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Hanscraft & Co. Taithi Nua

Nicht nur bei dem Bier ist seitens Hanscraft & Co. und Jameson viel Aufwand betrieben worden, auch beim Marketing ging man neue Wege wie man anhand dieses Videos sehen kann. Dass das Taithi Nua dabei große Erwartungen weckt, versteht sich da doch schon fast von selbst. Gebraut wurde also ein heller Bock der dann für vier Monate in Jameson Whiskey-Fässern lagern durfte. Soweit so gut, ob das Bier die hohen Erwartungen erfüllen kann, zeigt der folgende Test. Ausserdem gibt es auch was zu gewinnen, Details dazu am Ende der Seite.

Fuchsbraun leuchtet das klare Bier aus dem Glas, in der Nase findet sich einiges an Malz, etwas Honig mit Toffee sowie Holz und Vanille – passt! Einzig der weiße, feinporige Schaum ist ein wenig zu schnell verschwunden…

Im Antrunk wirkt das Bier ein wenig alkoholisch, dazu gesellt sich einiges an Malz, Karamell und eine rechte starke Süße. Dabei wirkt das Bier etwas viskos und recht mild auf der Zunge, erst im recht trockenen Abgang wirds ein wenig kantiger. Jetzt kommt auch etwas Herbe dazu und vermischt sich mit alkoholischen Vanille- und Holzaromen.

Hat man sich erstmal reingetrunken, kommt das Bier recht (beinahe schon gefährlich) süffig daher. Das liegt vornehmlich an der angenehm leichten Karbonisierung und der recht starken Süße die im Trinkverlauf allerdings ein wenig stört. Das liegt in erster Linie daran, dass die Geschmackskurve abflacht und größtenteils von Karamell und Honig mit etwas Holz beherrscht wird. Das ist jetzt nicht wirklich schlecht, dennoch lässt das Bier ein wenig Tiefe vermissen.

Das Taithi Nua ist ein guter Bock mit angenehm eingebundenen Whiskey-Aromen, für einen Überflieger reicht es aber nicht. Ganz knapp werden das noch vier Sterne.

Verlosung! Mir wurden freundlicherweise drei Sets bestehend aus einer Flasche Jamson, einer Flasche Taithi Nua sowie die dazu passenden Gläser zur Verfügung gestellt. Schreibt einfach bis Freitag Abend, 20 Uhr eine kurze Mail an win@usox.org und beantwortet die Frage, weshalb gerade ihr das Set verdient habt. Ausserdem bekommt derjenige mit der kreativsten Antwort zusätzlich noch einen Stapel Bierbücher von mir oben drauf. Also ran ans Postfach!

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der Gewinner wird am Freitag Abend per eMail informiert.

Stammwürze: 18%

Alkoholgehalt: 7,7%

(4/5)







Welde Jahrgangsbier England

welde_jahrgangsbier_2016_englandWie schon die Jahre zuvor hat die Brauerei Welde aus Plankstadt erneut ein Jahrgangsbier auf den Markt gebracht. Bei der 2016er Version geht es diesmal nach England, ins Glas fließt gerade ein untergäriges Bockbier bei dem eine ganz bestimmte Mischung (augenscheinlich) britischer Hopfensorten mit dem Namen „Warrior Queen“ zum Einsatz kam. Ob sich der Hopfen im Bock besonders bemerkbar macht und ob das überhaupt zusammenpasst zeigt der nun folgende Test.

Im Glas angekommen macht das bernstein- bis kupferfarbene, klare Bier eine gute Figur. Getoppt wird das Ganze von einer cremigen, weiß leuchtenden Schaumhaube unter der süßlich-herbe, teils fruchtige Hopfen- und Malzaromen hervorwabern.

