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Brauerei Hirt Hirter 1270er

brauerei_hirt_hirter_1270erVor einigen Wochen trudelte bei mir das Hirter 1270er der Brauerei Hirt aus dem österreichischem Micheldorf ein. Bekannt war mir das Bier bereits, hatte es 2016 doch den European Beer Star in Gold gewonnen (und die Jahre zuvor schon Silber bzw. Bronze). Ein Grund mehr, sich das Amber Lager mal ein wenig genauer anzusehen…

Der Optik wegen gibt es keinen Grund für Kritik. Sei es die kupferbraune Färbung oder der weiße, cremige Schaum – es passt. In der Nase finden sich karamellig-malzige Anklänge, ganz leichte, röstige Aromen sowie ein wenig frischer Hopfen.

Von Beginn an kann das Bier mit einem sanften, runden Malzkörper punkten, der eine gute Portion Karamell- und Getreidearomen auf die Zunge bringt. Dass das mild karbonisierte Gebräu dabei von Beginn an sehr süffig rüber kommt, muss ich da wohl kaum noch erwähnen. Nebst vereinzelten Röstaromen und ordentlich Karamell kommt im Abgang dann auch noch ein feinwürziger Hopfengeschmack auf und geht mit einer leichten Herbe einher.

brauerei_hirt_hirter_1270er_flascheSo stimmig wie das Bier anfangs wirkt, so ärgerlich ist eine leichte metallische Note die ab und an im Geschmack aufblitzt. Ganz so schlimm, wie mancher User auf Ratebeer das bewertet, sehe ich das nicht – dennoch stört es den Genuß des ansonsten sehr gut ausbalancierten Bieres ein klein wenig. Auch im weiteren Trinkverlauf gibt sich das Bier keine Blöße und erfreut den Bierfreund mit süßlich-karamelligen Malznoten.

Ja, perfekt mag das 1270er vielleicht nicht sein, es ist aber ein guter Begleiter in den Feierabend, schmeckt und macht Lust auf mehr. Ganz knapp gibt es heute vier Sterne.

Stammwürze: 11,9%

Alkoholgehalt: 4,9%

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(4/5)







Hopper Bräu Heller Wahnsinn

hopper_braeu_heller_wahnsinnMein heutiger Testkandidat ist mir vor ein paar Tagen ins Haus geflattert. Es handelt sich dabei um das helle Lagerbier „Heller Wahnsinn“ der kleinen Hamburger Brauerei Hopper Bräu – nicht zu verwechseln mit Hoppebräu oder Schoppebräu. Gehopft wurde das Lagerbier mit deutschem Cascade Hopfen sowie den Sorten Saazer und Sladek. Gespannt bin ich jetzt definitiv auf dieses Kleinod aus der Flasche mit dem Bügelverschluss, tun sich doch viele kleine Brauer mit einem einfachen Lagerbier gerne mal etwas schwerer…

Das „Helle“ kommt derweil gar nicht so hell daher, kupferfarben bis bernstein zeigt sich das klare Bier im Glas. In der Nase finden sich grasig-blumige Aromen, etwas Malz sowie Karamell.

Geschmacklich ist das Bier irgendwo zwischen einem Märzen und einem dunklen Bier angesiedelt. Karamell, Getreide und Anklänge von Röstaromen geben sich die Klinke in die Hand. Dazu mischen sich heuartige und bisweilen leicht zitrusartige Hopfennoten sowie eine durchaus merkliche Herbe – die 25 Bittereinhiten spürt man und man fragt sich, ob es derer nicht eher ein paar mehr sind.

hopper_braeu_heller_wahnsinn_flascheIm Abgang präsentiert sich das Heller Wahnsinn recht trocken und könnte durchaus etwas mehr Süße und weniger Kohlensäure vertragen – die Süffigkeit würde sich bedanken. Ansonsten geht es unspektakulär zu, mehr würde ich bei einem Bier, welches einfach nur ein etwas geschmackvolleres Lager sein möchte, auch nicht erwarten. Diesen Zweck erfüllt es jedenfalls recht gut, das Malzaroma bleibt bis zum Schluss erhalten und das Gebräu wird auch auf lange Sicht nicht langweilig.

Ein gutes, etwas anderes „Helles“ welches leider stellenweise ein wenig zu kantig wirkt. Das reicht heute im Test für gute drei Sterne. Prost.

IBU: 25

Stammwürze: 12,5%

Alkoholgehalt: 5%

(3/5)







Maximus Brutus

maximus_brutusMein vorerst letzter Test der niederländischen Maximus Brouwerij ist das Brutus, ein Amber Lager. Ja, ein Amber Lager hatte ich ja erst vor geraumer Zeit – ich vermute mal, dass das heutige den damaligen Kandidaten in Grund und Boden stampfen wird. Zugegeben, besonders schwer ist diese Aufgabe nicht, zudem ist ein schönes Lagerbier eine willkommene Abwechslung zu den ganzen Ales der letzten Zeit. Gehen wir es also an.

Satt bernsteinfarben bis rötlich strahlt das Bier aus dem Glas, oben auf feinporiger bis cremiger, stabiler Schaum – schön! In der Nase tummeln sich leichte Zitrusnoten sowie etwas Malz und Karamell.

