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Bierol El Patrón

Zugegeben, es hat etwas länger gedauert, aber heute möchte ich euch endlich mal ein Bier der Jungs von Bierol aus dem österreichischem Schwoich vorstellen. Obwohl man sich verhältnismäßig schon beinahe eine Ewigkeit kennt, hat es bis heute aber irgendwie nicht sollen sein. Seis drum, besser spät als nie: Heute stelle ich euch El Patrón vor, ein Double IPA und somit auch ein Vertreter einer meiner Lieblings Bierstile. Ich bin gespannt…

Oha, hier ist in der Nase aber so einiges los – das riecht wie eine Tropifrutti-Tüte von Haribo. Enorm starker Eindruck von tropisch-fruchtigen Hopfenaromen (Grapefruit, Mango, Papaya, Limette) und etwas Honig bilden die Hauptkomponenten des betörenden Dufts der unter der cremig-feinen Schaumkrone hervorwabert. Das Bier selbst ist von oranger bis kupferner Färbung und recht trüb.

Der Antrunk kommt extrem weich daher – wie schon im Schaum spielen hier unter die mitgebrauten Haferflocken eine wichtige Rolle – und transportiert die schon in der Nase vernommenen Hopfenaromen auf die Zunge, obgleich diese weniger intensiv ausfallen wie man ob des Geruchs vermutet hätte. Dennoch bekommt man es mit einem starken und fruchtigen Aromenspiel zu tun zu der sich indes auch etwas Herbe mischt. Vom Malz her zeigt sich das Bier derweil unauffällig, einzig die Honignoten sind auch im Trinkverlauf zu erschmecken.

Im Abgang bleibt das viskose Bier ein wenig hängen, die Hopfenaromen wirken etwas grasiger und auch die Bittere kommt stärker zum Vorschein, vielleicht wirkt es hier jetzt ein wenig dumpf und könnte etwas mehr Frische gebrauchen. Das war es aber dann auch schon mit der negativen Kritik bei diesem sehr süffigen und angenehm karbonisierten Bier. Die Fruchtaromen bleiben lange erhalten, aber da man obgrund der hohen Trinkbarkeit des Gebräus eh dazu neigt, es schnell zu konsumieren, spielt das auch keine allzu große Rolle. Gefährlich, gefährlich.

Einen ordentlichen Kracher lassen die Leute von Bierol hier auf die Bierszene los. Aromatisch, stark und äußerst süffig, das sind heute sehr gute vier Sterne. Prost.

PS: Ob der Name wohl eine Anspielung auf Pablo Escobar sein soll?

Alkoholgehalt: 8,2%

(4/5)







Stone Brewing Berlin Ruination Double IPA

stone_brewing_berlin_ruination_double_ipaFrisch aus Berlin kam vor ein paar Tagen die zweite Stufe der deutschen Produktpalette von Stone Brewing aus Berlin. Vorstellen möchte ich euch heute daher das Stone Ruination Double IPA welches hoffentlich den etwas enttäuschenden Eindruck des IPA, welches ich vor ein paar Wochen getestet habe, wett machen kann. Es erwarten mich 100+ Bittereinheiten, eine Hopfung aus den Sorten Magnum, Nugget, Centennial, Simcoe, Citra und Azacca – das verspricht Geschmack und Intensität…mal sehen.

Satt und goldgelb strahlt das leicht eingetrübte Bier aus dem Glas, garniert mit feinporigem Schaum. In der Nase sind Aromen von Melone zu erkennen, Zitrusfrüchte und etwas Grapefruit – die Intensität hält sich allerdings in Grenzen.

