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Schneider Weisse TAPX Mein Cuvée Barrique

Nachdem Schneider Weisse mit dem TAPX Mein Nelson Sauvin für viel Wirbel (und Freude) in der Fachwelt gesorgt hat, hat die Brauerei aus Kelheim jetzt nachgelegt: Mein Cuveè Barrique heißt der aktuelle Sondersud. Dabei handelt es sich um einen Verschnitt des beliebten TAP6 Unser Aventinus mit dem Aventinus Eisbock. Damit es nicht zu langweilig wird, hat man diese hochkomplexe Mischung dann noch 8 Monate in Pinot Noir Fäßern reifen lassen und sie letztendlich in die vom Mein Nelson Sauvin bereits bekannte 0,75er Flasche gefüllt. Vielen Dank an dieser Stelle an Schneider Weisse für die Bereitstellung des Textexemplars welches ich jetzt auf Herz und Nieren untersuchen werde.

Dunkelbraun ergießt sich das leicht zäh wirkende Bier ins Rotweinglas und emittiert einen stark bananig-fruchtigen und leicht alkoholischen Duft. Jetzt kann man sogar einen kleinen Rotschimmer im Bier ausmachen der aber nicht von dem schön feinporigen und standhaften Schaum ablenkt. Sieht jetzt schonmal sehr lecker aus.

Jessas, ich bin doch Biertester und kein Weinkenner. Der Antrunk ist stark beerig und mild gesäuert – der Rotwein ist beinahe greifbar. Brombeeren und Kirschen sind nur ein kleiner Teil der Geschmacksexplosion, die sich bei den ersten paar Schluck auf der Zunge ereignet. Beim Abgang wird das Bier plötzlich relativ trocken und legt holzigere Aromen frei zu der sich ein Hauch Vanille gesellt. Natürlich dauert es nicht lang, bis sich die Spezialität auch im Kopf bemerkbar macht weshalb ich empfehle, dieses Bier mit Vorsicht zu genießen.

Die Hefe macht sich lediglich durch einen Hauch Banane bemerkbar die bei der Aromenkomposition aber höchstens unterstützend wirkt. Die Kohlensäure erinnert an feinperligen Sekt, schmiegt sich perfekt ans Bier und sorgt einerseits dafür, dass dieses durchaus schwere Gebräu den Genießer nicht gleich umhaut und unterstützt andererseits die Süffigkeit (was aber nicht nötig wäre).

Das Fazit: Einfach Wahnsinn. Doppelbock mit Rotwein wäre eine treffende Umschreibung für dieses Gebräu bei dem ich keinen Kritikpunkte sehe . Vor allem der lange Abgang mit seiner fruchtigen Fülle hat es mir hier angetan – für mich sind das volle fünf Sterne!

Wer jetzt auch in den Genuß dieser Spezialität kommen will: Das Bierland Hamburg hat exklusiv eine kleine Charge des Mein Cuveè Barrique im Verkauf. Schnell sein lohnt sich also! Fragt am besten direkt über folgende eMail-Adresse an: info@bierland-hamburg.de

Gebraut nach dem Reinheitsgebot.

Stammwürze: 21,5%

Alkoholgehalt: 9,5%

(5/5)







Weltenburger Kloster Asam Bock

Letztens im Supermarkt bin ich über eine (!) Flasche des Asam Bocks gestossen, die einsam und verlassen in einem fremden Bierkasten stand. Immerhin konnte ich die Flasche problemlos kaufen (es gab nirgends ein Preisschild oder ähnliches zu dem Bier), sie damit aus ihrer Einsamkeit befreien und euch heute den Inhalt präsentieren – den Asam Bock der Weltenburger Klosterbrauerei.

Rötlich-schwarz schimmert der Doppelbock aus dem Glas in welches er beinahe zähflüssig reingekrochen ist. Der emittierte Duft ist sehr süß und malzgeschwängert – ein Hauch von Honig liegt in der Luft. Die Schaumbildung ist ordentlich, der bräunliche Schaum hat eine cremige Konsistenz, löst sicher aber leider recht schnell auf.

