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Brauhaus Riegele Speziator

brauhaus_riegele_speziatorPassend zur Fastenzeit möchte ich euch heute den Doppelbock aus dem Hause Riegele aus Augsburg vorstellen: den Speziator. Ich bin gespannt, wie sich der dunkle Augsburger im vergleich zu den anderen Doppelböcken abschneidet, im Besonderen im Vergleich mit meinem Liebling: dem Ulimator. Auf gehts!

Beinahe schwarz kommt dieses eigentlich dunkelbraune bis rubinrote Starkbier daher, garniert mit einer mittelporigen, braunen Schaumhaube und bringt den Bockbierfreund beinahe in Verzückung. Dazu passt auch der malzig, schwer süßliche Geruch mit einem Hauch Röstaromen die entfernt an Kaffee erinnern.

Der erste Schluck fällt auch gleich wie erwartet aus: Schwer, süß und vor allem malzstark. Im Vergleich zu anderen ist die Süße jedoch etwas zurückhaltend, das Malz – und vor allem das leicht bittere Röstmalz – stehen im Vordergrund und sorgen für einen leicht rauchigen Karamellgeschmack mit einer ordentlichen Portion Kaffee und Schokolade. Zum Abgang hin wird das sehr vollmundige Bier etwas schlanker, die Herbe nimmt etwas zu und der Abgang wirkt beinahe knackig.

brauhaus_riegele_speziator_flascheZur Süffigkeit des Bieres muss ich nicht allzu viel sagen, diese ist stark ausgeprägt was nicht zuletzt daran liegt, dass man in Augsburg seine Hausaufgaben gemacht hat. Perfekt dosierte Kohlensäure, sehr weiches Wasser und eine Malzmischung die zum Ende hin immernoch sehr aromatisch und nicht ausgelaugt wird. Ein Hauch Honig gepaart mit viel Schokolade verharrt nach jedem Schluck auf der Zunge und lässt einen das Glas kaum aus der Hand geben – man möchte gar nicht aufhören.

Ein wirklich tolles Bier und einer der besten Doppelböcke die ich bisher im Test hatte. Ich gebe dem Riegele Speziator mit Freuden fünf volle Sterne und muss konstatieren, dass mein Glas jetzt leider leer ist.

Alkoholgehalt: 7,5%

(5/5)







Lammsbräu 1628 Imperial

lammbraeu_1628_imperialDie dritte Ausgabe der „1628“ Spezialbierreihe von Lammsbräu ist das 1628 Imperial, ein kaltgehopfter Bio-Doppelbock der mit 8% Alkohol und einer interessanten Hopfenmischung (u.a. Opal, Smaragd, Saphir, Pure) daher kommt und sich anschickt, sine Vorgänger geschmacklich zumindest herauszufordern. Schauen wir dochmal, was man in Neumarkt so gezaubert hat.

Beinahe wie Eischnee präsentiert sich der weiße, feinporige Schaum auf dem gelblich-goldenen Bier welches eine gewisse Trübung aufweist. Im Geruch ist etwas Brot wahrnehmbar, Honig und zitrusartige Aromen gesellen sich dazu und erzeugen einen frisch-fruchtigen Eindruck. Die Neugier wächst.

Das Malzbett fällt im ersten Schluck sehr weich aus, Aromen von Karamell, Honig und Hefe stehen im Antrunk im Vordergrund und bilden eine feine, beinahe etwas zu schwache, Geschmackskomposition aus. Dazu gesellen sich blumig-grasige Hopfenaromen mit einem Hauch von Lychee, Aprikose und Zitrone, flankiert von einer feinen, jedoch bis lang nach dem Abgang anhaltende Herbe welche eine gewisse Adstringenz hervorbringt.

