Schlagwort-Archive: red ale

Steamworks Imperial Red

steamworks_red_aleHeute geht es wieder über den großen Teich, diesmal aber zur Abwechslung mal nach Kanada. Dort, genauer gesagt in Vancouver, befindet sich die 1995 gegründete Steamworks Brewing Company deren Biere es – zumindest zum Teil – mittlerweile auch schon zu uns geschafft haben. So auch das Imperial Red welches mit den Hopfensorten Cascade, Centennial und Simcoe gehopft sowie mit starken 80 Bittereinheiten versehen wurde und gerade in mein Testglas fließt – die Vorfreude steigt.

Das unfiltrierte Bier macht seinem Namen in der Optik auf jeden Fall schon mal alle Ehre, strahlt es dunkel- bis kupferrot aus dem Glas. Unter dem kaum nennenswerten Schaum quillt ein frischer, hopfenfruchtiger Duft nach Grapefruit und Zitronen hervor welcher mit malzigen Karamellnuancen gespickt ist.

Schön voller, malzgetragener Andruck der gleich zu Beginn ein angenehm volles Gefühl im Mund auslöst. Samtig weich und karamellig-nussig fällt das Malzbett aus woran sich ein fruchtig-herber Hopfengeschmack anschließt. Hier dominiert der Gesamteindruck von Zitrusfrüchten sowie die sich weiter intensivierende Herbe – die Bittereinheiten merkt man definitiv.

steamworks_red_ale_flascheNicht so den Alkohol, dieser ist in dieser Malz-Hopfen Melange wunderbar eingearbeitet und fällt frühestens auf, wenn man das erste Glas mit beinahe einem Zug geleert hat. Der süßliche, dennoch hopfenbetont-schlanke Abgang lädt zum weitertrinken ein und der sehr gut balancierte, nicht auftragende Körper sagt: Nach einer Flasche ist nicht Schluß!

Ein sehr schönes Bier, ausgewogen, rund und sehr süffig. Könnte von der Hopfenseite vielleicht noch einen kleinen Kick vertragen – passt aber sonst. Hierfür gebe ich sehr gerne vier Sterne.

IBU: 80

Alkoholgehalt: 8,5%

(4/5)







Verhaeghe Duchesse De Bourgogne

verhaeghe_duchesse_de_bourgogneVon der Brauerei Verhaeghe aus dem belgischen Vichte (Westflandern) möchte ich euch heute das Duchesse De Bourgogne vorstellen. Es handelt sich dabei um ein „Oud Bruin“ bzw. Flanders Red/Brown Ale und ist ein säuerlicher Blend aus 8 und 18 Monate alten Bieren zusammen mit einer Holzfasslagerung – ein Umstand, der bei den Belgiern ja nun nicht unüblich ist.

Im Kelch liegt ein dunkelbraunes, recht klares Bier, gegen das Licht gehalten schimmert selbiges rubinrot hindurch. Oben auf ordentlich, cremig texturierter Schaum von bräunlicher Färbung. In der Nase wirkt es säuerlich, ein wenig Essig, Pflaumen sowie Honig sind im Geruch zu erkennen, außerdem gesellen sich vereinzelte Röstaromen dazu.

Oh, das ist mal wieder eine Herausforderung für die Geschmacksnerven. Ein Hauch von Essig läuft zusammen mit einer feinen, Süße über die Zunge. Dabei wirkt es extrem fruchtig, Äpfel, Kirschen, Trauben, Zwetschgen sowie auch etwas Holz finden sich im Geschmack wieder und sorgen für einen angenehmen Gegenpart zu der doch durchaus vorhandenen Säure. Darunter liegt ein solides Malzbett mit etwas Karamell und einem Hauch Schokolade. Im Abgang sorgt eine leichte Herbe zusammen mit der Säure für eine deutliche Adstringenz sowie einen etwas trockeneren Eindruck.

verhaeghe_duchesse_de_bourgogne_flascheDas Bier muss man jetzt erstmal sacken lassen. Die Säure vermag sicher den ein oder anderen interessierten Bierfreund abzuschrecken, gibt man dem belgischen Gebräu aber eine Chance wird mit einer süßlichen Fruchtmischung belohnt die man sehr selten findet. Keine Spur von Muff oder zu dominanter Hefe, dieses Bier wirkt – trotz seines Alters – frisch und kann, trotz des essigartigen Eindrucks, eine sehr gute Süffigkeit aufweisen.

Dieses Bier ist sicherlich nicht etwas für jeden Tag und man muss sich drauf einlassen – danach wird man es aber lieben. Etwas Abzug gibt es für den zu essignahen Charakter und so komme ich heute auf sehr gute vier Sterne.