Der Antrunk ist recht schwer – die angedeutete Zähflüssigkeit macht sich jetzt auch im Mundgefühl bemerkbar. Tiefgründig schiebt sich eine Malzwelle über die Zunge und hinterläßt eine süße und leicht herbe Schicht. Fans von Karamell, Lakritz und Waldhonig kommen bei diesem schweren Bier definitiv auf ihre Kosten. Aus seinem Alkoholgehalt macht der Asam Bock keinen Hehl, bereits nach wenig Bier stellt sich eine angenehme Wärme ein. Die Hopfengabe ist gefühlt etwas stärker als bei anderen Bieren dieser Art – der nur leicht grasige Bittermacher sorgt dafür, dass einem dieses Bier nicht gar so schwer im Rachen hängt. Dadurch wirkt das Gebräu aber leider nicht gar so süffig wie es sein könnte.

Mit der Zeit gefällt der Antrunk nicht mehr so, es wirkt ein wenig metallisch und könnte drauf hinweisen, dass das Bier schon länger zu hell gelagert wurde. Die Kohlensäure ist gut, etwas weniger wäre vielleicht noch besser gewesen. Zum Ende hin fallen die Röstaromen im Malz stärker auf und runden das Bier wunderbar ab.

Der Asam Bock aus Regensburg ist ein guter Doppelbock mit leichten Ecken und Kanten die zu Abzügen in der B-Note führen. Daher entschließe ich mich, dem Bier drei gute Sterne zu geben.

Gebraut nach dem Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 6,9%

(3/5)







Weißbräu Schwendl Don No 1 Impala

Zugegeben, der Don No 1 Impala vom Weißbräu Schwendl aus Tacherting ist nun keine Neuigkeit auf dem Bierspezialitäten-Markt, doch als er letztens bei meinem Getränkemarkt des Vertrauens auf dem Tresen stand, konnte ich einfach nicht Nein sagen. Daher freue ich mich drauf, euch heute diesen Weizen-Doppelbock zu präsentieren.

Das Bier hat, im Glas angekommen , eine sehr schön strahlende, orange Farbe sowie einen feinporigen und schneeweißen Schaum oben auf. Darunter wabert ein sehr fruchtiger Duft empor der einen sofort glauben läßt, das heimische Wohnzimmer verlassen zu haben und sich in mitten der Karibik zu befinden – exotisch, Ananas und Mango sind nur ein kleiner Teil der Noten die man bereits jetzt erkennen kann. Für den Verschluß mit Korken und Draht gibts Bonuspunkte.

Oha, wie kann ein so starkes Bier nur so mild sein? Der Antrunk ist deutlich malzig, doch bereits nach wenigen Augenblicken legt sich der Aromahopfen über die Zunge und bedeckt selbige mit einem Meer an Aromen. Die beim Duft angedeuteten Fruchtnuancen sind dabei nur ein Teil dessen, was sich nun auf den Geschmacksknopsen abspielt. Hier überwiegt die Maracuja welche von einer sehr bananigen Hefe begleitet wird – was für ein voller Geschmack! Erst zum Abgang hin kommen die Bitterstoffe durch die sich aber sehr stark im Zaum halten und mitsamt einem lang haltenden Grapefruitgeschmack für einen samtig-weichen Ausklang sorgen.

Die Kohlensäure muss man nicht ansprechen – selbige ist hier geradezu perfekt dosiert um den frischen Charakter zu unterstützen ohne dabei zu stark zu sein. Nach den Ersten paar Schluck stellt sich eine gute Süffigkeit ein und es fällt einem schwer, das Glas abzustellen. Wahnsinn! Gerade zum Schluß hin kommt die – sehr dezente – Süße etwas stärker zur Geltung und erinnert entfernt an frischen Waldhonig. Mir stellt sich jetzt nur noch die Frage, welche Hopfensorten hier zum Zuge gekommen sind. Dass Saphir dabei ist möchte ich auf jeden Fall mal wetten.

Ein wirklich tolles Bier und finde nichts was ich daran aussetzen kann – erg ospare ich mit weiteres Gerede und stelle fest: Fünf Sterne fürs Don No 1 Impala

Gebraut nach dem Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 8%

(5/5)







Gievietzer Braumanufaktur Doppelbock

Aus der Nähe von Waren an der Müritz, aus Groß-Gievitz (so groß sieht das gar nicht aus), hat mich der Doppelbock der gleichnamigen Braumanufaktur erreicht. Bei der Gievitzer Braumanufaktur handelt es sich quasi um eine One-Man Show die mittlerweile ihr sonst nur regional erhältliches Bier (dort unter dem Namen Eick Bräu) auch überregional vertreibt. Finde ich echt klasse, wenn man sich, wie auf der Homepage beschrieben, in seinen Keller eine ganze Brauerei reinbaut. Sowas könnte ich mir auch für mich vorstellen.

