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Camba Bavaria 2Sour

Dass eine Berliner Weisse nicht zwangsläufig aus Berlin kommen muss, ist nun keine Neuigkeit, und so begab es sich, dass sich auch die Bierspezialisten der Camba Bavaria aus dem bayerischen Seeon am Chiemsee diesem Trend angeschlossen haben. Trend daher, da gefühlt in den letzten Monaten jeden Tag eine neue Berliner Weisse aus den Sudkesseln der deutschen Kleinbrauer gekrochen kam. Wie der Name des Bieres schon suggeriert (und entsprechend dem Stil), handelt es sich bei 2Sour ein Sauerbier – na mal hoffen, dass der Name nicht Programm ist und es zu sauer ausfällt (Oh Gott, der Wortwitz geistert bestimmt schon so lange rum, wie es das Bier gibt…).

Etwa ein Daumen breit feinporiger, weißer Schaum hat sich auf dem gelblich- bis orangfarbenen, trüben Bier gebildet. Aus dem Glas wabert ein säuerlich-fruchtiger Geruch der ein wenig an Pfirsichjoghurt erinnert, außerdem gesellen sich noch Weissweinnoten dazu.

Gleich zu Beginn startet die Säure auf den Geschmacksnerven durch, sie fällt aber deutlich milder aus als es der Name des Bieres einem glauben machen möchte. Fruchtige Aromen von Pfirsich und Aprikose sind schmeckbar, ebenso Trauben und Naturjoghurt. Im Abgang kommt die Säure etwas stärker zur Geltung, auch traut sich das Malz heraus und bildet mit einem süßlich-getreidigen Geschmack einen angenehmen Gegenpol – auf der Zunge bleibt danach ein herb-säuerlicher, fruchtiger Geschmack liegen. Apropos Bittere: Diese fällt hier sehr bescheiden aus, bisweilen ist sie nicht feststellbar.

Beachtenswert ist der Körper, den dieses Bier (wir reden hier gerade mal von 7,5% Stammwürze) vorweisen kann. Ich hatte ja schon die Befürchtung, dass es neben der Säure ein wenig dünn wirken könnte, dies ist jedoch nicht der Fall. Mit der Zeit kommt der Malz stärker zur Geltung, getreidig-säuerlich mit einem allgegenwärtigen Traubenaroma verbleibt das Bier im Trinkverlauf,

Gar nicht übel, im Gegenteil. Gut trinkbar, nicht zu sauer und mit feinen Geschmacksnuancen versehen – so bekommt das 2Sour heute bei mir vier Sterne.

Das Bier wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

IBU: 10

Alkoholgehalt: 3%

(4/5)







Brauerei Barnikel Weizen

Heute geht es mal wieder nach Franken, genauer gesagt nach Frensdorf nahe Hirschaid an der A73 zur Brauerei Barnikel. Wobei, glaubt man dieser Liste stillgelegter Brauereien, so wird das Bier seit ein paar Jahren nicht mehr vor Ort sondern in Aufseß hergestellt. Seis drum, über die Qualität des Bieres sagt das ja erstmal nichts aus und daher freue ich mich auf das Weizen der Barnikels, welches gerade in mein Glas fließt…

Optisch ein Bilderbuchweizen, auch in der Nase finden sich stiltypische Anzeichen. Leichter Geruch von Malz, Bananen und einem Hauch von Steinfrüchten wabert unter der cremigen, strahlend weißen Schaumhaube hervor.

Der Antrunk ist wenig aromatisch, fast ein wenig wässrig und hat mit dem Geruch relativ wenig zu tun. Sehr getreidig kommt das Malz rüber, dazu etwas Hefe und einem Hauch Karamell – geht in Ordnung, eine Offenbarung sieht jedoch anders aus. Zum Abgang schleicht sich dann auch ein leichtes Hopfenaroma mit ein, kann sich aber gegen die Getreide-Hefe Mischung nicht weiter behaupten. Alles in allem fällt der Abgang auch kurz aus, von dem bisschen Aromatik ist nach einer Sekunde nichts mehr zu merken.

