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Schneider Weisse TAPX Marie’s Rendezvous

schneider_weisse_tapx_maries_rendezvousEs hat ja beinahe schon Tradition, dass jedes Jahr auf der Braukunst Live der neue Sondersud der Weißbierspezialisten von Schneider Weisse aus Kelheim vorgestellt wird. So war es auch vergangenen Freitag wieder so weit: Das neue TAPX heisst „Marie’s Rendezvous“ und ist ein Weizendoppelbock mit geschmeidigen 10% Alkohol. Ob es sich lohnt sich nach diesem Bier, welches der Ahnherrin Anna-Maria Schneider gewidmet ist, umzusehen wird der nun folgende Test zeigen.

Das dunkelbraune, hefetrübe Bier fließt behäbig ins Glas und bildet dort eine sehr feine, cremig texturierte Schaumkrone mit weißer Färbung aus. In der Nase zeigen sich Rosinen, Pflaumen, Honig, etwas Malz sowie Banane und Pfirsiche.

Sehr mächtiger Antrunk, Banane und Zitronen stechen aus dem sehr dichten, süßen Malzbett hervor. Dabei geht es auch sofort sehr alkoholisch zu, bei dem Alkoholgehalt dürfte das aber niemanden überraschend. Die Konsistenz ist ölig, man hat das Gefühl, man könnte das Bier beinahe kauen, dennoch vermisse ich tatsächlich ein wenig getreidig-malzige Noten – es dominieren phenolische Hefearomen sowie der süßliche Honigeindruck. Zum Abgang hin kommt dann auch ein wenig Herbe auf, jedoch geht diese gegen die süße Fruchtigkeit regelrecht unter.

schneider_weisse_tapx_maries_rendezvous_flascheNein, das neue TAPX ist sicherlich kein Bier für jede Gelegenheit, kann aber beispielsweise einen jeden Dessertwein problemlos ersetzen. Durch die niedrige Karbonisierung kommt es bisweilen likörartig daher, auch kann/sollte man dieses Bier locker bei Raumtemperatur genießen. Im Trinkverlauf mischt sich sogar noch etwas Pfeffer und Ingwer in die Geschmachsmelange und runden das Bier ein wenig ab.

Ich empfinde Marie’s Rendezvous ein klein wenig zu alkoholisch, die süßliche Schwere mit den komplexen Hefearomen sagt mir jedoch sehr zu. Gerne bekommt das diesjährige TAPX von mir vier Sterne.

Alkoholgehalt: 10%

(4/5)







Paulaner Salvator

paulaner_salvatorHeute nehme ich mir einen alten Bekannten aus der Starkbierecke vor – den Paulaner Salvator. Ich dachte bis dato eigentlich, ich hätte dieses Urgestein der auf -ator endenden „Fastenzeiterträglichmacher“ bereits einem Test unterzogen – ein kurzer Blick ins Blog offenbarte aber, dass dem nicht so ist… und da es keinen besseren Tag als den Aschermittwoch gibt, um dieses Bier vorzustellen, fließt das starke, Münchner Gebräu gerade in mein Glas…

Optisch macht das seit über 375 Jahren gebraute Bier durchaus eine gute Figur, kastanienbraun und mit feinporigen, leicht beigen Schaum garniert kriegt man da gleich mal Durst. In der Nase zeigen sich starke Malzaromen, etwas Honig sowie Kirschen und Pflaumen.

Im Antrunk gibt sich dieser Doppelbock beinahe ein wenig schwachbrüstig, erst nach einigen Augenblicken macht sich ein feines Malzaroma breit. Dieses wird mit der Zeit nur bedingt intensiver und fällt vor allem durch seine Süße auf. Geschmacklich geht es bisweilen brotig-malzig zu Werke, jedoch auf niedrigen Niveau. Im Abgang kommt dann ein unerwartet starker Hopfeneindruck auf der die Süße zwar erträglich macht, mit seiner sehr würzigen Note und starken Herbe jedoch zu intensiv wirkt.

paulaner_salvator_flascheDie Trinkbarkeit ist erstaunlich schlecht, trotz der angenehmen Karbonisierung mögen der Doppelbock und ich nicht so recht warm miteinander werden. Es wirkt unbalanciert, recht eindimensional und im Trinkverlauf zu alkoholisch. Mir fehlt hier, trotz optimaler Trinktemperatur, einfach die malzige Seite – wo sind die brotigen Malzaromen? Wo ist der honigartige Eindruck, der sich eben noch in der Nase bemerkbar macht? Alles weg, über bleibt nur eine pappige Süße, zu viel Alkohol und das alles von einem zu starken Herbe begleitet.