Das Bier verströmt einen leicht säuerlichen, honigartigen Geruch nachdem es seinen Weg ins Glas gefunden hat. Von der Farbe her ist es kastanienbraun mit rötlichen Einstichen und wird von einem cremigen, bräunlichen Schaum bedeckt der eine mittelmäßige Standkraft aufweist.

Oha, was ist das denn. Sehr malziger Antrunk mit einer intensiven säuerlichen Bitternote. Für einen Doppelbock überraschend herb und nicht gar so viel Süße. Es hat einen sehr brotig-rezenten Malzkern mit leichten Karamellnoten, das zitrusartige Hopfenaroma steht da jedoch drüber und hängt sich von Anfang bis zum Ende eines jeden Schluckes an das kühle Nass. Die Hopfung gefällt mir hier wirklich sehr gut, sorgt sie mit ihren Ananas- und Grapefruitaromen nicht zuletzt dafür, dass der Doppelbock obgleich seines Alkoholgehalts sehr leicht und erfrischend wirkt.

Sehr süffig, auch bedingt durch die Kohlensäure, welche optimal mit der Frische und Säuerlichkeit des Hopfens harmoniert. Wirklich ein sehr leckeres Bier mit dem man es allerdings langsam angehen sollte. Seine enorme Wucht versteckt es unter einem Mantel aus Honig und Zitrusfrüchten der aber spätestens nach der Hälfte nicht mehr über die Stärke des Bieres hinwegtäuschen kann. Lecker, süffig und vollmundig – der Doppelbock der Gievitzer Braumanufaktur bekommt bei mir volle fünf Sterne. Den solltet ihr unbedingt probieren.

Gebraut nach dem Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 8%

(5/5)







Flötzinger Josefi Bock

Manchmal kann man gar nicht so viel Bier trinken wie man gerne kaufen möchte was dazu führt, dass man sich hin und wieder im Getränkemarkt entscheiden muss, was man sich nun in Kastenform mit nach Hause nimmt. Vor solch eine Entscheidung wurde ich jetzt gestellt als es galt, sich für einen Josefi-Bock zu entscheiden. Normalerweise hat der Reutberger Josefi Bock bei mir einen Stammplatz im März, in diesem Jahr jedoch schickt sich der Josefi Bock der Brauerei Flötztinger an den Reutberger vom Thron zu stoßen. Ob er dies schafft wird der folgende Test zeigen.

Ich lass mich hier nun gar nicht lumpen und werde den Bock gleich im Literformat verkosten. Besonders gut gefällt mir die Farbe des 2011 bei den World Beer Awards als Europas bester Doppelbock ausgezeichneten Bieres welche sich, je nach Lichteinfall, von kastanienbraun bis hin zu rotbraun wandelt. Der Schaum hat einen leichten Gelbstich und ist schön sahnig. Im Geruch punktet es mit einer für Bockbiere typischen Süße mit hefigen und erdigen Noten.

Der Antrunk ist gar nicht so pappig wie man es vielleicht erwarten würde. Das Malz ist sehr würzig und getreidig, dabei aber leicht säuerlich-süß – die typische Flötzinger-Note fehlt hier nicht. Im Abgang etwas herb aber nicht zu sehr um sich die enorme Süffigkeit nicht zu verbauen, die dieses Bier schon zu Beginn aufbaut. Im Geschmack finden sich Brombeeren, Brot und Rauch wieder welche diesem Bier einen sehr erdigen und starken Charackter geben. Sicherlich nichts für Schwachbrüstige.

In der K(ohlensäure)-Wertung gibt sich dieser Doppelbock keine Blöße und zeigt wie man den perfekten Spagat zwischen Frische und schneller Trinkbarkeit herstellt. Den Alkohol kann man zwar wahrnehmen, dieser wird aber vom süßen Malz sehr gut kaschiert und hat damit keinen Einfluß auf den Trinkgenuß. Auch nachdem man den Maßkrug zur Hälfte geleert hat (was bei diesem Bier sehr schnell geht) steht das Bier nicht an sondern überzeugt weiterhin mit seiner Süffigkeit. Auch ist immernoch eine kleine Schaumschicht auf dem Bier vorhanden – das gibt Bonuspunkte.