Süßlich-malzig, begleitet von einer ganz leichten Säure sowie einem frischen, blumigen Hopfenaroma – so fällt der erste Schluck dieses Gebräus aus. Das Malzbett gibt sich dabei vornehmlich süßlich-karamellig sowie etwas brotig und erinnert somit stark ans Wiener Lager. Dabei wirkt das Bier trotz seiner 6 Volumenprozent Alkohol recht schlank, hat im Abgang außerdem eine durchaus wahrnehmbare Herbe zu bieten. Dazu kommt die allzeit präsente, frische Hopfennase mit einem leichten Hauch von Zitrone.

maximus_brutus_flascheDank dem geschmacklichen Setup und dem gut dosierten CO² ist das Bier sehr gut und flott trinkbar und kann somit mit einer hohen Süffigkeit punkten.  Gerade bei Außentemperaturen von jenseits der 30 Grad ist dieses Bier eine gute Alternative zu den Sommer Ales und muss sich z.B. auch nicht hinter einem Prototyp verstecken.

Eine sehr runde und erfrischende Sache – klarer Fall, dieses Bier pustet das Becks Amber Lager locker weg. Von mir gibts hierfür heute vier Sterne.

Alkoholgehalt: 6%

(4/5)







Beck’s Amber Lager

becks_amber_lagerIn den vergangenen Wochen ging es bezüglich der drei neuen Beck’s Sorten hoch her. Es wurde viel gemotzt, viel geschrieben und viel analysiert…das Ergebnis: Unklar. Fakt ist, dass die Craft-Gemeinde sehr empört über die gar nicht so craftigen, neuen Biere der Brauerei war. Auch wenn deren Aufmachung, die zugegeben nicht schlecht wirkt, stark in die Richtung der Craftbeer-Fraktion tendiert, so versteckt hinter der Fassade ein einfaches Allerweltsbier. Um das zu belegen, stelle ich heute das neue Amber Lager der Bremer vor. Los gehts.

Über die kupferrote Färbung des Bieres kann man ja mal nichts Negatives sagen, über die Schaumbildung und -stabilität allerdings schon – diese ist mangelhaft. Im Geruch tummelt sich etwas brotig-nussiges Malz sowie ein diffuses Hopfenaroma.

Das Mundgefühl des recht hoch karbonisierten Bieres ist angenehm weich, geschmacklich ist allerdings nicht viel los. Süßes, recht charakterloses Malz läuft über die Zunge und hinterlässt einen beinahe geschmacklosen Film, lediglich einige wenige Getreidenoten finden sich im Geschmack wieder die mit einem metallischen Eindruck einhergehen. Der Abgang ist ebenso langweilig und unauffällig – es plätschert so dahin.

becks_amber_lager_flascheIch fühle mich stark an den Heineken Biertest von vor 4 Jahre erinnert wobei dieser Vergleich beinahe eine Beleidigung für das Heineken ist. Es ist ein absolut langweiliges Lagerbier mit Null Charakter – ich empfinde dahingehend auch den Preis von ca 1 Euro pro 0,33l Flasche, gelinde gesagt, als eine bodenlose Frechheit.

Konnte ich dem Pale Ale noch irgendwo etwas abgewinnen, gilt hier nur eines: weg damit, 1 Stern. Ende.

Glaubt ihr mir nicht? Überzeugt euch selbst und bestellt das Amber Lager hier.

Alkoholgehalt: 5,7%

(1/5)







Ratsherrn Rotbier

ratsherrn_rotbierAus den Hamburger Schanzenhöfen kommt mein heutiges Testobjekt, das Rotbier der Ratsherrn Brauerei. Angeblich braute man bereits im 13. Jahrhundert ein Rotbier in Hamburg, richtig los ging es aber erst um 1536 als ein gewisser Joachim von Lohe mit dem „fewrrothen“ Bier den Grundstein einer Rotbier-Bewegung in Hamburg legte. Nun möchte man mit diesem Bier wieder an die Tradition anknüpfen – schauen wir mal, ob das gelungen ist.

Also rot ist das Gebräu auf jeden Fall schonmal – man könnt die Färbung des klaren Bieres schon beinahe als mahagoni bezeichnen. Unter dem leicht gelblichen, feinporigen Schaum strömt ein süßlicher-malziger, nussiger und leicht hopfenwürziger Duft hervor.

Leicht rauchig und karamellig wirkt der erste Schluck, Röstaromen kommen in dem trockenen Malzbett auf und bringen einen Hauch Kaffeearomen sowie etwas Dörrobstgeschmack mit sich. Das bisweilen leicht wässrig wirkende Bier könnte etwas spritziger sein, so wirkt es gerade im Abgang doch beinahe etwas schal. Dazu gesellt sich ein wenig würziger Hopfen, geschmacklich setzen die genutzten Aromahopfen (Tradition und Saphir) jedoch keine Akzente.

ratsherrn_rotbier_flascheMir gefällt diese leicht röstige Karamellnote ganz gut weil sie lange bestimmend auf den Geschmack einwirkt und nicht so schnell verfliegt wie es sonst gerne mal der Fall ist. Ein wenig mehr Süße würde ich mir ob des trockenen Eindrucks, den das Bier auf der Zunge hinterlässt, wünschen. Daran kann auch die vorhandene, hintergründige Säure auch nichts ändern.

Also schlecht ist das Rotbier der Nordlichter definitiv nicht, ich könnte mir allerdings noch durchaus mehr Geschmack und Tiefe darin vorstellen. Daher gehen heute drei Sterne an die Ratherrn Brauerei.

Stammwürze: 12,5%

Alkoholgehalt: 5,2%

(3/5)