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Tröegs Perpetual IPA

troeegs_perpetual_ipaMit Bieren von Tröegs Independent Brewing aus Hershey, Pennsylvania kam ich erstmal vor einigen Jahren in Kontakt, als bei der Camba Bavaria eines der bekannten „Scratch“-Biere – damit ist eine durchnummerierte Serie von Kleinstmengen-Braugängen gemeint – in Truchtlaching gebraut und auch verkauft wurde. Umso größer war die Freude, vor kurzem an ein paar der Biere zu kommen, darunter das Perpetual IPA, ein Imperial Pale Ale mit den Hopfensorten Bravo, Chinook, Mt. Hood, Nugget, Cascade und Citra gehopft wurde.

Goldgeld strahlt das filtrierte Bier aus seinem Glas, oben auf cremiger, schneeweißer Schaum. In der Nase finden sich Zitronenschale sowie blumige Noten und etwas Pinie.

Dass dieses Bier keine halben Sachen macht, wird direkt beim ersten Schluck klar. Der Antrunk fällt sehr trocken und adstringierend aus, wirkt wuchtig aber keineswes süß oder pappig. Flankiert wirt das leicht biscuitartige Malz von einem frischen und fruchtigen Hopfenaroma. Es schmeckt bisweilen nach Ananas, Zitronen und Limetten, wird aber auch von etwas Heu begleitet. Dementsprechend staubtrocken auch der Abgang mit anhaltender, jedoch feiner und angenehmer Bittere.

troeegs_perpetual_ipa_flascheUnd so verwundert es kaum, dass man beinahe reflexartig wieder zum Glas greift. Auch wenn man das Gefühl hat, dass einem das Bier das letzte bisschen Feuchtigkeit von der Zunge nimmt, möchte man einfach nicht aufhören. Die fruchtigen Hopfenaromen sind wunderbar eingebunden, die Trinkbarkeit ist nicht zuletzt dank einer wirklich perfekt eingestellten Kohlensäure gegeben und so trinkt man dieses Imperial Pale Ale gemütlich vor sich hin.

Eine sehr feine Geschichte. Zwar reicht es nicht für die Bestwertung, es sind aber locker sehr gute vier Sterne für dieses Gebräu drin. Lecker!

IBU: 85

Alkoholgehalt: 7,5%

(4/5)







Dark Horse Double Crooked Tree

dark_horse_double_crooked_treeDie Dark Horse Brewing Co. ist bei mir im Blog ja schon beinahe ein „alter Bekannter“. Nach dem IPA und dem Stout möchte ich euch heute das Double/Imperial India Pale Ale der US-Amerikaner aus Michigan vorstellen: Das Double Crooked Tree. Anders als viele „normale“ Double IPA, ist man hier auch beim Alkohol zweistellig – 12% verrät das bunte Label – na dann auf in den Kampf.

Harzig-fruchtig sowie nach Honig duftet das bernsteinfarbene Gebräu, welches es sich unter seiner dichten, cremigen Schaumhaube gemütlich gemacht hat. Wer kann da schon widerstehen?

Antrunk: Bombe! Grapefruit und Zitronen mischen die Geschmacksnerven auf und werden von einem samtig-weichen und überraschenderweise nur moderat süßen Malzkörper begleitet. Dieser weiß mit Karamell, Honig und einem Hauch von Nüssen zu begeistern. Dabei ist das Bier keinesfalls so übertrieben voll und süß wie andere Biere in dieser Alkoholregion, etwa das Molotov Cocktail sondern wirkt bisweilen regelrecht schlank. Gerade im durchaus herb anmutenden Abgang würde ich nie auf die Idee kommen, es mit einem Bier dieser Stärke zu tun zu haben.

dark_horse_double_crooked_tree_flascheDer Nachgeschmack ist ist fruchtig, etwas grasig und honigsüß und hält ordentlich lang an. Dabei ist auch die Süffigkeit außerordentlich hoch, der geringen Kohlensäure und dem niemals nachlassenden Geschmackseindruck sei Dank. Macht mir eine Badewanne voll damit, ich lege mich rein!

Das Double Crooked Tree ist ein ungemein süffiges und leckeres Double IPA – kein negativer Kritikpunkt von mir und daher auch volle fünf Sterne sowie der erste Eintrag in der 2016er Bestenliste. Cheers!

IBU: 84.

