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Beavertown Imperial Lord Smog Almighty

beavertown_lord_smog_almightyWer mich kennt, der weiß, dass mich auch 35 Grad und Schwüle nicht vom Genuß starker, schwerer Biere abhalten können – im Gegenteil. Daher freue ich mich darauf, euch heute das Imperial Lord Smog Almighty der Londoner Bierspezialisten von Beavertown vorstellen zu dürfen. Es handelt sich dabei um einen Imperial Smoked Porter mit zweistelligen Alkoholgehalt. Klingt lecker, oder?

Gefährlich rauchig und röstmalzig nach Kaffee und Karamell duftet das schwarze Bier, es hat sich dabei unter einem feinporigen, braunen Schaumhäubchen versteckt.

Langsam läuft das ölige Bier über die Zunge, der Geschmackseindruck ist erstmal überwältigend. Erst nach einem kurzen Moment vermag man die Aromen ein wenig zu sortieren – darunter natürlich ein ordentlich rauchiges Aroma welches ein wenig an Holz und Kohle erinnert. Dazu kommt eine durchaus starke Süße, Karamell, Melasse, etwas Kaffee und Milchschokolade sowie eine subtile Fruchtigkeit von reifen Pflaumen. Das alles wird von einer merkbaren, jedoch nicht störenden Herbe begleitet die das Bier gerade im Abgang gut abzurunden weiß.

beavertown_lord_smog_almighty_doseJa, das Bier ist wirklich ordentlich süß, für mich persönlich hätte es da bei der Bittere ruhig noch eine Schippe mehr sein können. Nichts desto trotz ist dieses Gebräu unfassbar, wenn nicht gar gefährlich süffig – erstaunlich, denn die nackten Fakten würden jetzt nicht darauf hindeuten. Zugegeben, man muss mit Rauchbieren schon etwas anfangen können, ansonsten erinnert das Gebräu wohl zu stark an Aschenbecher.

Eine starke Nummer, süffig, malzig und ordentlich smoked. Etwas zu süß und pappig, daher gibts heute vier Sterne. Prost.

IBU: 75

Alkoholgehalt: 11%

(4/5)







Evil Twin Ashtray Heart

evil_twin_ashtray_heartIch freue mich, euch heute erneut ein Bier von Evil Twin vorstellen zu können. Zur Abwechslung gibt es von dem dänischen Gypsy-Brewer heute aber mal keine Hopfenbombe sondern mit dem Ashtray Heart ein Smoked Porter. Es ist schon erstaunlich, welche Qualität die Biere des „bösen Zwillings“ durch die Bank haben und wie sie geschmacklich immer ganz oben mit dabei sind. Ich will nichts vorweg nehmen, aber ich denke mal, es wird bei diesem Porter, welches bei der Two Roads Brewing Company gebraut wird, nichts anders sein.

In der Nase macht dieses schwarze, undurchsichtige Gebräu seinem Namen alle Ehre. Es riecht rauchig, nach Holzfeuer und Asche. Dazu kommt schwere, alkoholische Süße mit vereinzelten Röstaromen.

Anders als erwartet fällt das Bier im Geschmack nicht direkt mit muffig-schweren Raucharomen auf, mehr geht es in Richtung schwarzgeräuchertes mit stark holzig-aschiger Note. Das Malzbett darunter ist nur leicht süßlich und tendiert mehr in die trockene Ecke. Dazu kommt etwas Karamell sowie einiges an Röstaromen, Vanille und Kaffeebohnen stehen im Vordergrund. Dazu gesellt sich eine recht intensive Herbe die das komplexe Bier etwas abzurunden versucht – im Abgang gelingt dies dann sogar zum Teil.

evil_twin_ashtray_heart_flaschePuh, durchatmen. Dieses Porter ist definitiv nichts für schwache Gemüter, auch wenn das Raucharoma nicht von dem ansonsten vielzitierten „Schinkengeschmack“ dominiert wird, wird sich hier der ungeübte Genießer schwer tun. Mir, als jemand der es durchaus rauchig-torfig mag, sagt das Bier aber durchaus zu, kann es auch mit seiner angenehmen Kohlensäure und – trotz der Komplexität – vorhandenen Drinkability punkten.