Ich hatte den Salvator eigentlich gut in Erinnerung und bin generell dem Doppelbock definitiv nicht abgeneigt – aber das hier? Unbalanciert und in meinen Augen recht geschmacksneutral – das sind nur zwei Sterne.

Stammwürze: 18,3%

Alkoholgehalt: 7,9%

(2/5)







Weißenoher Bonator

weissenoher_klosterbrauerei_bonatorEndlich mal wieder nach Franken! Im Glas habe ich heute für euch den Bonator Doppelbock der Klosterbrauerei Weißenohe aus Oberfranken. Auch wenn mir solche Biere bei warmen Wetter kaum was ausmachen, freue ich mich dennoch über die aktuelle, recht kühle Wetterlage – schließlich kann man einen Doppelbock gerade bei Wind und Regen so richtig genießen. Ihr wisst ja: „Zur körperlichen und geistigen Stärkung in der staaden Zeit.“

Üppiger, stabiler und fein-cremiger Schaum auf rubinroten, klaren Bier – optisch definitiv eine Augenweide. In der Nase gibt es einiges an süßlichen Malzaromen, Karamell, Nüsse, etwas Honig und ein Hauch Schokolade – toll.

Sehr feiner und weicher Antrunk der – erwartungsgemäß – sehr malzlastig ausfällt. Eine starke, honigartige bis karamellige Süße stellt sich ein und bringt einiges an brotigen bis keksigen Aromen mit sich – hat ein wenig was von einem Tortenboden. Dazu gesellt sich eine feine Hopfennote, etwas würzig und kaum bitternd läutet dies auch den ungemein flotten Abgang ein.

weissenoher_klosterbrauerei_bonator_flascheDas geht beinahe runter wie Wasser. Sehr mild, malzig und ordentlich süffig. Es trägt nicht zu sehr auf, die starke Süße ist genau so dosiert, dass man nicht schon nach wenigen Schluck durchatmen muss weil man nicht mehr kann – sehr gefährlich! Den Alkohol schmeckt man kaum, vereinzelt kommt es einem beinahe schon nur mehr wie ein dunkles Export vor. Im Malz finden sich im Trinkverlauf zudem noch schokoladig-röstige Noten und Ansätze von getrockneten Früchten – Klasse.

Sehr rund, vielleicht aber nicht absolut perfekt. Dennoch ein sehr schöner und unverkennbar fränkischer, süffiger Doppelbock – von mir gibts vier Sterne.

Stammwürze: 18 %

Alkoholgehalt: 8,2%

(4/5)







Brauerei Wasserburger Tassilator

brauerei_wasserburger_tassilatorWie ein Kollege vor einigen Tagen sagte, halte er sich bei diesen Temperaturen lieber an die leichteren Biere und Sommer-Ales und überlässt die schweren Biere lieber anderen. Nun gut, dann mache ich das doch einfach und stelle euch heute den Tassilator Doppelbock der Brauerei Wasserburger aus Dingolfing vor – 34 Grad Außentemperatur können mich nicht aufhalten.

Dunkelbraun, gepaart mit einem rubinroten Schimmer sowie bräunlich eingefärbten, feinporigen Schaum – so präsentiert sich der niederbayerische Doppelbock im Glas. In der Nase finden sich typisch malzig-röstige Noten, etwas Karamell aber auch ein Hauch würziger Hopfen.

Malzig und süßlich geht es dann auch auf der Zunge zu, Karamell und Schokolade sind in diesem vollmundigen Bier schmeckbar, ebenso Brot, etwas Vanille und Lakritze. Dazu kommt ein Hauch getrockneter Pflaumen der die etwas starke Süße im Zaum hält, der aufkommende, auffallend herbe sowie trockene Abgang sorgt seinerseits ebenfalls für einen angenehmen Ausgleich.

brauerei_wasserburger_tassilator_flascheIm Verlauf gefällt besonders das sehr brotige Malzbett mit seinen Anklängen von Roggen, etwas Weizen und der starken, nussigen Karamellnote. Gerade bei diesen Temperaturen wirkt das Bier, nicht zuletzt durch seine hohe Süffigkeit, sehr gefährlich – aber das hier ist ein Biertest und kein Kindergarten. Vielleicht hätte die röstige Note noch etwas ausgeprägter sein können, so gehen die schokoladigen Noten mit der Zeit etwas verloren und die Süße des Bockbiers zieht an.

