Schlagwort-Archive: imperial stout

Odell Brewing Jolly Russian

Yeah, heute gibt es mal wieder ein Bier einer Brauerei, die bisher in meinem Blog nicht vorgekommen ist. Es geht in den US-Bundesstaat Colorado nach Fort Collins, Heimat der 1989 gegründeten Odell Brewing Co. Im Glas habe ich dabei heute nichts anderes als das Jolly Russian, ein gemütliches Imperial Stout mit zweistelligem Alkoholgehalt welches in Rumfässern lagern durfte. Die Vorfreude steigt…

Ja, da sieht man nichts mehr. Das nachtschwarze Gebräu schluckt jedes bisschen Licht locker weg. Oben auf ein Finger breit brauner, cremig-feiner Schaum und erst der Geruch! Dunkle Früchte, Röstaromen von Schokolade und noch viel mehr Kaffee und Rumtopf – ich kanns kaum erwarten.

Gänsehautfeeling auch beim ersten Schluck. Sehr weich und rund zeigt sich das intensiv-röstige Malzbett welches mit ordentlich viel Schokolade und Mokka auf die Zunge kommt. Dazu kommen Karamellnoten, Vanille, Kokos sowie ein Hauch Pflaumen, etwas Tabak und Holz. Auch den Alkohol merkt man recht schnell, er ist aber in das süße Malzbett wunderbar eingebunden und wirkt in erster Linie wärmend. Der Abgang kommt mit ein wenig Herbe rüber, die Aromen bleiben dabei lange auf der Zunge hängen – das samtige Mundgefühl ist beinahe erschreckend.

Im Trinkverlauf des nur leicht karbonisierten Bieres kommt der Rum mehr in den Vordergrund, drängt sich jedoch nicht allzu sehr auf und wirkt insgesamt sehr gut in das Bier integriert. Trotz dessen, dass das Bier sehr schwer wirkt und ungeübte Geschmacksnerven an den Rande der Überforderung bringen wird, lässt es sich erstaunlich gut trinken – gefährlich süffig. Geschmacklich ändert sich mit der Zeit nur recht wenig, Vanille, Sckokolade und der Rum mit etwas Kokos bleiben bis zum Ende hin deutlich schmeckbar.

Ein absolut rundes, ungemein leckeres und einfach richtig geiles Bier. Beim Jolly Russian passt wirklich alles – schade, dass die Flasche gleich leer ist. Von mir gibts hierfür die Höchstwertung von fünf Sternen. Arrrr!

IBU: 45

Alkoholgehalt: 13,3%

(5/5)







Brauerei Lemke Imperial Stout Barrel Blend 2015

lemke_berlin_imperial_stout_barrel_blend_2015Gleich mal eine Warnung vorweg: Bei meinem heutige Testkandidaten handelt es sich nicht direkt um das „normale“ Imperial Stout der Berliner Brauerei Lemke, welches vor ein paar Tagen den European Beer Star in Silber in seiner Kategorie gewann. Ich stelle euch heute den 2015er Barrel Blend vor, eine Mischung aus dem fassgelagertem Imperial Stout (Bourbon und Tequilla) welches nach der Lagerung mit dem Imperial IPA aus dem gleichen Hause geblendet (ergo gemischt) wurde. Klingt abgefahren, oder?

Was soll man dazu noch sagen? Das Bild sagt mehr als tausend Worte. Unter der cremig-feinen, braunen Schaumhaube wabert eine Fülle von Röstaromen, darunter Mokka, Lakritze, viel Karamell, Sherry und Amarenakische.

Der Antrunk steht dem in absolut gar nichts nach, eine Fülle an Aromen stürmt über die Geschmacksnerven. Viel dunkle Früchte, Kaffee, etwas dunkle Schokolade und Vanille sind in erster Linie schmeckbar, kurz darauf kommen fruchtige Hopfenaromen mit ins Spiel. Ein Hauch von feinen Zitrusaromen und etwas Pinie runden den sehr angenehmen Geschmackseindruck im Abgang ab. Hier lassen sich auch die 70 Bittereinheiten des Bieres blicken, die das sehr schwere und süßliche etwas bekömmlicher machen.

lemke_berlin_imperial_stout_barrel_blend_2015_flascheNach den ersten 2-3 Schluck muss das erstmal sitzen lassen. Das Mundgefühl ist sehr samtig, die Trinkbarkeit extrem hoch. Dabei stehen die Aromen im Trinkverlauf nie an, es gibt immer neues zu entdecken und allgemein kann man sagen: Umso wärmer das Bier wird, desto intensiver und besser schmeckt es auch. Passend dazu gibt sich die Kohlensäure unaufgeregt und unterstützt damit das geniale Mundgefühl des viskosen Bieres zusätzlich.