Was soll ich sagen? Geschmacklich ist der Josefi Bock vom Flötzinger mindestens auf dem gleichen Level wie das Bier aus dem Hause Reutberg – vielleicht sogar noch einen Ticken besser. Beim Alkoholgehalt ist man dem Konkurrenten überlegen – heißt ja nicht umsonst Doppelbock. Also ich finde hier keine Kritikpunkte und freue mich für dieses tolle Bier die Höchstwertung zu geben. Fünf Sterne nach Rosenheim und den Sieg im Vergleich zum Reutberger Josefi Bock!

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 7,5%

(5/5)







Camba Bavaria Trucht’linger Doppelbock „Mastrobator“

Was gibt es besseres als einen Biertest an einem Tag? Na klar – zwei! Dafür habe ich mir auch etwas Besonderes aufgehoben: Den Trucht’linger Doppelbock Mastrobator der Brauerei Camba Bavaria in Truchtlaching (für alle ortsunkundigen: Das ist in der Nähe vom Chiemsee in Bayern – siehte Karte). Einfach zu bekommen war er nicht weshalb es sich anbot, gleich ein ganzes Paket davon zu erwerben.

Das vor 3 Jahren bei dem European Beer Star Award mit Gold ausgezeichnete Bier kommt in einer formschönen Bügelverschlußflasche daher. Der Geruch des dunkelrot-braunen Bieres ist  süßlich-fruchtig und macht definitiv neugierig. Die Schaumbildung ist eigentlich ganz gut doch leider ist selbiger nicht sehr standhaft.

Wem noch nicht klar ist, was das Wort „süffig“ bedeutet dem sei das Probieren dieses Doppelbocks nahegelegt. Der Antrunk ist malzig-süß und hat einen enorm vollen Körper. Vor dem leicht herben Abgang sind Vanillearomen schmeckbar welche sich mit Fruchtnuancen abwechseln bevor der Hopfen seinen Trumpf ausspielt und die Malzsüße im Zaum hält. Während ich diese Sätze tippe ist das Glas bereits zur Hälfte geleert was an der bereits angedeuteten Süffigkeit liegt und dazu führt, dass man das Glas gar nicht aus der Hand geben will.

Das Bier hat ein samtig-weiches Mundgefühl was auch an der niedrig dosierten Kohlensäure liegt. Jeder Schluck dieses Gebräus schmiegt sich lückenlos an den Vorherigen und rinnt leicht gehopft den Hals hinunter – einfach toll. Anders als bei den anderen Vertretern seiner Art wirkt dieser Doppelbock zum Schluß hin nicht gar so süß sondern behält seine Frische und steht daher auch nicht an.

Mein Kompliment an die kleine Brauerei in Truchtlaching. Trotz der mangelhaften Schaumstabilität gebe ich diesem Doppelbock volle fünf Sterne und freue mich schon darauf, die restlichen Sorten irgendwann probieren zu können. Im Nachhinein war es gar keine so schlaue Idee, die restlichen Flaschen meines Pakets zu verschenken….

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Stammwürze: 18,9%

Alkoholgehalt: 8,5%

(5/5)







Nordbräu Eisbock

Doppelbock mit 9,2%? Heureka! Dieser Eisbock der Brauerei Nordbräu aus Ingolstadt hat mich dank dem Getränkemarkt Schäffler in Penzberg erreicht – vielen Dank dafür. Ich bin sehr gespannt darauf, vor allem, da ich von der Brauerei noch nie was gehört habe. Auch das Etikett auf der Flasche ist durchaus als interessant zu werten. Aber hier zählen ja die inneren Werte.

Dieses Starkbier ist von braun-rötlicher Farbe und hat eine leicht gräulich-braune Schaumhaube welche leider nicht sehr standfest ist. Der Geruch ist malzig, mit leichten Röststoffen versetzt und auch leicht alkoholisch was mich aber bei der Stärke dieses Gebräus nicht verwundert.

Ich bin vom Antrunk verdammt überrascht. Das Bier rinnt glatt die Kehle hinab – vom schweren Alkohol keine Spur. Es ist malzig und mit einer gewissen Herbe gespickt welche dafür sorgt, dass die Gerste hier nicht überwiegt. Hier muss man extrem vorsichtig sein. In kürzester Zeit hat man bereits die Hälfte des Glases abgearbeitet was an der extrem starken Süffigkeit dieses Doppelbocks liegt. Dass dieses Bier eisgebraut wurde ist an der sanft perlenden Kohlensäure zu erkennen wodurch man eine fast likörartige Konsistenz hergestellt hat.