Für meinen Geschmack ist das Bier ein wenig zu spritzig, ähnelt die Karbonisierung doch beinahe der eines Sekts oder Proseccos. Erstaunlich ist dabei, wie gut das fruchtig-hopfige Bier seine Stärke zu kaschieren weiß – ich bin mir recht sicher, dass im Blindtest niemand dieses Bier als Doppelbock identifizieren könnte. Ich fühle mich sogar ein klein wenig an die Sommerweiße von Schneider erinnert, jedoch kann das Imperial in Sachen Aromatik und Herbe stärkere Akzente setzen.

lammbraeu_1628_imperial_flascheGar nicht mal schlecht was die Oberpfälzer hier gebraut haben, vielleicht etwas zu viel Kohlensäure und einen Tick zu viel Durcheinander im Hopfenbouquet, dennoch sehr gut trinkbar und geschmacklich wiedermal was anderes. Daher gebe ich dem 1628 Imperial gerne vier Sterne.

Stammwürze: 18%

Alkoholgehalt: 8%

(4/5)







Riegele BierManufaktur Ator 20

riegele_biermanufaktur_ator_20Mit dem Ator 20 möchte ich euch heute das zweite Bier der Riegele Biermanufaktur aus Augsburg vorstellen. Es handelt sich dabei um einen dunklen Doppelbock mit einer recht hohen Stammwürze was eine besonders gute Süffigkeit verspricht. Ob das Bier ob dieser Daten vielleicht sogar ein wenig zu süß ausfällt wird der nun folgende Test zeigen.

Cremig-fein sitzt der bräunliche sowie dichte Schaum auf dem klaren, kastanienbraunen bis schwarzen Bier welches einen leichten Rotstich besitzt. Dabei verströmt das Bier einen intensiv malzigen Geruch wobei in erster Linie Röstaromen wie Kaffee und Toffee sowie auch Vanille aufkommen.

Der Antrunk fällt bei weitem nicht so schwer aus wie es der Duft es einem Glauben macht, eher feinmalzig mit einem Fokus auf den schon bekannten Röstaromen. Während das sehr weiche Bier über die Zunge läuft, hinterlässt es süßliche Kaffee- und Karamellaromen sowie auch ein klein wenig Rauchgeschmack. Auch fruchtige Töne kommen auf, etwas Pflaume ist schmeckbar und wird von etwas Vanille abgerundet. Im Abgang kommt ein wenig Herbe auf, würzige Hopfennoten sorgen für einen guten Kontrast zum ansonsten recht süßen Körper des Bieres.

Frisch fällt die Rezenz des Starkbieres aus dessen Geschmacksvielfalt im Trinkverlauf ein wenig nachlässt. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle nochmal die Schaumbildung sowie dessen Struktur und Stabilität. Die sahnige Konsistenz ist wirklich erstklassik und noch lange nach dem Genuß hat man feste Schaumreste im Glas. Apropos: Dank der guten Süffigkeit des Ator 20 („Ator“ kommt mir irgendwie bekannt vor) dauert es auch nicht allzu lang, bis das Glas geleert ist.

riegele_biermanufaktur_ator_20_flascheEinen sehr eleganten Doppelbock hat man hier in Augsburg gebraut der streckenweise seine Stärke gut zu verschleiern weiß – und erst der Schaum! Geschmacklich geht ihm hinten raus jedoch etwas die Luft aus weshalb es „nur“ für immernoch sehr gute vier Sterne reicht.

Neugierig geworden? Hier könnt ihr das Ator 20 bestellen.

Stammwürze: 20%

Alkoholgehalt: 7,5%

(4/5)







Aecht Schlenkerla Eiche

aecht_schlenkerla_eicheHeute möchte ich euch das Aecht Schlenkerla Eiche aus dem Hause der Brauerei Heller aus Bamberg präsentieren. Anders als beim „normalen“ Rauchbier aus gleichem Hause mit Buche wird bei diesem Doppelbock Eiche das Braumalz über Eichenfeuer geräuchert was zu einem weicheren und vielschichtigerem Aroma führen soll.  Da bin ich (als alter Rauchbier-Fan) jetzt aber mal richtig gespannt…

Das fuchsrote bis bernsteinfarbene, klare Bier macht mit seiner leicht beigen, sahnigen Schaumkrone eine sehr schöne Figur was, zusammen mit dem malzig-rauchigen sowie leicht torfigen Geruch, die Vorfreude auf dieses feine fränkische Gebräu nur noch steigert.

