Schlagwort-Archive: vollbier

Hoppebräu Wuida Hund

hoppebraeu_wuida_hundSeit ein paar Jahren braut Markus Hoppe unter dem Label Hoppebräu aus dem beschaulichen Waakirchen in Oberbayern Biere, die man durchaus als abseits vom Mainstream bezeichnen kann. Damit hat er in der Gegend etwas was man eine Vorreiterrolle nennen kann, sind die wenigen restlichen Brauereien dort sonst eher auf klassiche Stile getrinnt. „Wuida Hund“ nennt sich sein unfiltriertes Vollbier welches ich euch heute vorstellen möchte.

Bernsteinfarben steht das untergärige Bier im Glas (augenscheinlich das Tokyo von Sahm – kannte ich bisher nicht) und bildet einen feinporigen bis cremigen Schaum aus der mit seiner strahlend weißen Farbe den optischen Eindruck abschließt. In der Nase hängt viel Malz, ein wenig Honig sowie der leichte Duft von tropischen Früchten – Grapefruit und Mango seien hier genannt.

Im Antrunk macht sich ein recht starkes Malzaroma breit welches auch zur dunkleren Färbung des Bieres passt und für einen breiten Geschmackseindruck sorgt. Brotig – vielleicht ein wenig zu sehr – kommt das Malzbett rüber, ein wenig süßes Karamell ist dabei und auch sonst fällt das Mundgefühl sehr voll aus. Im Mittelteil bis zum Abgang hin kommt dann der Hopfen raus – eine moderate Herbe macht sich auf der Zunge breit zu der sich fruchtig Aromen von Waldbeeren und roten Trauben gesellen.

hoppebraeu_wuida_hund_flascheDass sich bei einem solchen Setup eine gewisse Süffigkeit aufbaut ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Auch wenn mit der Zeit das etwas zu starke Aroma von Sauerteigbrot ein wenig wie eine Kante im Geschmacksprofil steht, so kann der wuide Hund dies durch die feine Hopfenaromatik und die sehr gute Rezenz wieder ausgleichen – Passt.

Ein süffiges Craftbeer hat man bei Hoppebräu hier gemacht und ich würde mich definitiv freuen, in Zukunft öfters über dieses Bier zu stolpen. Bei mir im Test gibts hierfür heute drei Sterne mit einem Bonusstern im Geiste für die Idee. Prost!

IBU: 50

Alkoholgehalt: 4,5%

(3/5)







Brauerei Simon Spezial

brauerei_simon_spezialAus dem mittelfränkischen Lauf kommt der heutige Testkandidat und mein inzwischen zweites Bier der privaten Brauerei Simon. Deren Spezial, ein altfränkisches Vollbier, landet im Moment bei mir im Glas und wartet schon gespannt auf mich. Dann will ich es mal nicht länger warten lassen.

Schaut euch das an! In einer Mischung aus kupfer- kastanienfarben liegt dieses filtrierte Bier im Glas und bildet dabei eine große, stabile und feinporige Schaumhaube aus. Im Geruch gibt sich das Spezial sehr malzhaltig mit einem Hauch von Röstaromen und Hopfen.

Der erste Schluck legt auch gleich los wie die Feuerwehr und schiebt sich brotig und malzstark über die Zunge. Röstaromen tummeln sich dort zusammen mit ein wenig Schokolade und Rosinen und dem mildwürzig wirkenden Hopfen, der im Abgang für eine angenehme Herbe sorgt und das Bier regelrecht trocken wirken lässt. Hinten raus wirkt es dann ein wenig wässrig und unbalanciert, die aufkommende leichte Säure passt mir hier nicht so.

brauerei_simon_spezial_flascheMit der Zeit wirkt der Malzkörper weniger intensiv, die karamellige Süße kommt ein wenig zu stark hervor und insgesamt wird es im Trinkverlauf etwas eintönig – ich frage mich, wo der ganze Geschmack hin ist. Die Süffigkeit ist ganz in Ordnung und wird von der milden Kohlensäure getragen – weniger hätte es nicht sein dürfen.

Für mich ist das Spezial der Brauerei Simon ein mittlemäßiges Bier. Federn lassen musste es bei der Geschmackskurve wo ab dem Mittelteil des Tests nicht mehr allzu viel zu finden war. Dennoch ist es gut trinkbar und für mich deshalb eine glatte drei.

Alkoholgehalt: 5,4%

(3/5)







Huppendorfer Vollbier

Das Zweite Bier, welches mir anlässlich des Bierwichtelns zu Teil wurde, ist das Huppendorfer Vollbier. Ihr habt noch nie von Huppendorf gehört? Macht nichts – ich auch nicht. Huppendorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Königsfeld und befindet sich irgendwo zwischen Bamberg und Bayreuth.  Neben 140 Einwohnern beheimatet das Dorf auch die Brauerei Grasser welche sich für dieses Bier verantwortlich zeichnet.

Der Schaum des gelb-rötlichen Bieres ist feinporig aber nicht von großer Standkraft. Der Geruch ist leicht malzig und von Röstaromen geprägt, jedoch nicht sonderlich stark. Ansonsten wirkt das fränkische Gebräu nicht sehr auffällig was aber nicht weiter tragisch ist – es geht schließlich um den Geschmack.

Im Antrunk dominieren die malzigen Aromen welche eine durchaus spürbare fruchtige Süße am Gaumen hinterlassen. Auf den zweiten Blick  kann man die bereits im Geruch angedeuteten Röstaromen wahrnehmen welche in Zusammenspiel mit dem starken Gerstenmalz für eine enorme Süffigkeit sorgen. Man kann Honig und Karamell erahnen welche von einer leichten Säuerlichkeit begleitet werden. Diese sorgt dafür, dass der doch recht süße Trunk nicht allzu schwer wirkt (und damit man es noch schneller wegtrinken kann).

Kohlensäure ist kein Thema. Das Gebräu gibt sich extrem mild und ausgewogen, hat aber durchaus Charakter welchen man erst auf den zweiten Schluck wirklich zu schätzen lernt. Ein tolles Bier, welches leider viel zu schnell weggetrunken war. Das Ganze ist zwar ein klein wenig zu süß, die Süffigkeit ist jedoch enorm. Daher habe ich auch kein Problem damit, diesem Kleinod vier Sterne zu geben und ich hoffe inständig, dass ich auch mal an das Huppendorfer Bockbier rankommen kann.

Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot

Stammwürze: 12,5%

Alkoholgehalt: 5%

(4/5)