Im Antrunk macht sich auch gleich die sehr dominante Herbe bemerkbar, das Bier wirkt recht trocken und adstringierend. Im Malz sind geringfügig süßliche Karamellnoten bemerkbar, ansonsten hält es sich aber komplett zurück und überlässt dem Hopfen die Bühne. Nun ja, diese bleibt jedoch größtenteils leer. Wie schon beim Indie Pale Ale bin ich auch hier über die Zurückhaltung erstaunt. Zwar sind Noten von reifen Zitrusfrüchten und Orangenschale schmeckbar, das Ganze wirkt jedoch wenig intensiv und wird dem auf die Dose gedruckten „Monumental in hops – imperial in intensity“ nicht gerecht.

stone_brewing_berlin_ruination_double_ipa_doseDer Abgang fällt trocken und mäßig herb aus, die Orangenschale bleibt lange hängen und ist eigentlich das geschmackliche Highlight des Gebräus. Recht gut fällt hingegen die Trinkbarkeit aus, den Alkohol merkt man kaum und so entwickelt sich das Double IPA zu einem gefährlich süffigen, jedoch geschmacklich nicht wirklich auffälligen Geschoss. Ja, in meinen Augen wurde und wird das stone’sche Vorhaben in Berlin zu sehr gehypt. Die Biere des deutschen Ablegers sind, ganz im Gegensatz zu ihren US-Pendants, im Mittelfeld angesiedelt und vor allem eins: Gefällig.

Ja, was soll ich sagen? „Passt schon“ ist ein ganz gutes Fazit. Das Ruination ist sicherlich nicht das beste Double IPA seit geschnitten Brot, wirklich schlecht ist es aber auch nicht. Drei Sterne sinds…

IBU: 100

Alkoholgehalt: 8,5%

(3/5)







Tröegs Perpetual IPA

troeegs_perpetual_ipaMit Bieren von Tröegs Independent Brewing aus Hershey, Pennsylvania kam ich erstmal vor einigen Jahren in Kontakt, als bei der Camba Bavaria eines der bekannten „Scratch“-Biere – damit ist eine durchnummerierte Serie von Kleinstmengen-Braugängen gemeint – in Truchtlaching gebraut und auch verkauft wurde. Umso größer war die Freude, vor kurzem an ein paar der Biere zu kommen, darunter das Perpetual IPA, ein Imperial Pale Ale mit den Hopfensorten Bravo, Chinook, Mt. Hood, Nugget, Cascade und Citra gehopft wurde.

Goldgeld strahlt das filtrierte Bier aus seinem Glas, oben auf cremiger, schneeweißer Schaum. In der Nase finden sich Zitronenschale sowie blumige Noten und etwas Pinie.

Dass dieses Bier keine halben Sachen macht, wird direkt beim ersten Schluck klar. Der Antrunk fällt sehr trocken und adstringierend aus, wirkt wuchtig aber keineswes süß oder pappig. Flankiert wirt das leicht biscuitartige Malz von einem frischen und fruchtigen Hopfenaroma. Es schmeckt bisweilen nach Ananas, Zitronen und Limetten, wird aber auch von etwas Heu begleitet. Dementsprechend staubtrocken auch der Abgang mit anhaltender, jedoch feiner und angenehmer Bittere.

troeegs_perpetual_ipa_flascheUnd so verwundert es kaum, dass man beinahe reflexartig wieder zum Glas greift. Auch wenn man das Gefühl hat, dass einem das Bier das letzte bisschen Feuchtigkeit von der Zunge nimmt, möchte man einfach nicht aufhören. Die fruchtigen Hopfenaromen sind wunderbar eingebunden, die Trinkbarkeit ist nicht zuletzt dank einer wirklich perfekt eingestellten Kohlensäure gegeben und so trinkt man dieses Imperial Pale Ale gemütlich vor sich hin.

Eine sehr feine Geschichte. Zwar reicht es nicht für die Bestwertung, es sind aber locker sehr gute vier Sterne für dieses Gebräu drin. Lecker!

