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Struise Rosse

struise_rosseVor etwa eineinhalb Jahren bin ich erstmalig in den Genuß eines der Biere der De Struise Brouwers aus dem belgischen Oostvleteren gekommen und war recht begeistert davon. Netterweise bekam ich die Tage Post von Importeur dieser belgischen Biere und kann euch daher heute das Struise Rosse, ein belgisches American Amber Ale, vorstellen.

Kupfer- bis rubinrot strahlt das trübe Bier unter seiner cremig texturierten, beigen Schaumhaube hervor. Im Geruch finden sich malzig-nussige Aromen sowie ein Hauch roter Beeren.

Auch wenn das Bier ein wenig dünn wirkt ist die geschmackliche Komponente äußerst komplex. Bei belgischen Bieren weiß man ja oftmals nicht so wirklich, was einen erwartet weshalb ich da immer recht vorsichtig mit voreiligen Schlüssen bin. Nussiges, kaum karamellbeladenes Malz mit etwas Honig, Kräutern und – da ist die Überraschung – einem Schwung Säure. Dazu gesellen sich fruchtige Aromen von Himbeeren, etwas Hefe und Grapefruit.

struise_rosse_flascheIn Sachen Hopfen ist erwartungsgemäß nicht viel los, lediglich spät im Abgang findet sich eine leichte Herbe wieder die sich ein wenig auf der Zunge festsetzt. Das recht leicht wirkende Malzbett, zusammen mit der zurückhaltenden Karbonisierung, der Säure und der recht hohen Vergärung lassen hier an einen Weißwein erinnern. Sehr spannend, für so manchen deutschen Bierfreund aber vermutlich eine Nummer zu hoch.

Gut trinkbares, weinartiges Gebräu aus Belgien. Schmeckt mir persönlich recht gut und bekommt daher vier Sterne. Prost.

Alkoholgehalt: 6%

(4/5)







Verhaeghe Duchesse De Bourgogne

verhaeghe_duchesse_de_bourgogneVon der Brauerei Verhaeghe aus dem belgischen Vichte (Westflandern) möchte ich euch heute das Duchesse De Bourgogne vorstellen. Es handelt sich dabei um ein „Oud Bruin“ bzw. Flanders Red/Brown Ale und ist ein säuerlicher Blend aus 8 und 18 Monate alten Bieren zusammen mit einer Holzfasslagerung – ein Umstand, der bei den Belgiern ja nun nicht unüblich ist.

Im Kelch liegt ein dunkelbraunes, recht klares Bier, gegen das Licht gehalten schimmert selbiges rubinrot hindurch. Oben auf ordentlich, cremig texturierter Schaum von bräunlicher Färbung. In der Nase wirkt es säuerlich, ein wenig Essig, Pflaumen sowie Honig sind im Geruch zu erkennen, außerdem gesellen sich vereinzelte Röstaromen dazu.

Oh, das ist mal wieder eine Herausforderung für die Geschmacksnerven. Ein Hauch von Essig läuft zusammen mit einer feinen, Süße über die Zunge. Dabei wirkt es extrem fruchtig, Äpfel, Kirschen, Trauben, Zwetschgen sowie auch etwas Holz finden sich im Geschmack wieder und sorgen für einen angenehmen Gegenpart zu der doch durchaus vorhandenen Säure. Darunter liegt ein solides Malzbett mit etwas Karamell und einem Hauch Schokolade. Im Abgang sorgt eine leichte Herbe zusammen mit der Säure für eine deutliche Adstringenz sowie einen etwas trockeneren Eindruck.

verhaeghe_duchesse_de_bourgogne_flascheDas Bier muss man jetzt erstmal sacken lassen. Die Säure vermag sicher den ein oder anderen interessierten Bierfreund abzuschrecken, gibt man dem belgischen Gebräu aber eine Chance wird mit einer süßlichen Fruchtmischung belohnt die man sehr selten findet. Keine Spur von Muff oder zu dominanter Hefe, dieses Bier wirkt – trotz seines Alters – frisch und kann, trotz des essigartigen Eindrucks, eine sehr gute Süffigkeit aufweisen.

Dieses Bier ist sicherlich nicht etwas für jeden Tag und man muss sich drauf einlassen – danach wird man es aber lieben. Etwas Abzug gibt es für den zu essignahen Charakter und so komme ich heute auf sehr gute vier Sterne.

