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Steamworks Heroica Red Ale

steamworks_heroica_red_aleCentennial, Citra und Simcoe – das sind die Hopfensorten, mit denen das Steamworks Heroica Red Ale – mein heutiger Testkandidat – gebraut wurde. Die Biere der kanadischen Brauerei findet man zuletzt immer öfter auf dem deutschen Markt, auch auf so mancher Biermesse könnt ihr die Biere aus Vancouver dieses Jahr finden. Grund genug, mir diese genauer anzusehen – nicht zuletzt auch wegen des schönen Label-/Flaschendesigns.

Blumig-hopfig, garniert mit Zitrusfrüchten, Honig und Melone präsentiert sich der Geruch des kristallklaren, fuchsroten Bieres. Darüber findet sich ein Finger breit weißer, feinporiger Schaum.

Der Antrunk fällt feinmalzig und sehr weich aus, leicht brotige Noten paaren sich mit Kuchenteig, etwas Wacholder und Waldhonig. Dabei geht das Gebräu durchaus herb zu Werke, im Abgang tauchen in dem moderat karbonisierten Bier dann grasige, leicht mit Zitrusfrüchten gespickte Hopfennoten auf – bisweilen wirkt das Gebräu jedoch etwas wässrig.

steamworks_heroica_red_ale_flascheTrotzdem – oder gerade deshalb – kann man dem Amber Ale eine hohe Süffigkeit attestieren, die lediglich von der etwas übertrieben Herbe etwas eingeschränkt wird. Ansonsten gibt es sich im Trinkverlauf süßlich, weiterhin malzgetragen – größtenteils unauffällig aber lecker.

Ein schönes Bier welches seine Momente hat, der Hopfen könnte wegen mir aber durchaus stärker rauskommen. Nach einigem hin und her schrammt das Bier an den vier Sternen vorbei und bekommt derer drei. Prost.

Neugierig geworden? Über meine Biersuche könnt ihr das Bier möglicherweise in deutschen Onlineshops finden.

IBU: 45

Alkoholgehalt: 5,6%

(3/5)







Struise Rosse

struise_rosseVor etwa eineinhalb Jahren bin ich erstmalig in den Genuß eines der Biere der De Struise Brouwers aus dem belgischen Oostvleteren gekommen und war recht begeistert davon. Netterweise bekam ich die Tage Post von Importeur dieser belgischen Biere und kann euch daher heute das Struise Rosse, ein belgisches American Amber Ale, vorstellen.

Kupfer- bis rubinrot strahlt das trübe Bier unter seiner cremig texturierten, beigen Schaumhaube hervor. Im Geruch finden sich malzig-nussige Aromen sowie ein Hauch roter Beeren.

Auch wenn das Bier ein wenig dünn wirkt ist die geschmackliche Komponente äußerst komplex. Bei belgischen Bieren weiß man ja oftmals nicht so wirklich, was einen erwartet weshalb ich da immer recht vorsichtig mit voreiligen Schlüssen bin. Nussiges, kaum karamellbeladenes Malz mit etwas Honig, Kräutern und – da ist die Überraschung – einem Schwung Säure. Dazu gesellen sich fruchtige Aromen von Himbeeren, etwas Hefe und Grapefruit.

struise_rosse_flascheIn Sachen Hopfen ist erwartungsgemäß nicht viel los, lediglich spät im Abgang findet sich eine leichte Herbe wieder die sich ein wenig auf der Zunge festsetzt. Das recht leicht wirkende Malzbett, zusammen mit der zurückhaltenden Karbonisierung, der Säure und der recht hohen Vergärung lassen hier an einen Weißwein erinnern. Sehr spannend, für so manchen deutschen Bierfreund aber vermutlich eine Nummer zu hoch.

Gut trinkbares, weinartiges Gebräu aus Belgien. Schmeckt mir persönlich recht gut und bekommt daher vier Sterne. Prost.

