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Stone Go To IPA

Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen – perfekte Voraussetzungen für ein fruchtiges Session-IPA. Ein solches startet Stone Brewing Berlin gerade europaweit: Das Go To IPA. Wie die anderen Sorten zuvor kennt man dieses Bier auch schon aus den USA, für den europäischen Markt wird nun auch das Go To IPA in Berlin gebraut. Neun Hopfensorten sollen für eine wahre Hopfenexplosion sorgen, das ganze dabei aber leicht und „sessionable“ von Statten gehen – behauptet zumindest das Papier. Ob dem so ist? Probieren wir es aus!

Bereits beim Geruch kann das orangefarbene, etwas trübe Bier mit Aromen von Pfirsich, Melonen und Trauben sowie Zitronenschale punkten. Der Schaum leuchtet schneeweiß und hat eine cremig-feine Textur – I like!

Entsprechend fruchtig fällt dann auch der Antrunk aus, hier machen sich zudem auch sofort eine knackige Herbe bemerkbar. Der Geschmack von Zitronen sowie Honigmelonen macht sich auf der Zunge breit, das Malz ist kaum merklich und so dauert es bis zum opulent-herben Abgang nicht allzu lange. Hier wird es jetzt merklich trocken und bewegt sich hart an der Grenze zur Kratzigkeit – die etwas nachlassenden Fruchtaromen sorgen aber gerade nochmal für den Turnaround.

Die angenehme Karbonisierung versöhnt dann wieder ein wenig, das Bier an sich ist recht gut trinkbar und die Fruchtigkeit bleibt auch bis zum letzten Tropfen vorhanden, obgleich bisweilen weniger ausgeprägt. Ist das Bier denn nun sessionable? Ich persönlich empfinde es als einen Ticken zu herb um davon wirklich mehrere hintereinander zu trinken – zumindest nicht ohne mal ein Glas Wasser dazwischen. Versteht mich nicht falsch, ich liebe sehr herbe Biere, nur als Begleiter für den ganzen Tag/Abend würde das Stone Go To IPA nicht ganz oben auf meiner Liste stehen.

Sehr trinkbares, fruchtiges und vor allem leichtes IPA, mir aber einen Tick zu herb. Nach langem hin und her schrammt das Go To an den 4 Sternen vorbei und bekommt derer drei. Prost.

IBU: 65

Alkoholgehalt: 4,7%

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt. Bestellen könnt ihr das Stone Go To IPA hier.

(3.5/5)







Mikes Wanderlust Session Pale Ale

Heute beginne ich den Abend mal wieder mit einem etwas leichteren Bier. Ausgesucht habe ich mir das Session Pale Ale von Mikes Wanderlust – aka Michael Sturm aus der Brauerei Krieger – aus dem bayerischen Landau an der Isar. Mit knapp dreieinhalb Volumenprozent Alkohol kann man definitiv von „sessionable“ sprechen, wird denn auch die Aromatik des Bieres dazu passen? Schaun wir mal…

Riecht gar nicht so verkehrt was ich hier im Glas habe. Grasig-fruchtige Hopfenaromen von Mango, Pfirsiche und ordentlich Maracuja strömen aus dem Glas. Noch dazu macht das klare, bernsteinfarbene Bier mit seiner weißen Schaumhaube auch optisch was her, auch wenn der Schaum nicht allzu standhaft ist.

Was den Antrunk angeht, so muss man dem Pale Ale eine gewisse Wässrigkeit attestieren. Das ist nun nicht weiter verwunderlich, sieht der Stil doch eine gewisse Leichtigkeit vor – hier ist es, zusammen mit der arg prickelnden Kohlensäure aber ein wenig zu viel (oder besser gesagt zu wenig) des Guten. Nach kurzer Eingewöhnungszeit bekommt man es mit einem ganz leicht getreidigen, kaum wahrnehmbaren Malz zu tun – gepaart mit einer leichte Säure und im Abgang aufkommenden, sehr moderaten Hopfenaromen. Gerade hier würde ich mir mehr Intensität erwarten um über den etwas sehr dünnen Körper hinweg zu sehen. Die leicht zitrusartigen Hopfenaromen sind zwar nett, reichen aber in meinen Augen nicht aus um genügend Charakter rein zu bringen.