Im Antrunk gibt sich das Eiche sehr mild und erzeugt einen vollen Geschmackseindruck in dem sich eine gute Portion von Holz und Rauch befindet. Es geht, wie angekündigt, weitaus milder zu als beim Rauchmärzen zu was gerade für Neulinge in der Rauchbier-Ecke gut sein dürfte – und dennoch, das Raucharoma ist torfig, holzig und unterstreicht das leicht röstige Malz wirklich richtig gut. Zum Abgang hin kommt ein wenig Herbe durch die das ansonsten leicht ausufernde Raucharoma etwas in die Schranken weist und für einen geordnetes, glattes und sehr malzstarkes Finish sorgt.

Die Süffigkeit ist gleich von Beginn an sehr gut und steigert sich im Trinkverlauf noch weiter. Nicht ganz unschuldig daran ist das süße, leicht honigartige Malz sowie die niedrig dosierte Kohlensäure wodurch man quasi genötigt wird, das Bier zügig zu trinken. Anders als bei manch anderen Doppelböcken fällt dieser hier nicht schwer aus, er wirkt beiweilen wie ein etwas stärkeres Dunkles und so muss man höllisch aufpassen, dass man es nicht gleich übertreibt.

aecht_schlenkerla_eiche_flascheWenn ihr euch einen Rauchbier-Doppelbock vorstellen würdet, würde wohl in etwa genau dieses dabei rauskommen. Beim Aecht Schlenkerla Eiche handelt es sich um nahezu perfektes Bier bei dem ich nichts zu meckern finde weshalb es hierfür die Höstwertung von fünf Sternen gibt. Prost!

IBU: 40

Alkoholgehalt: 8%

(5/5)







Vulkan Bourbon Barrel Doppelbock

vulkan_bourbon_barrel_doppelbockDritter Advent – Zeit, um im Bierkeller nach etwas Besonderem zu suchen. Mit dem Bourbon Barrel Doppelbock der Brauerei Vulkan aus dem rheinland-pfälzischen Mendig habe ich auch etwas entsprechendes gefunden – einen Doppelbock, der ein halbes Jahr lang in einem Bourbon Fass reifen durfte. Auf dieses starke, fassgereifte Stück aus der Vulkaneifel freue ich mich jetzt doch sehr.

In einem dunklen Bernstein bis kupferfarben liegt das Bier im Glas und seine hohe Viskosität lässt einen schon erahnen, dass man es hier mit einem etwas stärkeren Bier zu tun hat. Süßliche Fassnoten treten unter dem feinporigen, jedoch nicht allzu standfesten Schaum hervor (was nun aber bei fassgereiften Bieren nichts ungewöhnliches ist). Ein wenig Eichenholz ist wahrzunehmen, Aromen von Vanille, Malz und könstlichem Kokosaroma sind ebenfalls dabei.

Der erste Schluck überrascht nun doch etwas, hätte ich doch nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht mit solch einer Spritzigkeit gerechnet die für eine mehrmonatige Fassreifung sehr ungewöhnlich ist. Gleich darauf folgt eine halbwegs intensive Säure die mit einem sehr starken Honigaroma einhergeht wozu auch die aufkommende Süße wunderbar passt. Der leichte Holzgeschmack ist natürlich nicht mit dem von Rauchbieren vergleichbar sondern wirkt eher im Hintergrund und sorgt für eine angenehme Ecke im Geschmacksprofil.

vulkan_bourbon_barrel_doppelbock_flascheIm Abgang wirkt die Kohlensäure auf der Zunge ein wenig unangenehm, man schmeckt Vanille, Brombeeren und den weiterhin stets präsenten Honig und so läuft das süßmalzige Starkbier angenehm und erstaunlich schnell über die Zunge. Ich muss allerdings ehrlich sagen, dass mir hier ein wenig die Schwere eines Doppelbocks fehlt und es, man höre und staune, zu einfach zu trinken ist. Ich würde mich hier ein Bier erwarten, welches ich wegen seiner Intensität für eine halbe Stunde im Glas halte und immer wieder mal dran nippe – von der Rezenz her würde das jedenfalls funktionieren.