Die vom Geruch angedeuteten Röstaromen kommen mit der Zeit eher durch, ebenso ein Hauch von Mango und Kirsche welche man bei fortschreitendem Genuß in der Geschmackskomposition ausmachen kann. Es ist nicht schwer und erzeugt damit nicht dieses Völlegefühl wie manch anderer Doppelbock. Eine saure Note im Abgang vollendet das Ganze und sorgt dafür, dass man das Glas gar nicht mehr aus der Hand geben will.

Die 9,2 Umdrehungen merkt man zwar durchaus (vor allem nach dem schnellen Genuß), es stört aber nicht. Geschmacklich unglaublich gut, nicht allzu schwer aber leider mit ungenügender Schaumbildung (ein Nachteil der Vereisung). Hier bleibt mir die Wahl zwischen gut und sehr gut – angesichts der Tatsache, dass man hier den Alkohol in einen schlanken aber tiefen Körper verstecken konnte entscheide ich mich für fünf volle Punkte für diesen eisgebrauten Doppelbock.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 9,2%

(5/5)







Kloster Scheyern Doppelbock dunkel

Nach dem Ersten Test des heutigen Tages brauche ich unbedingt noch ein Ausgleichsbier um den Glauben an die Welt des Bieres nicht gänzlich zu verlieren. Da kommt der dunkle Doppelbock der Klosterbrauerei Scheyern gerade recht. Scheyern liegt übrigens in der Nähe von Pfaffenhofen und damit ein paar Kilometer nördlich von München.

Das schaut doch echt mal aus wie ein Malzbier. Das dunkelbraune Bier schimmert ganz leicht rötlich, lässt aber sonst kaum einen Lichtstrahl durch seinen Körper. Der Schaum ist cremig, bräunlich eingefärbt und hält sich ganz gut oben auf. Das Bier durftet extrem malzig .

Oh ja, das ist wahrlich ein Doppelbock. Eine schwere Malzsüße legt sich beim Antrunk an die Zunge und rinnt selbige sehr gemächlich entlang um letztendlich eine gut dosierte Hopfenherbe am Gaumen zu hinterlassen. Beim zweiten Schluck etdeckt man Röst- und Räucheraromen und man sehnt sich nach einem großen Stück Räucherschinken und einem deftigen Bauernbrot. Anders als anfangs vermutet hält sich die Süße aber stark in Grenzen und man ist bereits nach wenigen Schluck in einer anderen Welt.

Die von mir oftmals kritisierte Kohlensäure ist hier stark im Hintergrund und ermöglicht einem das Eintauchen in die fruchtig-schwere Geschmackswelt dieses Doppelbocks. Die Hefe hat eine wunderbar bananige Note hinterlassen, die man sonst nur von Weißbieren kennt. Dass all die angesprochenen Punkte zu einer extremen Süffigkeit führen muss ich hier nun wohl nicht noch extra erwähnen.

Starker Charakter, klasse Geschmack und das Drumherum passt auch. Trotz all dem reicht es nicht ganz für die Oberklasse – auch wenn ich stark mit mir hadere. Ich vergebe vier Sterne für diesen tollen Doppelbock aus der Klosterbauerei Scheyern.

Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot.

Stammwürze: 18,2%

Alkoholgehalt: 7,1%

(4/5)







 

Schneider Weisse TAP 6 – Unser Aventinus

Lang genug hab ich gewartet aber heute zum vierten Advent gibt es ihn endlich – den Aventinus (TAP 6) von Schneider Weisse. Der dunkle Weizendoppelbock ist frisch gebackener Goldmedaillenträger des European Beer Star 2011 in der Kategorie „Consumers‘ Favourite 2011“ und mir durchaus schon ein wenig länger bekannt. Auch im Bierlexikon von Michael Jackson ist der Aventinus vertreten – jedoch noch in seinem alten Design. Immerhin schon seit 1907 gibt es dieses Gebräu womit es auch das Erste Weizenstarkbier Bayerns überhaupt ist.