Ich bin – ehrlich gesagt – restlos begeistert und wunschlos glücklich. In diesem Bier so dermaßen viel Geschmack, dass ich jetzt noch ne Stunde weiterschreiben könnte. Ich kürze das allerdings ab und vergebe fünf Sterne. Prost!

Wer jetzt neugierig geworden ist, bei Bier Deluxe gibt es noch ein paar Flaschen davon…

IBU: 70

Stammwürze: 29%

Alkoholgehalt: 11%

(5/5)







Hanscraft & Co Black Nizza Motor Øl Whiskey Cask Matured

hanscraft_black_nizza_motor_oel_whiskey_cask_maturedDas Jahr neigt sich dem Ende entgegen, die Tage werden kürzer, die Nächte länger und die Biere stärker. Heute möchte ich euch das holzfassgereifte Black Nizza Motor Øl von Hanscraft & Co aus dem bayerischen Aschaffenburg vorstellen. Reifen durfte dieses Bier mit zweistelligem Alkoholgehalt in „Bavarian Pot Still Whiskey“ Fässern des Feinbrenners Severin Simon aus dem bayerischen Michelbach. So und jetzt genug der Vorrede, jetzt gibts Bier.

Dass der Name Programm ist, dass man bereits beim Einschenken des tiefschwarzen, viskosen Gebräus sehen – stiltypisch trägt es zudem eine braungefärbte, feinporige Schaumkrone. In der Nase begeistert das Bier mit einer feinen MIschung aus geröstetem Malz, Toffee, Schokolade und Kaffee wie auch Holz, Rauch, Kirschen und Lakritze.

Anders als gedacht wirkt das Bier erstmal gar nicht so schwer. Röstaromen von Kaffee und Schokolade kommen auf, süßliche Kirsche mitsamt etwas Holz und Whisky sind merkbar – bleiben jedoch im Hintergrund. Ebenso geht es der Herbe, obgleich sie sich im vergleichsweise recht unkomplizierten Abgang intensiviert und ihr Übriges dazu beiträgt, dass man den Alkoholgehalt des Aschaffenburger Gebräus ein wenig unterschätzt. Auf der Zunge bleiben die Röstaromen zurück, Kaffee dominiert hier klar.

hanscraft_black_nizza_motor_oel_whiskey_cask_matured_flascheMit der Zeit traut sich die Süße, gepaart mit einem stärkeren Schokoladenaroma, etwas mehr in den Vordergrund, die Fassaromen ziehen sich derweil jedoch weiter zurück und sind im Trinkverlauf beinahe kaum noch wahrzunehmen. Die Trinkbarkeit leidet darunter allerdings nicht, die Rezenz ist angenehm und das Bier steht nicht an. Trotzdem vermisse ich klein wenig die Tiefe im Bier. Wenn ich solch ein Kaliber an Stout im Glas habe, dann muss mich das Ding komplett umhauen. Das Motor Øl versucht es zwar, bringt mich allerdings nur ein wenig ins Wanken.

Mehr Körper, mehr Fass und es wäre perfekt. So reicht es heute jedoch „nur“ zur sehr guten vier Sternen. Prost!

Alkoholgehalt: 10,5%

(4/5)







Evil Twin Soft DK

evil_twin_soft_dkDass es sich bei dem Mann hinter Evil Twin Brewing um einen sehr umtriebigen Brauer handelt, habt ihr als treue Verfolger meines Blogs ja sicherlich schon gemerkt. Damit ich den Stau an Testbieren da mal abbauen kann, stelle ich heute das Soft DK („Soft Dookie“) des dänisches Gypsy Brewers vor – ein Imperial Stout mit zweistelligen Alkoholgehalt, welches bei Two Roads Brewing in Stratford, Connecticut gebraut wird. Auf gehts!