IBU: 85

Alkoholgehalt: 7,5%

(4/5)







Maisel & Friends Hopfenreiter

maisel_and_friends_hopfenreiterHeute Morgen habe ich auf Facebook aufgerufen, mir doch bitteschön zu sagen, was ich heute testen soll. Nun, ihr habt entschieden und ich füge mich natürlich: Heute im Test: Das ganz neue Hopfenreiter Double IPA aus dem Hause Maisel & Friends. Im Vorfeld des Brauvorgangs wurden eine handvoll befreundeter Brauer gebeten, doch beim „Bockbier meets Craftbeer-Tag“ in Bayreuth vorbei zu schauen und einen feinen Hopfen für den Gemeinschaftssud mit zu bringen. Es wurden letztendlich ganze 8 verschiedene Sorte, angefangen beim deutschen Spalter Spalt bis hin zu Wai-iti aus Neuseeland. Auf diese Mischung bin ich jetzt mal gespannt…

In der hopfigen Nase des honig- bis goldfarbenen, leicht trüben Ales tummeln sich exotisch-fruchtige Aromen, darunter Mandarine, Grapefruit, schwarze Johannisbeeren und Orangenschale.

Entsprechend aromatisch zeigt sich dann auch der Antrunk. Eine Welle von fruchtigen Hopfenaromen schwappt über die Zunge, Mandarinen, Limetten, Heidelbeeren und Grapefruit sind schmeckbar und gehen mit einem feinen, kaum auffälligen Malzbett einher welches höchstens ein wenig Karamell- und Honigaroma mitbringt. Trotz seiner 70 Bittereinheiten, die vor allem im Abgang allmählich daher kommen, wirkt das etwas alkoholische Gebräu recht süffig und gut ausbalanciert.

maisel_and_friends_hopfenreiter_flascheDer angesprochene Abgang ist bisweilen recht knackig, bleibt aber größtenteils ausgewogen und wird von den ewig anhaltenden Hopfenaromen begleitet. Die Herbe bleibt auch nach dem Genuss lange auf der Zunge erhalten, wirkt aber angenehm frisch und lädt zum Weitertrinken ein. Zu der guten Trinkbarkeit trägt auch die perfekte Karbonisierung sein Scherflein bei – alles in allem eine sehr runde, geschmackige Sache. Einzig die Hopfenmelange wirkt bisweilen etwas ‚too much‘, ich bin da aber auch mehr der Fan von klar definierten Bieren mit nicht zu vielen Sorten – das ist aber Geschmackssache.

Dieses Double IPA ist eine klare Ansage an viele deutsche Craftbauer. Aromatisch, knackig herb aber dennoch ungemein süffig. Von mir gibt es hierfür vier Punkte und die Frage, ob man beim Artwork bei Sleepy Hollow geistig frühstücken war. Prost.

  • Stammwürze: 18,6%
  • Bittereinheiten: 70
  • Alkoholgehalt: 8,5%

(4/5)







Hoppebräu Fuchs Teufelswuid

hoppebraeu_fuchs_teufelswuidNach dem Knaller zu Weihnachten ist seit wenigen Wochen ein weiteres, neues Bier vom Waakirchner Hoppebräu auf den Markt. Entgegen dem PX orientiert das „Fuchs Teufelswuid“ wieder an der gewohnten Nomenklatur. Gehopft wurde dieses Double IPA mit Taurus, Galaxy und Calypso, liegt also von der Hopfung her – mal abgesehen von der alten, deutschen Sorte Taurus – voll im Trend der Craftbeerszene hierzulande. Na dann wollen wir mal…

Glasklar strahlt das bernsteinfarbene Bier aus seiner Behausung, garniert mit cremig-feinen, weiß-leuchtenden Schaum. In der Nase zeigen sich ordentlich hopfige Aromen von Grapefruit, Mango, Erdbeeren und etwas Pfirsich – es mischt sich aber auch ein ganz klein wenig Gemüse darunter.

Im Mund angekommen erzeugt das Bier ein samtig-weiches Mundgefühl und bringt ordentlich karamellige Malzaromen auf die Zunge. Dazu gesellen sich exotisch-fruchtige Hopfenaromen, darunter die bereits angesprochenen Grapefruit- und Mangonoten sowie etwas Pinie. Zudem kommt eine unerwartet starke Herbe auf – aufmerksame Leser werden wissen, dass ich beim Hoppe immer ein wenig die hohe Gefälligkeit kritisiere – welche auch lang nach dem schlank-hopfigen Abgang zu spüren ist.

hoppebraeu_fuchs_teufelswuid_flascheNichts desto trotz, auch bedingt durch den kraftvollen Malzkörper und der passenden Karbonisierung, wirkt das Fuchs Teufelswuid gefährlich süffig. Bisweilen sind leicht ethanolische Noten erkennbar, diese werden aber durch die wuchtige Hopfen-Malz-Melange kaschiert und fallen daher auch kaum ins Gewicht.