Alkoholgehalt: 12%

(5/5)







Camba Bavaria Imperial IPA

camba_bavaria_imperial_ipaUm die Camba Bavaria aus Truchtlaching ist es ja in den letzten Monaten etwas ruhiger geworden, war man augescheinlich damit beschäftigt die neuen Abkömmling Waitzinger Bräu in Miesbach und Camba Old Factory in Gundelfingen aufzuziehen. Dass man dabei aber auch biertechnisch nicht geschlafen hat, zeigen die neuen Camba Biere der letzten Wochen. Eines davon ist das neue Imperial IPA welches ich euch heute vorstellen möchte.

Sahnig-fein steht der gelblich-weiße Schaum auf dem bernsteinfarbenen, trüben Bier. Unter der wundervollen Schaumhaube strömt ein frisch-hopfiger Geruch nach Maracuja, Waldbeeren und Zitrusfrüchten – toll!

Sehr fein und recht süßlich fällt der Antrunk aus. Gleich zu Beginn hat man einiges an fruchtigen Hopfenaromen auf der Zunge, allen voran ist Passionsfrucht schmeckbar – gepaart mit Brombeeren, Orangen und etwas Grapefruit. Im reichhaltigen Malzbett finden sich würzige Karamellaromen, etwas Honig und eine ganz leichte, brotig-nussige Note. Dazu gesellt sich eine anfangs leichte, im Mittelteil und zum Abgang hin deutlich intensivierende Herbe welche allerdings kurz nach dem Genuß beinahe wieder komplett verschwindet – einizig die fruchtigen Hopfenaromen bleiben auf der Zunge und machen viel Freude.

camba_bavaria_imperial_ipa_flascheWie für die Camba Bavaria gewohnt ist die Karbonisierung perfekt dosiert für dieses Bier dessen Alkoholgehalt man zu keinem Zeitpunkt erahnen kann. Dabei wirkt das IPA nicht zuletzt dank seinem intensiven aber weichen Malzbett recht süffig woran auch die durchaus starke Hopfenbittere nichts ändert.

Ganz ehrlich – ich finde keine Kritik. Das Bier ist perfekt ausbalanciert, hat genau die richtige Herbe und an dem tropischen Fruchtbouquet könnte ich mich den ganzen Abend erfreuen. Für dieses tolle Imperial IPA gibts volle fünf Sterne und einen Eintrag in die Bestenliste.

Stammwürze: 19,9%

Alkoholgehalt: 8,4%

(5/5)







Widmer Brothers Nelson Imperial IPA

widmer_brothers_nelson_imperial_ipaMit hopfigen 70 Bittereinheiten kommt das Nelson Imperial IPA der Widmer Brothers Brewing Company aus dem US-amerikanischen Portland, Oregon daher und schickt sich an, mir heute einen einen geschmacksintensiven Biertest zu bescheren. Es soll ja vereinzelt Leute geben, die mit dem Nelson Sauvin Hopfen nicht viel anfangen können, ich bin da jedoch ganz anderer Meinung. Gerade beispielsweise in einem Weißbier macht diese neuseeländische Hopfensorte eine tolle Figur. Schauen wir mal, was mich nun hier erwartet.

Einen sehr stabilen und cremigen Schaum trägt das leicht rötlich schimmernde, bernsteinfarbene Bier oben auf. Im Geruch liegt Süße sowie das Aromen von roten Trauben, Waldbeeren und Zitrusfrüchten.

Anders als erwartet fällt der erste Schluck bei diesem India Pale Ale nicht allzu trocken aus was in erster Linie an dem karamelligen und recht süßen Malzbett liegt welches dem moderaten Hopfenaroma vorgeschaltet ist. Erst nach zwei-drei Schluck kommt der Geschmack des namensgebenden Aromahopfens stärker heraus und bringt auch eine durchaus wahrnehmbare Herbe mit sich. Trauben, Heu, Grapefruit und Ananas sind schmeckbar und machen den samtigen Abgang zu einem echten Erlebnis.

Von der Rezenz her hätte das Bier etwas spritziger ausfallen können wodurch es zum Schluß hin sogar ein wenig dazu tendiert, schal zu wirken. Andererseits vermag das sehr weiche Mundgefühl sehr zu gefallen was sich auch recht gut auf die eh schon hohe Süffigkeit auswirkt.

widmer_brothers_nelson_imperial_ipa_flascheIn meinen Augen hätte der Hopfengeschmack durchaus noch intensiver sein können und außerdem ist zu wenig Kohlensäure vorhanden, dennoch ist das Nelson Imperial IPA ein sehr leckeres Gebräu dem ich gerne vier Sterne verleihe.