Ein sehr feines Bier haben die vulkan’schen Braumeister hier kreiert welches sich geschmacklich nicht von den etablierten gereiften Bieren verstecken braucht. Von mir gibts hierfür heute vier sehr gute Sterne!

Alkoholgehalt: 9,8%

(4/5)







Brauerei Jacob Jacobator

brauerei_jacob_jacobatorDer heutige Testkandidat, der Jacobator, ist ein waschechter Oberpfälzer und wird in der gleichnamigen Brauerei Jacob in Bodenwöhr gebraut. Der dunkle Doppelbock ist Teil des Wintersortiments der Brauerei welche seit 1758 vor Ort ihr Bier herstellt – damals noch, damit man das nicht allzu gute Bier der Nachbarorte nicht trinken musste. Schauen wir doch mal ob es sich gelohnt hat.

Beim Duft geht das Bier keine Kompromisse ein – süße, röstige Malzaromen werden von einem Hauch Schokolade begleitet womit sich der Geruch auch der Farbe anpasst. Dunkelbraun mit einem rötlichen Schimmer steht das Starkbier im Glas und wird von einer nicht allzu stark ausgeprägten, bräunliche Schaumhaube bedeckt.

Im Antrunk fehlen mir die angesprochenen Aromen etwas, es dominiert größtenteils das leicht brotige und süßlich-schwere Malz welches von einem durchaus schmeckbaren Alkohol begleitet wird. Weich und rund wirkt es im Abgang, ein wenig würziger Hopfen ist dabei und bittert mir das Bier an dieser Stelle etwas zu stark. Die Karbonisierung des Bocks ist mir zu intensiv ausgefallen und passt nicht ganz zu der schweren Malzsüße die durchaus gerne noch stärker hätte ausfallen dürfen.

brauerei_jacob_jacobator_flascheBei der Süffigkeit gibt es aufgrund der starken Kohlensäure ebenfalls Abstriche, auch die geschmacklichen Kanten sind hier nur schwer zu umschiffen. Nein, Freunde werden der Jacobator und ich vermutlich keine mehr. Ein zu diffuses Malzaroma, zu viel Kohlensäure und viel zu viel Ecken und Kanten machen dieses Bier aus. Daher bleiben nach all den Abzügen nur 2 Sterne übrig – das kann man besser machen.

Stammwürze: 18,7%

Alkoholgehalt: 7,5%

(2/5)







Brauhaus Gusswerk Horny Betty

brauhaus_gusswerk_horny_bettyDoppelt vergärt und versetzt mit dem „Geilen Ziegenkraut“ – einer „Medizin„-pflanze aus China – präsentiert sich das Horny Betty des Brauhaus Gusswerk aus Salzburg dem neugierigen Biergenießer. Dem Beschreibungstext nach zu urteilen hat man sich bei diesem Bier durchaus viel Mühe gegeben und gerade ob der Kräuterzugabe bin ich gespannt, was an Aromen in diesem Bier steckt.

Dunkelbraun und leicht rötlich schimmert das Starkbier (eigentlich ein Dreifachbock) aus dem Glas und glänzt mit viel sahnigen und stabilen Schaum. Vom Geruch her bietet das Bier ordentlich Malz mit karamelligen Röstaromen, gepaart mit einem honigartigen und erdigen Duft.

Der Antrunk fällt, für den Alkoholgehalt, sehr mild und weich aus, gepaart mit süßlichen-röstigen Malz welches mit Vanille- und Honigaromen einhergeht. Dazu gesellt sich ein kräuterartiger Geschmack der vermutlich dem Geißkraut-Zusatz zu verdanken ist und sich recht gut in das Geschmacksprofil einbettet. Anfangs wirkt das Bier ein wenig zu stark karbonisiert, das gibt sich aber innerhalb wenigen Augenblicke und so kann man die Horny Betty in vollen Zügen genießen.

brauhaus_gusswerk_horny_betty_flascheEin wenig erinnert das österreichische Bier an einen dunklen Weizenbock, es wirkt minimalst hefig und der mild-herbe, beinahe likörartige Abgang tut sein Übriges um den Trinker zu überzeugen. Die Bitterung ist, wie schon angesprochen, moderat ausgefallen und begleitet das starke Malz mit seinem aufkommenden Dörrobstaroma sehr schön bis spät in den Abgang.