Alkoholgehalt: 6%

(4/5)







CraftCountry Smasher

craftcountry_smasher_amber_aleDass der Craftbeer-Boom vor Österreich nicht halt macht, wissen aufmerksame Leser meines Blogs schon lange. So kommen Bierfreunde nun mittlerweile auch im tiroler Hall auf ihre Kosten – zumindest, wenn sie bei der CraftCountry Brewery vorbeischauen. Im Test habe ich heute das Smasher der noch jungen Brauerei, ein Amber Ale welches sich anschickt, meinen „Durst zu erschlagen“. Na da bin ich jetzt gespannt…

Also vom Aussehen her, macht das Smasher seinem Stil alle Ehre. Bernsteinfarben bis rötlich leuchtet das Bier unter seiner leicht gelblich-weißen, cremigen Schaumkrone. In der Nase finden sich etwas Honig, Trauben sowie ein Hauch von Zitrusfrüchten.

Im Antrunk findet sich recht schnell eine merkliche Herbe wieder, ebenso fruchtig-blumige Hopfennoten die von Orangenzesten über Trauben bis hin zu Kiefer gehen. Einher geht der Geschmack mit einem eher zurückhaltenden Malzbett und einer etwas zu starken Karbonisierung. Im Verlauf gibt sich der Malzkörper sehr mild und weiterhin unauffällig, es vermag dem trockenen Charakter dieses Ales zeitweise kaum Paroli zu bieten. Dies merkt man vor allem im Abgang, wo die Herbe und der weissweinartige Charakter noch stärker zur Geltung kommen.

craftcountry_smasher_amber_ale_flascheIn meinen Augen wirkt das Smasher weitaus höher vergoren als es die nackten Zahlen auf dem Etikett glauben machen möchten. Hat man sich der Kohlensäure ein wenig entledigt, klappt es auch mit der Süffigkeit besser – auch wenn es doch wirklich ein wenig unter seiner Trockenheit leidet. Zudem geht dem Hopfen im Verlauf ein wenig die Puste aus um mit seiner anfangs recht exotischen Fruchtkomposition den notwendigen Gegenpart zu bilden.

Das mag jetzt alles vielleicht sehr negativ klingen, ist es aber nicht. Beim Smasher der Tiroler Brauer handelt es sich um ein charaktervolles Bier mit Höhen und Tiefen – das sind bei mir gute drei Sterne!

IBU: 42

Stammwürze: 14%

Alkoholgehalt: 5%

(3/5)







Tölzer Mühlfeldbräu Amber Ale

toelzer_muehlfeldbraeu_amber_ale_2014Ich habe mir mal wieder vom Tölzer Mühlfeldbräu das Saisonbier besorgt, dieses Mal ein Amber Ale welches mit Hallertau Blanc gestopft wurde. Spätestens, seitdem ich selbst ein Bier mit dieser Hopfensorte gebraut habe, habe ich diese mit ihren leichten würzig wirkenden Trauben- und Weinaromen kennen und schätzen gelernt. Ich bin gespannt, inwieweit sich diese Aromen im Tölzer Amber Ale finden lassen.

Sahnig-fein präsentiert sich der weiß-gelbliche Schaum und verdeckt den Blick auf das recht klare, rötlich bis bernsteinfarbene Bier. Im Geruch findet sich ein tropischer Fruchtkorb, Aromen von Ananas, Maracuja sowie etwas Honigmelone und Birne steigen in die Nase.

Der Antrunk das sehr leicht karbonisierten Bieres gestaltet sich weich und unkompliziert. Eine Mischung aus Ananas und Maracuja, die man ja schon vom Duft her erahnte, dominiert den ersten Schluck und sorgt für einen sehr fruchtigen Einstieg. Das darunter liegende Malz steht weit im Hintergrund, wirkt ganz leich süßlich-karamellig und passt damit zu der sommerlichen Hopfenagabe. Im Abgang kommt ein ganz klein wenig Herbe auf, die Hopfenaromen schwenken leicht in eine mehr holzig-würzige Richtung und hinterlassen den allseits vorhanden Maracujageschmack auf der Zunge.

Im Trinkverlauf wirkt das Bier etwas trockener, die Hopfenaromen lassen etwas nach wodurch sich der Geschmack insgesamt etwas würziger und malzlastiger wird – auch die Hefe spielt jetzt geschmacklich eine stärkere Rolle. Dabei bleibt aber die Trinkbarkeit optimal, gerade dank des niedrigen Kohlensäuregehalts wirkt das Amber Ale sehr süffig und so leert sich das Glas recht zügig.

toelzer_muehlfeldbraeu_amber_ale_2014_flascheMein Fazit: Ein sehr schönes Amber Ale haben die Tölzer da hingestellt welches mit seiner Kalthopfung einen stark tropischen Einfluß hat und damit perfekt zum Sommer passt. In meinen Augen hätte dies gerne noch stärker ausfallen können. Dennoch ein hervorragendes Bier welches mir heute vier Sterne wert ist. Prost.

