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Pax Bräu Rhöner Imperial Pilsner

pax_braeu_rhoener_imperial_pilsnerVom Pax Bräu aus Oberelsbach, was übrigens zwischen Fulda und Schweinfurt gelegen ist, möchte ich euch heute das Rhöner Imperial Pilsener vorstellen.  Von der Brauerei aus Unterfranken hatte ich zwar schonmal etwas probiert, offiziell ist dies jedoch mein erstes und ich bin gespannt, was dieses starke Pils zu bieten hat.

Fruchtig nach Zitrusfrüchten mit einer frischen Hopfennase begrüßt einen dieses untergärige Bier nachdem es sanft ins Glas geglitten ist. Dabei bildete es eine gute Portion feinporigen bis sahnigen Schaum aus der mit seiner schneeweißen Farbe einen schönen Kontrast zu dem opalen, bernsteinfarbenen Bier passt.

Der Antrunk fällt trotz der knackigen Herbe des Bieres weniger kantig aus als gedacht, Aromen von Zitrusfrüchten mischen sich in das feine und brotige Malzbett dem man seine Stärke mal so gar nicht anmerkt. Ein wenig erinnert das leicht karamellig wirkende Malz mehr an einen hellen Bock was auch von der Bitterkeit unterstrichen wird, der frisch-hopfige Geschmack von Limette und Grapefruit, welcher in erster Linie im Abgang aufkommt, lässt einen gedanklich bei einem Pale Ale verweilen.

pax_braeu_rhoener_imperial_pilsner_flascheDiacetyl findet man im Geschmacksspektrum dieses Pilseners nicht, auch die Karbonisierung ist nicht ganz so spritzig wie man vielleicht meinen könnte und man merkt den Alkohol teilweise recht deutlich – dennoch scheinen all diese Punkte bei diesem Bier gut zusammen zu passen was sich auch auf die Süffigkeit auswirkt. Diese ist ungemein hoch und verleitet einen dazu, das Bier ein wenig zu schnell zu trinken was sich, je nach Kondition, recht schnell auf den allgemeinen Gemütszustand niederschlagen kann.

Wenn ich mir ein Imperial Pilsner vorstellen müsste, würde vermutlich ein Bier wie dieses rauskommen. Fruchtig, ordentlich Herb aber nicht übertrieben und eine interessante Hopfennote die nicht zuletzt an den verwendeten Hopfensorten (Smaragd, Centennial, Hallertauer Tradition, Spalter Select, Beata und Amarillo) liegt. Dafür gibt es bei mir heute sehr gute vier Sterne.

IBU: 60

Stammwürze: 18,9%

Alkoholgehalt: 8,5%

(4/5)







Kreativbrauerei Kehrwieder Prototyp

Olli und Fietekreativbrauerei_kehrwieder_prototyp, die beiden Personen die hinter der Kreativbrauerei Kehrwieder stecken, könnte man schon fast als Globetrotter bezeichnen. Nach Aufenthalten in der Karibik, den USA und Menorca haben sich die beiden in Hamburg zusammengetan und einfach mal eine Brauerei gegründet. Da es am eigenen Sudhaus noch fehlt (und sie es nicht erwarten konnten), haben sie ihr erstes offizielles Bier bei einem befreundeten Brauer in Dänemark hergestellt. Passend dazu ist auch der Name des Gebräus welches ich euch nun vorstellen will: Prototyp.

Bei diesem Bier handelt es sich um ein Strong Lager welches man keinesfalls mit einem Bock verwechseln sollte (da muss es schon etwas mehr Alkohol sein). Es präsentiert sich mit einer gelblich-orangen Färbung, einer minimal trüben Optik und einem fein- bis mittelporigen, weißen Schaum der leider nicht allzu standfest ist. Beim Geruch wird es schon interessanter: Noten von Maracuja und Kräutern liegen in der Luft und machen neugierig auf dieses Bier.

Erfrischend anders – das ist mein Eindruck vom ersten Schluck dieses mit Simcoe und Saazer kaltgehopften Bieres. Der Malzkörper ist sehr mild und hinterlässt eine ganz feine Honignote auf der Zunge bevor die floralen Hopfenaromen, angeführt von der bereits beschriebenen Passionsfrucht, loslegen und dieses Bier im Abgang fruchtig – und vor allem nicht gar so trocken wie vergleichbare Ales – abrunden. Dass manch Brauer den Simcoe-Hopfen mit Katzenurin vergleicht konnte ich bis dato nicht nachvollziehen und kann es jetzt noch viel weniger.

prototypMit der Zeit wirds ein wenig trockener was die Süffigkeit dieses Bieres aber kaum beinflusst sondern, zusammen mit einer feinen Säure und der perfekt abgestimmten Kohlensäure, den Prototyp recht erfrischend wirken lässt.

Zugegeben, der Schaum könnte etwas länger halten und im Malz etwas mehr Süße liegen, dennoch halte ich das Erstlingswerk der beiden Hamburger für durchweg gelungen und gebe dem Prototyp gerne vier Sterne und freue mich schon auf weitere Kreationen der kreativen Nordlichter.

Neugierig? Hier bekommt ihr es.

IBU: 25

Stammwürze: 13,9%

Alkoholgehalt: 5,9%

(4/5)