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FrauGruber Brewing 24/7

fraugruber_247Ganz neu aus dem bayerischen Gundelfingen (respektive Augsburg) kommt FrauGruber Brewing – beteiligt daran sind der Geschäftsführer des Craftbeer-Händlers Liquid Hops Matthias Gruber und der, bei der Camba Bavaria (vormals Riegele) angestellte Braumeister, Enzo Frauenschuh. Mit fünf Sorten – allesamt in Dosen abgefüllt – starten sie auf dem hiesigen BIermarkt, die sechste (ein Imperial IPA) steht auch schon in den Startlöchern. Ausgesucht für meinen ersten Test habe ich mir das helle, hopfengestopfte Lagerbier mit dem Namen „24/7“ – los gehts!

Der Name impliziert es schon, dieses Bier soll „sessionable“ sein wie es neudeutsch heißt. In der Nase des goldgelben, leicht eingetrübten Bieres finden sich unerwartet intensive, frische Hopfenaromen von Zitrusfrüchten und Trauben – das IPA-Glas zu nehmen war wohl eine gute Idee.

Der erste Schluck offenbart dann auch gleich, was in dem Bier steckt. Beinahe einem Pale Ale gleich strömt fruchtiger Hopfengeschmack auf die Zunge, begleitet von einem recht strohig wirkendem Malz und einer feinen Herbe. Dass es sich beim 24/7 um ein Lager handelt, vermag man anfangs nicht wirklich zu glauben. Erst nach den ersten paar Schluck kann man zwischen den Zitrusaromen des Hopfen vereinzelte Charakterzüge eines „Hellen“, einhergehend mit ein klein wenig Schwefel.

fraugruber_247_doseGar nicht schlecht – eher im Gegenteil. Die ordentliche Hopfung (Simcoe?) und die damit einhergehende Aromatik zusammen mit dem sehr schlanken Malzkörper bilden das Fundament für eine wunderbare Süffigkeit. Dazu die geringe Kohlensäure – wohl auch der Dose bedingt – sowie eine ganz feine Herbe, Klasse. Zudem wird das Bier auch im Verlauf nicht langweilig, auch wenn es ein wenig schnell schal wirkt. Da man das Bier jedoch recht schnell vernichtet hat und vermutlich auch der Genuss aus der Dose empfohlen wird, fällt das nun nicht sehr ins Gewicht.

Klasse Einstand haben die Männer von FrauGruber Brewing da hingelegt und mit dem 24/7 ein alltagstaugliches und dennoch aromatisches Helles in die Dose gefüllt. Von mir gibts hierfür vier Sterne.

Alkoholgehalt: 5,1%

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(4/5)







Brauerei Hirt Hirter 1270er

brauerei_hirt_hirter_1270erVor einigen Wochen trudelte bei mir das Hirter 1270er der Brauerei Hirt aus dem österreichischem Micheldorf ein. Bekannt war mir das Bier bereits, hatte es 2016 doch den European Beer Star in Gold gewonnen (und die Jahre zuvor schon Silber bzw. Bronze). Ein Grund mehr, sich das Amber Lager mal ein wenig genauer anzusehen…

Der Optik wegen gibt es keinen Grund für Kritik. Sei es die kupferbraune Färbung oder der weiße, cremige Schaum – es passt. In der Nase finden sich karamellig-malzige Anklänge, ganz leichte, röstige Aromen sowie ein wenig frischer Hopfen.