Nicht schlecht, Herr Specht. Nachtschwarz liegt das ölig wirkende Bier im Glas, garniert mit braunem, cremig-texturierten Schaum. In der Nase tummelt sich eine Fülle intensiver Röstaromen von Vanille, Schokolade, etwas Kaffee, Rum und Lakritze – sehr spannend!

Der Antrunk ist sehr malzig und süßlich, intensive Schokoladen- und Kaffeearomen laufen über die Zunge und werden dabei von Melasse, Lakritze und viel Karamell begleitet. Dabei wirkt das Bier sehr weich und vollmundig, hat aber im aufkommenden Abgang durchaus einiges an Herbe im Gepäck um den Körper etwas abzurunden – ansonsten wäre die Süße zu überbordend und der Trinkgenuß würde gestört.

evil_twin_soft_dk_flascheDer intensive Schokoladen-Mocca-Mix bleibt auch lange nach dem ersten Schluck auf der Zunge hängen, dennoch greift man schnell wieder zum Glas um den schokoladigen Eindruck auf der Zunge zu erneuern. Dass dabei auch der Alkohol durchaus merklich ist – kaum verwunderlich – spielt für die hohe Süffigkeit des Gebräus keine Rolle.

Ein richtig tolles Stout, vielleicht doch ein wenig zu boozy und zu süß – dennoch lecker und mir heute vier Sterne wert. Prost!

Alkoholgehalt: 10,4%

(4/5)







Siren Caribbean Chocolate Cake

siren_caribbean_chocolate_cakeHeute freue ich mich darauf, euch den Koop-Sud Caribeean Chocolate Cake von Siren und Cigar City vorstellen zu dürfen. Es handelt sich dabei um ein Stout dem zudem allerlei guten Zutaten zu Teil wurden – so wurden dem Bier Kakaobohnen und Laktose beigefügt, zudem durfte es auf Zypressenholz reifen. Zudem wurde noch eine experimentelle Hopfensorte genutzt um das Gebräu noch weiter zu aromatisieren. Klingt also sehr spannend und schürt hohe Erwartungen – ob das Bier denen wohl gerecht werden kann…?

Erstmal die Optik: Ok, was soll ich sagen. Cremig-feiner, dunkelbrauner Schaum auf nachtschwarzen Bier – schick! In der Nase wird es dann hammerhart: Schokolade, Kaffee, Lakritze, Kokosnuss und auch etwas Holz – eine wahrliche Röstbombe.

Entsprechend fällt dann auch der erste Schluck aus. Das Bier gibt sich extrem samtig und bringt beim erstmaligen Zungenkontakt gleich eine Fülle von Röstaromen auf die selbige. Allen voran ist es dunkle Schokolade, die hier den Ton angibt. Dazu mischen sich Vanille, Lakritze, Kokosnuss, ein Hauch von getrocknete Pflaumen und Tabak. Gerade als man meint, man hätte den Geschmackstsunami hinter sich gebracht, taucht nochmal eine starke, vanillige Schokoladenwelle auf die auf die Geschmacksnerven hereinbricht und bis weit in den lang anhaltenden Abgang reicht. Dieser bittert auch gut, jedoch nicht übertrieben, nach und man muss erstmal ein wenig Inne halten um über das Geschmackserlebnis zu sinnieren.

siren_caribbean_chocolate_cake_flascheEs ist schier unglaublich, was die Brauer aus den Zutaten rausgeholt haben – dazu die perfekt passend Karbonisierung und das, gerade auch wegen dem Milchzucker (der von der Hefe nicht vergoren wird), samtig-weiche Malzbett mit recht hoher Süße. Dazu eine super Balance, welche nicht zuletzt ihr Schärplein zu der ungemeinen Süffigkeit beiträgt.

Puh, liest sich fast wie ein Werbetext, oder? Ich muss zugeben, das Bier haut mich um und wird den hohen Erwartungen mehr als gerecht. Einziger Wermutstropen: Es ist sehr schwer zu bekommen. Seis drum, das sind heute (schon wieder) fünf Sterne und ein Bestenlisteneintrag…und ich brauch jetzt erstmal ein Sauerstoffzelt. Prost!

