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3 Fonteinen Oude Kriek

3fonteinen_oude_kriekAuf den heutigen Biertest freue ich mich schon – man hat schließlich nicht all Tage in Bier aus der Ratebeer Top 50 Liste vor sich. Vorstellen werde ich euch nun das Oude Kriek der belgischen Brauerei 3 Fonteinen aus Lot. Als Fruchtzusatz dienen bei diesem klassischen belgischen Bierstil lediglich Kirschen (Fleisch wie Kerne) – auf Zusätze wie Zucker oder Farbstoffe wird hier konsequent verzichtet (wie es auch sein sollte). Seid ihr auch so gespannt auf dieses Fruchtlambic wie ich? Los gehts!

Das klare, dunkelrote Bier macht aus seiner mehrmonatigen Fasslagerung keinen Hehl – es riecht ein wenig nach Holz sowie fruchtig-frisch nach Sauerkirschen und Erde.

Wer hier jetzt eine fruchtige Kirschexplosion erwartet, wie es bei anderen Vertretern dieses Stils der Fall ist, wird enttäuscht sein. Die Fruchtaromen liegen mehr subtil an, eine ordentliche Säure ist mit von der Partie. Hat man sich an diese gewöhnt, kommt das Kirscharoma mehr zum Vorschein und wird von reifen Sauerkirschen dominiert. Dazu mischt sich noch eine feine Herbe sowie leichte Zitrusnoten die den geschmacklichen Eindruck abrunden.

3fonteinen_oude_kriek_flascheNicht, dass wir uns falsch verstehen: Das hier ist kein Einsteigsbier. Die Säure ist nicht zu verachten, von der Aromatik her mag es nicht allzu ausgeprägt sein, dafür wurde hier auch nicht mit Säften oder ähnlichem nachgeholfen und es wirkt dadurch auch nicht penetrant. Spannend ist im Trinkverlauf der aufkommende Geschmack von Kirschkernen sowie die gut eingebrachte, leichte Süße im Zusammenspiel mit dem subtilen Kirschgeschmack.

Ein sehr spannendes Lambic, dessen Aromatik in meinen Augen noch einen Ticken stärker ausfallen könnte. Dennoch sehr fein, fruchtig und erfrischend. Von mir gibts vier Sterne.

Alkoholgehalt: 6%

(4/5)







Lindemans Gueuze

lindemans_gueuzeHeute im Test: Die Gueuze der Brauerei Lindemans aus dem belgischen Sint-Pieters-Leeuw. Es handelt sich dabei um ein Lambic, also um ein spontanvergorenes Bier welches im Fall von Lindemans zu 2/3 aus „jungem“ Lambic und 1/3 „altem“ besteht wobei man nun nicht weiß, was alt und jung hier zu bedeuten haben. Schauen wir mal, was die Belgier hier gezaubert haben.

Ein interessanter Geruch strömt aus dem bernstein- bis kupferfarbenen und beinahe schaumlosen Bier. Es duftet süßlich nach dunklen Früchten, Weintrauben und etwas Essig.

Mild säuerlich fällt der erste Eindruck aus, eine leicht karamellige Süße geht mit einem moderat sauren und leicht wirkenden Körper einher. Dazu kommt ein Hauch von Zitronenzesten die gerade jetzt im aufkommenden Abgang etwas stärker ausfallen – dazu gesellt sich ein ganz feiner Eindruck von Weissweinessig.

lindemans_gueuze_flascheDer süßliche Eindruck verstärkt sich im Trinkverlauf, das trotz seiner Säure recht gut trinkbare Bier wirkt mit der Zeit etwas pappig und honigartig. Auf der Zunge wirkt das Bier derweil recht weich und trocken – jedoch immer angenehm.  Hinten raus wird es dann etwas erdig, würzig… gar nicht schlecht!

Mit der Gueuze hat man bei Lindemans ein gut verträgliches, moderat saures Lambic geschaffen welches durchaus für Einsteiger geeignet ist, jedoch keine allzu starken Akzente setzt. Hierfür gebe ich heute drei Sterne.

Wollt ihr die Gueuze auch probieren? Hier könnt ihr sie kaufen.

Stammwürze: 14,8%

Alkoholgehalt: 5%

(3/5)







Lindemans Framboise

lindemans_framboiseZur Abwechlung wird es heute mit dem Framboise von Lindeman etwas leichter. Bei diesem spontanvergorenen, belgischen Bier wurden Himbeeren (bei Lindeman in Form von Saft) zugesetzt um das Bier zu aromatisieren. Bin gespannt, ob das Bier zu den sommerlichen Temperaturen passt.

Wie bei einem Fruchtbier üblich zeigt sich der, in diesem Fall sehr cremige, Schaum in der Farbe der genutzten Früchte – in diesem Fall rosa-rot. Das Bier darunter schimmert dunkelrot und klar aus seiner Behausung und verströmt einen intensiven und süßlichen sowie leicht holzigen Duft nach reifen Himbeeren.

Jeder, der schonmal eine Waldhimbeere gegessen hat, kann sich den ersten Schluck dieses Bieres vorstellen. Recht säuerlich beginnt der Antrunk, der Geschmack frischer Himbeeren liegt sofort auf der pelzig werdenden Zunge und geht mit einer nicht zu knappen Süße einher. Es ist schon erstaunlich, wie nah der Geschmack am Genuß frischer, vollreifer Himbeeren ist was zusammen mit der spritzigen Kohlensäure recht erfrischend wirkt.

lindemans_framboise_flascheDie Säure verstärkt sich im Trinkverlauf und man hat immer mehr das Gefühl, es mit einer Himbeerbrause zu tun zu haben was gleichzeitig mein gröster Kritikpunkt ist. Trotz des sehr authentischen Aromas wirkt das irgendwie ein wenig künstlich und mir zu süß. Im Gegensatz dazu gefällt mir die Säure richtig gut.

Licht und Schatten sehe ich bei der Framboise von Lindeman. Mir ist sie zu süß und zu leicht, dafür hat sie ein wirklich wunderbares Aroma. Daher gibts für dieses Fruchtbier drei Sterne.

Habt ihr Lust, dieses Fruchtbier zu probieren? Hier könnt ihr das Framboise bestellen.

Alkoholgehalt: 2,5%

(3/5)