Von Beginn an kann das Bier mit einem sanften, runden Malzkörper punkten, der eine gute Portion Karamell- und Getreidearomen auf die Zunge bringt. Dass das mild karbonisierte Gebräu dabei von Beginn an sehr süffig rüber kommt, muss ich da wohl kaum noch erwähnen. Nebst vereinzelten Röstaromen und ordentlich Karamell kommt im Abgang dann auch noch ein feinwürziger Hopfengeschmack auf und geht mit einer leichten Herbe einher.

brauerei_hirt_hirter_1270er_flascheSo stimmig wie das Bier anfangs wirkt, so ärgerlich ist eine leichte metallische Note die ab und an im Geschmack aufblitzt. Ganz so schlimm, wie mancher User auf Ratebeer das bewertet, sehe ich das nicht – dennoch stört es den Genuß des ansonsten sehr gut ausbalancierten Bieres ein klein wenig. Auch im weiteren Trinkverlauf gibt sich das Bier keine Blöße und erfreut den Bierfreund mit süßlich-karamelligen Malznoten.

Ja, perfekt mag das 1270er vielleicht nicht sein, es ist aber ein guter Begleiter in den Feierabend, schmeckt und macht Lust auf mehr. Ganz knapp gibt es heute vier Sterne.

Stammwürze: 11,9%

Alkoholgehalt: 4,9%

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(4/5)







Craftwerk Mad Calliasta

craftwerk_mad_callistaDa nimmt man sich ein wenig Auszeit, ist zwischendurch noch krank, und schon platzt der Bierkühlschrank aus allen Nähten. Zeit, den Stau mal ein wenig abzubauen – anfangen werde ich daher heute mit dem Mad Callista von Craftwerk, der „Craft-Auskopplung“ der Bitburger Braugruppe. Namensgeber für dieses Session Lager ist die neue Hopfensorte „Callista“ aus der Hallertau die erst seit zwei Jahren in nennenswerten Mengen angebaut wird. Neue Hopfensorten sind immer spannend, daher freue ich mich auch schon auf das, was grade in mein Glas fließt…

Das strohgelbe bis goldfarbene Bier verströmt einen frisch-hopfigen Duft nach Ananas und Zitrusfrüchten, sowie etwas frisch gemähten Gras. Die Schaumbildung geht in Ordnung, auch wenn der etwas grobporige, weiße Schaum nun nicht wirklich eine Augenweide darstellt.

Im Antrunk zeigt das Bier ein unaufgeregtes, leicht süßliches Malzbett welches ansonsten geschmacklich größtenteils neutral rüberkommt. Lediglich vereinzelt stechen leicht Stroh- und Brotaromen hervor, die von einem sanften, kaum auffallenden Hopfenaroma begleitet werden. Dieses wird zum Abgang hin ein wenig stärker, kann aber – entgegen dem Geruch – die Geschmacksknospen nur ein wenig kitzeln. Gut, bei einem Session Lager erwarte ich mich jetzt auch keine Hopfenexplosion, dennoch dürfte es gerne ein wenig mehr sein, denn das bisschen was man schmecken kann vermag richtig gut zu dem Bier zu passen.

craftwerk_mad_callista_flascheVon Herbe kaum eine Spur, 23 Bittereinheiten sollen es sein – nunja. Größter Kritikpunkt bei diesem Bier ist allerdings die Kohlensäure. Sorry, aber wenn ich schon recht wenig Geschmack in dem Bier habe und auf eine große Süffigkeit bauen möchte (die das Bier definitiv bieten kann), dann mach ich mir das doch nicht wieder durch zu viel Co2 kaputt. Das Mad Callista prickelt fast wie ein Wasser, bei dem man im Trinkwassersprudler dreimal zu viel auf den Kohlensäure-Knopf gedrückt hat. Die Süffigkeit regt dennoch dazu an, das untergärige Gebräu möglichst zügig zu trinken – mit den entsprechenden körperlichen Auswirkungen.

Potential hätte das Mad Callista sicherlich (wenn nicht sogar am meisten von den bisherigen Craftwerk-Bieren), die Karbonisierung und die zu behutsame Hopfung verhageln aber das Endergebnis. Daher gibt es heute drei Sterne.