Sicherlich nichts für jeden Tag, gerade im Winter kann ich mir dieses Smoked Porter aber sehr gut vorstellen. Von mir gibts heute vier Sterne.

Alkohlgehalt: 8,9%

(4/5)







Brauerei Hartmann Felsentrunk

brauerei_hartmann_felsentrunkMein heutiges Bier kommt aus dem Landkreis Bamberg und damit aus Oberfranken. Es handelt sich um den Felsentrunk der Brauerei Hartmann welche in dem Örtchen Schesslitz-Würgau residiert und auf mehrere Jahrhunderte Brautradition zurückblickt. Bin gespannt, wie sich das Rauchbier im nun folgenden Test schlagen wird.

Golden bis bernsteinfarben präsentiert sich das brotig-malzig duftende, mit leichtem Rauch gespickte Bier. Erwartungsgemäß klar wirkt es im Seidla und hat einiges an feinporigen und stabilen Schaum zu bieten – einfach toll!

Im Antrunk geht es auch wie erwartet los, malzgetragen macht sich einiges an nussig-brotigen Aromen bemerkbar. Vom Rauchmalz merkt man jetzt noch nicht wirklich viel, eher steht ein „normaler“ Malzgeschmack im Vordergrund womit sich das Bier irgendwo zwischen einem Hellen und einem Märzen liegt. Im Abgang jedoch tut sich der „Hauch von Rauch“ – wie es das Etikett sagt – auf und hinterlässt einen leichten Rauchgeschmack auf der Zunge auf der sich zudem etwas Herbe breit macht. Hopfentechnisch ist, stilgerecht, nicht viel los – lediglich eine feine Spur würziger Hopfenaromen verirrt sich auf den Geschmacksnerven.

brauerei_hartmann_felsentrunk_flascheDie Trinkbarkeit ist wirklich hervorragend. Weder wird man von einem zu intensiven Malzbett überfordert, noch lädt die Kohlensäure zum langen Glasschwenken ein – ein richtig süffiges, fränkisches Landbier mit Charakter. Ja, es könnte vielleicht noch ein wenig mehr Raucharoma haben – muss es aber nicht.

Ein tolles, fränkisches Bier aus der Bierregion Bamberg und durchaus zu empfehlen. Bei mir sind das heute vier Sterne – Prost!

Alkoholgehalt: 5,2%

(4/5)







Landskron EDITION N°1

landskron_edition_no1Unter anderem mit Whiskey-Malz hat man bei der privaten Braumanufaktur Landskron aus Görlitz ein so genanntes „Gourmetbier“ eingebraut, genauer gesagt einen offensichtlich rauchigen Doppelbock mit knackigen 21% Stammwürze. Ich bin gespannt, ob es geschmacklich in einer ähnlichen Liga spielen wird wie andere, mit Whiskey-Malz eingebraute Biere die ich bereits genießen durfte.

Kupferfarben und klar zeigt sich das, mit einem Finger breit feinporigen Schaums getoppte, Bier im Tasting-Glas. Dort verströmt es einen feinen, leicht rauchhaltigen Malzduft mit einigem an Süße, einem Hauch Marzipan, Vanille und das Aroma von Waldbeeren.

Anders als bei den mit Whiskey-Malz gebrauten Bieren die ich bisher kenne, fällt der torfig-rauchige Geschmack bei diesem Bier weitaus gediegener aus. Leicht süßlich schiebt sich das eigentlich ungewöhnlich schlank wirkende Malz über die Zunge wobei es nussig-beerige, mit einem Hauch Vanille gespickten Aromen auf selbiger hinterlässt. Zum Abgang hin kommt das namensgebende Malz besser raus, etwas Torf und Holz sind schmeckbar und runden das malzstarke Bier angenehm ab ohne zu aufdringlich zu wirken.