Gleich zu Beginn überrascht das untergärige Bockbier mit einer recht intensiven Herbe die man bei einem Bier dieser Art erst einmal nicht erwartet. Dazu kommt, dass das Bier recht hochvergoren und damit trocken wirkt – die typische Süße sucht man bisweilen vergeblich. Warum ich das heraushebe? Nun, ich bin mir sicher, viele von euch haben eine gewisse Vorstellung von einer Biersorte und wären daher recht überrascht, wenn das Bier diese Erwartungen nicht erfüllt – so ist es sicherlich nicht verkehrt, vorher zu wissen was einen erwartet.

welde_jahrgangsbier_2016_england_flascheIm trockenen Abgang kommen nussige Malzaromen auf, begleitet von etwas Butter und den Aromen reifer Pflaumen – dazu etwas Holz. Auch die Herbe, an die man sich mittlerweile gewöhnt hat, wirkt jetzt nochmal etwas stärker auf die Geschmacksnerven ein. Die Trinkbarkeit geht in Ordnung, hätte man eine bessere Balance zwischen Süße und Bittere gefunden, würde diese jedoch besser ausfallen.

Davon abgesehen, dass mir das Bier persönlich zu herb ausfällt, fehlt auch ein wenig die geschmackliche Tiefe im Malz – da hätte es gerne mehr sein dürfen. So reicht es heute gerade für drei Sterne.

Alkoholgehalt: 6,7%

(3/5)







Schönbuch Weizenbock Oak Aged

schoenbuch_weizenbock_oak_agedDas schöne an der Vorweihnachtszeit ist ja unter anderem, dass aus allen Ecken kleine und auch größere Brauereien daher kommen und Spezialsude an den Mann bringen wollen. Gefühlt nimmt die Kreativität, die manch einer an den deutschen Brauereien vermisst, um diese Zeit teils massiv zu. Und so kommt es, dass sich auch zu mir das ein oder andere Bier verirrt, deren Brauer mir bis dato unbekannt waren. Bestes Beispiel ist der Oak Aged Weizenbock der Braumanufaktur Schönbuch aus Böblingen, den ich euch nun vorstellen werde.

Dass das bernsteinfarbene Bier aus seiner Eichenfasslagerung keinen Hehl macht, ist bereits im Geruch deutlich zu erkennen. Dort findet sich eine Fülle an Fassaromen, Vanille, Holz, etwas Rauch und Kokos sind da zu benennen.

Entgegen meiner Erwartungen wirkt das Bier zum Antrunk nicht sonderlich schwer, der vollmundige Malzkörper bestimmt mit seinen getreidig-malzigen, ansatzweise karamellhaltigen Aromen den Ersteindruck. Kurz darauf mischt sich auch die dauerhaft wahrnehmbare Vanille dazu, etwas Holz ist ebenfalls dabei. Das Bier wirkt an sich beinahe schlank und mit relativ wenig Restsüße versehen – trotzdem merkt man ihm seinen zweistelligen Alkoholgehalt nicht an.

schoenbuch_weizenbock_oak_aged_flascheIm Abgang wirkt das Gebräu recht ausbalanciert, Hopfen und Herbe sind kaum nennenswert vorhanden (was man jetzt auch nicht erwarten würde) – geschmacklich überwiegt malzigen Karamell, gespickt mit Whiskynoten. Mir persönlich fehlt indes beinahe ein wenig der Charakter des Weizenbock in diesem Bier – allen voran Hefearomen. Das Bier selbst ist zwar nicht unfiltriert, dennoch hat es von der Hefe nicht allzu viel ins Bier geschafft (was durchaus Absicht sein kann). Dadurch fehlt es dem Bier jedoch etwas an Tiefe – die achmonatige Fasslagerung bringt zwar einiges an Aromen mit, letztendlich fehlen mir hier aber die letzten paar Prozent, die dem Gebräu zur Perfektion fehlen.

Seis drum, der Oak Aged Weizenbock ist ein gelungenes Bier, lecker und dank der Fasslagerung sehr aromatisch. Bei mir sind es heute ganz knapp 4 Sterne.

Alkoholgehalt: 10,1%

(4/5)







Brauerei Dremel Bockbier

brauerei_dremel_bockbierAuf nach Oberfranken! Heute im Test: Das Bockbier der Brauerei Dremel aus Wattendorf im Landkreis Bamberg. Erstmals erwähnt wurde die Brauerei 1773, seit 1865 befindet sie sich im Besitz der Familie Dremel. Es handelt sich dabei um eine der vielen, kleinen Brauereien im Bierland Oberfranken, die mit einem kleinen Festsortiment und Sonderbieren – wie dem alljährlichen Bockbier – ihre Kund- und Kennerschaft erfreuen.