Das neue Double IPA von Brauer Markus Hoppe muss sich definitiv nicht verstecken und schließt geschmacklich zu den Größen der deutschen Szene auf – bei mir gibt es dafür heute auch vier Sterne.

IBU: 72

Alkoholgehalt: 8,2%

(4/5)







Dark Horse Double Crooked Tree

dark_horse_double_crooked_treeDie Dark Horse Brewing Co. ist bei mir im Blog ja schon beinahe ein „alter Bekannter“. Nach dem IPA und dem Stout möchte ich euch heute das Double/Imperial India Pale Ale der US-Amerikaner aus Michigan vorstellen: Das Double Crooked Tree. Anders als viele „normale“ Double IPA, ist man hier auch beim Alkohol zweistellig – 12% verrät das bunte Label – na dann auf in den Kampf.

Harzig-fruchtig sowie nach Honig duftet das bernsteinfarbene Gebräu, welches es sich unter seiner dichten, cremigen Schaumhaube gemütlich gemacht hat. Wer kann da schon widerstehen?

Antrunk: Bombe! Grapefruit und Zitronen mischen die Geschmacksnerven auf und werden von einem samtig-weichen und überraschenderweise nur moderat süßen Malzkörper begleitet. Dieser weiß mit Karamell, Honig und einem Hauch von Nüssen zu begeistern. Dabei ist das Bier keinesfalls so übertrieben voll und süß wie andere Biere in dieser Alkoholregion, etwa das Molotov Cocktail sondern wirkt bisweilen regelrecht schlank. Gerade im durchaus herb anmutenden Abgang würde ich nie auf die Idee kommen, es mit einem Bier dieser Stärke zu tun zu haben.

dark_horse_double_crooked_tree_flascheDer Nachgeschmack ist ist fruchtig, etwas grasig und honigsüß und hält ordentlich lang an. Dabei ist auch die Süffigkeit außerordentlich hoch, der geringen Kohlensäure und dem niemals nachlassenden Geschmackseindruck sei Dank. Macht mir eine Badewanne voll damit, ich lege mich rein!

Das Double Crooked Tree ist ein ungemein süffiges und leckeres Double IPA – kein negativer Kritikpunkt von mir und daher auch volle fünf Sterne sowie der erste Eintrag in der 2016er Bestenliste. Cheers!

IBU: 84.

Alkoholgehalt: 12%

(5/5)







Coronado Idiot IPA

coronado_brewing_idiot_ipaEs geht mal wieder über den großen Teich, diesmal zur Coronado Brewing Company aus dem gleichnamigen Ort in Kalifornien. Vor wenigen Wochen gab es im Münchner Tap House einen sog.  „Tap Takeover“ bei dem eine ganze Batterie der, in Deutschland nicht so ganz bekannten, Brauerei an die Hähne kam. Da ich diesen Event leider verpasst habe, werde ich mir heute meinen ganz persönlichen Ersteindruck der Brauerei verschaffen – und zwar mit ihrem Double IPA welches auf den charmanten Namen „Idiot“ hört. Ich bin gespannt…

Allzu viele Aromen lassen sich dem klaren und bernsteinfarbenen Bier nicht entlocken. Lediglich ein honigsüßer, schwerer Malzton mit einem Hauch Röstaromen wabert aus dem Glas…