Alkoholgehalt: 5%

(4/5)







Stone Levitation Ale

stone_levitation_aleMein erstes Bier der Stone Brewing Company aus Escondido im US-Bundesstaat Kalifornien ist das Levitation Ale, ein Amber Ales welches man wegen seinem etwas geringerem Alkoholgehalt schonmal als „Session beer“ bezeichnen kann. Stolze 45 IBU haben sich in dieses Bier verirrt welches das leichteste der berühmten, 1996 gegründeten Brauerei darstellt.

Leicht rötlich bis bernsteinfarben schimmert das klare Bier aus dem Verkostungsglas während sich ein wenig leicht beiger Schaum darauf bildet. Dieser ist mit seiner sehr cremigen Textur schön anzusehen und weckt, zusammen dem einem karamellig-malzigen sowie zitruslastigen bis minzig wirkenden Duft, die Vorfreude auf das was im Glas wartet.

Mildherb startet das Bier auf der Zunge bevor sich ein würzig-süßliches Malz auf der Zunge breit macht und mitsamt der angenehmen Rezens einen voluminösen Antrunk anklingen lässt. Gleich darauf folgt eine Fülle an Aromen die von den genutzten Hopfensorten – Magnum, Crystal, Simcoe und Amarillo – her rührt. Zitronen, Limetten, Grapefruit und Orangen sind schmeckbar und bereichern den ansonsten, für ein Bier dieser Stärke, ungewöhnlichen Malzkörper wodurch das ganze hinten raus sehr frisch und beschwingt wirkt.

stone_levitation_ale_flascheDie Bittereinheiten machen sich jetzt ein wenig bemerkbar, halten sich aber im Rahmen und bilden somit mit dem geschmacksstarken aber nicht schwer wirkenden Malzbett zu einem sehr schönen – und vor allem trinkbaren – Ale.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich dieses Bier sehr beeindruckt. Schlanker aber zugleich geschmackvoller Körper, intensive Aromatik und eine moderate aber passende Bitterung sorgen dafür, dass das Stone Levitation Ale volle fünf Sterne bekommt. Dieses Bier ist einfach lecker!

IBU: 45

Alkoholgehalt: 4,4%

(5/5)







Brauhaus Gusswerk Austrian Amber Ale

brauhaus_gusswerk_austrian_amber_aleAm warmen Sonntag Nachmittag darf es auch mal ein nettes Amber Ale sein, weshalb ich euch heute das Austrian Amber Ale des Brauhaus Gusswerk aus Salzburg vorstellen möchte. Von den Österreichern bin ich nach den letzten Tests durchaus angetan und ich hoffe mal, dass es heute so weitergehen wird.

In einem rötlichen Orangeton schimmert das Bier aus dem Glas, der Schaum hat eine cremige Textur und passt farblich doch sehr gut zu dem Ale – die Menge bleibt jedoch etwas hinter den Erwartungen zurück. Aus dem Glas strömt ein feinfruchtiger Geruch nach Grapefruits sowie ein honigartiger, süßer Malzgeruch und macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Das ist doch mal wieder etwas richtig anderes: Erstmal überwiegen beim Antrunk nussige Gerstenmalzaromen zu denen sich ein süßlich-herbes Karamellaroma gesellt. Erst nach einem kurzen Augenblick kommt auch der Hopfen allmählich daher und legt sich mit einem Hauch Zitrus- und Pinienaroma auf die malzgesüßte Zunge. Die dabei entstehende Herbe ist moderat und begleitet den beginnenden Abgang der relativ rund ausfällt.

In meinen Augen hätte diesem bier ein wenig mehr Kohlensäure definitiv nicht geschadet, das Mundgefühl ist leicht moussierend und ganz angenehm doch ich vermisse das Prickeln schon ein wenig. Negativer Nebeneffekt ist, dass das Amber Ale dadurch dann auch relativ schnell etwas schal wirkt.