Im Mittelteil stehen mehr die Beerenaromen im Vordergrund – ich kann mich nicht so recht entscheiden, ob es mehr Brom- oder Erdbeeren sind die hier hervorstechen – auf jeden Fall gefällt es mir sehr gut, passen sie doch gut zu dem süßlich-karamelligen Malzbett. Handwerklich ist beim Edition No1 auf jeden Fall alles in Ordnung – sehr weiches Wasser, die Karbonisierung ist perfekt ausgefallen, es ist süffig und gut trinkbar. Andererseits aber, und das ist mein großer Kritikpunkt an dem Bier, fehlt mir auf lange Sicht das rauchige – in meinen Augen darf da gern mehr Torf vorhanden sein um auch die etwas zu starke Süße zu bremsen.

landskron_edition_no1_flascheEin durchweg gutes Bier – einzig, und das ist auch der Grund weshalb das Bier nicht die bestmöglichste Wertung bekommen wird, das beworbene Whiskey-Malz ist mir zu schwach ausgefallen und wirkt nur am Rande des möglichen Geschmacksspektrums. Daher gehen für dieses Bier vier Sterne nach Görlitz.

Stammwürze: 21%

Alkoholgehalt: 8%

(4/5)







Störtebeker Whiskey-Bier

stoertebeker_whiskey_bierAuf dem Testplan steht heute das Whiskey-Bier der Störtebeker Braumanufaktur aus Stralsund. Dabei handelt es sich, wie manch einer tatsächlich glaubt, mitnichten um eine Mischung aus Bier und Whiskey sondern um ein Bier, bei dessen Herstellung sog. Whiskeymalz genutzt wurde. Dieses wird, und daher kommt der Name, über Torffeuer geräuchert wodurch der charakteristische torfig-rauchige Geschmack entsteht. Ich bin gespannt, ob dieses obergärige Starkbier mit anderen Vertretern seiner Zunft mithalten kann.

Der feinporige Schaum, welcher das trübe, orange- bis bernsteinfarbene Bier bedeckte, hatte sich binnen Sekunden leider in Luft aufgelöst. Im Geruch weist das Ale die für Islay-Whiskeys so typischen Torfaromen auf, gepaart mit seinem süßlich-zitronigen Einschlag an dem der verwendete Hopfen zumindest eine Teilschuld haben dürfte.

Im Antrunk ergießt sich ein Schwall aus Süße und Raucharomen auf die Zunge wobei sich der Torf aber halbwegs in Grenzen hält um den Genießer nicht gleich vollends zu überfordern. Etwas Alkohol kommt dazu und sorgt, zusammen mit einem Hauch Hopfenwürze, im Abgang für eine stimmige Mischung. Mir ist die Karbonisierung des Ganzen ein wenig zu stark ausgefallen wodurch die Trinkbarkeit des Bieres leidet. Auch wirkt sich die etwas zu starke Süße – die mit dem Verschwinden der Kohlensäure noch intensiver ausfällt – negativ auf die Süffigkeit des Gebräus aus.

stoertebeker_whiskey_bier_flascheEin wenig Karamell ist inmitten des Gebräus schmeckbar, hält sich aber im Hintergrund. Insgesamt betrachtet würde ich mir etwas mehr von dem im Antrunk vorhandenen Hopfenaromen wünschen – eine Mischung aus exotischen Hopfenaromen und dem torfigen Malzbett könnte ganz interessant wirken. So aber ist das Bier, trotz seiner Stärke und dem ungewöhnlichen Aroma, ein wenig zu schwach.

Harte Nuss. Einerseits ist dieses Bier eigenwillig und definitiv nicht für Jedermann, andererseits ist man den Weg nicht konsequent bis zum Schluß gegangen. Mehr Torf oder mehr Hopfen – das wäre es gewesen. So reicht es aber nur für knappe drei Sterne.