IBU: 70

Alkoholgehalt: 8,6%

(4/5)







Brewdog Hardcore IPA

brewdog_hardcore_ipaLange habe ich gebraucht, heute aber ist es soweit: Im heutigen Biertest möchte ich euch das Hardcore IPA von Brewdog, den lauten Bierpunks aus Schottland, vorstellen. Die bisherigen Ales der Insulaner waren ja nicht unbedingt schlecht, der richtige Kracher war aber für mich noch nicht dabei. Ob das beim Hardcore IPA anders ist?

Bernsteinfarben bis rötlich präsentiert sich dieses Imperial IPA, die leicht gelblich getönte, cremig-sahnige Schaumhaube ist üppig und sehr standfest. Aus dem Glas strömt intensiv-fruchtiger Geruch nach Zitrusfrüchten, Papaya, Mango und Johannisbeeren – Wahnsinn!

Durch Mark und Bein schießt einem der Schauer den man beim Antrunk erlebt, denn die Bitterung ist mehr als ordentlich. Offiziell ausgewiesen sind 150 IBU was aber unerheblich ist, da der Mensch alles über 100 eh nicht mehr wahrnehmen kann. Man braucht kurz bevor sich die Gewöhnung einstellt und man das Bier wirklich schmecken kann. Hier tut sich ein Bouquet aus hopfigen und exotischen Fruchtaromen auf welches mit einem karamellig-honigartigen Malz einhergeht.

brewdog_hardcore_ipa_flascheTrotz dem enorm trockenen Eindruck hält stellt sich doch eine gewisse Vollmundigkeit ein was dazu führt, dass man dieses starke Bier erstaunlich schnellt trinkt. Im Abgang kommt dafür die Strafe: auf der Zunge fängt es obgrund des enorm „trockengehopften“ Setups leicht das brennen an und im Hals wirds kratzig. Dennoch will man nicht aufhören und nimmt Schluck um Schluck wobei sich aber keine Besserung einstellt. Der grasig-fruchtige Hopfengeschmack im Abgang machts aber wirklich erträglich, wenn gleich dieser aber etwas zu leicht ausfällt.

Hammerhartes Gebräu aus Schottland, ordentlich herb mit einem tollen Fruchtkorb im Geruch, der im Geschmack leider nicht so gut rauskommt. Alles in allem aber ein Top-Bier welches an der Höchstwertung kratzt, diese aber nicht erreicht. Vier Sterne sind dennoch mehr als gut!

Neugierig geworden? Hier könnt ihr es bestellen.

IBU: 150

Alkoholgehalt: 9,2%

(4/5)







Fritzale Imperial IPA

fritzale_imperial_ipaErstmals bin ich mit den Bieren von Fritz Wülfing auf der Braukunst-Live in Berührung gekommen und freute mich, als es vor ein paar Wochen hieß, dass das Bier beim Liebick in Germering eingetroffen ist. Kurz darauf hatte ich die beiden (für mich) verfügbaren Fritzales im Keller von denen ich euch heut das starke Imperial IPA vorstellen möchte.

Rötlich-braun schimmert das Ale und wird von einer kleinen, jedoch feinen und stabilen Schaumhaube garniert welche eine leichte Gelbfärbung aufweist. Der Geruch des ungefilterten Bieres ist intensiv und gespickt von Honig und Hopfenaromen welche vor allem mit Mango und Grapefruitnoten versehen sind.

Der Antrunk fällt sehr intensiv aus und wird getragen von einem starken, süßlichen Malz welches auf der Zunge auch einen Hauch Röstaromen und Vanille entfaltet. Die aufkommenden Hopfenaromen sind von Zitrusfrüchten durchzogen die sich bereits beim Geruch bemerkbar gemacht haben und werden von floralen und erdigen Hopfennoten begleitet. Die Rezenz ist sehr angenehm, die dafür zuständige Kohlensäure ist schon fast einen Hauch zu gering dosiert.

fritzale_imperial_ipa_flascheIm Abgang erscheint das Starkbier brotig und recht schwer, der Alkohol kommt hier zum Vorschein was aber absolut nicht stört. Jetzt hat man eher das Gefühl, es mit einem Likör zu tun zu haben, so behäbig und langsam gleitet das Bier den Rachen hinab und hinterlässt auf seinem Weg eine starke, jedoch ausgewogene Herbe. Niemals im Leben würde ich davon ausgehen, es hier mit 102 IBU zu tun zu haben – so sehr überwiegt die süßliche Fruchtigkeit und kaschiert somit die Hopfenbittere sehr gut.

Ein sehr gutes Ale hat der Fritz hier  kriert, viel Frucht, viel Malz und eine leichte Säure die diesen IPA-Hammer bekömmlich machen.

Alkoholgehalt: 8,6%

IBU: 102

(4/5)