In der Nase tummelt sich viel Karamell und süßliches Malz, dazwischen blitzen würzigen Hopfennoten auf. Von der Optik her gibts nicht viel zu meckern, kastanienbraunes, leicht trübes Bier mit einem feinporigen Schaum – wunderbar.

Erwartungsgemäß süffig zeigt sich das Bier dann auch gleich zu Beginn, ordentlich Malz und Süße sorgen für das bekannte, wohlige „Bockbiergefühl“ welches man beim Genuß dieser fränkischen Kleinode bekommt. Im Malz finden sich neben dem Karamell auch vereinzelt schokoladige Noten die eher im Abgang heraus kommen. Dort zeigt sich auch eine nicht zu unterschätzende Herbe (zumindest für einen Bock) was aber auch eines der Markenzeichen fränkischer Bockbiere ist die, im Gegensatz zu vielen oberbayerischen Pendants, eben nicht so süß ausfallen. Dazu gesellen sich auch feinwürzige Hopfenaromen.

brauerei_dremel_bockbier_flascheDer Abgang ist mit indes fast zu süß (ein wenig klebrig), ansonsten unauffällig – ebenso der Alkohol. Kein Wunder also, wenn man nach wenigen Augenblicken gleich wieder zum Glas greift (sofern man dieses überhaupt aus der Hand gegeben hat). Ohne jetzt wirklich geschmacklich große Ausrufezeichen zu setzen, kann das Bier mit einer hohen Trinkbarkeit punkten. Vielleicht hat es ein wenig zu viel Kohlensäure, andererseits wäre das Glas dann noch schneller leer.

Viel gibt es hier nicht zu sagen. Das Bockbier der Brauerei Dremel ist ein solides, gut trinkbares Bockbier welches vielleicht ein wenig zu süß und zu unaufgeregt daherkommt. Das sind heute drei Sterne mit Tendenz nach oben.

Alkoholgehalt: 6,9%

(3/5)







Einbecker Ainpöckisch Bier

einbecker_ainpoeckisch_bierAus Einbeck hat mich die Tage eine neue Kreation der selbsternannten Bockbierspezialisten von Einbecker erreicht – das „Ainpöckisch Bier“. Es handelt sich dabei um einen untergärigen, hellen Bock der unfiltriert in die Flasche kommt. Damit liegt man voll im Trend der naturtrüben Kellerbiere, nur dass man es hier eben mit einem Bock, den sie in Einbeck selbst den „Ur-Ur-Bock“ nennen, zu tun hat. Schaun wir mal ins Glas…

Um die Schaumstabilität des Starkbieres ist es leider nicht so gut bestellt, recht schnell war der Blick auf das opale, goldenfarbene Bier frei. In der Nase gibt es süßlich-strohige Malznoten, etwas Honig und Apfel.

Der Antrunk ist relativ vollmundig geraten ohne dabei viel Süße auf die Geschmacksknopsen zu bringen. Viel getreidiges Malz geht mit etwas Honig und Karamell einher und bringt einiges an Aroma mit – es erinnert an Weißbrot und Heu. Recht solide zeigt sich dann auch der Abgang der mit einer feinwürzigen Hopfung daher kommt, die Herbe ist mehr als moderat und das gesamte Bier so auch recht gefällig.

einbecker_ainpoeckisch_bier_flascheSicher, so manchem Genießer mag hier die intensive Malzlastigkeit bayerischer Bockbiere fehlen und auch insgesamt betrachtet erinnert das Bier (logischerweise) mehr an ein Kellerbier. Vielleicht ist es ein wenig zu einfach geraten, die Hefe mag mir auf lange Sicht jetzt auch nicht unbedingt so gut gefallen. Auch der Alkohol kommt im Verlauf etwas mehr raus, stört aber nicht großartig. In der B-Note passt ansonsten alles, Karbonisierung geht in Ordnung und auch sonst präsentiert sich das Bier sehr süffig.