Stammwürze: 15%

Alkoholgehalt: 6,2%

(4/5)







Braumanufaktur Hertl David Vader Imperial Stout

braumanufaktur_hertl_david_vader_imperial_stoutHeute mal wieder ein Novum für mich, ein Sweet/Sour Imperial Stout mit Tonkabohnen und Marshmallows. Klingt abgefahren? Finde ich auch. Gebraut wird dieses Ungetüm bei der Braumanufaktur Hertl im fränkischen Schlüsselfeld und hört auf den Namen „David Vader Imperial Stout“ – Gemeinsamkeiten von Etikett und Name zu Star Wars sind sicherlich absoluter Zufall. Na dann schauen wir mal, was Braumeister David hier so eingebraut hat…

Dunkelbraun bis schwarz läuft das Bier ins Glas und bildet, dort angekommen, eine feinporige, kastanienbraune Schaumhaube aus die sich allerdings nicht als sehr solide erweist. Darunter strömt eine Mischung aus fruchtig-säuerlichen Aromen von Kirsche und schwarzer Johannisbeere sowie röstmalzigen Noten hervor…auch etwas Cola ist dabei.

Sauerbiere muss man mögen, klar. Daher kann ich verstehen, dass manch einer mit der durchaus starken Säure des Bieres Probleme haben könnte. Diese legt gleich zu Beginn ordentlich los, bringt dafür fruchtige Aromen von Waldbeeren und Kirschen mit. Darunter mischt sich etwas Malz mit vereinzelten Röstaromen, dieses fällt allerdings recht gediegen aus. Ebenso die Süße, hier hätte es ruhig mehr sein dürfen um der durchaus intensiven Säure einen passenden Gegenpart zu liefern. Dennoch kann man im Abgang einen Hauch von Kaffee erschmecken, auch etwas Herbe ist dabei – jedoch dominiert die Säure auch diesen Punkt im Trinkverlauf,

braumanufaktur_hertl_david_vader_imperial_stout_flascheMit der Zeit kann man an die Säure gewöhnen, das Malz hebt sich etwas stärker raus und man kann sich etwas mehr an den Röstaromen erfreuen. Davon abgesehen fällt die Trinkbarkeit ganz gut aus, auch wegen des niedrigen Kohlensäuregehalts. Vom Körper her hätte es gerne auch etwas wuchtiger sein können, dennoch für ein Bier dieser Stärke passt es ganz gut

Etwas mehr Süße und Malzaroma, dafür etwas weniger säuerlich – das könnte wirklich richtig interessant werden. Mutig ist das Bier allesmal dem ich heute immernoch gute drei Sterne gebe. Prost.

Alkoholgehalt: 8,5%

(3/5)







Braustelle Wilde Wutz

braustelle_wilde_wutzOstern ist rum, meine kleine, zweitägige Bierpause ist auch vorbei und ich freue mich daher, euch heute mein erstes Bier der Kölner Braustelle vorstellen zu können. Es handelt sich dabei um die Wilde Wutz, ein obergäriges Bier mit herb-sauren Charakter und einer mindestens 4 Wochen langen Reifung im Süßweinfass. Los gehts!

Im Geruch des trüben, dunkelbraunen sowie mit feinporigen und beigen Schaum bedeckten Bieres liegt einiges an Säure wie auch eine frisch wirkende Fruchtigkeit mit den Aromen von Apfel und Himbeere. Es macht auf jeden Fall neugierig!

Der Antrunk geht recht glatt über die Bühne, auch wenn sich gleich zu Beginn einiges von der Säure bemerkbar macht. Diese ist der erste Eindruck den man von dem Ale hat, gepaart mit einer moderaten Herbe tun sich nach einigen Momenten Aromen von roten Früchten auf die recht gut zu der – für Einsteiger zu starken – Säure passen. Von den auf dem Etikett angesprochenen Röstaromen merkt man derweil nicht allzu viel, lediglich im Abgang ist etwas Rauch im Hals spürbar der sich zwischen dem mittlerweile recht intensiven Kirscharoma auftut.

Auch eine zu dem sauren Charakter passende Süße ist mit dabei, ansonsten empfinde ich die Mischung aber ein wenig zu gewagt – ich denke, etwas weniger wäre hier mehr gewesen. Hibiskusblüten sind schön und gut, ob das Bier aber überhaupt von diesen aromatisiert wurde ist in meiner Meinung nach bei der Fülle an Aromen kaum einschätzbar.

braustelle_wilde_wutz_flascheHandwerklich ist bei der Wilden Wutz der Kölner Braustelle alles in Ordnung, auch geschmacklich ist hier einiges los. Dennoch vermisse ich ein wenig den roten Faden der eine genaue Charakterisierung erschwert weshalb das Bier „nur“ drei Sterne bekommt. Die Säure hat mir allerdings recht gefallen – weiter so!

Alkoholgehalt: 6,8%

(3/5)