Lecker ist dieses Bier aus Salzburg allemal, die leichte kräuterartige Note verleiht ihm das gewisse Etwas und die anfangs etwas zu starke Süße wird zum Schluß hin gut kompensiert. Extrapunkte gibt es für die Flaschengärung und so komme ich auf hervorragende 4 Sterne für die Horny Betty vom Brauhaus Gusswerk.

Alkoholgehalt: 9,2%

(4/5)







Staffelberg-Bräu Doppel-Bock

staffelberg_braeu_doppel_bockNachdem ich vor ein paar Tagen das dunkle Bier des Staffelberg-Bräu im Test hatte und sehr gut fand, konnte ich die Augen nicht mehr von seinem „großen Bruder“ – dem Doppelbock – lassen. Wie wird wohl erst eine stärkere Variante des so guten Bieres sein? Nun, gleich werde ich es wissen.

Gut, jetzt bin ich wunderbar auf die Nase gefallen. Vergesst die zwei Sätze der Einleitung, denn dies ist ein heller Doppel-Bock. Ich war irgendwie felsenfest davon überzeugt, dass es sich um ein dunkles Starkbier handelt was einem auch das größtenteils schwarze Etikett suggeriert. Sei es wie es sei, das goldene Bier verströmt angenehmen Geruch nach frischem Gerstenmalz und Spuren von Hopfen. Die anfänglich gute Schaumbildung kann leider nicht über die fehlende Standfestigkeit des selbigen hinwegtäuschen und so verbleiben nach 1-2 Minuten nur noch Ansätze des weißen Schaums auf dem Bier.

Der Antrunk gestaltet sich sehr interessant. Ungewöhnlich leicht und spritzig fällt dieser aus und wird erst zum Mittelteil des ersten Schlucks intensiver. Hier springt auch schon der, für einen Doppel-Bock relativ stark dosierte, Hopfen auf den fränkischen Geschmacksexpress auf und führt zu einem bitter-sanften, malzig weichen Abgang. Der Doppel-Bock versteckt seine Starkbier-Ambitionen gekonnt unter einem mildwürzigen Hopfenmantel durch den man kaum auf das gefährliche Gesicht dieses Bieres blicken kann.

Gefährlich? Auf jeden Fall. Karamell- und Honignoten liegen in der bockigen Süße, wenig Kohlensäure, sehr weiches Brauwasser und dieser unglaubliche toll abgestimmte vollmundige Malzkörper lassen eine gute Süffigkeit aufkommen. Die Rezenz ist trotz der niedrigen Karbonisierung überraschend gut und so vergehen kaum mehr als fünf Minuten bis man das Glas geleert hat.

Der Staffelberg-Bräu zeigt, wie ein guter heller Doppel-Bock aussehen muss. Malzig, aber nicht zu schwer, nicht zu alkoholisch und einfach perfekt abgestimmt. So ein Bier gibts selten und so komme ich auch nicht drum rum, dem Doppel-Bock die volle Wertung von fünf Sternen zu geben. Ein tolles Bier!

Gebraut nach dem Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 7%

(5/5)







Camba Bavaria Bourbon Barrels Doppelbock

Irgendwann ist der Punkt erreicht an dem man in die Bier-Warteschlange sieht und sich dann denkt: Heute gibt es etwas Besonderes. Nicht zuletzt an der Champagnerflasche lag es wohl, dass mein Blick beim Bourbon Barrels Doppelbock der Camba Bavaria hängen geblieben ist. Dort sind die Camba Braumeister einfach hergegangen und haben ihren Doppelbock – den Mastrobator – für ein halbes Jahr in einem gebrauchten Whiskey-Fass lagern lassen. Hiervon verspreche ich mir einiges.

Der gereifte – oder auch „ge-age-te“ – Doppelbock hat eine tief rötlich-braune Farbe und macht eine ziemlich gute Figur im Rotweinglas. Die Schaumbildung ist leider nicht ganz so ausgeprägt und das bisschen Schaum, welches man durch phantasievolles Einschenken erzeugt, hält leider nicht lange. Viel interessanter ist aber sowieso der Geruch. Selbiger ist holzig und malzig, hat eine feine Röst- und Honignote und ist leicht alkoholisch.