Recht schwer hier zu einem Fazit zu finden. Mir persönlich fehlt ein wenig der Wumms im Malz und Herbe und ist mir daher etwas zu lasch geraten. Ich kann mir aber vorstellen, dass es gerade in Norddeutschland ganz gut ankommen wird. Bei mir rauscht das Bier knapp an den vier Sternen vorbei und bekommt derer drei. Prost.

Stammwürze: 16,8%

Alkoholgehalt: 6,7%

(3/5)







Lemke Berlin Hopfenweisse

brauerei_lemke_hopfenweisseNa, woran denkt ihr bei dem Begriff „Hopfenweisse“? Klar, euch wird der hopfige Weizenbock einer kleinen Kelheimer Brauerei einfallen. Aber auch die Brauerei Lemke aus Berlin, die mir die Tage ein kleines Verkostungspaket zukommen ließ, hat ein stark gehopften Weizenstarkbier im Angebot welches auf diesen Namen hört. Kaltgehopft wurde die Berliner Hopfenweisse mit der altbekannten Sorte Cascade, die Überraschungen sollten sich also im Grenzen halten. Schaun wir mal…

Der Geruch kommt auf jeden Fall bekannt vor, es duftet nach Zitrusfrüchten welche mit einem Hauch Banane und Honig versehen wurden. Die Optik der trüben, bernsteinfarbenen Bieres mit seinem cremigen Schaum überzeugt jedenfalls.

Überraschend schlank wirkt das Gebräu auf der Zunge, süßliches, leicht getreidig-würziges Malz mischt sich mit herben Fruchtaromen, darunter ein Hauch Grapefruit, Orangen sowie hefige Bananen- und Kaugummiaromen. Das leicht zu hoch karbonisierte Weizen wirkt dabei vollmundig und balanciert die immerhin 40 Bittereinheiten gekonnt mit einer angenehmen Süße und einhergehenden Honignote aus. Im herb-schlanken Abgang wirkt der Hopfen dann etwas grasig-würziger und verliert seine Fruchtigkeit – hier hätte ruhig noch ein wenig über sein können.

brauerei_lemke_hopfenweisse_flascheIm Trinkverlauf manifestiert sich dieser Eindruck mehr, es bleibt kaum mehr als ein etwas zu herb geratener Weißbierbock übrig. Sieht man davon ab, fällt die Trinkbarkeit recht gut aus und man mag es so recht gar nicht glauben, dass man es mit einem Starkbier zu tun hat.

Mir gefällt die Lemke Hopfenweisse recht gut, leider leistet sie sich jedoch ein paar kleinere Schwächen. Bei mir im Test reicht es heute für gute drei Sterne und der Erkenntnis, dass ich das Bier unbedingt mal vom Faß trinken möchte. Prost.

IBU: 40

Stammwürze: 16,5%

Alkoholgehalt: 7%

(3/5)







Brauerei Roppelt Bockbier

brauerei_roppelt_bockbierZum ersten Biertest im neuen Jahr geht es mal wieder nach Franken, diesmal nach Stiebarlimbach in der Nähe von Hallerndorf im oberfränkischen Landkreis Forchheim. Ausgesucht habe ich mir diesmal das Bockbier der Brauerei Roppelt – eine Brauerei wie viele andere im Bierland Oberfranken mit gemütlichem Gasthaus und eigenem Bierkeller (=Biergarten auf fränkisch). Gebraut wird dort nun schon seit 1870 und, der Tradition verpflichtet, bietet man auch noch das Haubräu, das nicht fertige Bier zum mitnehmen und ausreifen lassen im eigenen Fass. Nun freue ich mich aber erstmal auf das Bockbier, welches gerade in Glas fließt…

Das goldene, kristallklare Bier mit seiner stabilen, sehr feinporigen Schaumhaube ist schon eine Schau. In der Nase geht es erwartungsgemäß süßlich-malzig zu, etwas Brot ist auch im Spiel.