IBU: 23

Stammwürze: 9,5%

Alkoholgehalt: 3,9%

(3/5)







Starnberger Hell

starnberger_brauhaus_starnberger_hellEs gehört schon viel dazu, heutzutage eine Brauerei zu gründen – gerade in der Größe des neuen Starnberger Brauhauses in der Gemeinde Berg in der Nähe des Starnberger Sees. Beim bisherigen Sortiment gibt man sich klassisch oberbayerisch, auch die Etiketten erinnern an die lokale Konkurrenz. Vorstellen werde ich euch heute das „Prunkstück“ einer oberbayerischen Brauerei: Das Helle.

Über die Optik kann man nicht meckern, goldgelb strahlt das klare Bier aus dem Glas und wird mit stabilen, schneeweißen und feinporigen Schaum bedeckt. In der Nase sind sortentypisch getreidig-malzige Noten erkennbar nebst einem Hauch Hopfen.

Der Antrunk gibt sich recht unaufgeregt, feinmalzig wirkt es auf die Geschmacksknopsen ein und hinterlässt einen mildwürzigen Eindruck auf eben diesen. Dabei geht es nur leicht süßlich zu, brotige Noten wechseln sich mit ein klein bisschen würzigen Hopfenaromen ab. Zum Abgang hin wird es etwas dünn im Geschmack, auch die Hopfenbittere ist sehr gering ausgeprägt bzw. nicht vorhanden.

starnberger_brauhaus_starnberger_hell_flascheNicht schlecht, so der Ersteindruck. Dank milder Karbonisierung kann das Bier mit einer recht hohen Süffigkeit aufwarten, auch der sehr milde Körper ist daran nicht ganz unschuldig. Und da wären wir auch schon bei meinem Hauptkritikpunkt beim Starnberger Hell: Es ist viel zu mild. Beim Versuch, den Geschmack der Bierfreunde im Oberland möglichst genau zu treffen, hat man leider den Malzkörper ein wenig arg zusammengestutzt. Das fällt vor allem dann auf, wenn man sich nach ein paar Schluck an das Bier gewöhnt hat. Etwas mehr Herbe, etwas mehr Aroma im Malz und die Welt würde hier ganz anders aussehen.

Das Starnberger Hell ist ein weiterer Mitstreiter bei „Wir brauen das mildeste Lager im Oberland“. Nicht schlecht jedoch auch nicht allzu aufregend. Daher gibts heute knappe drei Sterne.

Alkoholgehalt:

(3/5)







Franziskaner Kellerbier

franziskaner_kellerbier2016 wird vermutlich als Jahr der Kellerbierschwemme in die deutsche Biergeschichte eingehen. Dem Trend folgend gibt es auch seit April ein untergäriges Kellerbier von Franziskaner – ja, die „Franziskaner“ die sonst nur Weißbier brauen und gefühlt in jedem zweiten Gastronomiebetrieb in Oberbayern zu finden sind. Das Bier ist wohl auch als Huldigung der eigenen Geschichte gedacht, schließlich braute man bis 1964 nur Lagerbiere.  Na dann schauen wir mal, ob dieses Bier den deutschen Biermarkt bereichern wird…

In der Optik kommt das leicht trübe Bier bernstein- bis kupferfarben daher und trägt einen feinporigen, weißen Schaum oben auf. Der Geruch ist unspektakulär brotig-malzig ohne großartige Akzente zu setzen.

Der Antrunk ist recht malzlastig, süßlich und mit etwas Säure versehen. Auf der Zunge angekommen wirkt es süßlich-pappig und bringt eine Spur dunkler Malze mit wozu sich etwas Hefe sowie ein kräuterartiger Hopfen gesellt. Selbiger lässt ein frisches Aroma jedoch vermissen, wirkt dumpf und wenig aromatisierend und mischt sich zu einer subtilen, kurz aufblitzenden Fruchtigkeit für die sich wohl die Hefe verantwortlich zeigt. Die Bitterkeit fällt gerade zum Abgang hin auf, der bei Kellerbieren ja gern mal ein wenig herber sein darf – im Fall von diesem Exemplar hängt die Herbe jedoch recht lang unangenehm im Hals fest, ohne dass die Malzseite dies etwas abmildern könnte.