Stammwürze: 15%

Alkoholgehalt: 6,2%

(4/5)







Hopfenstopfer Dark Red Temptation

hopfenstopfer_dark_red_temptationWas neues von Hopfenstopfer Thomas Wachno! Das Dark Red Temptation, ein malzbetontes Strong Ale, konnte ich bereits auf der Braukunst Live 2014 probieren und hat mir vor Ort sehr gut gefallen. Mittlerweile ist das obergärige Starkbier auch im Handel angekommen und wird euch heute von mir vorgestellt. Ich bin gespannt!

Bei der Farbe ist der Name schonmal Programm, leuchtet das Bier in einem satten Bordeauxrot zu dem der gelblich-beige Schaum optisch wunderbar passt. Dazu gesellt sich ein sehr interessantes Aromenbouquet im Geruch, ein wenig vom Malz ist erkennbar was aber von dem fruchtigen Hopfengeruch überdeckt wird. In selbigem tummeln sich grasig-blumige Hopfenaromen mit dem Eindruck von Rosinen, roten Früchten und Erd- und Heidelbeeren.

Das ist ja mal geil. Die zwar nicht sehr intensiven, jedoch ungewöhnlichen Fruchtaromen tanzen gleich von Beginn an auf der Zunge während man den festen, sahneartige Schaum noch von den Lippen holen muss. Da sich das, durchaus voluminöse, Malzbett mit seiner feinen Süße nicht zu sehr in den Vordergrund drängt, schaffen es die sanften Hopfenaromen unbeschadet bis in den Abgang hinein wo vor allen Dingen nochmal die Beerenaromen aufkommen und für einen langen, fruchtig-süßlichen (jedoch kaum herben) Abgang sorgen.

Handwerklich ist, wie eigentlich immer, alles in Ordnung. Dank der zurückhaltenden Kohlensäure und dem aufkommenden Honig- und Karamellnoten sowie der feinen Süße wirkt das Bier extrem süffig. Auch die Tatsache, dass die 50 Bittereinheiten eigentlich kaum schmeckbar sind tut ihr übriges um für die wirklich tolle Trinkbarkeit des Bieres zu sorgen.

hopfenstopfer_dark_red_temptation_flascheIch habe eigentlich kaum Grund zur Beschwerde. Ich würde mir die sehr interessante Hopfenaromatik noch intensiver wünschen – die Hopfensorten Taurus und Cascade harmonieren hier wirklich hervorragend. Ansonsten ein Top-Bier welches knapp an der Bestwertung vorbei schrammt und hier heute vier Sterne bekommt – ihr solltet euch von ihm definitiv mal verführen lassen!

IBU: 50

Stammwürze: 20,5%

Alkoholgehalt: 9%

(4/5)







Waldhaus Red Pale Ale

waldhaus_red_pale_aleBeim Red Pale Ale der Brauerei Waldhaus aus dem Südschwarzwald handelt es sich um eine limitierte, saisonale Zugabe zu ihren Bierkästen und war daher, soweit ich weiß, niemals direkt im Verkauf. Entsprechend schwer war es, an das Bier ranzukommen und so freue ich mich darauf, euch dieses heute präsentieren zu können.

Mit einem rötlichen Braunton kommt das klare Bier daher und bildet eine sahnige, üppige Schaumhaube mit durchschnittlicher Stabilität aus. Dabei verströmt es einem hefig-hopfigen Geruch mit leichten Fruchnoten von Mango, Grapefruit und Quitten, auch etwas Malz ist im Duft vorhanden.

Der Antrunk fällt sehr weich und schlank aus, das Malzbett mit seiner feinen Süße und einem leicht karamelligen Unteron macht sich recht gut und bietet dem im Mittelteil aufkommenden Hopfen eine gute Bühne. Dieser wartet mit moderat ausfallenden Aromen von Lychee, Honigmelone, Orangen und Minze auf, kann sich aber aufgrund seiner niedrigen Dosierung nicht so recht gegen das Malz durchsetzen und geht daher in der honigartigen Süße etwas unter.

waldhaus_red_pale_ale_flascheDie Bitterung ist schmeckbar, vielleicht sogar ein wenig höher als erwartet, und sorgt für eine leicht pelzige Zunge und für eine gewisse Trockenheit im Mund. Auch die Karbonisierung fällt recht angenehm aus und passt gut zu dem feinmalzigen Charakter. Dennoch mag so recht keine Süffigkeit aufkommen – dafür ist das Bier einfach ein wenig zu undefiniert und man kann außerdem einen leichten Metallgeschmack wahrnehmen der die Trinkbarkeit stark reduziert.

Eigentlich schade, ich hätte mir hier mehr erwartet und es wäre auf Basis dessen, was ich hier im Glas habe, durchaus mehr drin gewesen. So reicht es allerdings für das Waldhaus Red Pale Ale nur für knappe drei Sterne.

Alkoholgehalt: 7%

(3/5)