Sehr rustikaler und vollmundiger Antrunk, viel brotig-kerniges Malz mit zurückhaltender Süße. Dazu kommt eine feine Herbe sowie ein grasiger Hopfeneindruck der sich im Verlauf etwas verstärkt – feine Geschichte. Sehr schön auch der schlank wirkende Abgang, etwas Heu und Gras zusammen mit dem leicht honigsüßen Malz sind schmeckbar.

brauerei_roppelt_bockbier_flascheIch empfinde das roppelt’sche Bockbier als sehr ausgewogen und eben auch „typisch fränkisch“. Nicht so pappsüß, eher auf der hopfigen Seite wobei die Herbe niemals Überhand gewinnt und das Ganze versetzt mit relativ wenig Kohlensäure. So ist es auch kein Wunder, dass man diesem Starkbier eine sehr hohe Süffigkeit attestieren kann, was es auch durchaus gefährlich macht – zumindest bei zu intensivem Genuß.

Das Bockbier der Brauerei Roppelt ist so, wie man sich ein fränkisches Bockbier vorstellen. Wegen mir dürfte es ruhig noch ein wenig Geschmack sein, dies hier sind aber auch so respektable vier Sterne. Prost!

Alkoholgehalt: 7,2%

(4/5)







Schlossbrauerei Unterbaar St. Laurentius Bock

unterbaarer_st_laurentius_bockVon Unterbaar habt ihr bisher noch nichts gehört? Willkommen im Club! Es handelt sich dabei um einen Stadtteil der schwäbischen Gemeinde Baar in dem es, neben einem Wasserschloss, eben auch die dazu passende Schlossbrauerei gibt. Von dort habe ich heute den St. Laurentius Bock für euch im Test, ein untergäriges Bockbier welches zu den stärksten Bieren aus dem Sortiment der Brauerei gehört. Gehen wir es an.

Süßlich malzig, nach Getreide und etwas Brot duftet das klare, bernsteinfarbene Bier welches sich unter einer cremig-feinen, weißlichen Schaumkrone versteckt.

Oha, das schmeckt aber. Sehr weich und vollmundig gibt sich der erste Eindruck, viel Malzsüße mit Karamell und einem Hauch röstiger Aromen macht sich im Mund breit. Vom Körper her erinnert es stark an fränkische Landbiere, sehr rund, malzig-brotig mit einer feinen, im Abgang stärker werdenden Herbe. Erwartungsgemäß unauffällig fällt die Hopfung aus, vereinzelt stechen  einige, würzige Lupulusnoten hervor, ergänzen damit aber lediglich die Geschmacksfülle dieses Bockbiers.

unterbaarer_st_laurentius_bock_flascheSüffig ist dieses Bier auch noch, dem sehr süßen Malzkörper und der perfekt getroffenen Karbonisierung sei Dank. Im Verlauf wird das Gebräu dann sogar noch etwas herber, im Bauch wird es wohlig warm (als wenn es draussen nicht schon warm genug wäre) und man ist durchaus zufrieden mit dem was man im Glas hat.

Ein tolles Bockbier hat man dort in Unterbaar gebraut, vielleicht noch etwas zu süß und zu „zahm“ – von mir gibt es hierfür dennoch hervorragende vier Sterne.

Alkoholgehalt: 7,3%

(4/5)







Weißbräu Schwendl Schalchner Weißer Bock Barrique

weissbraeu_schwendl_schalchner_weisser_bock_barriqueSamstag Abend, Zeit für etwas Besonderes. Ausgesucht habe ich mir heute den Weißen Bock Barrique aus dem Hause des Weißbräu Schwendl aus Tacherting (unweit des Chiemsees). Ausgebaut wurde der Bock in Whiskyfässern aus Eichenholz – ganze 10 Monate durfte das Bier darin verweilen um die vielfältigen Aromen des Fasses aufzunehmen. Ob sich der Aufwand gelohnt hat? Finden wir es heraus.

Cremig fein steht der weißlich-beige Schaum auf dem leicht rubinrot schimmernden, ansonsten dunklen Weizenbier. Im Geruch liegt viel Holz, ein klein wenig Säure, Vanille, ein Hauch dunkler Früchte und natürlich auch ein wenig Whisky.