Stammwürze: 20,5%

Alkoholgehalt: 9%

(3/5)







Aecht Schlenkerla Eiche

aecht_schlenkerla_eicheHeute möchte ich euch das Aecht Schlenkerla Eiche aus dem Hause der Brauerei Heller aus Bamberg präsentieren. Anders als beim „normalen“ Rauchbier aus gleichem Hause mit Buche wird bei diesem Doppelbock Eiche das Braumalz über Eichenfeuer geräuchert was zu einem weicheren und vielschichtigerem Aroma führen soll.  Da bin ich (als alter Rauchbier-Fan) jetzt aber mal richtig gespannt…

Das fuchsrote bis bernsteinfarbene, klare Bier macht mit seiner leicht beigen, sahnigen Schaumkrone eine sehr schöne Figur was, zusammen mit dem malzig-rauchigen sowie leicht torfigen Geruch, die Vorfreude auf dieses feine fränkische Gebräu nur noch steigert.

Im Antrunk gibt sich das Eiche sehr mild und erzeugt einen vollen Geschmackseindruck in dem sich eine gute Portion von Holz und Rauch befindet. Es geht, wie angekündigt, weitaus milder zu als beim Rauchmärzen zu was gerade für Neulinge in der Rauchbier-Ecke gut sein dürfte – und dennoch, das Raucharoma ist torfig, holzig und unterstreicht das leicht röstige Malz wirklich richtig gut. Zum Abgang hin kommt ein wenig Herbe durch die das ansonsten leicht ausufernde Raucharoma etwas in die Schranken weist und für einen geordnetes, glattes und sehr malzstarkes Finish sorgt.

Die Süffigkeit ist gleich von Beginn an sehr gut und steigert sich im Trinkverlauf noch weiter. Nicht ganz unschuldig daran ist das süße, leicht honigartige Malz sowie die niedrig dosierte Kohlensäure wodurch man quasi genötigt wird, das Bier zügig zu trinken. Anders als bei manch anderen Doppelböcken fällt dieser hier nicht schwer aus, er wirkt beiweilen wie ein etwas stärkeres Dunkles und so muss man höllisch aufpassen, dass man es nicht gleich übertreibt.

aecht_schlenkerla_eiche_flascheWenn ihr euch einen Rauchbier-Doppelbock vorstellen würdet, würde wohl in etwa genau dieses dabei rauskommen. Beim Aecht Schlenkerla Eiche handelt es sich um nahezu perfektes Bier bei dem ich nichts zu meckern finde weshalb es hierfür die Höstwertung von fünf Sternen gibt. Prost!

IBU: 40

Alkoholgehalt: 8%

(5/5)







Brauerei Rittmayer Smokey George

brauerei_rittmayer_smokey_georgeFreitag Abend, Zeit für etwas ungewöhnliches. Im heutigen Test möchte ich euch den Smokey George vorstellen, ein Rauchbier bei dem Whiskeymalz aus Schottland genutzt wurde um es besonders torfig wirken zu lassen. Damit will Georg Rittmayer, einer der Inhaber der gleichnamigen Brauerei Rittmayer, seine Vorlieben für die traditionellen fränkischen Rauchbiere sowie für rauchig-torfige, schottische Single-Malt Whiskeys in einem Bier vereinen. Ich bin gespannt, ob das geklappt hat.

Der Geruch ist wohl bekannt, jedoch nicht aus der Bierwelt. Entgegen anderer Rauchbiere strömt ein intensives Torfaroma aus dem Glas und erinnert stark an einen torfigen Single-Malt Whiskey wie z.B. den Laphroaig. Ansonsten kann das kastanien- bis kupferfarbene Bier noch mit einem Hauch Hopfen im Duft aufwarten, weitere Aromen sucht man unter der bräunlichen, cremig texturierten Schaumhaube jedoch vergeblich.