franziskaner_kellerbier_flascheIm Trinkverlauf ändert sich wenig, das kleine bisschen an Hopfenaroma verschwindet binnen Sekunden und hinterlässt die bereits angesprochene Herbe. Auch an der pappigen Süße ändert sich nichts, das Bier wirkt im allgemeinen langweilig und sehr angepasst – genau so, wie fast alle der derzeit auf den Markt drängenden Kellerbiere der großen Brauereien. Zudem fehlt dem Bier Spritzigkeit, die es vielleicht ein wenig frischer hätte wirken lassen – so erinnert es bisweilen einfach nur an einen feuchten Keller.

Nein, auf dieses Bier habe ich nicht gewartet. Der Markt an Kellerbieren wird schon gut bedient, vor allem von vielen regionalen Brauereien deren Erzeugnisse geschmacklich in einer ganz anderen Liga spielen. 2 Sterne.

Alkoholgehalt: 5,2%

(2/5)







Störtebeker Baltik-Lager

stoertebeker_baltik_lagerHeute möchte ich euch das Baltik-Lager der Störtebeker Braumanufaktur vorstellen, welches seit einigen Wochen den deutschen Biermarkt bereichert. Bevor ihr nun fragt, was ein Lager baltisch macht…das weiß ich auch nicht. Im Endeffekt ist es wohl ein Export oder Wiener Lager, welchem sie – aufgrund der geographischen Nähe – dem Beinamen „Baltik“ verpasst haben. Na schaun wir mal…

In der Nase des goldgelben bis bernsteinfarbenen, opalen Bieres findet sich etwas Heu, leicht kräuterartige Hopfenaromen, Malzaromen sowie etwas Sahne.

Der Antrunk ist von feinmalzigen Zügen geprägt, etwas Biscuit und/oder Kuchenteig, Karamell sowie ein Hauch Vanille. Dabei wirkt das Bier übertrieben süßlich, was von dem aufkommenden Hopfen mit seiner grasig-kräuterartigen Note ein wenig kaschiert werden kann. Die Süße sowie die karamelligen Noten verleihen dem Bier eine ganz gute Trinkbarkeit, lassen aber geschmacklichen Tiefgang ein wenig vermissen.

stoertebeker_baltik_lager_flascheIm Abgang dann ein wenig wässrig – gerade wenn man sich an die Süße gewohnt hat – dazu hopfige und vereinzelt fruchtige Noten. Im Trinkverlauf bleibt dann von dem Malzcharakter nicht mehr viel übrig, es wird ein wenig eintönig und bisweilen etwas pappig. Mir fehlt hier ein wenig der kleine trocken-herbe Eindruck welcher bei Märzenbieren zum Weitertrinken anregt. Beim Baltik-Lager wirkt man gesättigt und ich könnte mir da jetzt nicht vorstellen, noch eine Flasche aufzumachen.

Ja ganz nett, aber auch nicht mehr als der Durchschnitt. Daher gibts heute gerade noch so drei Sterne.

Stammwürze: 13,2%

Alkoholgehalt: 5,5%

(3/5)







Hopper Bräu Heller Wahnsinn

hopper_braeu_heller_wahnsinnMein heutiger Testkandidat ist mir vor ein paar Tagen ins Haus geflattert. Es handelt sich dabei um das helle Lagerbier „Heller Wahnsinn“ der kleinen Hamburger Brauerei Hopper Bräu – nicht zu verwechseln mit Hoppebräu oder Schoppebräu. Gehopft wurde das Lagerbier mit deutschem Cascade Hopfen sowie den Sorten Saazer und Sladek. Gespannt bin ich jetzt definitiv auf dieses Kleinod aus der Flasche mit dem Bügelverschluss, tun sich doch viele kleine Brauer mit einem einfachen Lagerbier gerne mal etwas schwerer…

Das „Helle“ kommt derweil gar nicht so hell daher, kupferfarben bis bernstein zeigt sich das klare Bier im Glas. In der Nase finden sich grasig-blumige Aromen, etwas Malz sowie Karamell.