Der erste Schluck gefällt mir schonmal richtig gut. Weich und samtig läuft das Bier auf die Zunge, Holz, Schokolade, Vanille, Karamell sind genauso schmeckbar wie ein Hauch dunkler Beeren und etwas Banane. Dabei wird das Bier fortwährend von einem leicht rauchigen Whiskeyton begleitet der das Bier allerdings niemals dominiert – toll! Wie oft bekommt man fassgelagerte Biere bei denen man vom eigentlichen Bier kaum noch etwas schmeckt weil die Fassaromen viel zu stark sind – nicht so bei diesem hier. Der Abgang fällt vergleichsweise leicht aus, die fruchtigen Noten kommen jetzt etwas mehr zur Geltung.

weissbraeu_schwendl_schalchner_weisser_bock_barrique_flascheZu all den Aromen kommt noch die sehr gute Trinkbarkeit dieses Weizenbocks der mir in seiner „Urfassung“ schon sehr gut gefallen hat. Wenig Kohlensäure, fein-fruchtiges Aromenspiel des Bieres zusammen mit dem rauchig-holzigen Whiskyfass – das ist die Mischung für eine optimale Süffigkeit – auch im Bereich dieser Spezialbiere. Natürlich ist es zum „zügigen trinken“ viel zu Schade, es schmeckt allerdings auch sehr gut.

Genau so und nicht anders. Nach dem SHIPA gestern gibt es heute schon wieder fünf Sterne für den Weißen Bock Barrique. Werde ich zu weich oder sind die Biere einfach nur so gut? Ich vermute letzteres – Cheers!

Woll ihr den weißen Bock auch probieren? Vielleicht findet ihr ja mit der Biersuche einen Shop!

Stammwürze: 17,5%

Alkoholgehalt: 7,4%

(5/5)







Alms Craft Beer Sommerwiese

hoess_alms_craft_beer_sommerwieseOhne Vorankündigung ist mir vor ein paar Tagen das Alms Craft Beer Sommerwiese ins Haus geflattert. Beim Hersteller handelt es sich um die Brauerei Höss aus Immenstadt im Allgäu – kein Unbekannter für mich. Gerade das Label zeigt deutlich, dass man mit diesem Weizenbock auf den Craft Beer-Zug in Deutschland aufspringen will – da möchte jetzt bitte jeder von halten was er möchte. Ich interessiere mich aber mehr für den Inhalt der soeben geöffneten Flasche…

Von der Optik her gibt es nichts zu kritteln, trübes, orangefarbenes Bier schmückt sich mit einer dichten, feinporigen und gelblich-weißen Schaumhaube. In der Nase fällt ein unerwartet kräftiges, florales Hopfenaroma auf, Zitrusnoten mit etwas Ingwer sowie hefige Bananen- und Aprikosennoten machen Lust auf den ersten Schluck.

Ich bin echt positiv überrascht. Das Bier punktet beim Antrunk mit seinem samtigen Mundgefühl und einer perfekt ausbalancierten Karbonisierung. Süßliche Karamellnoten, ein kleiner Hauch Säure und durchaus schmeckbare Hopfenaromen runden den Geschmackseindruck ab. Dabei wirkt das Bier erstaunlich schlank, die Fruchtnoten von Erdbeere, Mandarinen sowie die zitrusartigen Aromen lassen das Bier sehr frisch und leicht wirken. Auch an der Herbe hat man nicht gespart und so wirkt der Abgang flott, leicht nachbitternd und sehr, sehr fruchtig.

hoess_alms_craft_beer_sommerwiese_flascheAn der Trinkbarkeit sehe ich keinerlei Kritikpunkte. Das Bier wirkt ausgewogen, hat genau die richtige, karamellige Süße um die flüchtigen Hopfenaromen nicht zu überdecken, wirkt andererseits aber auch nicht überladen. Etwas Hefe ist im Geschmack mit drin und ansonsten vermisse vielleicht ein klein wenig Brot im Malz…es könnte etwas kerniger sein. Was die Hopfung angeht, tippe ich auf Kalthopfung mit Huell Melon und Mandarina Bavaria…vielleicht wird mir diese Frage ja mal beantwortet.

Nicht von schlechten Eltern dieses Bier. Ich habe, wenn ich ehrlich bin, mit schlimmeren gerechnet. Es reicht zwar nicht für die Topwertung, vier Sterne sind dies hier aber allemal. Prost!

Stammwürze: 16,8%

Alkoholgehalt: 7%

(4/5)