An dem allgemeinen Eindruck des Bieres ändert auch der Trinkverlauf nichts. Es ist wenig aromatisch, die Hefe fristet ein geschmackliches Schattendasein – über weite Strecken einfach relativ langweilig. Die Karbonisierung ist gut getroffen, auch handwerklich fehlt es dem Bier nichts, das täuscht aber nicht über den Eindruck eines einfachen Allerweltsweizens hinweg.

Es ist nun kein schlechtes Bier, viel Spaß hatte ich dabei aber auch nicht. Das Barnikel Weizen kriegt von mir heute ganz knapp noch drei Sterne.

Alkoholgehalt: 5%

(3/5)







Schönbuch Weizenbock Oak Aged

schoenbuch_weizenbock_oak_agedDas schöne an der Vorweihnachtszeit ist ja unter anderem, dass aus allen Ecken kleine und auch größere Brauereien daher kommen und Spezialsude an den Mann bringen wollen. Gefühlt nimmt die Kreativität, die manch einer an den deutschen Brauereien vermisst, um diese Zeit teils massiv zu. Und so kommt es, dass sich auch zu mir das ein oder andere Bier verirrt, deren Brauer mir bis dato unbekannt waren. Bestes Beispiel ist der Oak Aged Weizenbock der Braumanufaktur Schönbuch aus Böblingen, den ich euch nun vorstellen werde.

Dass das bernsteinfarbene Bier aus seiner Eichenfasslagerung keinen Hehl macht, ist bereits im Geruch deutlich zu erkennen. Dort findet sich eine Fülle an Fassaromen, Vanille, Holz, etwas Rauch und Kokos sind da zu benennen.

Entgegen meiner Erwartungen wirkt das Bier zum Antrunk nicht sonderlich schwer, der vollmundige Malzkörper bestimmt mit seinen getreidig-malzigen, ansatzweise karamellhaltigen Aromen den Ersteindruck. Kurz darauf mischt sich auch die dauerhaft wahrnehmbare Vanille dazu, etwas Holz ist ebenfalls dabei. Das Bier wirkt an sich beinahe schlank und mit relativ wenig Restsüße versehen – trotzdem merkt man ihm seinen zweistelligen Alkoholgehalt nicht an.

schoenbuch_weizenbock_oak_aged_flascheIm Abgang wirkt das Gebräu recht ausbalanciert, Hopfen und Herbe sind kaum nennenswert vorhanden (was man jetzt auch nicht erwarten würde) – geschmacklich überwiegt malzigen Karamell, gespickt mit Whiskynoten. Mir persönlich fehlt indes beinahe ein wenig der Charakter des Weizenbock in diesem Bier – allen voran Hefearomen. Das Bier selbst ist zwar nicht unfiltriert, dennoch hat es von der Hefe nicht allzu viel ins Bier geschafft (was durchaus Absicht sein kann). Dadurch fehlt es dem Bier jedoch etwas an Tiefe – die achmonatige Fasslagerung bringt zwar einiges an Aromen mit, letztendlich fehlen mir hier aber die letzten paar Prozent, die dem Gebräu zur Perfektion fehlen.

Seis drum, der Oak Aged Weizenbock ist ein gelungenes Bier, lecker und dank der Fasslagerung sehr aromatisch. Bei mir sind es heute ganz knapp 4 Sterne.

Alkoholgehalt: 10,1%

(4/5)







Hoppebräu & Camba Bavaria Bravo!

hoppebraeu_camba_bavaria_bravoMan hat so ein wenig das Gefühl, dass Weizen-Pale Ales und -IPAs derzeit in Deutschland in aller Munde sind, schließlich präsentiere ich euch heute bereits das zweite neue dieser Gattung binnen weniger Tage und im Kühlschrank stehen noch drei weitere. Der heutige Kandidat ist der Kooperationssud „Bravo!“ zwischen Camba Bavaria vom Chiemsee und dem Waakirchner Hoppebräu – zwei Brauereien, die aufmerksame Leser meines Blogs bereits bestens kennen sollten. Los geht’s.

Gleich nach dem Einschenken verströmt das gelblich-goldene, klare Bier einen intensiven, frischen Duft nach Mango, Papaya, Orangen und Maracuja. Auch die Schaumbildung geht in Ordnung, cremig steht dieser stabil und weiß leuchtend auf dem Gebräu.