Alkoholgehalt: 7,4%

(5/5)







Riegele Biermanufaktur Magnus 15 Edition Bourbon

riegele_biermanufaktur_magnus_15Wie jedes Jahr mache ich mir bereits einige Woche vor Heiligabend Gedanken über das entsprechende Bier. Möglichst festlich und besonders sollte es sein – da traf es sich gut, dass vor einiger Zeit das neue Magnus 15 Edition Bourbon aus der Riegele Biermanufaktur aus Augsburg bei mir eingetroffen ist. Es handelt es sich dabei um einen Imperial Stout mit flauschigen 13% Alkohol welches einige Zeit in kleinen, 50 Liter fassende Bourbonfässer reifen durfte. Nicht zuletzt aufgrund der Limitierung auf 1001 Flaschen dürfte das Bier besonders genug sein um am heutigen Tag ins Glas zu fließen – gehen wir es also an.

Erwartungsgemäß hält sich die Schaumbildung auf dem nachtschwarzen, viskosen Bier zurück. Am Schluß wurde es dann aber noch ein Finger breit feinporiger, dunkelbrauner Schaum. In der Nase tummelt sich eine Fülle an Röst- und Fassaromen, Whisky vermischt sich mit Holz, Vanille und Schokolade – einfach Klasse.

Den ersten Schluck dieses äußerst komplexen Bieres muss man erstmal sitzen lassen. Im Malzbett dominieren erstmal röstmalzige Eindrücke von Schokolade, etwas Espresso und viel Vanille – ein Teil davon ist aber sicherlich auch den sich aufbäumenden Fassaromen geschuldet, Holz, Rum und die bereits angesprochene Vanille zeugen von der Lagerung in den Bourbonfässern. Der kaum bitternde, lange Abgang ist etwas vom Alkohol geprägt, fällt aber sehr weich aus und das aromatische Bier bleibt einige Zeit am Gaumen hängen.

riegele_biermanufaktur_magnus_15_flascheBei all den Aromen und dem hohen Alkoholgehalt entfaltet das Magnus 15 immernoch eine sehr gute Trinkbarkeit die auch dem beinahe zu niedrigen Kohlensäuregehalt geschuldet ist. Im Trinkverlauf kommen vereinzelt Aromen getrockneter Pflaumen und Rosinen auf, ordnen sich aber ebenfalls den omnipräsenten Fasseindruck unter – Klasse.

Mir bleibt nichts anderes über als den Bierspezialisten in Augsburg zu attestieren, dass sie mit dem Magnus 15 ein Weltklasse Stout gebraut und eine perfekte Balance aus Bier- und Fassaromen kreiert haben. Das ist ganz großes Kino, daher auch fünf Sterne und ein Eintrag in die Bestenliste.

Und jetzt noch eins: Frohe Weihnachten liebe Leser!

Alkoholgehalt: 13%

(5/5)







Hoppebräu PX

hoppebraeu_pxEs ist immer wieder schön über neue Biere zu schreiben – vor allem, wenn man bei der Entstehung dabei sein konnte. Vorstellen möchte ich euch heute daher das limitierte Hoppebräu PX, ein Imperial Stout welches sechs Monate in einem Pedro Ximénez Sherryfass lagern durfte. Das ist insofern spannend, als dass fassgelagerte Spezialbiere bei uns immernoch eine Seltenheit sind – gerade von kleinen Brauern auf dem Lade. Umso mehr freue ich mich auf den nun folgenden Test…

Dunkelbraun bis schwarz läuft das viskose Bier in Glas und emittiert bereits jetzt einen intensiv schokoladigen, mit Holznoten gespickten Geruch. Im Glas angekommen bildet es eine bräunliche Schaumhaube mit cremiger Konsistenz, im Geruch reichen die Eindrücke von Schokolade über Holz bis hin zu roten Beeren und Rosinen.