Im Antrunk präsentiert sich das Bier relativ trocken, leicht malzgeschwängert und offenbart gleich zu Beginn einen Hauch von Vanille. Der leicht herbe Abgang hat ein sanftes Aroma nach Zartbitterschokolade und Karamell und gräbt sich quasi in den Rachen rein. Hier kommt jetzt auf jeden Fall der Whiskey durch, der jetzt für einen leicht holzigen Geschmack und für starke Trockenheit im Mund sorgt worunter die Süffigkeit ein wenig leidet – dies ist aber nun nicht das wichtigste bei diesem Bier.

Auch wenn die Schaumbildung nicht wirklich gut war, die Kohlensäure ist bei diesem Bier wirklich perfekt dosiert und es grenzt schon an ein Wunder, dass diese nach so langer Zeit noch vorhanden ist (oder wurde da vielleicht nachgeholfen?). Kommen wir zur Kritik: Ich finde, dass das Bier etwas mehr Süße vertragen könnte um damit ein klein wenig runder zu wirken und um damit etwas mehr vom Doppelbock zu haben. Das Bier hat viele Ecken und Kanten und könnte somit vielleicht ein klein wenig mehr Harmonie bekommen – dies ist allerdings Jammern auf hohem Niveau.

Beim Bourbon Barrels Doppelbock handelt es sich definitiv um eine Spezialität die man nicht jeden Tag trinkt und auch nicht unbedingt was für jedermann ist. Daher gebe ich dem Bier gute vier Sterne mit Abzügen in der Schaumbildung sowie in der Süffigkeit.

PS: Zu diesem Bier passt die Lindt Vollmilch Haselnuss-Gianduja Schokolade wirklich perfekt!

Gebraut nach dem Reinheitsgebot.

Stammwürze: 18,9%

Alkoholgehalt: 8,5%

(4/5)







Hirschbräu Doppel-Hirsch

Aus Sonthofen kommt der heutige Testkandidat, welcher – zur Feier des Samstags – auch mal wieder ein wenig stärker aufällt als sonst. Beim Doppel-Hirsch handelt es sich, wie der Name schon vermuten lässt, um einen Doppelbock, der in den Sudpfannen der Privatbrauerei Höss eingebraut wird.

Der Geruch des kastanienbraunen Biers ist stark süßlich und fast honigartig, hat aber eine erfrischende Hopfennote mit dabei. Besonders gefällt mir der standfeste, feinporig-cremige Schaum welcher, passend zum Bier, eine leicht bräunliche Färbung aufweist. Zur Flaschengestaltung sage ich jetzt an dieser Stelle mal nichts – da könnt ihr euch euer eigenes Bild machen.

Malzbombe! So und nicht anders möchte ich das erste Aufeinandertreffen zwischen dem Bier und meiner Zunge beschreiben. Anfangs dominieren die Röstmalze mit feinem Schokoladenaroma das Geschmacksbild bis diese dann von leichten Mokka- und Karamellnoten ergänzt werden. Im Abgang schiebt sich das Gebräu dann lang und süß den Rachen hinunter wobei sich der Hopfen erstmals bemerkbar macht. Dieser führt aber lediglich ein kurzes Gastspiel und steuert einen Hauch erfrischender Bitterkeit bei.

Man würde nun erwarten, dass sich dieser Doppelbock aufgrund seiner Fülle recht schwer zu trinken ist. Dem ist aber glücklicherweise nicht so was nicht zuletzt an der angenehmen Rezenz liegt und dieses Gebräu durchaus bekömmlich und vor allem süffig macht. Definitiv ein Bier zur zünftigen Brotzeit und für einen gemütlichen Abend (daheim). Für mich einer der besten Doppelböcke der letzten Zeit weshalb ich dem Doppel-Hirsch gerne 4 Sterne gebe.

Stammwürze: 18,5%

Alkoholgehalt: 7,2%

(4/5)