Die Herbe hingegen – wir reden von 25 Bittereinheiten – ist gut getroffen und passt zu dem sehr leichten Setup des Bieres. Selbiges ist insgesamt sehr gut und easy zu trinken und macht seinem Namen dahingehend alle Ehre. Dennoch sollte man beachten, dass das Bier gerne kalt getrunken werden möchte – wird es erst etwas wärmer macht sich das Fehlen eines stärkeren Malzkörpers noch mehr im Geschmack bemerkbar.

Für mich ist das Session Pale Ale von Mikes Wanderlust zu viel Session und zu wenig Pale Ale. Daher gibts von mir knapp drei Sterne.

IBU: 25

Alkoholgehalt: 3,6%

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

(3/5)







Craftwerk Mad Calliasta

craftwerk_mad_callistaDa nimmt man sich ein wenig Auszeit, ist zwischendurch noch krank, und schon platzt der Bierkühlschrank aus allen Nähten. Zeit, den Stau mal ein wenig abzubauen – anfangen werde ich daher heute mit dem Mad Callista von Craftwerk, der „Craft-Auskopplung“ der Bitburger Braugruppe. Namensgeber für dieses Session Lager ist die neue Hopfensorte „Callista“ aus der Hallertau die erst seit zwei Jahren in nennenswerten Mengen angebaut wird. Neue Hopfensorten sind immer spannend, daher freue ich mich auch schon auf das, was grade in mein Glas fließt…

Das strohgelbe bis goldfarbene Bier verströmt einen frisch-hopfigen Duft nach Ananas und Zitrusfrüchten, sowie etwas frisch gemähten Gras. Die Schaumbildung geht in Ordnung, auch wenn der etwas grobporige, weiße Schaum nun nicht wirklich eine Augenweide darstellt.

Im Antrunk zeigt das Bier ein unaufgeregtes, leicht süßliches Malzbett welches ansonsten geschmacklich größtenteils neutral rüberkommt. Lediglich vereinzelt stechen leicht Stroh- und Brotaromen hervor, die von einem sanften, kaum auffallenden Hopfenaroma begleitet werden. Dieses wird zum Abgang hin ein wenig stärker, kann aber – entgegen dem Geruch – die Geschmacksknospen nur ein wenig kitzeln. Gut, bei einem Session Lager erwarte ich mich jetzt auch keine Hopfenexplosion, dennoch dürfte es gerne ein wenig mehr sein, denn das bisschen was man schmecken kann vermag richtig gut zu dem Bier zu passen.

craftwerk_mad_callista_flascheVon Herbe kaum eine Spur, 23 Bittereinheiten sollen es sein – nunja. Größter Kritikpunkt bei diesem Bier ist allerdings die Kohlensäure. Sorry, aber wenn ich schon recht wenig Geschmack in dem Bier habe und auf eine große Süffigkeit bauen möchte (die das Bier definitiv bieten kann), dann mach ich mir das doch nicht wieder durch zu viel Co2 kaputt. Das Mad Callista prickelt fast wie ein Wasser, bei dem man im Trinkwassersprudler dreimal zu viel auf den Kohlensäure-Knopf gedrückt hat. Die Süffigkeit regt dennoch dazu an, das untergärige Gebräu möglichst zügig zu trinken – mit den entsprechenden körperlichen Auswirkungen.

Potential hätte das Mad Callista sicherlich (wenn nicht sogar am meisten von den bisherigen Craftwerk-Bieren), die Karbonisierung und die zu behutsame Hopfung verhageln aber das Endergebnis. Daher gibt es heute drei Sterne.