Der erste Schluck präsentiert sich vollmundig und und ein wenig herb, das Malz wirkt recht strohig mit einem leicht brotigen Einschlag. Alles in allem bleiben Gersten- und Weizenmalz jedoch recht unauffällig, anders der Hopfen. Hier wurde ausschließlich die neue, deutsche Hopfensorte „Bravo“ (nicht mit der gleichnamigen amerikanischen Sorte verwechseln) verwendet – und das schmeckt man. Auch wenn die Aromatik im Geschmack weitaus weniger ausgeprägt ist als im Geruch, kann das Bier mit tropischen Aromen zwischen Maracuja und Orangenschale punkten.

hoppebraeu_camba_bavaria_bravo_flascheIm Abgang zeigt sich das Bier etwas dünner und trocken, das Aromaprofil bleibt jedoch erhalten und man freut sich auf den nächsten Schluck. Das Bier ist dabei etwas spritziger ausgelegt, wirkt insgesamt recht leicht und erfrischend was sich auch auf die Trinkbarkeit auswirkt – diese ist durchgängig sehr hoch und so vernichtet man den Flascheninhalt entsprechend schnell.

Ein fruchtig-frisches Weizen Pale Ale haben die Brauer hier auf die Beine gestellt. Für die Höchstwertung fehlen mir im Geschmack noch die letzten 5%, aber auch so kann sich das Bier sehen lassen. Vier Sterne von mir.

Stammwürze: 12,1%

Alkholgehalt: 5,6%

(4/5)







Riegele Bayerisch Ale 2 Edition Sierra Nevada

riegele_sierra_nevada_bayerisch_ale_2Vor wenigen Tagen erst wurde das Bayerisch Ale 2 – seines Zeichens ein Weizen Pale Ale (oder auch „Wheat/White Pale Ale“) – in Augsburg offiziell vorgestellt, heute möchte ich euch dazu meine Meinung kundgeben. Gebraut wurde das Bier von der Brauerei Riegele in Kooperation mit der weltberühmten Brauerei Sierra Nevada aus Chico in Kalifornien. Im Test erwartet mich heute also ein obergäriges Weizenbier mit kalifornisch-hopfigen Einschlag – ich bin gespannt!

In der Nase macht das trübe, stroh- bis goldgelbe Bier einiges her. Dort tummeln sich haufenweise frische, grasige und von Zitrus- und Steinfrüchten sowie einem Hauch Maracuja flankierte Hopfenaromen nebst etwas Malz – insgesamt hinterlässt es einen sehr frischen Eindruck.

Auch im Antrunk gibt sich das Bier keine Blöße, fruchtig-frisch geht es zu Werke und auch das Weizenmalz vermag man jetzt zu schmecken. Prickelnd läuft das leicht wirkende Gebräu über die Zunge, malzige Eindrücke mischen sich mit etwas Hefe und den omnipräsenten, frischen Hopfenaromen. Ein Zitronenaroma ist erkennbar, etwas Litschi und viel Gras – einfach lecker. Der Abgang des spritzigen Bieres ist unkompliziert, es bittert ein wenig nach und wirkt hier etwas sehr unaufgeregt.

riegele_sierra_nevada_bayerisch_ale_2_flascheJa ungefähr so sollte in meinen Augen die Mischung aus einem Weißbier und einem hopfigen Pale Ale sein. Bisweilen fühle ich mich geschmacklich sogar ein wenig ans Sierra Nevada Torpedo IPA erinnert – die hopfige Frische dieses Bieres ist einfach toll. Einzig bei der Trinkbarkeit hapert es ein wenig, was größtenteils an der sehr hoch dosierten Kohlensäure liegt. Weizenbiere sind oftmals stärker karbonisiert, hier ist es mir jedoch etwas zu viel des guten.

Ein leckeres Weizen Pale Ale haben die zwei Bierspezialisten hier kreiert, leicht, hopfig und „gschmackig“. Von mir gibt es hierfür vier Sterne.