Gar nicht verkehrt, der Tassilator von der Brauerei Wasserburger. Ganz knapp reicht es heute für vier Sterne und ich lege mich mal besser hin… 😉

Stammwürze: 20%

Alkoholgehalt: 7,7%

(4/5)







Weyermann Wheat Wine

weyermann_wheat_wineBamberg ist immer wieder eine Reise wert – vor allen, wenn man dann im Cafe Abseits vorbeischaut und damit auch wieder auf die Biere der Experimentalbrauerei der Weyermann Malzfabrik stößt. Von diesen Bieren möchte ich euch heute den Wheat Wine vorstellen was – profan gesagt – in etwa mit einem Weizenbock vergleichbar ist. Los gehts.

Das trübe, goldenfarbene Bier verströmt einen süßen, schweren und leicht pfeffrigen Geruch nach Pflaumen und Honig was auch mit etwas Kandis einher geht. Die Schaumbildung geht in Ordnung, leider verzieht sich dieser aber recht bald und gibt den Blick auf das Bier frei.

Süß und mit dem Geschmack von reifen, dunklen Früchten gespickt gibt sich der erste Schluck, ein leicht alkoholgeschwängertes, getreidiges Malzaroma macht sich breit. Der schwere Film auf der Zunge schmeckt leicht nach Hefe, Aprikosen und Karamell, wirkt bisweilen aber auch leicht metallisch. Gerade im Abgang kommen weitere Fruchtaromen von Orangen und Grapefruit heraus wozu sich auch eine feine Herbe gesellt.

weyermann_wheat_wine_flascheGemessen an einem Weizen geht die Spritzigkeit des weyermannschen Wheat Wines in Ordnung, vermag sie auch den recht schweren Körper des Doppelbocks etwas aufzuleichtern und dient letztendlich der Süffigkeit des fruchtigen Gebräus.

Eines steht fest: Einen solchen Weizenbock hatte ich noch nie. Fruchtig, leicht säuerlich und honigsüß ohne dabei ein zu starkes Hefeprofil zu haben. Bedingt durch die leichten Schwächen in Optik und Abgang gibt es für den Weyermann Wheat Wine „nur“ vier Sterne.

Alkoholgehalt: 7,1%

(4/5)







Brauhaus Riegele Speziator Hell

brauhaus_riegele_speziator_hellHeute habe ich mal wieder etwas nicht alltägliches für euch im Test: einen hellen Doppelbock. Es handelt sich dabei um den hellen Speziator der Brauerei Riegele aus Augsburg von denen ich ja bereits das ein oder andere Bier im Test hatte. Ob der heutige Testkandidat mit seinem dunklen Pendant mithalten kann werden wir nun herausfinden.

Das beinahe golden bis strohblonde Bier kommt leicht opal daher und wird von ordentlich feinporigen, weißen Schaum bedeckt – optisch schonmal ein Leckerbissen. Im Geruch kommt einiges an süßem Malz daher gepaart mit etwas apfelartigen Fruchtaromen – einen Doppelbock würde man darunter nicht vermuten.

Was ist denn das? Beinahe so leicht wie ein „einfaches“ Helles fällt der Antrunk aus, erst beim zweiten Schluck begreift man das intensive Malzbett richtig und glaubt erstmals, dass man es mit einem Starkbier zu tun hat. Einiges an Süße kommt in dem sehr vollmundigen Bier auf, Karamell und Honig gesellen sich dazu und läuten zusammen mit einer sanften Herbe den Abgang ein. Dort läuft der Doppelbock zäh wirkend über die Zunge, es wirkt hopfenwürzig und bietet eine feine Apfel- und Birnennote.

brauhaus_riegele_speziator_hell_flascheInsgesamt betrachtet wirkt das Gebräu sehr weich und mild weshalb man sich auch nicht wundern braucht, wenn das Glas alsbald halbleer ist. So allmählich beginnt man auch den Alkohol zu merken und man versucht sich etwas von diesem süßen, perfekt karbonisierten Nektar zu lösen was allerdings recht schwer fällt.

Der helle Speziator hat es in sich, süß, fruchtig und mit einer leichten Herbe versehen ist er ein sehr hinterhältiger Doppelbock dem es allerdings etwas an Malzaromatik mangelt. Von mir bekommen die Augsburger heute, wieder einmal, vier Sterne.

Neugierig geworden? Hier könnt ihr den Speziator Hell bestellen.

Alkoholgehalt: 8,5%

(4/5)







Ayinger Celebrator

ayinger_celebratorProbiert habe ich den Doppelbock der Brauerei Ayinger aus dem oberbayerischen Aying bereits mehrfach (auch gestachelt) – wird also langsam Zeit, dass ich euch das Starkbier mal offiziell vorstelle.