IBU: 23

Stammwürze: 9,5%

Alkoholgehalt: 3,9%

(3/5)







Kreativbrauerei Kehrwieder Southside

kreativbrauerei_kehrwieder_southsideNein, heute gibt es nicht schon wieder ein SHIPA der Hamburger Kreativbrauerei Kehrwieder. Diesmal ist das Southside dran, ein Session IPA welches mit seinem geringen Alkoholgehalt und intensiven Hopfenaroma voll im sommerlichen Trend der (deutschen) Craftbeerszene liegt. Ein Session IPA – für die Interessierten unter euch – ist ein sehr leichtes IPA welches „sessionable“ ist, sprich von den man mehrere genießen kann ohne zu alkoholisiert zu werden und ebenso ohne den Geschmack zu sehr durch die starke Hopfung zu verwirren. Gucken wir doch mal, ob dieses Gebräu auch zu den heißen Sommertagen der letzten Zeit passt…

Rötlich bis kupferfarben strahlt das klare Bier aus dem Glas, es duftet angenehm malzig mit vereinzelten Hopfennoten von Steinfrüchten und Erdbeeren.

Der Antrunk ist sehr leicht und mit guter Herbe versehen, das aufkommende Malz erinnert an Nüsse mit etwas Karamell und leichten Röstaromen. Zusammen mit den sehr zurückhaltenden Hopfenaromen erinnert mich das Bier viel mehr an ein leichtes Amber Ale als an ein IPA – es fehlt einfach das Hopfenaroma. Ganz spät im Abgang kommen dann wieder die Erdbeeren auf, gehen aber unter dem röstigen Malz gleich wieder unter.

kreativbrauerei_kehrwieder_southside_flascheErwartungsgemäß ist bei diesem Bier etwas mehr Kohlensäure am Start, stört aufgrund des doch relativ dünnen Körpers aber nicht so sehr. Dahingehend geht auch die Trinkbarkeit in Ordnung wobei man das Bier definitiv nicht zu warm werden lassen sollte – bei den hohen Temperaturen wird dies aber nicht passieren (denke ich). Ein wenig Schade, dass von den beiden Hopfensorten Equinox und Huell Melon letztendlich nicht allzu viel rüberkommt, stehen diese geschmacklich doch recht weit oben auf meiner Liste.

Passt schon – das ist mein Fazit. Für den schneller Durst geht das Southside in Ordnung, an mein Lieblings Session IPA kommt es jedoch nicht heran. Drei Sterne.

Bestellen könnt ihr das Southside hier.

IBU: 30

Alkoholgehalt: 3%

(3/5)







Braukunstkeller & Hofmark SunRise

Im Test habe ich heute das Hobraukunstkeller_hofmark_sunrisefmark und Brau-KunstKeller Kooperationsbier „SunRise“ – seines Zeichens ein Session IPA. Daher kommt das Bier mit einstelliger Stammwürze und äußert niedrigem Alkoholgehalt, dafür mit ordentlicher Herbe und 4 verschiedenen Hopfensorten. Man darf also gespannt sein. Merci ans Biervana für die Kostprobe.

Recht trübe steht das bräunlich- bis orangefarbene Bier im Glas, verströmt aber einen angenehm frischen Zitrusduft, gepaart mit Orangenzesten und Heu. Der Schaum ist üppig von leicht bräunlich-beiger Färbung, die Textur fällt ein wenig grobporig aus.

Der erste Gedanke beim Antrunk: 59 Bittereinheiten? Wo sollen die denn sein? Zwar geht das Bier gleich beim ersten Schluck hopfig-herb zu Werke, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sich inmitten der Mischung aus einem sehr leichten Malzbett, einem dezent fruchtig-würzigen Hopfenaroma und einer etwas übertriebenen Karbonisierung knapp 60 Bittereinheiten verstecken soll. Sofern das wirklich der Fall sein sollte, wurden sie sehr gut kaschiert. Ein ganz feine Süße geht von dem ansonsten unaufdringlichen Malz aus, im Abgang ein Hauch Zitrone sowie etwas Grapefruit und frisches Heu.

