auf der den Genießer von nun an bei jedem Schluck begleitet – passend dazu kommt ein wenig Säure und macht das leichte Trinkvergnügen perfekt. Die Bitterung ist mit 13 IBU, passend zum Bier, recht leicht ausgefallen was nicht zuletzt auch für eine gute Süffigkeit sorgt.

maxbrauerei_summer_lemon_ale_flascheAnfangs kam mir die Kohlensäure ein wenig zu stark vor, im weiteren Trinkverlauf pendelt sich das aber ganz gut ein und man trinkt das Ale am Schluß doch recht schnell weg was auch der Tatsache geschuldet ist, dass das es recht temperaturabhängig ist – wenn es etwas wärmer wird, wirkt es nicht mehr gar so harmonisch und relativ süß.

Aufpassen sollte man also gerade wegen der guten Trinkbarkeit, denn das Glas ist schnell leer und schon hat man die nächste Halbe aufgemacht. Für mich ist das Lemon Summer Ale der Maxbrauerei ein solides, sommerliches Ale und mir dafür drei Sterne wert – Erfrischung inklusive.

IBU: 13

Stammwürze: 12,5%

Alkoholgehalt: 4,8%

(3/5)







Duckstein Braukunst Edition 2012

duckstein_braukunst_edition_2012Nachdem ich Mitte 2012 bereits die Braumeister Edition No. 2 aus dem Hause Duckstein im Test hatte, geht es heute mit der Braukunst Edition 2012 ein klein wenig exklusiver zu. Dank dem METRO Genussblog bin ich in den Besitz dieser auf 5000 Flaschen limitierten Spezialität gekommen welche in einer schicken hölzernen Geschenkbox bei mir eingetroffen ist. Der äußere Eindruck stimmt also schonmal, nun muss die im Sherryfass gereifte Braukunst Edition noch zeigen ob sie ihr Geld wert ist.

Nachdem ich den Korken fachmännisch mit einem Korkenzieher entfernt hatte (und das war schon ein Kraftakt), macht sich sofort ein leicht süßlich-fruchtiger Geruch bemerkbar welcher sich während des Einschenkens noch verstärkt. Die Färbung des Bieres ist rötlich-orange und wird von einer sehr cremigen, weißen Schaumhaube bedeckt.

Ein recht intensiver Geschmack nach Waldbeeren macht sich, neben einem Hauch Vanille, auf der Zunge breit der außerdem von Äpfeln und Pflaumen flankiert wird. Das Bier wirkt relativ süß und hat eine leichte Säure – das gefällt mir wirklich richtig gut. Vom Malz sind erwartungsgemäß bei einem solchen Bier keine großen Sprünge im Geschmack zu erwarten, als Aromentransporteur macht es seinen Job allerdings gut und hat, so nebenbei, auch für die satten 7,2 Volumenprozent Alkohol gesorgt.

Für fassgereifte Biere ist die geringe Kohlensäure fast schon charakteristisch was auch bei diesem Bier der Fall ist, jedoch wirklich zum restlichen Setup des Gerstensafts passt. Das Sherry-Aroma des sehr weichen Bieres kommt zum Ende hin stärker zum Vorschein wobei geschmacklich jetzt auf jeden Fall Beeren- und Traubenaromen dominieren.

Bei der Braukunst Edition 2012 hat man es mit einem sehr milden, abgerundeten Bier zu tun für das man allerdings einen stolzen Preis bezahlen muss. Etwa 30 Euro muss man auf den Tisch legen um eine der Flaschen sein Eigen nennen zu können. Ob es sich lohnt? Nun, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich halte es für ein sehr leckeres Bier – vor allem für Genießer – und ein ideales Geschenk für eben jene Zielgruppe. Daher gebe ich sehr gute 4 Sterne und die Hoffnung, dass die nächste Edition vielleicht noch einen Ticken mehr Geschmack (vor allem im Malz) mitbringt.

PS: Die Kollegen sehen das ähnlich.

Stammwürze: 16,7%

Alkoholgehalt: 7,2%

(4/5)