Von der Optik her erinnert der Doppelbock beinahe an einen Stout, hellbrauner Schaum steht stabil und samtig texturiert auf dem mahagonifarbenen Bier – gerade der rote Schimmer gefällt mir, wie immer bei solchen Bieren, sehr gut. Wie erwartet fällt der Geruch schwermalzig und in erster Linie süß aus, einige wenige Röstaromen tummeln sich ebenfalls darin und machen mich neugierig auf den Inhalt des Glases.

Gleich beim ersten Schluck macht sich eine intensive Röstaromatik breit, süßliche Karamellaromen gehen mit einer intensiven Malzigkeit einher und sorgen für ein volles und intensives Mundgefühl. Dazu wirkt das Bier extrem mild auf der Zunge, zeigt aber bei all den Röststoffen keine Malzbittere sondern ist zusammen mit der Süße sehr gus ausbalanciert. Im Abgang wirds etwas gediegener, ein wenig Hopfen ist spürbar und es bleibt ein starker Eidnruck von Zartbitterschokolade auf der Zunge liegen.

Wenn man sich das Verhältnis von Stammwürze zu Alkohol ansieht, erklärt sich auch der sehr volle und süße Charakter des Celebrators. Der hohe Restextrakt sorgt für eine starke Süffigkeit und zudem für den recht süßen Geschmack der aber zum allgemeinen Setup des Bieres passt. Auch ansonsten gibt der röstige Bock keinen Grund zur Kritik und ich bin lediglich ein wenig traurig darüber, dass die Flasche schon leer ist.

ayinger_celebrator_flascheMit dem Ayinger Celebrator hat man einen wirklich perfekten Doppelbock im Glas. Aromatik, Süße und nicht zuletzt auch der Alkohol passen perfekt zusammen – einfach lecker. Das sind heute volle fünf Sterne und ein Eintrag in die Bestenliste.

Stammwürze: 18,5%

Alkoholgehalt: 6,7%

(5/5)







Brauhaus Riegele Augustus

brauhaus_riegele_augustusAm Freitag darf es auch gerne mal ein Doppelbock sein und so habe ich mir für den heutigen Biertest den Weizendoppelbock Augustus der Augsburger Brauerei Riegele ausgesucht. Recht interessant ist dabei, dass dieses Bier in der Liste der „Traditionsbiere“ von Riegele nicht mehr auftaucht, es dafür innerhalb der neuen Riegele Brauspezialitäten einen „Augustus 8“ gibt – das wird ja wohl nicht das selbe Bier sein? Aber zurück zum Test – los gehts.

Ich muss mich ans Einschenken in das Spiegelau Weizenglas noch gewohnen weshalb der Inhalt trotz Schaum ein wenig eingelaufen wirkt. Apropos Schaum, der steht mit seiner cremigen Konsistent absolut stabil auf dem dunkelorangen, hefetrüben Bier. Selbiges verströmt eine bananig-fruchtige und blumige Hefenote mit einiges an süßem Malz.

Da ist aber einiges an Frucht im Bier, Pfirsiche, Aprikosen und Bananen sind in dem sehr fein und rund wirkenden Malzbett schmeckbar und gehen mit einer moderaten Süße einher. Im Mund angekommen wirkt das Bier sehr breit und vollmundig, bietet eine karamellastige und leicht brotig wirkende Malzaromatik und lässt einen kaum daran glauben, es hier mit einem Doppelbock zu tun zu haben. Die Fruchtigkeit bleibt bis in den Abgang, ein wenig Hopfenherbe taucht auf und ich frage mich, ob hier in all den Hefearomen auch noch fruchtiger Aromahopfen versteckt ist…ist wirklich schwer festzustellen.

brauhaus_riegele_augustus_flascheIn meinen Augen könnte das Weizenmalz und auch die Brotigkeit gerne stärker rauskommen, die Fruchtaromen überwiegen jedoch den Geschmackseindruck und machen es ein wenig schwer tiefer in den Charakter reinzuschmecken. Ansonsten hat man bei dem Bier alles richtig gemacht – das schmeckt mir insgesamt betrachtet richtig gut!

Ein sehr guter Weizenbock, mir vielleicht etwas zu fruchtig und beinahe „zu mild“ und daher gibts für den Augustus „nur“ 4 Sterne. Prost!

Wollt ihr diesen Weizendoppelbock mal probieren? Hier gehts lang!