Auf der Zunge angekommen, entfaltet das komplexe Bier ein weites Spektrum an Röst- und Fassaromen – man braucht erst einmal eine Weile um  die Fülle an Geschmack zu realisieren. Da wäre einerseits Zartbitterschokolade mit etwas Kaffe und einem Hauch Vanille, andererseits Rosinen, Pflaumen sowie auch Trauben und etwas Holz – Wahnsinn. Das Ganze ist in ein moderat süßliches Malzbett eingelassen welches dem Bier auch eine ölige Konsistenz verleiht. Im Abgang bleiben derweil die Fruchtaromen noch eine Zeit lang erhalten, ein wenig Herbe kommt auf und rundet das Bier ab.

hoppebraeu_px_flascheSamtig und sehr voll wirkt der Körper, trotz des durchaus merklichen Alkoholgehalts ist das Bier jedoch immernoch gut trinkbar. Dazu passend auch die sehr zurückhaltende Karbonisierung wodurch das Bier beinahe an einen Likör erinnert als an des Deutschen Lieblingsgetränk – und das ist auch gut so! In meinen Augen ist der Spagat zwischen Bier- und Fassaromen immer recht schwierig, die Balance ist hierbei das A und O. Umso mehr freut es mich, dass diese beim PX wirklich perfekt getroffen wurde, keine der beiden Seiten übernimmt das Geschmackszepter – vielmehr gehen Getränk und Holz eine wunderbare Melange ein, die auch noch perfekt zur kalten Jahreszeit passt.

Ja mei, ich sag da nicht viel mehr dazu. Das sind fünf Sterne sowie ein Eintrag in die Bestenliste. Bravo, Markus Hoppe!

Alkoholgehalt: 11,4%

(5/5)







Mikkeller Black Hole

mikkeller_black_holeEs gibt einfach Tests, auf die ich mich so richtig freue. Entweder, weil ich das Bier schon kenne und weiß, dass mich etwas gutes erwartet oder weil die Brauerei bei mir bereits mehrfach positiv aufgefallen ist. Beim heutigen Test des Black Hole Imperial Stouts von Mikkeller treffen sogar beide Punkte zu. Und ja, auch ich bin nicht so ganz mit dem Weg einverstanden, den die Dänen eingeschlagen haben – ebenso wenig mit dem „ultracoolen Hipstertum“ das sich, nicht nur um diese Marke, etabliert. Das alles soll mir jetzt bei diesem Bier erstmal egal sein…

Erwartungsgemäß schwarz und blickdicht steht das viskose Bier im Glas, getoppt mit einem feinporig-cremigen, nussbraunen Schaum. Darunter duftet es nach Vanille, Honig, Karamell und getrockneten Pflaumen.

Auf der Zunge angekommen wirkt das Bier gar nicht so schwer wie man vielleicht glauben möchte – bis auf den durchaus merkbaren Alkohol. Nüsse, Schokolade, Vanille, Karamell, Lakritze und Honig sind nur ein paar Aromen, die mir beim ersten Schluck dieses sehr komplex wirkenden Bieres in den Sinn kommen. Zu erwähnen ist außerdem eine sehr milde, jedoch merkbare Säure die so recht nicht in das Geschmacksspektrums dieses Imperial Stouts passen mag.

mikkeller_black_hole_flascheDas Mundgefühl fällt hingegen sehr voll und angenehm aus, es ist mir jedoch etwas zu viel Kohlensäure in diesem Bier enthalten. Gerade bei den ölig-viskosen Vertretern darf es da bei mir gerne weniger sein. Im Verlauf kommen auch die dunklen Früchte raus, die sich bereits in der Nase angedeutet hatten – Kirschen und die angesprochenen Trockenpflaumen sind hier zu nennen. Dazu fällt das Bier – alles in allem – moderat herb aus, die Trinkbarkeit ist, bedingt durch die süßlich-schokoladige Malzmischung, hoch.

Andere Biere haben gezeigt, dass hier geschmacklich noch mehr geht. Dennoch ein sehr gutes, intensives Stout welches von mir heute vier Sterne bekommt.

Alkoholgehalt: 13,1%

(4/5)







Tiny Rebel Bass Drop

tiny_rebel_bass_dropRelativ frisch ist das Tiny Rebel Bass Drop Imperial Stout hereingeschneit und möchte nun, anlässlich meiner Porter & Stout Woche gleich verköstigt werden. Na dann möchte ich das Bier aus der gerade mal drei Jahre alten Brauerei aus dem walisischen Newport – und natürlich euch – nicht länger warten lassen. Los gehts!