Geschmacklich ist das Bier irgendwo zwischen einem Märzen und einem dunklen Bier angesiedelt. Karamell, Getreide und Anklänge von Röstaromen geben sich die Klinke in die Hand. Dazu mischen sich heuartige und bisweilen leicht zitrusartige Hopfennoten sowie eine durchaus merkliche Herbe – die 25 Bittereinhiten spürt man und man fragt sich, ob es derer nicht eher ein paar mehr sind.

hopper_braeu_heller_wahnsinn_flascheIm Abgang präsentiert sich das Heller Wahnsinn recht trocken und könnte durchaus etwas mehr Süße und weniger Kohlensäure vertragen – die Süffigkeit würde sich bedanken. Ansonsten geht es unspektakulär zu, mehr würde ich bei einem Bier, welches einfach nur ein etwas geschmackvolleres Lager sein möchte, auch nicht erwarten. Diesen Zweck erfüllt es jedenfalls recht gut, das Malzaroma bleibt bis zum Schluss erhalten und das Gebräu wird auch auf lange Sicht nicht langweilig.

Ein gutes, etwas anderes „Helles“ welches leider stellenweise ein wenig zu kantig wirkt. Das reicht heute im Test für gute drei Sterne. Prost.

IBU: 25

Stammwürze: 12,5%

Alkoholgehalt: 5%

(3/5)







Tegernseer 1806 Max I. Joseph Jubiläums Export

tegernseer_max_jospeh_jubilaeums_exportKaum eine Brauerei spaltet die Bierfreunde, gerade im tiefsten Oberbayern, so sehr wie das Tegernseer Brauhaus der gleichnamigen Stadt am gleichnamigen See (Kreativ, nicht wahr?). Vorstellen möchte ich euch heute das etwas kräftigere Export, welches sich hinter dem Namen „1806 Max I. Joseph Jubiläums Export“ versteckt. Ich bin gespannt, ob es sich gegen seinen etwas eindimensionalen Bruder durchsetzen kann der, wie ich gerade feststelle, immernoch in meinem Blog fehlt. Na dann los…

Strohgelb bis golden strahlt das klare Bier aus dem Glas, oben feiner, schneeweißer Schaum – „do kannst ned meckern“. In der Nase finden sich ein wenig süßliches Malz sowie ein minimalster Hauch Hopfen.

Der Antrunk fällt unaufgeregt aus, weiches und recht geschmacksneutrales Malz flutet, flankiert von einer leichte Süße, die Zunge und hinterlässt einen leicht brotig-malzigen Film. Dazu gesellt sich eine feine, überraschend spürbare Herbe (auf niedrigen Niveau) sowie etwas Heu. Im Abgang wirkt das Gebräu recht wässrig und geschmacksneutral, lediglich ein wenig süßliches Malz ist schmeckbar.

tegernseer_max_jospeh_jubilaeums_export_flascheDas Bier lebt, wie sein etwas leichterer Bruder, von der Süffigkeit. Kaum verwunderlich, sorgen Süße und stark zurückhaltendes Malz dafür, dass das Bier nicht ansteht und möglichst schnell getrunken werden möchte. Schon bei leicht steigender Temperatur wirkt das Bier pappig und teils etwas muffig.

Ein Fazit für das Jubiläums Export? Nun, ich denke nicht, dass seine Majestät von diesem Bier erfreut wäre. Es ist einfach ein wenig zu langweilig für meinen Geschmack – da gibts eine ganze Latte bessere Helle. Daher zwei Sterne.