Alkoholgehalt: 5%

(4/5)







Weißbräu Schwendl Schalchner Ursprung

weissbraeu_schwendl_schalchner_ursprungSeit einigen Wochen zu haben ist das neue Schalchner Ursprung vom Weißbräu Schwendl aus dem oberbayerischen Tacherting zu haben. Es handelt sich dabei um ein Weißbier nach dem hauseigenen Originalrezept von 1935 welches den Beginn der Brauerei darstellte. Minimalst verändert hört es heute auf den Namen Ursprung und ist mit seinen knapp 6 Volumenprozent Alkohol eines der stärkeren Weizen. Ob es sich gelohnt hat, das alte Rezepte rauszukramen? Schaun wir mal…

Von der Optik her ist das schonmal traumhaft, bernsteinfarbenes, trübes Bier wird von einer feinporig-cremigen, weißen Schaumhaube garniert. In der Nase gibt es sich etwas zurückhaltend (klar bei dieser Schaumhaube), es sind jedoch Anklänge von Karamell, Getreide und ein wenig Hefe wahrnehmbar.

Der Antrunk fällt sehr vollmundig und malzgetragen aus, viel Brot mischt sich mit Nuancen von Karamell, Keksen und fruchtigen Aromen von der aufkommenden Hefe. Diese hinterlässt einen Hauch Banane und Kaugummi (ja, das ist auch ein Geschmacksmerkmal eines Hefeweizens) auf den Geschmacksnerven, mischt sich dann aber wieder unter die kaum süßende Malzmischung. Eine feine Säure lässt das Bier zudem recht frisch wirken, ebenso die vereinzelten grasig-kräuterartigen Hopfennoten welche allerdings kaum ins Gewicht fallen und eine ganz dezente Bittere mit sich bringen.

weissbraeu_schwendl_schalchner_ursprung_flascheHinten raus wirkt es dann bisweilen vielleicht etwas zu dünn – den Alkoholgehalt merkt man dem Bier zudem sowieso kaum an. Nicht zuletzt dadurch ist das Weißbier recht süffig, die Karbonisierung ist moderat gehalten. Mir gefällt der Zwischenschritt zwischen normalstarken Weizen und einem Bock sehr gut, es hat ordentlichen Malzcharakter, wirkt nicht langweilig und ist auf der anderen Seite nicht so füllend und dick wie ein Weizenbock.

G’schmackig ist das Ursprung auf jeden Fall. Ich könnte mir zwar noch etwas mehr Kick im Malz vorstellen, schlecht getrunken hat man in Tacherting anno 1935 jedenfalls nicht. Leckeres Bier, vier Sterne. Prost.

Stammwürze: 13,5%

Alkoholgehalt: 5,8%

(4/5)







Lemke Berlin Hopfenweisse

brauerei_lemke_hopfenweisseNa, woran denkt ihr bei dem Begriff „Hopfenweisse“? Klar, euch wird der hopfige Weizenbock einer kleinen Kelheimer Brauerei einfallen. Aber auch die Brauerei Lemke aus Berlin, die mir die Tage ein kleines Verkostungspaket zukommen ließ, hat ein stark gehopften Weizenstarkbier im Angebot welches auf diesen Namen hört. Kaltgehopft wurde die Berliner Hopfenweisse mit der altbekannten Sorte Cascade, die Überraschungen sollten sich also im Grenzen halten. Schaun wir mal…

Der Geruch kommt auf jeden Fall bekannt vor, es duftet nach Zitrusfrüchten welche mit einem Hauch Banane und Honig versehen wurden. Die Optik der trüben, bernsteinfarbenen Bieres mit seinem cremigen Schaum überzeugt jedenfalls.

Überraschend schlank wirkt das Gebräu auf der Zunge, süßliches, leicht getreidig-würziges Malz mischt sich mit herben Fruchtaromen, darunter ein Hauch Grapefruit, Orangen sowie hefige Bananen- und Kaugummiaromen. Das leicht zu hoch karbonisierte Weizen wirkt dabei vollmundig und balanciert die immerhin 40 Bittereinheiten gekonnt mit einer angenehmen Süße und einhergehenden Honignote aus. Im herb-schlanken Abgang wirkt der Hopfen dann etwas grasig-würziger und verliert seine Fruchtigkeit – hier hätte ruhig noch ein wenig über sein können.

brauerei_lemke_hopfenweisse_flascheIm Trinkverlauf manifestiert sich dieser Eindruck mehr, es bleibt kaum mehr als ein etwas zu herb geratener Weißbierbock übrig. Sieht man davon ab, fällt die Trinkbarkeit recht gut aus und man mag es so recht gar nicht glauben, dass man es mit einem Starkbier zu tun hat.