braukunstkeller_hofmark_sunrise_flascheIch weiß, es wird euch vermutlich nerven wenn ich schon wieder mit der Kohlensäure anfange, jedoch geht es mir hier wieder wie bei so vielen der leichteren Ales: Es ist zu viel. Gerade bei so einem leichten und doch geschmackvollen Bier wie dem SunRise bremst das Co2 den Trinkgenuß in meinen Augen erheblich. Vielleicht mag es ja Absicht sein und man möchte die Menschen vor einem allzu schnellen Rausch durch dieses Bier (da wird man aber oft aufs Klo müssen) schützen – ich persönlich empfinde es als unangenehm.

Davon abgesehen ist es geschmacklich durchaus zu empfehlen und über den Alkoholgehalt freut man sich bei wieder einmal über 35 Grad. Von mir gibts daher ganz knappe 4 Sterne.

Erfrischung gefällig? Im Shop wird euch geholfen.

IBU: 59

Stammwürze: 8%

Alkoholgehalt: 2,9%

(4/5)







Evil Twin Citra Sunshine Slacker

evil_twin_citra_sunshine_slackerDie nächsten Tage soll es ja richtig heiß werden, Zeit sich auf die Suche nach einem erfrischenden, aber nicht zu starken Bierbegleiter durch die kommende Woche zu machen. Als kleine Hilfestellung stelle ich euch heute das Citra Sunshine Slacker von Evil Twin vor. Aufmerksame Leser meines Blogs werden sicherlich schon festgestellt haben, dass die Biere von Brauer Jeppe Jarnit-Bjergsø bei mir einen hohen Stellenwert genießen – Qualität, Geschmack und nicht zuletzt der Preis haben da immer gepasst. Schauen wir mal, ob das bei diesem Session IPA genau so sein wird.

Gleich beim Einschenken fällt einer starker Duft nach Limonen und Aprikosen auf. Beim genauen „Hineinriechen“ bestätigt sich der Eindruck, wenngleich die frischen Zitrusnoten jetzt überwiegen. Die Optik passt auch, cremiger, weißer Schaum auf leicht trüben, orange- bis bernsteinfarbenen Bier.

Auf der Zunge gehts dann auch gleich richtig ab. Zitronen und Limetten satt, dazu ein ganz kleiner Hauch Grapefruit und Aprikosen – da ist definitiv nicht zu wenig Hopfen drin. Dem Namen nach zu urteilen – genaue Infos liegen mir leider nicht vor – würde ich von einem Single Hop IPA mit der Hopfensorte „Citra“ ausgehen. Das ist insofern interessant, neigt diese Sorten unter Umständen doch zu einem leicht käsigen Aroma – dies ist hier aber definitiv nicht der Fall. Gerade zum Abgang des jetzt recht bitterndes Bieres kommen die Fruchtnoten nochmal stärker zur Geltung und begleiten den etwas trockenen Abgang.

evil_twin_citra_sunshine_slacker_doseTrotz all dem Hopfen und der Tatsache, dass es sich vermutlich sogar nur um ein Schankbier handelt, ist der Körper erstaunlich vollmundig sowie ein klein wenig nachsüßend mit etwas Karamellaroma im Malz. Die Karbonisierung ist für dieses Sommerbier wirklich hervorragend, leicht spritzig passt es sehr gut zur der intensiven Fruchtigkeit. Bei diesem Körper und der Intensität können sich manch andere Sommer-Ales durchaus eine Scheibe abschneiden. Diese sind oftmals zwar noch etwas leichter, dafür fehlt es aber auch deutlich mehr an Aroma.

Das wird mein Sommerbier für 2015 – frisch-fruchtig aus der Dose mit intensivem Geschmack. Für mich sind das volle fünf Sterne sowie ein Eintrag in die Bestenliste. Cheers!

Alkoholgehalt: 4,5%

(5/5)