Alkoholgehalt: 8%

(4/5)







Landskron EDITION N°1

landskron_edition_no1Unter anderem mit Whiskey-Malz hat man bei der privaten Braumanufaktur Landskron aus Görlitz ein so genanntes „Gourmetbier“ eingebraut, genauer gesagt einen offensichtlich rauchigen Doppelbock mit knackigen 21% Stammwürze. Ich bin gespannt, ob es geschmacklich in einer ähnlichen Liga spielen wird wie andere, mit Whiskey-Malz eingebraute Biere die ich bereits genießen durfte.

Kupferfarben und klar zeigt sich das, mit einem Finger breit feinporigen Schaums getoppte, Bier im Tasting-Glas. Dort verströmt es einen feinen, leicht rauchhaltigen Malzduft mit einigem an Süße, einem Hauch Marzipan, Vanille und das Aroma von Waldbeeren.

Anders als bei den mit Whiskey-Malz gebrauten Bieren die ich bisher kenne, fällt der torfig-rauchige Geschmack bei diesem Bier weitaus gediegener aus. Leicht süßlich schiebt sich das eigentlich ungewöhnlich schlank wirkende Malz über die Zunge wobei es nussig-beerige, mit einem Hauch Vanille gespickten Aromen auf selbiger hinterlässt. Zum Abgang hin kommt das namensgebende Malz besser raus, etwas Torf und Holz sind schmeckbar und runden das malzstarke Bier angenehm ab ohne zu aufdringlich zu wirken.

Im Mittelteil stehen mehr die Beerenaromen im Vordergrund – ich kann mich nicht so recht entscheiden, ob es mehr Brom- oder Erdbeeren sind die hier hervorstechen – auf jeden Fall gefällt es mir sehr gut, passen sie doch gut zu dem süßlich-karamelligen Malzbett. Handwerklich ist beim Edition No1 auf jeden Fall alles in Ordnung – sehr weiches Wasser, die Karbonisierung ist perfekt ausgefallen, es ist süffig und gut trinkbar. Andererseits aber, und das ist mein großer Kritikpunkt an dem Bier, fehlt mir auf lange Sicht das rauchige – in meinen Augen darf da gern mehr Torf vorhanden sein um auch die etwas zu starke Süße zu bremsen.

landskron_edition_no1_flascheEin durchweg gutes Bier – einzig, und das ist auch der Grund weshalb das Bier nicht die bestmöglichste Wertung bekommen wird, das beworbene Whiskey-Malz ist mir zu schwach ausgefallen und wirkt nur am Rande des möglichen Geschmacksspektrums. Daher gehen für dieses Bier vier Sterne nach Görlitz.

Stammwürze: 21%

Alkoholgehalt: 8%

(4/5)







Schlossbrauerei Au-Hallertau Schnee Bock

schlossbrauerei_au_hallertau_schnee_bockBevor der Winter rum ist, möchte ich euch noch den Schnee Bock der Schlossbrauerei Au-Hallertau vorstellen. Gut, Schnee hatten wir diesen Winter quasi auch gar keinen aber immerhin passt der Doppelbock mit seinen knapp 8% Alkohol perfekt in die Fastenzeit.

Der schwer malzig duftende Doppelbock macht seiner Bezeichnung in Sachen Farbe und Malzsüße alle Ehre. Einzig die Schaumstabilität lässt die Optik ein wenig eintrüben, weiß das dunkle, mahagonifarbene Bier ansonsten doch ganz gut zu gefallen.

Im intensiven, malzigen Eindruck liegt einiges an Brot, Trockenpflaumen und vor allem Süße sowie eine durchaus schmeckbare Herbe welche dem malzstarken Charakter ganz gut entgegenwirken kann. Die Malzigkeit hält sich aber leider nicht bis in den Abgang rein, hier wird es eher alkoholischer und der Hopfen kommt etwas stärker raus. Dieser ist würzig bis floral im Aroma, überrascht jetzt allerdings auch nicht mit einem ausgeprägten Bouquet.

Gut trinkbar ist der Hallertau’sche Bock schon, vielleicht ist etwas zu viel Kohlensäure mit im Spiel was die Süffigkeit des Gebräus ein wenig beeinträchtigt. Auch wirkt die Mischung aus Süße und Herbe auf mich ein wenig unausgewogen – die Brotigkeit kann da nicht allzu viel ausrichten.

schlossbrauerei_au_hallertau_schnee_bock_flascheMan kann den Schnee Bock ganz gut trinken, mir persönlich passen da allerdings einige Dinge nicht zusammen weshalb ich nicht so recht in Höchststimmung kommen möchte. Handwerklich ist hier jedoch alles in Ordnung weshalb es für dieses Bier drei Sterne gibt.

Alkoholgehalt: 7,9%

(3/5)