Mir gefällt die Lemke Hopfenweisse recht gut, leider leistet sie sich jedoch ein paar kleinere Schwächen. Bei mir im Test reicht es heute für gute drei Sterne und der Erkenntnis, dass ich das Bier unbedingt mal vom Faß trinken möchte. Prost.

IBU: 40

Stammwürze: 16,5%

Alkoholgehalt: 7%

(3/5)







Maisel & Friends Bordeaux Weisse

maisel_and_friends_bordeaux_weisseZugegeben, von dem sog. Urgetreide „Bordeaux-Weizen“ habe selbst ich noch nichts gehört. Jedenfalls ist dieser Weizen, welcher nebst anderen Gerstenmalzen bei diesem White (Weizen) IPA genutzt wurde, Namensgeber des Bieres von Maisel & Friends aus Bayreuth welches die oberfränkischen Brauer zusammen mit der Stiegl Brauerei Salzburg entwickelt haben. Schauen wir mal rein ins Glas…

In der Nase sorgt das Bier für teils typisch fruchtige Weißbieraromen, hat aber auch vereinzelt Kräuter, Honig sowie andere blumige Noten im Gepäck. Die Optik ist super, bernsteinfarben und mit feinporigen, jedoch nicht ganz so standfesten Schaum garniert, präsentiert sich das Bier dem Genießer.

Das Bier geht, auf der Zunge angekommen, sehr vollmundig zu Werke und bringt einiges an honigartiger Süße mit. Dabei ist neben einem leicht brotigen, starken Malzbett auch ein Hauch von Kräutern und Pfeffer zu erschmecken – jedoch auf niedrigem Niveau was dem Genuß allerdings keinen Abbruch tut. Besonders der intensive Honigeindruck gefällt mit sehr gut, hält er doch auch bis lange nach dem leicht herben Abgang an und versüßt jeden Schluck zusätzlich.

maisel_and_friends_bordeaux_weisse_flascheAuch in Sachen Trinkbarkeit leistet sich das süffig-herbe Weißbier keinen Schnitzer. Dank der zurückhaltenden Kohlensäure und der Süße ist das Bier, welches man auch als Weizenbock bezeichnen kann, sehr gut trinkbar und weiß seinen Alkoholgehalt gut zu kaschieren.

Wer Weisbier(-böcke) mag, wird dieses Bier lieben. Geht es als White IPA durch? Vermutlich…ich sehe es dennoch mehr auf der Weizenbockseite und da macht das Bier eigentlich so gut alles richtig. Daher gibt es heute von mir glatte vier Sterne. Prost nach Bayreuth!

Stammwürze: 17,8%

IBU: 40

Alkoholgehalt: 7,3%

(4/5)







Maisel & Friends Simcoe Ale

maisel_and_friends_simcoe_aleGanz frisch auf dem deutschen Markt ist das Single Hop Simcoe Ale der bayreuther Brauerei Maisel unter ihrer Maisel & Friends Marke. Bisher waren die Spezial- und Seasonal Sorten mehr als trinkbar und entsprechend hoch sind die Erwartungen an dieses IPA welches allerdings in der 0,33er Longneck Flasche daherkommt und nicht in der sonst genutzten 0,66er 0,75er Flasche. Ich will euch nun aber nicht weiter mit Belanglosigkeiten langweilen – los gehts.

Recht trübe steht das orangefarbene Bier im Glas und emittiert einen getreidig-fruchtigen sowie leicht hefeartigen Duft der entfernt an Grapefruit und Limonen erinnert. Dazu gesellt sich ein schön anzusehender, feinporiger sowie weiß leuchtender Schaum. Passt.

