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Hofbräu Maibock: Muss man Bock zu haben

Man ist es ja gewohnt, in den Reihen der großen Biermarken eher Mainstreamgeschmack zu finden. Ob das beim Maibock auch der Fall ist wird sich gleich zeigen.

Süß. Das ist der Erste Eindruck nach dem Öffnen der Flasche in die das Hofbräuhaus München den bernsteinfarbenen Gerstensaft gefüllt hat. Das Label selbiger ist ganz nett – die Rückseite aber eher unspektakulär und besteht zu einem guten Teil aus Werbung für andere Biersorten und Treuepunkte.

Oft wird man ja vom Ersten Eindruck – dem Geruch – getäuscht – so auch hier. Entgegen der erwarteten Süße wird man von einer recht intensiven Herbe überrascht. Man merkt ganz klar, dass hier Wert auf eine gute Hopfennote gelegt wurde – es kommt mir schon fast vor als hätte ich es hier mit einem Märzen zu tun. Leider dominiert der Hopfen das Bier viel zu stark – etwas weniger davon hätte der Vollmundigkeit sicher nicht geschadet. Das Wasser ist schön klar, von der Kohlensäure merkt man nicht viel. Sie ist da – mehr auch nicht.
Der herbe Geschmack vegetiert leider noch länger hartnäckig auf der Zunge und verdeckt so den Rest des Bieres ziemlich gut und macht es damit gleichzeitig schwerer zu trinken. Es ist schwer…intensiv und langatmig. Spaß zu Trinken macht es ehrlich gesagt nicht. Aber ich schätze mal, dass sich bei dem Alkoholgehalt spätestens nach der zweiten Halbe niemand mehr Gedanken über zu viel oder zu wenig Hopfen machen wird.

Bleibt zu sagen, dass es sich geschmacklich mit Sicherheit von den meisten Mainstream-Bieren abhebt – ein durchaus positiver Aspekt. Mit Sicherheit wird der Maibock den ein oder anderen Fan haben – ich werde jedenfalls keiner. Zwei Sterne für den Geschmack und einen Stern dafür ein rassiges Bier entgegen dem Mainstream zu brauen.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot
Alkoholgehalt: 7,2% vol.

Einbecker Ur-Bock Hell – Der Bock der Böcke

Letzte Woche fand eine Flasche des „Ur-Bock“ vom Einbecker Brauhaus den Weg in meinen Kühlschrank. Es handelt sich hier augenscheinlich um den Vater der heutigen Bockbiere und wird heute immernoch nach überlieferter Rezeptur gebraut. Na dann mal los.
Ein vertrauer Geruch verlässt die Flasche gleich nach dem Öffnen, erinnert er mich doch sehr an das Flötzinger Märzen – ein Erster Pluspunkt für das Bier aus Niedersachen (Danke fürs Mitbringen, Kurti). Es riecht lecker frisch und fruchtig und meine Neugier steigt – Zeit zum probieren.
Nach einer kurzen Betrachtung des weißen Schaums, der sich recht schnell aufgelöst hat, kommt es zum Ersten Schluck. Die Kostprobe fällt entgegen meiner Erwartungen relativ unspektakulär aus. Es ist ein solides Bier mit einer guten Hopfennote, die sich gleich zu Beginn bitter auf die Zunge setzt. Die vom Duft suggerierte Süße und Süffigkeit vermisse ich leider total – auch nach der halben Flasche will so recht keine wirkliche Trinkfreude aufkommen. Lediglich die angenehme Hopfennote begleitet einem beim Leeren der Flasche, veschwindet aber nach jedem Schluck wieder sofort.
Die Stärke des Tranks, immerhin 6,5%, schmeckt man nicht direkt heraus – hier spielt der Hopfen seinen Trumpf aus da er durch seine Bitterkeit den Alkohol ziemlicht gut verdeckt. Man denkt, man hat es hier mit einem etwas geschmackvolleren Hellen zu tun und nicht mit einem Bock. Das mag für manch einen ganz angenehm sein, ich erwarte mir aber etwas mehr Aufdringlichkeit.
Nichts desto trotz ist der Ur-Bock das beste norddeutsche Bier, dass ich in den letzten Jahen getrunken habe. Für mich muss ein Bock jedoch auch wie ein Bock schmecken und in einer angemessenen Flaschengröße verkauft werden – 0,3 ist (für mich) zu wenig.

Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot.
Alkoholgehalt: 6,5% vol

Karg Weizenbock – Der drückt

Anderes Bier – neue Chance für die Brauerei Karg aus Murnau. Nachdem das Hefeweizen jetzt nicht unbedingt gut abgeschnitten hatte versuchen wirs diesmal mit dem Weizenbock.

Über den Geruch kann man nicht meckern. Eine starke Hefenote macht sich nach dem Einschenken in der Nase breit was einen sofort zum probieren animiert. Schaumbildung und -ausdauer sind nahezu vorbildlich und machen einem bis zum Schluss durchaus Freude. Begleitet von einem bittersüßen Hopfenaroma genieße ich den Ersten Schluck des sehr dunklen – der Trunk ist so dunkelbraun wie seine Flasche – Bocks. Just in dem Moment wird man von komplexen Aromen überrascht die von sauer über bitter bis süßlich reichen während die Kohlensäure sich brav zurückhält – sie verfliegt aber nie wirklich weshalb das Bier bis zum letzten Tropfen spritzig bleibt. Die leicht herbe Hopfennote bleibt einem noch einige Minuten nach dem Genueß erhalten, wirken aber sehr angenehm und keinesfalls aufdringlich. Das Bier ist lang nicht so hefig wie sein kleiner Bruder was ihm aber nur zu Gute kommt – der leicht torfige Geschmack des kleinen Weizens fehlt hier glücklicherweise zur Gänze.