Leicht süßlich-würzig mit einem Hauch Toffee beginnt das Rauchbier und fällt somit weit nicht so rauchig-kratzig aus, wie man es von anderen Vertretern des Stils her kennt. Gleich darauf startet das Whiskeymalz zum Generalangriff auf die Geschmacksnerven. Viel Torf und Rauch machen sich breit und verbinden sich mit der bereits angesprochenen, süßlichen sowie honigartigen Komponente zu einer weichen, intensiv-würzigen Geschmackskomposition. Der Whiskey ist dabei deutlich im Vordergrund und vermag sicherlich, die Zunge von ungeübten Rauchbierfreunden zu überfordern.

brauerei_rittmayer_smokey_george_flascheNach einiger Zeit hat man sich an den torfigen Eindruck gewohnt und kann den Smokey George relativ leicht und unbeschwert trinken – er wirkt jetzt hinten heraus sogar ein wenig wässrig. Dank einer weichen und ausgewogenen Kohlensäure und dem sehr runden Geschmackseindruck baut sich eine enorme Süffigkeit auf und so kann man gar nicht so schnell schauen wie das Glas auch schon leer ist.

Nein, der Smokey George ist sicherlich nichts für jeden – aber wenn man auf torfige Whiskeys steht, so ist man hier perfekt aufgehoben. Gerne gebe ich diesem Rauchbier aus dem Hause Rittmayer daher 4 Sterne – man möge sich gar nicht vorstellen, wie wohl ein Smokey George Bock schmecken würde.

Alkoholgehalt: 5%

(4/5)







Brauerei Rittmayer Rauchbier

Gerade in der kühlen Jahreszeit stehe ich ja besonders auf stärkere Biere – sei es bezogen auf den Alkoholgehalt oder auf den Geschmack. Da kommt mir heute das Rauchbier der Brauerei Rittmayer aus dem fränkischen Hallerndorf gerade Recht um mich in gemütliche Stimmung zu bringen.

Daraus, dass das rittmayersche Rauchbier bereits einige Male beim Europear Beer Star ausgezeichnet wurde, macht die Aufmachung keinen Hehl. Hier hätte man vielleicht etwas dezenter zu Werke gehen und eine etwas weniger plakative Etikettierung wählen sollen. Andererseits weiß man so sofort, dass man es mit einem besonderen Bier zu tun hat.

Mit seiner braun-roten Farbe und einem bräunlichen, sehr cremigen Schaumtopping kann das Bier bei mir jedenfalls definitiv nichts falsch machen. Ähnlich sieht es auch beim Geruch aus welcher stark rauchig ausfällt und ein ausgeprägtes Räucherschinkenaroma hat. Toll!

Was einem sofort auffällt ist, wie sparsam man mit der Kohlensäure umgangen ist. Der erste Schluck fällt so weich aus, dass man das Gefühl hat, es mit einem komplett unkarbonisierten Getränk zu tun zu haben. Erst mit dem Einsetzen der dezenten Malznote macht sich auch ein leichtes Prickeln bemerkbar bevor nun der Schinkengeschmack aufkommt und die erste Geige im Geschmacksorchester zu spielen beginnt. Dabei wirkt das Rauchmalz hier nicht ganz so intensiv (in Bayern würde man „rass“ sagen) wie bei anderen Vertretern seiner Zunft sondern dient eher dazu, dem Bier einen enorm süffigen Touch zu verleihen.

Insgesamt betrachtet ist das Rauchbier aus dem Hause Rittmayer recht süß wodurch es, auch bedingt durch den bereits angesprochenen geringen Kohlensäuregehalt, etwas pappig wirkt. In meinen Augen könnte es ruhig noch stärker und kraftvoller sein – das ist aber jammern auf hohem Niveau. Dieses Bier, welche seine Auszeichnungen durchaus zu Recht bekommen hat, schneidet im heutigen Test mit tollen vier Sternen ab.

