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Welde Jahrgangsbier England

welde_jahrgangsbier_2016_englandWie schon die Jahre zuvor hat die Brauerei Welde aus Plankstadt erneut ein Jahrgangsbier auf den Markt gebracht. Bei der 2016er Version geht es diesmal nach England, ins Glas fließt gerade ein untergäriges Bockbier bei dem eine ganz bestimmte Mischung (augenscheinlich) britischer Hopfensorten mit dem Namen „Warrior Queen“ zum Einsatz kam. Ob sich der Hopfen im Bock besonders bemerkbar macht und ob das überhaupt zusammenpasst zeigt der nun folgende Test.

Im Glas angekommen macht das bernstein- bis kupferfarbene, klare Bier eine gute Figur. Getoppt wird das Ganze von einer cremigen, weiß leuchtenden Schaumhaube unter der süßlich-herbe, teils fruchtige Hopfen- und Malzaromen hervorwabern.

Gleich zu Beginn überrascht das untergärige Bockbier mit einer recht intensiven Herbe die man bei einem Bier dieser Art erst einmal nicht erwartet. Dazu kommt, dass das Bier recht hochvergoren und damit trocken wirkt – die typische Süße sucht man bisweilen vergeblich. Warum ich das heraushebe? Nun, ich bin mir sicher, viele von euch haben eine gewisse Vorstellung von einer Biersorte und wären daher recht überrascht, wenn das Bier diese Erwartungen nicht erfüllt – so ist es sicherlich nicht verkehrt, vorher zu wissen was einen erwartet.

welde_jahrgangsbier_2016_england_flascheIm trockenen Abgang kommen nussige Malzaromen auf, begleitet von etwas Butter und den Aromen reifer Pflaumen – dazu etwas Holz. Auch die Herbe, an die man sich mittlerweile gewöhnt hat, wirkt jetzt nochmal etwas stärker auf die Geschmacksnerven ein. Die Trinkbarkeit geht in Ordnung, hätte man eine bessere Balance zwischen Süße und Bittere gefunden, würde diese jedoch besser ausfallen.

Davon abgesehen, dass mir das Bier persönlich zu herb ausfällt, fehlt auch ein wenig die geschmackliche Tiefe im Malz – da hätte es gerne mehr sein dürfen. So reicht es heute gerade für drei Sterne.

Alkoholgehalt: 6,7%

(3/5)