Enorm staker, malzig-hefiger Geruch steigt einem in die Nase nachdem man sich dieses Bier eingeschenkt hat. Der bräunlich-graue Schaum sitzt fest und cremig auf einem dunkelbraunen bis fast rötlich wirkendem Bier. Das sieht richtig toll aus und macht definitiv Lust auf mehr.

Honig, Schokolade, Karamell…das ist nur die Spitze der Aromenvielfalt, die sich beim Ersten Schluck über der Zunge legt. Sehr malzig, süßlich mit ganz feiner Säure – jedoch auch stark und mit vielen kleinen Kanten die jedoch alsbald von zitrusartigen Hopfennuancen im Abgang abgeschliffen werden. Es ist sehr hefig und hat eine dadurch sehr ausgeprägte Bananennote. Nach der Eingewöhnungsphase stellt sich ein angenehm wohlig-warmes Gefühl ein welches vom kaum spürbaren aber durchaus vorhandenen Alkohol herrührt.

Es wird mit jedem Schluck süffiger. Die Süße hält sich noch in Grenzen, es kommen immer mehr Fruchtaromen hervor welche einem nicht gerade dabei helfen, dieses Bier langsam und genussvoll zu trinken. Die Kohlensäure ist minimalst zu stark, stört aber nicht wirklich. Leichter Röstgeschmack wechselt sich mit süßlichem Karamell und Hefe ab. Mit jedem Schluck wird es immer schwerer dem Bier zu widerstehen. Durchaus anspruchsvoll aber auch für den Ungeübten zu beweltigen.

Ganz klar, der Aventinus bekommt von mir hier fünf Sterne – keine Diskussion. Wenn ich mir ein Bier für untern Weihnachtsbaum wünschen könnte wäre dieses hier durchaus unter den Top 5. Übrigens: Das TAP6 eignet sich auch wunderbar zum Bierstacheln.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Stammwürze: 18,5%

Alkoholgehalt: 8,2%

(5/5)







Schneider Weisse TAP 6 „Unser Aventinus“ kaufen.

Schneider Weisse Aventinus Eisbock

Immer wieder schön, wenn man an besondere Bierspezialitäten gelangt. Eine dieser Besonderheiten möchte ich euch heute vorstellen – den Aventinus Weizen-Eisbock von Schneider Weisse. Die Brauerei ist ja bereits in der Vergangenheit mit leckeren Bieren aufgefallen und auch heute gibt es keine Enttäuschung – soviel vorab.

Das ist mal eine Farbe! Dunkler als jedes Schwarzbier kommt dieser Doppelbock daher und kann gleichzeitig noch mit einer leicht bräunlichen, samtig cremigen Schaumhaube aufwarten. Bananig-hefig duftet es aus dem Glas was meine Neugier auf dieses noch erhöht.

Beinahe likörartig findet dieser Eisbock seinen Weg den Rachen hinab. Extrem fruchtige Aromen wechseln sich mit dem starken Malz ab welcher eine durchaus starke Süße entwickelt und eine enorme Süffigkeit erzeugt. Den Alkohol kann man kaum ausmachen – zu sehr ist man mit dem Erschmecken der Vielfalt an Aromen dieses Bieres beschäftigt. Die Hefe steuert einen stark bananigen Geschmack zu dieser meisterlichen Komposition hinzu.

Wein? Likör? Oder doch Bier? Schwer zu sagen – gerade, da die Kohlensäure kaum vorhanden ist und damit für einen fast samtigen Geschmack sorgt. Mit der Zeit wird einem dann recht warm – kein Wunder, kann man diesen Bock beinahe wie Wasser trinken. Extrem süffig, malzig-süß und geschmacklick irgendwo zwischen Himmel und Olymp. Wahnsinn.

Es gibt trotzem auch zwei negative Aspekte an diesem Gebräu. Die Abfüllung in 0,33 Liter Flaschen ist wohl dem Alkoholgehalt geschuldet – vielleicht hat man Sorge, dass man dieses Weißbier in normalen Größen für den Preis nicht losbekommt womit wir auch schon beim zweiten Punkt sind: Bei 3,30€ pro Flasche sollte man jeden Tropfen genießen.

Nichts desto trotz – eines der besten Biere welches mir bisher untergekommen ist. Fünf volle Punkte für dieses Kleinod nach Kelheim. Bestellen könnt ihr den Eisbock übrigends hier.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot.

Stammwürze: 25,5%

Alkoholgehalt: 12%

(5/5)