Beim diesem Ale des Brauhaus Gusswerk hat man es mit einem malzstarken aber dennoch leicht wirkenden Bier zu tun das, anders als andere Vertreter dieses Bierstils, nicht mit Hopfenaromen überfrachtet ist. Einigermaßen süffig aber schmeckt – daher gehen hierfür gute drei Punkte nach Österreich.

Alkoholgehalt: 5,6%

(3/5)







Brewdog 5 A.M. Saint

brewdog_5am_saintIch hatte ja schon vor einiger Zeit das Punk IPA der abenteuerlustigen Brauer aus dem schottischen Aberdeenshire und heute ist das 5 A.M. Saint dran – seines Zeichens ein Amber Ale und mit 5% gleichzeitig eines der leichteren Brewdog Biere.

Amber ist dieses Ale auf jeden Fall schonmal. Rötlich-braun leuchtet das Bier im Licht und hat einen fein-cremigen, ockerfarbenen Schaum welcher enorm standhaft ist. Fruchtig-exotisch duftet es aus dem Glas, nach Mango und ein wenig Grapefruit. Ebenso liegt ein wenig bittere Honigsüße im Geruch – Aromenexplosion!

Dass dieses Ale nur 25IBU haben soll kann ich so recht nicht glauben, denn die Bitterstoffe sind beim Antrunk durchaus deutlich wahrnehmbar. Dazu gesellt sich ein sehr mild wirkendes, leicht angeröstetes Malz und wenige Augenblicke später auch der schon vom Geruch bekannte Korb an Früchten. Grapefruit und Limetten stehen im Vordergrund, besser gesagt die leicht bitteren Schalen der Früchte wozu sich noch blumige Hopfenaromen gesellen und den Abgang relativ trocken abrunden.

brewdog_5am_saint_flascheDas Mundgefühl ist sehr angenehm, auch wenn die angesprochene Trockenheit zum Schluß raus etwas hinderlich wirkt- die Früchte stechen jetzt aber etwas besser heraus. Insgesamt betrachtet kann ich bei diesem Bier keinen roten Faden erkennen, zu unausgewogen wirkt das schottische Gebräu. Keine Frage, das 5 A.M. Saint ist ein leckeres Ale mit Stärken aber auch Schwächen. Bei der Wertung entscheide ich mich daher auch für die Mitte – drei Sterne.

IBU: 25

Alkoholgehalt: 5%

(3/5)







Mainseidla Amber Spezial

brauhaus_binkert_mainseidla_amber_spezialVon dem noch sehr jungen Brauhaus Binkert, die Brauerei existiert erst seit 2012, aus dem oberfränkischen Breitengüßbach hat mich das Mainseidla Amber Spezial erreicht. Es handelt sich dabei um ein kaltgehopftes Amber Ale welches mit seinen knapp 6 Volumenprozent Alkohol zu den stärkeren Vertretern dieses Stils gehört.

Ich war lange am überlegen, habe mich dann aber doch für ein Tasting-Glas anstatt eines Seidla entschieden – auch, wenn der Name des Bieres die Nutzung des selbigen eigentlich impliziert. Das Bier weist eine leichte Trübung auf, ansonsten aber erstrahlt es rötlich-golden unter dem sehr feinen Schaum hervor. Vom Geruch zeigt das Mainseidla seine fruchtig-herbe Seite und punktet mit leicht honigartigen und zitronigen Nuancen.

Im Antrunk kommt das oberfränkische Bier anfangs malzig sowie karamellig-süß rüber bevor sich die Kalthopfung erstmals geschmacklich bemerkbar macht und mit seinem leichten Orangenaroma für eine grasige Frische sorgt. Der Abgang ist voll und geht leicht herb über die Bühne wobei es einen vornehmlich malzigen und leicht getreidigen Eindruck auf der Zunge hinterläßt. Für meinen Geschmack ist hier etwas zu viel Kohlensäure drin was sich leicht behindernd auf die Trinkbarkeit auswirkt.