Alkoholgehalt: 5,2%

(2/5)







Thuisbrunner Elch Bräu Dunkel

thuisbrunner_elch_braeu_dunkelHeute geht es mal wieder nach Oberfranken, genauer gesagt nach Gräfenberg welches in der Nähe von Hiltpoltstein gelegen ist (Autobahnfahrer und Verkehrsfunkhörer werden es kennen). Seit 2007 braut dort der Thuisbrunner Elch Bräu seine Biere die zum Teil schon mehrfach beim European Beer Star den ein oder anderen Preis abräumen konnten – unter anderem auch das Dunkel welches ich euch nun vorstellen werde.

Rubinrot bis braun schimmert das beinahe klare Bier im Licht, darüber hat es sich ein sehr cremig-feiner, beige-bräunlicher Schaum gemütlich gemacht. In der Nase tummeln sich Nüsse, etwas Karamell und Brot – lecker!

Auch wenn das Bier gleich zu Beginn ein klein wenig wässrig wirkt, ändert sich das spätestens nach dem zweiten Schluck. Eine ordentliche Portion Malz, gespickt mit Röstaromen und etwas Karamell rollt süßlich über die Geschmacksknopsen, flankiert von einer feinen Herbe und dem Geschmack von getrockeneten Pflaumen. Dabei wirkt das Bier sehr weich und samtig woran sicherlich die beinahe zu knapp dosierte Kohlensäure zumindest eine Teilschuld trägt.

thuisbrunner_elch_braeu_dunkel_flascheDer Abgang ist recht flott und nicht zu süß – langweilig wirkt das Bier dadurch allerdings nicht. So ist es auch kein Wunder, dass ich dem oberfränkischen Gebräu eine sehr gute Süffigkeit attestieren kann – eine sehr gefährliche Sache. Ja, es könnte in meinen Augen durchaus noch etwas mehr Röstmalz vertragen, der kleine Hauch Schokolade bei jedem Schluck ist jedoch ganz angenehm und lässt das Bier auch nicht zu kompliziert wirken.

Eine sehr runde Sache, süffig, lecker und mit einem richtig tollen Schaum. Für mich sind das heute vier Sterne.

Alkoholgehalt: 4,9%

(4/5)







Held-Bräu Hell

held_braeu_hellAuf in die fränkische Schweiz, genauer gesagt ins oberfränkische Ahorntal in der Nähe von Bayreuth. Dort residiert der Held-Bräu, eine typische fränkische Brauerei im Familienbesitz mit angeschlossener Gaststube. Im Test habe ich heute für euch das helle Lagerbier der Brauerei und freue mich, damit endlich mal wieder was aus Franken im Blog zu haben. Auf geht’s!

Goldgelb leuchtet das fränkische Gebräu aus dem Seidla, oben auf stabiler und feinporiger Schaum. Es duftet kernig-malzig und bringt einen ganz leichten Hauch Hopfen mit.

Der Antrunk wirkt gar nicht so frisch wie es der Duft einem glauben machen will. Recht getreidig, ansonsten geschmacklich aber eher unauffällig kommt das Malz rüber, auch Süße ist kaum vorhanden. Dennoch, der Körper wirkt nicht leer oder das Bier charakterlos, es hat eine gewisse Vollmundigkeit die auch im Abgang beim Einsetzen der dezenten Herbe nicht verloren geht.

held_braeu_hell_flascheMit jedem Schluck wird das Bier süffiger. Es liegt sehr weich und rund im Mund, etwas Hopfenwürze ist dabei wie auch eine angenehme Karbonisierung. Hatte ich anfangs noch Bedenken, es könnt im Verlauf etwas langweilig oder zu einfach werden, haben sich diese Gedanken mittlerweile zerstreut. Es behält seinen leicht kernigen, zeitweise sogar minimalst nach Bierwürze schmeckenden Körper und lässt sich einfach gut trinken.

Gut, dieses helle Bier ist nun nicht der Gipfel dessen was geschmacklich möglich ist, dennoch solide und süffig. Daher gehen gute drei (fast vier) Sterne an den Held-Bräu.

Alkoholgehalt: 4,9%

(3/5)