Was einem erst nach und nach auffällt ist die etwas zu starke Süße welche sich im Mund breitmacht und teilweise für ein leichtes klebriges Gefühl sorgt.

Alles in allem ein ganz anderes Bier – es kommt aber noch nicht ganz an den Hopf Bock heran. Nichts desto trotz gibts für das Bier 4 Sterne und für mich noch eine Halbe.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.
Alkoholgehalt: 7% vol

Reutberger Weihnachtsbock – „Des is a Hund“

Woran denkt man bei dem Wort „Weihnachten“? Schnee, Kälte, Glühwein, volle Einkaufsstraßen? Nun, zumindest der Starkbierfreund denkt dabei an das Kloster Reutberg in Sachsenkam welches uns jedes Jahr zum Fest mit dem Weihnachtsbock eine Freude bereitet.

Zwar mutet der Klostertrunk beim Öffnen recht harmlos an doch merkt man beim Ersten prickeln auf der Zunge, dass es sich hierbei keineswegs um ein normales Helles handelt. Beim Genuß aus dem Glas kann man zudem eine feinporige Schaumkrone beobachten welche sich erfreulich lange hält. Typisch für die Vertreter dieser Bierzunft ist die hellbraune Farbe welche – je nach Lichteinfluss – bis ins dunkel-orange reicht.

Im Vordergrund steht hier das Malz welches durch den angenehm, leichtherben Hopfen unterstützt wird welcher vor allem nach etwas längerem Verweilen auf der Zunge durchdringt und noch länger nach dem Genuß anhält. Nach einigerzeit wirkt das Malz aber etwas zu süß. Die sanfte aber beständige Kohlensäure rundet den Gesamteindruck ab. Durch und durch ein Trinkbier dessen Alkoholgehalt für Bockbiere noch im unteren Bereich der Skala angesiedelt ist. Doch leider gibt es auch etwas zu bemängeln: Man gewöhnt sich leider viel zu schnell an den runden Körper weshalb das Geschmackserlebnis nach einigen Schluck nachlässt. Andererseits besteht hier niemals die Gefahr, das Bier „über“ zu bekommen.

Es eignet sich vor allem zur Begleitung eines jeden Festessens – nicht nur an Weihnachten. Aber auch solo geht es gut weg – auch wenn man sich nach zwei oder drei Halben doch etwas mehr Charakter wünscht. Daher reicht es nicht ganz für die beste Kategorie – doch vier Sterne hat es sich allemal verdient.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.
Alkoholgehalt: 6,7% vol.

Bier 2009 – Hopf Weisser Bock

Alles ist Geschmackssache – gerade das Bier. Wenn man jedoch in einer der besten Bierregionen Deutschlans lebt und dem Genuß des Gerstensaftes fröhnt so kann man ruhig auch mal (subjektiv) darüber berichten. Dies werde ich in unregelmäßigen Abständen tun.

Hopf Weisser Bock 2009 Den Anfang macht das „usoX Bier des Jahres 2009“ – der Weisse Bock der Weißbierbrauerei Hopf aus Miesbach in Oberbayern.

Fruchtig ist es. Süffig und stark – haut einen am Anfang jedoch bei weitem nicht so um wie man es vom Bockbier kennt. Genau dies ist es jedoch, was dieses Bier so gefährlich macht. Ruck zuck ist man bei Nummer Zwei und wird sich spätestens danach bewusst, dass man es mit einem Bock zu tun hat. Noch schlimmer ist jedoch, dass man jetzt nicht aufhören kann. Zu fordernd ist der dunkle Trunk, relativ stark getrübt (zumindest wenn man die Hefe behutsam aus der Flasche schüttelt) wodurch der Genuss vor allem in geselliger Runde schnell zu einem kleinen, bierkastenleerenden Gelage ausarten kann. Das Auto sollte man schon nach der Ersten Halbe am Besten in der Garage lassen. Auch sonst hinterlässt das Bier einen angenehmen Geschmack auf der Zunge – gerade nach dem Ersten Schluck merkt  die leichte Süße welche sich mit dem hefigen Geschmack abwechselt.

Die Schaumbildung ist, vor allem bei bereits gebrauchten Gläsern, nicht so stark – hier ist das richtige Einschenken durchaus wichtig. Ansonsten ist der Schaum schön ausgebildet und überraschend stark weißgefärbt. Ein kleines Manko gibt es aber: Die Kohlensäure verfliegt im Gegensatz zu anderen Weißbieren etwas schneller. Dies stellt aber kein Problem dar da man dieses Bier sowieso nicht lange stehen lassen kann.

Der Geruch ist angenehm fruchtig und eben richtig weißbiertypisch – auch wenn man schon leicht erahnen kann, was einem in dem Glas erwartet.

Spannend wird sein, ob der Weisse Bock auch 2010 überzeugen kann. Subjektiv gesehen verändert sich der Geschmack der Bock(weiß)biere von Jahr zu Jahr ja immer etwas. Schwer wird es jedoch allemal sein dieses Bier zu schlagen. Hut ab und Prost!

Infos:

Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot.
Alkoholgehalt: 7,0% vol
Stammwürze: 17,5%
Gibt es nur in der Winterzeit.