Hinter dem exotischen Hopfenaroma verbirgt sich noch etwas mehr Würze wie man sie von bayerischen Aromahopfensorten kennt – selbige kommen aber erst zum Vorschein, nachdem sich der Geschmackssinn an das Setup des Bieres gewöhnt hat. Ein Schuß Säure sorgt dafür, dass die Süße aus dem Restextrakt nicht zu schwer wiegt und rundet das Bier, zusammen mit dem sehr milden Brauwasser, optimal ab.

Ein süffiges Stück Franken mit Abzug bei der Kohlensäure. Ich würde dem Mainseidla Amber Spezial seine Stärke am Geschmack definitiv nicht zutrauen und freue mich ob dem, für ein Ale, recht intensiven Malzaroma. An das Brauhaus Binkert gehen hierfür vier Sterne.

Stammwürze: 13,8%

Alkoholgehalt: 5,9%

(4/5)







Tölzer Mühlfeldbräu Amber Ale

A b’sonders Bier – unter diesem Begriff vereint der Tölzer Mühlfeldbräu seine monatlich wechselnden Spezialbiere. Diesmal handelt es sich um ein American Amber Ale welches es in zwei Ausführungen gibt – der Unterschied besteht in den verwendeten Hopfensorten welche zur Kalthopfung genutzt wurden. In der einen Ecke: Nelson Sauvin aus Neuseeland mit seiner fruchtig-frischen Blume und in der anderen, ein Amerikaner,  Delta mit mehr Würze und etwas weniger Alpha (tolles Wortspiel, nicht?) als sein neuseeländischer Herausforderer.

Von dem ganzen Gerede hab ich nun Durst bekommen – los gehts! Die Farbe des Ales ist von Bernstein geprägt und schimmert mit einem leichten Rotstich aus dem Glas. Der Duft, und hier unterscheiden sich die beiden bereits deutlich, ist beim Nelson Sauvin sehr fruchtig, tropisch und säuerlich. Der Delta gibt sich etwas rustikaler, hat auch Zitrusnoten welche allerdings nicht gar so ausgeprägt sind. Einen Grundton im Duft bildet aber natürlich auch der Saphir-Hopfen, welcher das hopfige Grundgerüst dieses Bieres ausmacht.

Der Antrunk des mit Nelson Sauvin gehopften Ales ist wie erwartet – fruchtig, erinnert mit seiner süß-säuerlichen Note an Weißwein und Grapefruit, entfernter an Ananas. Anders bei der Delta-Version, welche etwas würziger und erdiger ausfällt wodurch das Bier im allgemeinen malzbetonter wirkt. Das ansonsten sehr milde Malz sorgt für eine zügige Trinkbarkeit – ein wenig Karamell ist dabei, ansonsten fällt es mehr kernig und bodenständig aus und erzeugt somit den geschmacklichen Spagat zwischen urbayerischer Brautradition und moderner Braukunst. Bitter wirds, sofern man das überhaupt so nennen kann, erst spät im Abgang und selbst dann nur die Fruchtigkeit unterstützend wirkend.

Mit der Kohlensäure wurde sehr sparsam umgegangen was sich bei der Delta-Variante ein wenig negativ auswirkt – hier könnte etwas mehr sicherlich nicht schaden. Beim Nelson Sauvin Ale passt es jedoch wunderbar und unterstreicht den frisch-fruchtigen Touch des Gebräus. Zum Ende hin wirds ein wenig süßer – Honignoten sind zu erschmecken die beim Delta Ale sogar noch etwas ausgeprägter ausfallen.

Einen sehr sommerlichen und vor allem süffigen Trunk hat der Braumeister des Mühlfeldbräu hier gebraut – die Nase vorn hat das Ale mit der Nelson Sauvin Hopfung. Das exotische Fruchtaroma überzeugt und auch insgesamt ist dies ein gelungenes Setup. Das Delta Ale bekommt einen kleinen Abzug beim Thema Kohlensäure und Aromenvielfalt, ist dennoch ein tolles Bier. Ein Sieg nach Punkten – es gibt es einmal fünf (Nelson Sauvin) und einmal vier (Delta)  Sterne was mich zu einer Gesamtbewertung von fünf Sternen für dieses American Amber Ale bringt.

Wer jetzt neugierig geworden ist: Ihr bekommt das Amber Ale beim Biershop Bayern – solang der Vorrat reicht!

Gebraut nach dem Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 4,9%

(5/5)