 

Alkoholgehalt: 4,9%

(4/5)







Weiherer Rauch

Feiertag! Ok, zumindest in Bayern und eigentlich egal – wer braucht schon einen besonderen Tag um ein Bier zu trinken? Wie dem auch sei – bei mir steht zur Feier des Tages ein hoffentlich leckeres Rauchbier aus Franken auf dem Tisch. Es handelt sich dabei um das Weiherer Rauchbier des Brauerei Gasthofes Kundmüller aus Viereth-Trunstadt.

Vornehmlich rauchig-fruchtiger Geruch strömt in die Nase als das kastanienbraune Bier seinen Platz im Willy eingenommen hat. Die Schaumbildung ist in Ordnung, Konsistenz und Stabilität passen. Das Raucharoma ist jetzt nicht gar so intensiv wie bei den anderen Vertretern seiner Zunft aber definitiv riechbar.

Der Antrunk ist nun erwartungsgemäß rauchmalzlastig, dabei jedoch nicht gar so spektakulär wie man es vielleicht denken würde. Bei der Hopfengabe hat man sich zurückgehalten um den malzigen Charakter des Bieres stärker zu betonen, welcher, in meinen Augen, aber ruhig noch intensiver und voller ausfallen hätte können. Ein wenig Karamell liegt im Malz welches man rausschmecken kann, sobald sich der Geschmackssinn an den Rauch gewöhnt hat.

Die Rezenz ist nicht ganz so gut – ich würde fast sagen, das Bier wirkt im allgemeinen fast ein wenig lasch. Also ich will ja nun nicht zu negativ rüberkommen – das Bier ist schon gut. In der Riege der bisher getesteten Rauchbiere wird das Weiherer Rauch aber eher hinten zu finden sein. Es wirkt mehr wie ein „Everyday’s Rauchbier“ – nichts besonderes aber ein Rauchbier für jeden Tag. Etwas mehr Süße und Aroma hätten hier definitiv zu mehr als drei Sternen geführt. So aber bleibts dabei.

Gebraut nach dem Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 5,3%

(3/5)







Staffelberg Bräu Querkerla

Beim heutigen Test gehts wieder nach Franken, genauergesagt nach Bad Staffelstein welches sich, geographisch gesehen ,zwischen Coburg und Bamberg befindet. Passend zur Nähe zu Bamberg habe ich mir das Querkerla rausgesucht – seineszeichens ein Rauchbier. Aus diesem Umstand macht das Bier nach dem Öffnen auch überhaupt keinen Hehl und begrüßt den Trinker mit der, für Rauchbiere typischen, rauchmalzigen Schinkennote. Das bernsteinfarbene Bier macht im Glas eine gute Figur was nicht zuletzt auch am feinporigen, kräftigen Schaum liegt.

Bereits beim Antrunk macht sich eine gewisse Vollmundigkeit breit. Süßlich präsentiert sich das Malz bevor der röststarke Rauchgeschmack sich auftut und eine starke Süffigkeit entfaltet. Im Abgang wird es etwas herber, im Hopfen finden sich Aromen von Bitterorange und Grapefruit. Ein sehr angenehmes Charakterbier habe ich hier vor mir dessen Malzsüße und -stärke definitiv an ein Märzen erinnert. Besonders gut gefällt mir die süß-säuerliche Geschmackskomposition, die bei jedem Schluck nach einem kurzen Moment ins rauchige abgleitet was dann auch bis spät nach dem Abgang anhält.

Das Querkerla des Staffelberg Bräu ist wirklich ein toll abgestimmtes Bier mit rauchigen Zügen und dem Charakter eines guten Märzen. Sehr süffig und einfach lecker – auch ohne viele Worte. Das ist mir gut und gerne vier Sterne wert.

Gebraut nach dem Reinheitsgebot.

Alkoholgehalt: 5,5%

(4/5)