Im Antrunk gibt sich das Bier recht vollmundig und erinnert vom Charakter doch arg an ein stark gehopftes Weizen. Recht intensiv fällt daher auch das Malzbett aus wodurch es der Hopfen nicht so einfach hat, seine Aromenvielfalt in der Weise auszuspielen, wie man es bei einem Single Hop IPA erwarten würde. Dennoch schaffen es vereinzelte Hopfenaromen auf die Zunge, darunter größtenteils Zitrus mit harzigen Anklängen, und bereiten den Weg für das karamellig-süße und getreidige Malz. Der Abgang fällt daher auch nicht wirklich schlank aus, mehr malzig-süß mit nem kleinen, herben Hopfenkick.

maisel_and_friends_simcoe_ale_flascheIhr merkt schon, so richtig begeistert liest sich das nicht. Das mag daran liegen, dass ich das Bier für eine Themaverfehlung halte – zumindest, wenn man ein IPA erwartet wie es der Werbeflyer glauben machen möchte. Stellt man die Stilfrage, so sehe ich das Bier eher bei nem Pale Wheat Ale mit Anklängen in Richtung White IPA. Das bedeutet nun nicht, dass das Simcoe Ale ein schlechtes Bier ist – es ist nur nicht das, was es vielleicht sein möchte (oder das Marketing gerne draus machen möchte). Am ehesten vergleichbar ist es mit einem TAP 5 von Schneider und da schlägt es sich geschmacklich ganz gut, auch wenn die Herbe nicht so ganz ausbalanciert ist und das Bier in seiner Gesamtheit zu malzlastig ist.

Fruchtig, vollmundig und durchaus interessant – von einem richtigen IPA aber weit entfernt. Summa summarum gerade noch drei Sterne.

IBU: 40

Alkoholgehalt: 5,9%

(3/5)







Hirsch Jahrgangsbier 2012

hirsch_jahrgangsbier_2012Seit geraumer Zeit lagert in meinem Keller das 2012’er Jahrgangsbier der Hirsch Brauerei aus Wurmlingen, ein Weizenbock bei dem unter anderem die Hopfensorte „Saphir“ genutzt wurde um dem Bier ein besonders fruchtiges Aroma zu verleihen. Gerade dem gemeinen Weizenbock attestiere ich eine sehr gute Lagerbarkeit, habe ich doch einige dieser feinen Biere, die teilweise weit über ihr MHD hinaus sind, im Keller und stelle fest, dass diese Jahr für Jahr besser werden – kann ich also nur empfehlen. Nun aber zum Bier.

Wow, richtig toller Schaum! Beinahe wie Eischnee steht der weiße, sehr fein texturierte Schaum auf dem Bier welches mit seiner mahagonibraunen Färbung durchaus zu gefallen weiß. Im Geruch liegen Nelken, Pflaumen, einiges an Brot sowie etwas Hefe – und über all dem liegt ein Hauch von Zitrusaromen.

Der Antrunk ist sehr rund, leicht süßlich präsentiert sich das feine und brotig angehauchte Malz wozu sich die bereits angesprochene Hefe gesellt. Recht präsent ist der Nelkengeschmack, gepaart mit einem sehr intensiven Geschmack nach Trockenpflaumen, Waldbeeren und sogar etwas Holz. Ein wenig Säure kommt dazu und lässt das Bier zeitweise sogar wie einen Rotwein wirken – das gefällt mir richtig gut. Im Abgang kommt dann ein wenig Hopfenaroma auf welches sich größtenteils mit einem feinen Zitrusaroma bemerkbar macht und keinesfalls aufdringlich wirkt.

Zwischen dem feinen Malzbett, der sehr angenehmen Perlage und der perfekt dosierten Kohlensäure macht sich der Alkohol absolut nicht bemerkbar was aber aufgrund der sehr hohen Süffigkeit eh nicht ins Gewicht fallen würde. Vielleicht könnte die Brotigkeit noch etwas stärker ausfallen und etwas mehr Wucht in diesem Bock liegen, das sanfte Karamell- und Honigaroma jedoch tröstet darüber gut hinweg.

hirsch_jahrgangsbier_2012_flascheEin tolles Bier dem die Lagerung sicherlich gut getan hat. Wirkt ein wenig wie Rotwein, gespickt mit Früchten und einer dezenten Hopfung – und dennoch macht es keinen Hehl daraus, ein Weizenbock zu sein. Etwas intensiver und noch ausgeprägter könnte der Charakter sein und so kommt das Jahrgangsbier 2012 „nur“ auf sehr gute vier Sterne!

Alkoholgehalt: 8,2%

(4/5)