Ein wenig merkwürdig finde ich den ersten Schluck ja schon, wirkt das Bier doch relativ dünn und wässrig. Auch wenn das Bier – dank des Abfülldatums weiß man das ja – nicht mehr unbedingt das allerjüngste ist, verwundert mich das nun schon ein wenig. Wo ist die süßliche Schwere, die sich im Duft angedeutet hat? Warum ist das Bier beinahe unangenehm kratzig im Abgang? Klar, nach ein paar Monaten fallen die Hopfenaromen nicht mehr so intensiv aus wie sie es vielleicht direkt am Abfülltag waren – aber das? Traut man dem MHD – und das sagt schließlich 2016 – sollte man das Bier auch nächstes Jahr noch genießen können ohne zu starke Abstriche bei den Produkteigenschaften zu machen. Da sehe ich auch nicht nur den Händler in der Pflicht sondern auch den Brauer – egal wie schön hopfig-fruchtig das Bier ist, man muss das auch nach 5 Monaten trinken können ohne sich zu fragen, wofür man gerade sein Geld verschwendet hat.

coronado_brewing_idiot_ipa_flascheAber eigentlich sollte das ja ein Review werden…nun, vereinzelt blitzen aus der Wasser-Bitter Mischung getreidige Malzaromen hervor, Süße sucht man vergebens. Danke, mir reicht es.

Auch nach einigen Monaten sollte zumindest die Grundlage des IPAs immernoch Geschmack haben, selbst wenn die Hopfenaromen größtenteils verflogen sind – ansonsten ist es kein gutes Bier. Punkt. Zwei Sterne (Bonusstern, weil es frisch vom Hahn sicherlich besser ist).

Wer mutig ist, kann das Coronado Idiot IPA hier selbst bestellen.

Alkoholgehalt: 8,5%

(2/5)







Birrificio Lambrate Quarantot

birrificio_lambrate_quarantotWer soll denn das aussprechen? Na ja, jedenfalls habe ich heute das Double IPA Quarantot der Mailänder von – ich versuche es nochmal – Birrificio Lambrate im Test. Bisher ist mir die 1996 gegründete Brauerei noch nicht untergekommen, entsprechend gespannt bin ich auf das, was gerade in mein Glas fließt – ich hoffe, ihr auch. Los gehts!

Frisch fruchtig-hopfig nach Grapefruit, Limetten und Zitronenschale duftet das golden- bis bernsteinfarbene Bier. Darauf hat es sich ein cremig-feiner, schneeweißer Schaum gemütlich gemacht – eine Augenweide.

Vollmundig und süßlich fällt der erste Schluck aus. Eine Fülle an Zitrusaromen flutet den Mund – Orangen, Zitronen, Grapefruit, Litschi und etwas Kiefer sind schmeckbar und machen richtig Lust auf das Bier. Samtweich wirkt es auf der Zunge, eine moderate Karbonisierung und das karamellig-süße Malzbett lassen schnell eine starke Süffigkeit aufkommen. Einzig bei der Bitterkeit hat man leichte Abstriche gemacht, ist das Bier zwar moderat herb – gerade im Abgang – doch, so finde ich, fehlt ihm da noch ein wenig der letzte Kick.

birrificio_lambrate_quarantot_flascheIm Verlauf hält sich der frisch-hopfige Fruchtgeschmack recht gut, allzu lange wird das Bier aufgrund seiner enormen Trinkbarkeit aber eh nicht im Glas verweilen. Ja, es dürfte etwas knackiger und trockener sein, dennoch weiß diese Hopfenbombe nicht nur den ortsansässigen Milanesi zu gefallen.

Hopfig, fruchtig und sehr rund. Es kommt zwar nicht zu 100% an meinen Anspruch an ein Double IPA ran, kommt ihm aber ordentliche nahe. Von mir sind das heute vier Sterne.

Alkoholgehalt: 8%

(4/5)







Karl Strauss Big Barrel Double IPA

karl_strauss_big_barrel_double_ipaAuf nach San Diego, genauer gesagt zur Karl Strauss Brewing Company. Im Glas landet gerade deren Big Barrel Double IPA welches mit 90 Bittereinheiten, einer ordentlichen Ladung Alkohol sowie drei nicht alltäglichen Hopfensorten (Warrior, Ahtanum, Nelson Sauvin) versehen ist. Man darf demnach auf das Bier gespannt sein – vielen Dank an Bier Deluxe für die Kostprobe!