Recht unaufgeregt macht es sich das dunkle Gebräu im Glas gemütlich, Schaumbildung ist kaum vorhanden und das bisschen bräunlicher Schaum ist nicht allzu langlebig. Beim Geruch bin ich fast etwas enttäuscht, außer einem, mit Alkohol gespickten, leichten Röstaroma ist nicht viel los.

Der Antrunk versöhnt etwas, süßliches Toffee mit Kaffeebohnen und etwas Vanille läuft über die Zunge. Dazu wirkt das Bier sehr alkoholisch, erzeugt aber ein volles, weiches Mundgefühl und bietet eine feine Herbe. Von den 65 Bittereinheiten merkt man nicht viel, sind diese doch in dem Malzbett sehr gut versteckt. Ansonsten ist der Abgang recht flott und mild – eine ausgeprägte Röstaromatik sucht man indes, wie beim Geruch, eher vergebens.

tiny_rebel_bass_drop_flascheMit der Zeit wirkt das Gebräu recht pappig süß auf der Zunge, es kommen Aromen von Pflaumen und schwarzen Johannisbeeren auf die zu dem Bier nur teils passen wollen. Auch bei der Süffigkeit habe ich so meine Probleme, ist das Bier zwar angenehm niedrig karbonisiert, kann aber vom Geschmack her nicht überzeugen. Wenn ich da so in meine Liste der getesteten Imperial Stout schaue, dann gab es da schon ganz andere Kaliber die weitaus mehr Geschmack bei weniger Alkohollastigkeit aufbringen konnten.

Nein, ganz warm geworden bin ich mit dem Bass Drop nicht. Zu lau das Aroma und nur durchschnittliche Trinkbarkeit. Das sind gerade noch so drei Sterne.

IBU: 65

Alkoholgehalt: 9%

(3/5)







Evil Twin I love you with my stout

evil_twin_i_love_you_with_my_stoutSonntag Abend, Zeit für einen Biertest auf den ich mich schon etwas länger freue. Vorstellen werde ich euch heute nämlich das „I love you with my stout“ von Evil Twin, einen nachtschwarzen Imperial Stout mit zweistelligen Alkoholgehalt. Bei der Two Roads Brewing Company lässt der „böse Zwilling“ Jeppe Jarnit-Bjergsø dieses monströse Bier brauen – so viel sei noch gesagt. Und jetzt starten wir mit dem Test.

Eine Fülle von Röstaromen steigt in die Nase, Unter dem sehr stabilen, cremigen und bräunlich eingefärbten Schaum kommen Aromen von Mokka, Schokolade und Milchkaffee hervor…

Genau so muss ein Imperial Stout in meinen Augen sein. Sehr vollmundig und samtig läuft das Malzmonster über die Zunge. Dort hinterlässt es einen ölig wirkenden Film mitsamt einer immensen Geschmacksfülle – Einsteiger wären hier definitiv überfordert. Angefangen bei einem feinen Karamell wird es daraufhin röstiger, viel Kaffee mit Zartbitterschokolade, Tabak und etwas Rauch sorgen für viel Gänsehaut. Kurz durchatmen und den im Abgang aufkommenden süßlich-herben Geschmacks auf der Zunge genießen – wow.

evil_twin_i_love_you_with_my_stout_flascheJa, herb ist dieses Malzmonster auch, auch wenn man ein paar Augenblicke braucht um es wirklich zu merken. Zu intensiv wirken die Aromen der Röstmalze auf die Zunge ein und man spielt auch etwas mit dem cremigen Schaum herum der einem etwas an den Lippen hängen bleibt. Erst dann vermag man den durchaus hohen Alkoholgehalt zu spüren was aber geschmacklich kaum ins Gewicht fällt – eher im Gegenteil, ist Alkohol ja auch ein Geschmacksträger. Perfekt dazu passt auch noch die Kohlensäure weshalb das Stout auch gefährlich süffig ist….Wahnsinn.

Klipp und klar, dieses Bier sollte jeder mal probiert haben der sich der dunklen Seite des Craftbeers verschrieben hat. Ein Traum in Schwarz der volle fünf Sterne und einen Eintrag in der Bestenliste bekommt! Prost!

Hier könnt ihr das I love you with my stout bestellen.

Alkoholgehalt: 12%

(5/5)