Klar und goldenfarben leuchtet das Gebräu aus dem Glas, cremig-fester, weißer Schaum thront oben auf. Dabei emittiert das Bier einen zitronalen Geruch, es duftet frisch-hopfig nach Orangenzesten und Mango.

Sehr malzlastig mit fein karamelliger Honigsüße startet der erste Schluck, das Malz wirkt bisweilen etwas brotig und keksig. Dazu kommt eine gleich zu Beginn intensive, knackige Herbe – die vielen Bittereinheiten werden hier nicht versteckt. Dank dem intensiven Malzbett wirkt das Bier jedoch nicht übermäßig trocken, kann zum Abgang hin sogar noch eine geschmackliche Schippe drauflegen. Hier sorgt der Hopfen für feine Zitrus- und Traubenoten sowie dem harzig-holzigen Aroma von Kiefernnadeln.

karl_strauss_big_barrel_double_ipa_flascheDass ich in der letzten Zeit auch immer so extreme Biere auf meiner Testliste stehen habe. Hat man sich erst an die Herbe gewohnt, kann man mit dem Bier recht gut klarkommen – auch die anderen Rahmenparameter in Sachen Trinkbarkeit passen. Wäre der intensive Hopfeneindruck nicht da, man würde nicht erahnen, dass man es mit einem doch sehr starken Bier zu tun hat. Die Süße ist gut kaschiert, das Bier recht trocken (was auch an der Süßung mittels Dextrose liegen dürfte) und einfach sehr, sehr trinkbar.

Durchaus ein Pfund das Big Barrel Double IPA. Wegen mir dürfte das Aroma ruhig noch ausgeprägter sein – das Bier könnte es vertragen. Nichts desto trotz sehr lecker und mir vier Sterne wert.

Neugierig geworden? Das Big Barrel Double IPA könnt ihr hier bestellen.

IBU: 90

Alkoholgehalt: 9%

(4/5)







Evil Twin Molotov Lite

evil_twin_molotov_liteEs entbehrt nicht gerade einer gewissen Komik, dass man bei Evil Twin den „leichten“ Ableger des Molotov Cocktail „Molotov Lite“ benennt, fällt dieser mit 8,5 Volumenprozent Alkohol ja immernoch mindestens genau so stark aus wie es viele andere Double IPAs auf dem Markt sind. Im Gegensatz zu seinem großen Bruder kommt das Lite aber auch gleich in der Pint-Dose daher…am Schluß bleibt man da noch nüchtern – das geht ja gar nicht!

Hach, das ist wieder ein Duft. Nach dem gemütlichen Zischen der Dose, macht sich ein tropischer Fruchtkorb an Aromen in der Nase breit. Süßliche Noten von Mango, Maracuja und Grapefruit wecken die Vorfreude auf dieses golden- bis bernsteinfarbene Bier…

Und genau so gibt sich auch der Antrunk, frisch, intensiv fruchtig und richtig schön herb. Aromen von Orangenzesten, Maracuja, Zitronen sowie blumige Eindrücke beherrschen den Geschmackseindruck des Starkbieres. Aber auch im Malzbett ist ein bisschen was los, sehr weich mit einem Hauch Karamell dient dieses als minimalst süßlicher Aromentransporteur und bringt den Hopfen sehr schön zur Geltung.

evil_twin_molotov_lite_flascheWie es sich für ein amerikanisches Double IPA gehört, fällt die Bitterkeit ordentlich aus und sorgt für eine noch angenehme Adstringenz auf der Zunge. Wirkt der große Bruder eigentlich mehr wie ein Barley Wine, hat man hier nun wirklich mit einem richtig guten Vertreter seines Stils zu tun. Fruchtig, hopfig und mit einer richtig knackigen Herbe im Hintergrund, dabei aber nicht so zitrusdominiert wie es viele andere Biere seiner Art sind.

Was soll ich sagen? Mir schmeckt auch das Molotov Lite richtig, richtig gut. Von mir gibt es fünf Sterne und – schon wieder – einen Eintrag in die Bestenliste.

Alkoholgehalt: 8,5%

(5/5)